Wien: Beamte gehen im Schnitt mit 57 Jahren in Pension

Heuer werden 552 Mitarbeiter in Frühpension geschickt. SP-Stadträtin Frauenberger: "Es geht um Menschen und nicht um Zahlen."

Wien Beamte Schnitt Jahren
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(c) AP

Kritiker werfen der Stadt Wien regelmäßig vor, ein Paradies für Frühpensionisten zu sein. Und die am Freitag gelieferten Zahlen der Personalkommission dürften die Kritik auch nicht abklingen lassen: Demnach wird das durchschnittliche Pensionsantrittsalter heuer bei 57 Jahren liegen. Zum Vergleich: Bundesbeamte gingen im Vorjahr drei Jahre später, und zwar mit 60,6 Jahren, in Pension.

Insgesamt treten heuer 994 Wiener Beamte den Ruhestand an. 553 Mitarbeiter mit einem durchschnittlichen Alter von 55 Jahren werden in den vorzeitigen Ruhestand versetzt, das sind um 43 mehr als im Vorjahr.

Eine  Sprecherin der zuständigen SP-Stadträtin Sandra Frauenberger ließ die wiederholte Kritik der Opposition an der Pensionierungspraxis der Stadt aber nicht gelten. Bei den Frühpensionisten handle es sich "um Menschen und nicht um Zahlen". Die Betroffenen seien so krank, dass sie nicht mehr arbeiten könnten.

Die Stadt hat auch die Altersstruktur ihrer Mitarbeiter unter die Lupe genommen: Zwischen 2003 und 2011 sei das Durchschnittsalter der Beamten um fünf Jahre gestiegen. Das hat u.a. damit zu tun, dass neue Mitarbeiter im Laufe der Zeit nicht mehr automatisch pragmatisiert werden und Beamtenstatus erhalten. Zudem hat sich in den vergangenen vier Jahren die Anzahl der über 60-jährigen Beamten verdoppelt.

Programme für die seelische Gesundheit

Die Sprecherin verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass für die Mitarbeiter Programme für die Erhaltung der körperlichen und seelischen Gesundheit angeboten würden. Unter anderem können psychosoziale Screenings gemacht werden, um frühzeitig Stressbelastungen und Burn-Out zu erkennen.

Anfang 2013 soll außerdem ein neues Personalmanagementinstrument getestet werden. Wenn Mitarbeiter krankheitsbedingt ihre Arbeit nicht mehr ausführen können, sollen sie in einen neuen Bereich versetzt werden. Ziel der Stadt sei, dass "alle Mitarbeiter möglich gesund und möglichst lange arbeiten können", betonte die Sprecherin.

Die Mitarbeiter der Stadt Wien

Die Stadt Wien beschäftigt 73.250 Mitarbeiter, davon seien rund 38 Prozent pragmatisierte Beamte - sprich etwa 28.000 Personen, so die Sprecherin. Diese Zahl umfasst sowohl die Mitarbeiter des Magistrats, als auch jene der Wiener Stadtwerke. In das Wiener Pensionssystem fallen nur pragmatisierte Beamte, der Rest in das ASVG.

(APA)

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