AKH "verschwunden": Häupl rügt Ärztekammer

04.12.2012 | 15:15 |   (DiePresse.com)

"Nur vom Schmäh kann man auch nicht leben": Der Wiener SP-Stadtchef kritisiert die "polemischen" ÄK-Inserate gegen die Gesundheitsreform.

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Die Wiener Ärztekammer lässt im Streit um die Gesundheitsreform das Allgemeine Krankenhaus (AKH) in Wien verschwinden - zumindest auf Inseraten. Während auf der linken Hälfte des Vorher-Nachher-Bilds noch die beiden AKH-"Blöcke" zu sehen sind, fehlen sie im rechten Bild - "eingespart" ist am AKH-Bildstandort zu lesen. Michael Häupl ist über die Inseratenserie not amused: "Es ist keine große Hilfe, wenn man mit Polemik gegen sehr fundierte Pläne vorgeht", erklärte Wiens SP-Bürgermeister am Dienstag am Rande der Grundsteinlegung für einen Neubau im Wiener Kaiser-Franz-Josef-Spital. 

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Er finde Suchbilder zwar prinzipiell lustig, so Häupl, das gelte jedoch nicht für die Bilder der Kampagne. Wenn man suggeriere, dass das AKH eingespart werde, entspreche das nicht seinem Bild von einem ethischen Handeln, betonte Häupl. Er habe zwar nichts gegen Schmäh, aber "nur vom Schmäh kann man auch nicht leben".

Häupl äußerte seine Kritik unmittelbar vor dem "Informationstag", den die Ärztekammer morgen, Mittwoch, in ganz Österreich abhält. In Wien etwa werden Inserate in Form von Suchbildrätseln geschaltet. Auf diesen wird gezeigt, was es aufgrund von Einsparungen nicht mehr geben könnte - neben Spitälern wird auch das Verschwinden von Rettungsautos, Infusionen oder Röntgengeräten dargestellt. Die Vorher-Nachher-Bilder will die Ärztekammer übrigens auch in Ordnationen und auf der Straße verteilen.

Die Kammer befürchtet, dass die Gesundheitsreform Einschnitte in der Versorgung - weniger Kassenärzte und Spitäler - zur Folge haben wird. Bund, Länder und Sozialversicherungen haben jedenfalls schon einen Kostenpfad festgelegt: Bis 2020 sollen im Gesundheitswesen 3,4 Milliarden Euro eingespart werden.

Die scharfen Protest-Kampagnen haben der Ärztekammer heftige Kritik eingebracht - aus Politik, den eigenen Reihen und der Bevölkerung. Laut Umfragen finden 73 Prozent, dass die Ärztekammer mit Blick auf die Reform negativ und verunsichernd agiert.

Streiken die Ärzte?

In der übernächsten Woche droht eine weitere Verschärfung der Gangart. Am 13. und 14 Dezember hält die Österreichische Ärztekammer ihren Kammertag und ihre ordentliche Vollversammlung ab. Dabei soll über weitere Protestmaßnahmen entschieden werden, nachdem bei der außerordentlichen Vollversammlung vor eineinhalb Wochen noch kein Beschluss gefasst worden ist. Zur Diskussion stehen nach wie vor Ordinationsschließungen am 16. Jänner sowie Groß-Demonstrationen und Kundgebungen im Jänner und Februar.

In die Diskussion bei der Vollversammlung wird möglicherweise bereits eine Einigung zwischen Bund, Ländern und Sozialversicherungen über die Gesundheitsreform einfließen können. Alle drei Verhandlungspartner zeigten sich zuletzt zuversichtlich, sich noch vor Weihnachten auf ein gemeinsames Modell einigen zu können.

Die voraussichtlich letzte Runde der politischen Steuerungsgruppe war ursprünglich für Freitag kommender Woche in Aussicht genommen worden, musste aber wegen Terminkollisionen auf übernächste Woche verschoben werden. Die Ärztekammer erwartet jedenfalls spätestens dann, wenn ein Ergebnis der Steuerungsgruppe vorliegt, an den Verhandlungstisch eingeladen zu werden.

(c) Ärztekammer

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(Red./APA)

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18 Kommentare

Schmäh

Was wäre, wenn über dem schmähstarken Häuptling hinweg etwas entschieden würde? Wie wäre es, wenn er mit seinen roten Funktionären Stöger und Schelling über eine echte Reform reden würde -ohne Schmäh. EINE Krankenversicherung, EINE Pensionsversicherung, da purzeln die Milliarden und politischen Posterln! Aber hier erinnert man sich an Grönemayer--- gebt den Funktionären das Kommando, denn sie wissen nicht was sie tun... Gleiche Leistung bei 3,4 Mrd € Einsparung ist höhere Mathematik-ohne Schmäh!

Die Ärzte haben recht!


Die Politik getraut es sich nicht zu sagen, wo wirklich eingespart wird.

Und bevor man mit dem Holzprügel auf die Ärztekammer eindrischt:

Sollte die Politik doch klar sagen WIE das funktionieren wird:
Bessere Gesundheitsversorgung für alle mit relativ weniger Geld.

Wobei die Rahmenbedingungen gelten: Die Bevölkerung wächst durch Einwanderung und die Bevölkerung wird immer älter.

Okay die Politiker & Krankenkassenfunktionäre wissen es, so sagt's es doch bitte!!!

DIE ÄRZTE MÜSSEN JETZT STARK UND STANDHAFT BLEIBEN!

ES WIE DAMALS WO DAVID GEGEN GOLIATH ANGETRETEN IST.

na und...

die SPÖ lässt in Inseraten auch Millionen an Steuergeld 'verschwinden' (staatsnahe Betriebe, die die SPÖ als Eigentum betrachtet, werden - auch nach dem Faymann-Skandal - weiterhin zu sinnlosen Inseratenkampagnen gezwungen...) - da wird der Grafiker der Ärztekammer deutlich billiger gewesen sein.

ärzt werdnesich bald mit den LehrerInnen um das negative Image streiten

bald wird des schwerer, er hat den härteren Stahlhelm - Ärzte oder Lehrer, es geht immer nur im ihre Interessen, nicht um die der Betroffenen.

ein Ranking der negativen Images wäre interessant.....

Wenn Ärtze jetzt schon 20 Stunden

fuer Hungerlöhne durchhackeln. dann stimm was nicht wenn der Häupl sparen will, dann er das

Skylink
Parlament
stadthallenbad
Bawag
öBB
Gewerkschaft
Ko.Kredit

Milliarden sind und gehen den Bach runter!!!

Aber da hört man den Roten ........ nix sagen.


Re: Wenn Ärtze jetzt schon 20 Stunden

Die Ärzte reagieren sicher unverhältnismäßig und stark übertrieben. Doch vielleicht erinnert sich der liebe Herr Bürgermeister noch daran, was das AKH gekostet hat und noch immer kostet. Da ist eine Reform sicher nötig, doch heilige Kühe sind nicht nur in Indien, sondern auch in Wien sakrosankt.

Das kann doch den Roten nur recht sein

Wenn das Millionengrab AKH mitsamt den darin üblichen Korruptionen über Nacht verschwindet.
Der Faxmann war nicht umsonst bei den Bilderbergern geladen nun bekommt er den Versorgungsposten für sein EU genehmes verhalten er wird als Nachfolger von Jean Claude Junker favorisiert.
So werden unfähige empor gehoben,die Rechnung zahlt das Volk.

die ärtze kammer betreibt ständig panikamache, der häupl sollte aber ja nicht reden!

der ist ja um nichts besser, fordert auch ständig mehr geld, verschwendet steuermittel bis zum exzess (skylink ist da ja nur die spitze es eisberges) und zockt die bürger mit immer neuen gebührenlavinen ab!

aber eins muss man trotzdem klarstellen!
im gesundheitswesen und bei den pensionen kann man sehr leicht sparen, da es dort laut RH große einsparungspotenziale gitb, und da diese beiden bereiche den bei weitem größten budgetposten ausmachen!


österreich wrid daher nicht unhin kommen, im gesundheitsbereich abzuspecken, sonst gehts uns irgendwann wie den griechen!

Häupl!

Wien hat ein Gesicht !
Politik als Kabarett!

Re: Häupl!

sogar ein "lebenswertes" - bis zum nächsten Stich.

"Nur vom Schmäh kann man auch nicht leben"???


Und das ausgerechnet aus dem Munde Häupls? Das entbehrt nicht einer unfassbaren Komik!

17

mehr oder weniger

geht's um die frage:
will Österreich ein verstaatlichtes Gesundheitsystem?
als Arzt würde ich davor warnen..
als Patient würde ich mich davor fürchten!

Bravo!

Etwas ähnliches sollten sich auch die Lehrerinnen Österreichs einfallen lassen!

Bravo!

So etwas ähnliches würde ich auch den Lehrerinnen Österreichs empfehlen!

Re: Bravo!

oder streiken, das ist auch immer sowas von produktiv...

Die Ärzte

Die Ärzte agieren wie Apparatschiks aus einer längst vergangenen Zeit. Diese Inserate sind ein bodenloser Skandal und führen zu nichts anderem, als zu Verunsicherung der kranken Menschen.

Der Ärzte-Kammer geht es nur um Pfründe-Erhalt und sonst nichts. Das ist schon seit vielen Jahren so.

Man schaue sich doch nur mal an, was die Ordinations-Gehilfinnen - in Wahrheit sind sie Managerinnen - verdienen!! Die Ärzte kassieren Tausende Euros im Monat, und ihre Angestellten einen Dreck. Beschämend ist das!!

Eine Liste der unzulässigen Verallgemeinerungen

"Die Ärzte"
"führen zu nichts anderem, als"
"der kranken Menschen"
"nur um Pfründe-Erhalt und sonst nichts"
"kassieren ... ihre Angestellten einen Dreck"

Natürlich ist es leichter, Kommentare mit unzulässigen Verallgemeinerungen zu schreiben, aber solche Kommentare büssen bei mir sehr viel an Glaubwürdigkeit ein.

Und deswegen fällt der "gute Zweck" Ihres Kommentars, nämlich, eine Änderung der Unterbezahlung der Angestellten zu ändern (wahrscheinlich nicht nur bei mir), so ziemlich ins Wasser.

Schade darum!

Re: Apparatschik versus Realität&Modernität&Fairness und Gerechtigkeit

Ich danke Ihnen!

Harte Worte - nichts als Wahrheit!
Seit beinahe 15 Jahren hat die Ärzte-Kammer alle Versuche, endlich faire, leistungsgerechte Löhne für die Praxis-Managerinnen zu erzielen, abgeblockt!

Nun ist die Ärzte-Kammer einmal die Vertretung der Ärzte. Und damit stehen auch alle Ärzte gleichermaßen in Pflicht und Verantwortung!

Wie wär's mit Fairness und Gerechtigkeit in der eigenen Arztpraxis? Wer Leistung bringt, soll auch mitverdienen können. Ich gönne den Ärzten ihr Gehalt! Aber €300 im Monat weniger tun denen nicht weh und bei den Managerinnen wären €300 mehr ein schönes Zeichen von Fairness!

PS: Wer als "Interessens"-Vertreter wie ein kommunistischer Apparatschik agiert, hat meiner Meinung nach seine Legitimität verloren....


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