Wien: Beamte gehen im Schnitt mit 57 Jahren in Pension

30.11.2012 | 12:40 |   (DiePresse.com)

Heuer werden 552 Mitarbeiter in Frühpension geschickt. SP-Stadträtin Frauenberger: "Es geht um Menschen und nicht um Zahlen."

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Kritiker werfen der Stadt Wien regelmäßig vor, ein Paradies für Frühpensionisten zu sein. Und die am Freitag gelieferten Zahlen der Personalkommission dürften die Kritik auch nicht abklingen lassen: Demnach wird das durchschnittliche Pensionsantrittsalter heuer bei 57 Jahren liegen. Zum Vergleich: Bundesbeamte gingen im Vorjahr drei Jahre später, und zwar mit 60,6 Jahren, in Pension.

Insgesamt treten heuer 994 Wiener Beamte den Ruhestand an. 553 Mitarbeiter mit einem durchschnittlichen Alter von 55 Jahren werden in den vorzeitigen Ruhestand versetzt, das sind um 43 mehr als im Vorjahr.

Eine  Sprecherin der zuständigen SP-Stadträtin Sandra Frauenberger ließ die wiederholte Kritik der Opposition an der Pensionierungspraxis der Stadt aber nicht gelten. Bei den Frühpensionisten handle es sich "um Menschen und nicht um Zahlen". Die Betroffenen seien so krank, dass sie nicht mehr arbeiten könnten.

Die Stadt hat auch die Altersstruktur ihrer Mitarbeiter unter die Lupe genommen: Zwischen 2003 und 2011 sei das Durchschnittsalter der Beamten um fünf Jahre gestiegen. Das hat u.a. damit zu tun, dass neue Mitarbeiter im Laufe der Zeit nicht mehr automatisch pragmatisiert werden und Beamtenstatus erhalten. Zudem hat sich in den vergangenen vier Jahren die Anzahl der über 60-jährigen Beamten verdoppelt.

Programme für die seelische Gesundheit

Die Sprecherin verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass für die Mitarbeiter Programme für die Erhaltung der körperlichen und seelischen Gesundheit angeboten würden. Unter anderem können psychosoziale Screenings gemacht werden, um frühzeitig Stressbelastungen und Burn-Out zu erkennen.

Anfang 2013 soll außerdem ein neues Personalmanagementinstrument getestet werden. Wenn Mitarbeiter krankheitsbedingt ihre Arbeit nicht mehr ausführen können, sollen sie in einen neuen Bereich versetzt werden. Ziel der Stadt sei, dass "alle Mitarbeiter möglich gesund und möglichst lange arbeiten können", betonte die Sprecherin.

Die Mitarbeiter der Stadt Wien
Die Stadt Wien beschäftigt 73.250 Mitarbeiter, davon seien rund 38 Prozent pragmatisierte Beamte - sprich etwa 28.000 Personen, so die Sprecherin. Diese Zahl umfasst sowohl die Mitarbeiter des Magistrats, als auch jene der Wiener Stadtwerke. In das Wiener Pensionssystem fallen nur pragmatisierte Beamte, der Rest in das ASVG.

(APA)

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68 Kommentare
 
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wien nur du allein---

von roten und grünen gaunern regiert--- wasser predigen und wein trinken!!!! wie falsh diese sozis sind und deren steigbügelhalter...

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Je eh - bin auch ein Mensch

aber angestellt in der privatwirtschaft und darf für Beamte in der frühpension zahlen. Soviel zu Menschen und Zahlen....was sagt Faymann dazu: "Gerechtigkeit!"

Der Witz der Woche

Mein Schwiegervater mit unheilbaren Rückenleiden 53-jährig in Pension ! Kaum in Pension jeden Tag 12 Km Joggen, Radfahren und Fußballspielen !! Dazu von Gewog noch eine Dachterrassenwohnung in bester Lage zum Diskontpreis !!!
-
Ja, das rote Wien schaut auf seine Schäfchen !!!

Eine noch blödere Argumentation gibt es nicht!

"Bei den Frühpensionisten handle es sich "um Menschen und nicht um Zahlen". Die Betroffenen seien so krank, dass sie nicht mehr arbeiten könnten."

Da lachen ja die Hühner:
Von 994 Wiener Beamten sind 553 sooo krank, daß sie nicht mehr den Bleistift halten können (von arbeiten kann ja eh keine Rede sein, höchstens von Anwesenheitspficht und da bin ich mir auch nicht so sicher).
Was sagt denn da Genosse Hundstorfer dazu?

Tja! Wie nennt man die Pensionierung eines Beamten im Behördendeutsch?

Hmmmmm?
Na, "Umbettung"!!!

LOL!

Korrektur:

Übergang in den Aktivzustand !!!

9 0

So der Herr - so das Gscher!

Das sieht so aus als ob irgend ein Bürgermeister seinen Haufen nicht ganz im Griff hat?
Na ja, aber die Wiener wählen ihn ja trotzdem!

Rot/Grün-Häupl-SPÖ

Gott bewahre uns vor diesem Übel !!!

wo sind die Stammzuchtbrigaden der SPÖ ?

wo die Kampfgeschwader von ÖVP ?.

Nirgends.

Sie schreiben nur wenn es um Stronach oder Strache geht.

ach gottele

die armen wiener beamten, wien-energie schwerstarbeiter welche todkrank in die i-rente wechseln aber nachher mit dem rennrad wie die irren herumfahren können. ein fall von wundersamer spontaneilung? zusammengerackerte papiertiger aus dem rathaus, wohl eien staubalergie von den vielen akten? ja das wiener beamtenleben ist kein honigschlecken in den diversen ma,s.

Vollkommen richtig !!!

Aus meiner Familie kenne ich auch solche Wunderheilungen !!!
-
Stutzig macht nur die Dichte/Anzahl dieswer Wunder !!!!

553 Beamte mit 55 Jahren


Re: 553 Beamte mit 55 Jahren

Um 553 zuviele !!!

Re: 553 Beamte mit 55 Jahren

gleichzeitig werden 100erte Arbeiter mit Winkelmesser gemessen und abgewiesen.
Mit der Begründung eine Tastatur betätigen zu können.
Habe bei meiner Untersuchung einen Lastkraftwagenfahrer kennengelernt, er arbeitet seit 6 Jahren mit Bandscheibenvorfall.
jetzt ist er 59 Jahre alt, er bekommt keine I-Rente. Begründung:
Man glaubt ihm eine Schmerzen nicht, er hätte mit diesem Wirbelschaden keine 2 Jahre arbeiten können.
Die Ärzte bei der PVA sind arrogant.

Solche Nachrichten machen uns Jungen zornig

Uns jungen Leuten wird immer gesagt: Ihr müsst mal bis 70 arbeiten und bekommt dann nur ganz wenig Geld usw.

Trotzdem werden ÖBBler und Beamte immer noch mit deutlich unter 60 Jahren in Pension geschickt.

Versteht mich nicht falsch: wer nicht mehr arbeiten KANN, soll in Pension gehen dürfen. Aber diesen Fall kann es beim Magistrat der Stadt Wien kaum geben, da es immer eine Arbeit gibt für Leute die zB nicht mehr so schwer heben können etc.

Ich fordere: Pension mit 65 für ALLE: Männer und Frauen sowie alle Berufsgruppen.

Junge; bedankt euch bei den wiener Rathaus_Roten !!!


10 2

Es geht um die Steuerzahler, nicht um Zahlen

Wir von der EU-Austrittspartei haben ein faires Pensionssystem zum Ziel.
Pensionsprivilegien der Wiener Beamten gehören abgeschafft. Sie sind unfair gegenüber den anderen Pensionisten und geht zu Lasten der Steuerzahler.

deshalb genau umgekehrt: das wiener beamtenmodell für alle pensionisten.


19 0

Frauenberger: "Es geht um Menschen und nicht um Zahlen."

Genau, weil ZAHLEN tun eh immer die anderen, gell Fr. Frauenberger.

Ich melde hiermit SP-Stadträtin Frauenberger zur Weltmeisterschaft im
"Nichtssagende Phrasen dreschen" an.

Die holt sicher eine Medaille für Österreich.

Menschen, nicht Zahlen

Und die Leute, die diese Schweinerei bezahlen sollen, sind das vielleicht nur Zahlen?

3 0

Re: Menschen, nicht Zahlen

Nein. Das sind die Zahler.

Nach den nächsten Wahlen ...

... sind die Plätze im Rathaus eh nicht mehr gleich zu besetzen, man könnte es auch als Vorsorgemassnahme sehn.
Schade dass durch die frühzeitige Nachbesetzung der Rathausstellen, dem Steuerzahler für 3 Jahre lang Zusatzkosten entstehen.

Sparpaket ...

Es ist schlichtweg eine Schweinerei durch die Politik

in dem Fall SPÖ Wien, Ihre WählerInnen auf Kosten der restlichen Bevölkerung zu bevorzugen.

Da braucht die FrauenbergerIn gar nicht von "es geht um Menschen" winseln.

Ich bin auch ein Mensch. Und der Rest der nicht Stadtbediensteten auch. Was ist mit nun mit uns? Sind wir, die das finanzieren müssen, also der Wiener Politik egal?

Sicher wird sind ihnen sch..... egal !!!!


4 0

Re: Es ist schlichtweg eine Schweinerei durch die Politik

ja

Arm, Arbeitslos und länger bis zur Pension

das gilt nur für Leute in der Privatwirtschaft.

Parteigünstlinge (Beamte) haben lebenslang einen sicheren Job und dürfen zum Dank auch noch früher in Pension gehen wie z.B. ein Dachdecker oder Maurer der immer unter freien Himmel arbeitet und sich plagen muss.

 
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