Liesing: Grüne von der SPÖ überstimmt

16.12.2012 | 18:45 |   (Die Presse)

Vassilakous Prestigeprojekt einer Gartenstadt in Liesing ist auf Eis gelegt. Denn die SPÖ stimmte im Bezirk gegen die Grünen.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Wien/G.b. Rückschlag für ein Prestigeprojekt von Planungsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne). Zwischen den U-Bahn-Stationen Alt Erlaa und Erlaaer Straße soll den Vorstellungen der Stadträtin zufolge eine „grüne Gartenstadt“ entstehen. Ein Projekt der Baufirma Buwog, die am Rand der Garten-City eine Wohnanlage errichten will, die aber bis zur dreifachen Höhe der umliegenden Häuser haben soll, stößt nicht nur auf Widerstand der Anrainer, sondern wurde jetzt auch im Bezirk mehrheitlich abgelehnt. Direkt formuliert: Die SPÖ hat mit den anderen Fraktionen die Grünen niedergestimmt. Die Begründung für die Ablehnung der Wohnanlage (200 Wohnungen): zu hoch im Vergleich zur Umgebung, zu wenig Infrastruktur für die vielen neuen Bewohner. Und auch die von Vassilakou geforderte reduzierte Stellplatzverpflichtung wird kritisiert. Es müsse ein Autoabstellplatz pro Wohnung und nicht deutlich weniger gebaut werden, so der Liesinger Beschluss.

Grünen-Chefin Vassilakou lässt sich nicht entmutigen. „Ich stehe weiter zu dem Projekt“, erklärt sie im Gespräch mit der „Presse“. Man werde sich nun die Stellungnahmen genauer ansehen und sich dann damit auseinandersetzen.

Die massive Höhe des geplanten Baus stört Vassilakou nicht. „Eine gewisse Höhenentwicklung direkt an der U-Bahn ist nichts Außergewöhnliches.“ Dass Bezirk und Anrainer gegen die reduzierte Stellplatzverpflichtung sind, sieht sie besonders kritisch. „Es stehen viele Garagen leer, die Mittel sollten lieber zur Verbesserung der Lebensqualität investiert werden.“

Das Argument, dass gerade in den Außenbezirken trotz U-Bahn-Anbindung die meisten Menschen wegen der schlechten Infrastruktur der öffentlichen Verkehrsmittel auf ein Auto angewiesen sind, kann die Grünen-Chefin jedenfalls nicht nachvollziehen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.12.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

40 Kommentare
 
12

Bürgerinitiative

Gegen die geplanten Auswüchse der Planung hat sich nun eine Bürgerinitiative formiert.
http://www.inderwiesen.at/

weniger als ein Autostellplatz pro Wohnung

ob diese Denke wirklich zeitgemäß ist? Die Liesinger SPÖ hat zumindest mehr Realitätssinn als der Herr BM.

Laut 'Mein Bezirk' würde die SPÖ in Wien bei Gemeinderatswahlen derzeit 37 % bekommen, die Grünen stagnieren beim Stand der letzten Wahlen, sind aber enttäuscht, weil die WienerInnen die grandiose Parkpickerlpolitik der Grünen nicht honorieren. Somit können die Grünen außerhalb ihrer StammwählerInnen niemand erreichen.

Re: weniger als ein Autostellplatz pro Wohnung

Und wozu die Bürgerbevormundung?
Jeder soll selbst entscheiden ob er in eine Wohnung mit oder ohne Stellplatz zieht!
Die Verpflichtung, einen Stellplatz zu schaffen, ist kommunistischer Zwang!!!

Re: Re: weniger als ein Autostellplatz pro Wohnung

Das wird auch mit Zwangsrhetorik a la "kommunistischer Zwang" nicht richtiger. Niemand ist gezwungen, einen Stellplatz zu kaufen oder zu mieten. Es ist aber sinnvoll, die Bauträger zur Errichtung zu verpflichten, denn eine nachträgliche Errichtung ist meist nicht mit finanziell vertretbaren Aufwänden möglich. Selbst wenn jetzt noch der Durchschnitt unter 80% PKW-Besitz/Wohnung liegt (was ich nicht glaube), künftig wird es nicht weniger.

Re: Re: Re: weniger als ein Autostellplatz pro Wohnung

Wenn den Stellplatz niemand zum Herstellungspreis kauft oder mietet kommen alle Hausbewohner dafür auf. Werden sie jedoch nachgefragt, würden vom Bauträger auch ausreichend Stellplätze geschaffen werden, da braucht es keine staatlichen Eingriffe.

Re: Re: Re: Re: weniger als ein Autostellplatz pro Wohnung

Bauträger vergeuden keinen einzigen m² Fläche wenn sie nicht dazu gezwungen werden --> Kein Zwang kein Stellplatz
Also keine Stellplätze für Autos dafür ein Gesetz dass nur jemand mit Stellplatz ein Fahrzeughalter sein darf und nur in der Anzahl für die auch ein Stellplatz nachgewiesen werden kann ?

Wozu soll ich dann als Haus und Stellplatzbesitzer für den kommunistischen angehauchten öffentlichen Verkehr auch nur einen Cent in die Steuerkasse einzahlen ?

Re: Re: Re: Re: Re: weniger als ein Autostellplatz pro Wohnung

Das stimmt. Ohne die Stellplatzverpflichtung würde der Bauträger keinen m² (kein Geld der Mieter/Eigentümer) vergeuden.

Seltsame Logik der Sozis.

Ubahnen bauen sie am liebsten in irgendwelche Äcker. Das ist ja viel wichtiger und vor allem billiger, als die dringend erforderliche U5 im dichtverbauten Gebiet zu errichten. Schlimm wenn dann jemand Wohnungen in einem Ubahnacker bauen will. Was wäre, wenn dann jemand mit der Ubahn fährt und vielleicht noch ein Papierdl ninhterlässt? Fazit: Ubahnen gehören in den Acker und Wohnungen nicht neben die Ubahn und schon gar nicht dürfen sie den Blick auf dem Wohnpark Alt-Erla verdecken.


Re: Seltsame Logik der Sozis.

von stadtentwicklung hams no nix ghört. und von bauklassen auch ned. und davon, dass es eine bauliche umgebung gibt auch ned. und davon, dass sie, wenn sie bauen tunlichst dies mit einer adäquaten infrastruktur tun sollten - denn sonst bauns ein slum! erst lesen, dann posten!

grüne

schön langsam dämmert es auch den sozis mit wem sie sich da eingelassen haben.

...

hat häupl neben ihr grad einen fahren lassen?

Re: ...

nein nein, vielmehr dürfte der mizzi grad ein wimmerl am popes aufgegangen sein, auch recht unangenehm.

"Direkt an der U-Bahn" ist eher stark übertrieben.

Denn das Gebiet liegt "direkt an der Altmannsdorfer Straße", aber von der U-Bahn bis zu 1,2km weg.
Aber es lässt sich halt auf dem Gebiet der ehemaligen Gärtnereien zwischen Atzgersdorfer Friedhof und Altmannsdorfer Straße so schön einfach bauen.
Pro Haushalt braucht man aber mindestens ein Auto. Oder man hatscht gern jeden Tag eine Viertelstunde zur U-Bahn.

Re: "Direkt an der U-Bahn" ist eher stark übertrieben.

jeder er.haushalt hat 0.5 pkw.
In aussenbezirken zahlen nur autoverrückte eine garage(kostet im monat mehr als pickerl/jahr;in hietzing wünschen viele pickerl,um keine der leerstehenden garagen mieten zu müssen!)
20%der"wohnbauförderung geht für pkw-schlafplätze 'drauf-mit 50%leerstand...

Re: Re: "Direkt an der U-Bahn" ist eher stark übertrieben.

Sorry, aber das ist ausgemachter Blödsinn.
In den Randgebieten der Parkpickerlzonen sind sämtliche Garagenplätze mittlerweile ausgebucht. Das Parkpickerl hat nämlich den für die Wiener angenehmen Vorteil, dass das nur an hauptwohnsitzlich gemeldete Leute vergeben wird und auch da nur eines pro Person. Für die Bürger ein massiver Nachteil: wer keinen Garagenplatz bekommt, muss zusätzlich noch Ummeldung vornehmen, was mit weiteren Kosten verbunden ist, ganz zu schweigen von einigen weiteren organisatorischen Nachteilen.
Es ist daher ein absolut unverantwortliches Vorgehen, nicht sogar mehr als 1 Stellplatz pro Haushalt zu errichten. Es werden künftig nicht weniger Fahrzeuge sein, soviel ist sicher. Wer aber bereits jetzt eine Ebene mehr in einer Tiefgarage dazu baut, handelt verantwortungsbewusst und nachhaltig.

PS: Wenn es gegen die Grünen geht, wird sogar die SPÖ auf einmal sympathisch. Hätte ich mir nicht gedacht...

Re: Re: Re: "Direkt an der U-Bahn" ist eher stark übertrieben.

wohne 2min.von U4 ober st.veit-unter"volksbau.at"können sie sich einmieten(immerhin steigt die nutzungsgebühr dank leicht sinkender freistände nicht mehr!)...

Re: Re: Re: Re: "Direkt an der U-Bahn" ist eher stark übertrieben.

nicht böse sein, aber in der nähe der u4 obersanktveit gibt es nichts freies: http://www.sozialbau.at/nc/home/suche/garagen/

Re: Re: "Direkt an der U-Bahn" ist eher stark übertrieben.

Aber manche Friedenszinsaltbauwohnungen haben keine Garagen. Daher müssen in allen neuen Wohnbauten auf Kosten der neuen Mieter Stellplätze errichtet werden. Weil selbst eintscheiden, ob man eine Garage will darf man dem Bürger heutzutage nicht mehr zumuten.

"Häupl wird von Vassilakou abgelöst"....

schreibt weiter unten ein gewisser 'Heimkehrer'. Das ist sehr unwahrscheinlich, denn bei den von den Wiener Grünen bisher gelieferten Aktionen in der Wiener Stadtregierung ist eher zu vermuten, daß die Grünen bei der nächsten Wahl in Wien total abstürzen werden. Zu Recht hat ihm jemand geantwortet: "so blöd sind die Wiener nicht!" Der Häupl ist zu gut verankert und beliebt, als daß eine Vassilakou ihm gefährlich werden könnte. Ich kann dem Heimkehrer nur sagen: "Träum weiter, und warte auf die nächste Landtagswahl", dann erinnere dich an mein posting.

Re: "Häupl wird von Vassilakou abgelöst"....

gemeint ist vielleicht, wenn er ins Koma fallen sollte...

Re: "Häupl wird von Vassilakou abgelöst"....

"... wenn er in's Koma fallen sollte" - schreibt JK. Nun, das vom Bgm. oft in Interview's genannte Lebensmotto lautet ja: "DAS LEBEN IST ZU KURZ, UM SCHLECHTEN WEIN ZU TRINKEN!" - da könnte es nätürlich einmal passieren, daß er eine gesundheitliche Beeinträchtigung erfährt und von der Vizebürgermeisterin vorübergehend abgelöst werden muß. Doch ist er in dritter Ehe mit einer Ärztlichen Direktorin verheiratet, die würde ihm schon die nötige Therapie angedeihen lassen.

Re: "Häupl wird von Vassilakou abgelöst"....

Alles was von der Vasilaku geliefert wird, wäre ohne Häupl's Zustimmung gar nicht möglich... die Parekpickerlmisere, experimentelle Verunstaltung der Mariahilferstrasse, BeauftragtInnen-Flut...

Die beiden sind bereits ein gut eingespieltes Team und werden gemeinsam die Stimmenverluste in Wien ihren Parteien erklären müssen.

Re: "Ohne Häupl's Zustimmung nicht möglich"....

Bisher dachte ich, das ist die Eigenlinie der Grünen. Wenn das alles mit Zustimmung vom Bürgermeister stattfindet, dann wird das mit Sicherheit auch seine Partei bei der nächsten Landtagswahl zu spüren bekommen. Bisher schien es mir so, als würde da die sehr eigenwillige, profilierungssüchtige Vassilakou ihre Spielchen treiben. Denn die von Ihnen genannten Themen wie Parkpickerlmisere, Verunstaltung der Mariahilferstrasse, BeauftragtINNEN Flut - all das kommt nach meiner Erfahrung bei vielen Leuten in Wien sehr schlecht an. MfG

Re: Re: "Ohne Häupl's Zustimmung nicht möglich"....

Als kleiner Koalitionspartner und nach eigenen Angaben, kann die profilierungssüchtige Vasilaku nicht einmal Entscheidungen in eigenem Ressort treffen (z.B. zur U-Bahn Erweiterung). Ohne Zustimmung der SPÖ darf die nur 5 Wochen nach Griechenland baden gehen. Die andersdenkenden, für Planung und Verkehr zuständigen Stadtpolitiker, verlassen schon das sinkende Schiff, sowohl bei den grünen (Gretner) als auch bei den roten (Hora).

Grundsätzlich sind für die Misere Häupl und Vasilaku verantwortlich, nur werde ich nicht auf die nächste Landtagswahl warten, ich möchte mich schon 2013 absichern dass wir nicht mit der roten Unterstützung eine Bundesministerin Vasilaku bekommen.
MfG

Re: "Ohne Häupl's Zustimmung nicht möglich"....

Ich merke, Sie sind ein sehr guter Kenner der Wiener Stadtpolitik und deren Hintergründe. So gut kenne ich mich in der Wiener Politik nicht aus, finde aber die Diskussion mit Ihnen sehr interessant. Lieber würde ich per mail weitere Gedanken austauschen, falls Sie es wollen. Sie erreichen mich unter pinha@gmx.com MfG

Das grüne Liesing -

Eine Utopie? Mitnichten. Meine Meinung dazu: Bauland ist teuer - Warum also nicht in die Höhe bauen? Und was Stellplätze anbetrifft: Die Gemeinde ist nur zu geizig, den Öffiverkehr auszubauen. Das kostet nämlich Geld, wo hingegen viele Fahrzeuge Geld bringen - für die Gemeindekasse und für Tankstellen. Insofern bin ich also auch grün, obwohl ich mit Verbots- und Umerziehungsparteien nichts am Hut habe.

 
12

Wetter

  • Aktuelle Werte von
    09:00
    Wien
    Steiermark
    Oberösterreich
    Tirol
    Salzburg
    Burgenland
    Kärnten
    Vorarlberg
    Niederösterreich

Jetzt Panorama-Newsletter abonnieren

Der tägliche Überblick mit den wichtigsten Meldungen zu den Themen Chronik, Wien und Umwelt. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

AnmeldenAnmelden