Wiener Indoor-Marathon um 1,8 Kilometer zu kurz

Der Grund für viele persönliche Bestzeiten zeigte sich erst am Tag danach. Viele Teilnehmer waren vom ersten Event dieser Art jedoch positiv angetan.

850 Teilnehmer stellten sich dem Marathon auf (fast) ganzer, halber oder viertel Strecke.
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850 Teilnehmer stellten sich dem Marathon auf (fast) ganzer, halber oder viertel Strecke.
850 Teilnehmer stellten sich dem Marathon auf (fast) ganzer, halber oder viertel Strecke. – (c) echo events

Auch wenn die marathonlose Jahreszeit vielen endlos lang erscheint und sich einige Laufbegeisterte im Winter nach einen Zwischenbewerb sehnen: Die Ankündigung, in der Donaumetropole einen Hallenlauf zu veranstalten, traf im Vorfeld nicht auf ungeteilte Begeisterung. Skepsis gab es nicht zuletzt bezüglich des Austragungsortes – die Community bezweifelte, ob Kurs, Boden, Luft und die zahlreichen teils recht engen Kurven in den Räumlichkeiten der Messe Wien ein gutes Gesamtergebnis bringen könnten. Am Sonntag absolvierten knapp 850 Personen den Spezialparcours unter Dach.

Für die Veranstalter und auch für manchen Teilnehmer der einzige Wermutstropfen: Die Strecke des Marathons war um 1760 Meter zu kurz. Die Veranstalter räumten am Montag ein, dass es bei der Vermessung ein "kleines Problem" gegeben hatte, weshalb jede Runde um 110 m zu kurz geraten sei. Im kommenden Jahr werde man sich die Strecke von offizieller Stelle zertifizieren lassen, wurde versprochen. Die zu kurze Strecke erklärt auch die auffallend guten Zeiten des Teilnehmerfeldes.

Promis laufen Fast-Marathon

Die Limitierung auf höchstens 999 Läufer in allen Distanzen wäre nicht notwendig gewesen: Knapp 850 dürften sich laut Veranstaltern insgesamt der Herausforderung gestellt haben. Unter anderem Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) und Kinderbuchautor Thomas Brezina, die beide die Viertel-Distanz wählten. 176 wagten sich an die (fast) volle Strecke in ungewohnter Umgebung heran. Sieger Dick Demeter (Startnummer 119) absolvierte die 16 Runden in einer Zeit von 2:23:55. „Das war erst mein zweiter Marathon überhaupt“ meinte er direkt im Ziel, ohne zu wissen, dass ihm noch 1760 Meter auf einen vollen Marathon gefehlt haben. Der Linzer empfand den Bewerb ohne Wind, Wetter und Steigung als „sehr anstrengend“.

Vor allem an einigen Stellen tat sich der oberösterreichische Newcomer schwer: „Ein paar Kurven waren besonders eng.“ Trotz Beeinträchtigung - er klagte über Probleme mit dem Schienbein - hatte er schlussendlich den bis in die vorletzte Runde führenden Extremsportler Rainer Predl klar hinter sich gelassen. Der mehrfach Rekordhalter lief 2:24:39. Bronze ging an der Ungarn Gabor Muhari mit 2:29:12.

Die Teilnehmer zeigten sich mit den Gegebenheiten eines Indoor-Marathons durchaus zufrieden: Von „gleichmäßig, aber ohne Routine“, „viel besser als sonst“, „sehr, sehr schnell“ und „total nett“ reichten die Beschreibungen. „Durchaus zu empfehlen!“ resümierte ein euphorisches Pärchen, das sich gemeinsam der Herausforderung Halbmarathon gestellt hatte. Viele freuten sich über persönliche Bestzeiten und führten das unmittelbar nach dem Rennen vor allem auf "Grip" und die Temperatur- und Luftverhältnisse in der Halle zurück. Von fehlenden Metern war da noch keine Rede.

Schon unmittelbar nach dem Rennen dementierten die Veranstalter von "echo events" erste Gerüchte, die Strecke sei zu kurz. Sie gestanden lediglich, dass eine Versetzung der Gitter wegen der Notausgänge eventuell zehn bis 15 Meter gekostet haben könnte. Am Montag ließen sich die fehlenden Meter aber nicht mehr leugnen. Die Veranstalter entschuldigten sich auf der Homepage des Events bei den Teilnehmern.

(APA/Red.)

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