Votivkirche: Kritik an "Aktivisten" im Flüchtlingscamp

23.12.2012 | 14:51 |   (DiePresse.com)

Caritas-Direktor Michael Landau und der Pfarrgemeinderat üben Kritik an jenen, die die Not der Flüchtlinge "instrumentalisieren". Das Innenministerium hat mit der Einzelfallprüfung begonnen.

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Die Flüchtlinge, die unter Mithilfe von Aktivisten die Votivkirche besetzt haben, haben abermals in der Wiener Votivkirche übernachtet. Die von der Caritas bereitgestellte Unterkunft werde vorerst weiter nicht in Anspruch genommen, sagte ein Sprecher der Hilfsorganisation am Sonntag. Unterdessen sei, wie beim Runden Tisch vereinbart, ein Liste zur Prüfung der Fälle an das Innenministerium weitergeleitet worden.

Eine Liste mit den Namen von 71 Personen befinde sich im Innenministerium, bestätigte auch ein Sprecher des Ressorts. In der Votivkirche selbst hätten an die 15 Personen übernachtet, die Caritas sprach von etwa 30. Mit der Überprüfung des Verfahrensstandes und der Möglichkeit einer Wiederaufnahme in die Grundversorgung möglich sei, hat das Ministerium Sonntagfrüh begonnen. In jenen Fällen, wo dies nicht möglich ist, werde man nach einer gemeinsamen Lösung mit der Caritas suchen, betonten beide Seiten.

"Sie fühlen sich in der Kirche geschützt"

Die von der Caritas eingerichtete Notunterkunft samt Transport dorthin ist von den Flüchtlingen vorerst nicht angenommen worden. "Sie wollen die Einzelfallprüfung abwarten und fühlen sich in der Kirche besser geschützt", so der Caritas-Sprecher. Dort sei es jedenfalls "bitterkalt", man habe die Asylwerber aber rund um die Uhr betreut. "Die Flüchtlinge sind ziemlich verzweifelt." Auch erste Androhungen von Hungerstreiks habe es bereits gegeben, hieß es vonseiten der Hilfsorganisation. "Das macht uns als Caritas große Sorgen."

Falschmeldungen in der Nacht

Kritik wurde indes an den Aktivisten laut, welche die Aktion der Asylwerber offenbar organisieren. So seien die Asylwerber in der Nacht aufgeweckt und mit Falschmeldungen verunsichert worden, so der Caritas-Sprecher. So hätte etwa das Gerücht die Runde gemacht, die Polizei hätte im nahegelegenen Camp der Flüchtlinge im Sigmund-Freud-Park Ausweiskontrollen durchgeführt. Bei der Polizei wusste man auf Nachfrage nichts davon. Die Aktivisten selbst waren schließlich der Aufforderung der Caritas, die Kirche zu verlassen, nachgekommen.

Ein Drittel sind Chaoten

Scharfe Worte in Richtung der Organisatoren der Besetzung fand auch Caritas-Direktor Michael Landau: "Ein Drittel von ihnen ist wirklich in Not; ein Drittel will jenen in Not ernsthaft helfen, aber bei einem Drittel handelt es sich um reine Aktivisten, um Chaoten, die die Not dieser Menschen instrumentalisieren wollen", sagte er in der >> "Presse am Sonntag". In der Hilfsorganisation hofft man nach wie vor "auf eine friedliche Weihnachtslösung im Sinne der Menschen".

Scharfe Kritik aus dem Pfarramt

Auch der Pfarrgemeinderat der Votivkirche übt scharfe Kritik an jenen Gruppen, welche die Besetzung in der Votivkirche organisieren. In einem Kommunique sicherte man zwar den Flüchtlingen jegliche Unterstützung zu, forderte aber den Abzug der politischen Aktivisten, berichtete die "Kathpress". Diese hätten die Menschen, die derzeit in der Kirche Schutz suchten, instrumentalisiert. "Unsere Forderung ist, den Asylanten zu helfen und die Aktivisten, die die Angelegenheit instrumentalisiert haben, aus der Kirche und dem Umfeld der Asylanten zu entfernen", heißt es in der Erklärung des Pfarrgemeinderats. Man wolle "im Sinne der christlichen Nächstenliebe den Asylwerbern jede Hilfe zukommen lassen", die möglich sei.

(APA)

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19 Kommentare
1 0

Weg!

Wie lange wollen wir uns noch von diesen "Aktivisten" tyrannisieren lassen?Wie lange wollen wir noch hinnehmen, daß sie extra Geld kosten?Wie lange lassen wir uns noch an der Nase herumführen?Wenn es ihnen hier nicht paßt, dann ab ins Heimatland, wo es ihnen "genauso geht" nach eigenen Aussagen...

Schön langsam dämmert es den Leuten

Wie die Asylindustrie läuft!

3 0

Es wird Zeit sich an Rom zu wenden und überprüfen zu lassen ob...

Landaus Aktionen erstens mit dem Konkordat zu vereinbaren sind (bevor man rechtliche Schritte unternimmt) und zweitens mit dem Kirchenrecht vereinbar ist (da politischer Druck auf das Gastland ausgeübt wird) und nachzufragen ob es im Sinne des Vatikans ist dieses Konkordat flagrant zu brechen.
Die rechtlichen Folgen wären für den Vatikan, selbst wenn keine Reaktion kommen sollte, nicht angenehm.
Wäre doch gelacht, wenn man sich als Christ und mündiger Bürger mit legalen Mitteln nicht gegen diese ultralinken Rabauken wehren könnte.

Weihnachten: Das "Wünsch Dir was" der linken Chaoten

Die Forderungen im Konkreten lauten:

1.) Grundversorgung für alle AsylwerberInnen, unabhängig von ihrem Rechtsstatus, solange sie in Österreich aufhältig sind;

2.) Freie Wahl des Aufenthaltsortes sowie Zugang zum öffentlichen Wohnbau für alle in Österreich aufhältigen AsylwerberInnen - keine Transfers gegen den Willen der davon Betroffenen;

3.) Zugang zu Arbeitsmarkt, Bildungsinstitutionen und Sozialversicherung für alle in Österreich aufhältigen MigrantInnen;

4.) Stopp aller Abschiebungen nach Ungarn - Stopp aller Abschiebungen im Zusammenhang mit der Dublin 2-Verordnung;

5.) Einrichtung einer unabhängigen Instanz zur inhaltlichen Überprüfung aller negativ beschiedenen Asylverfahren;

6.) Anerkennung von sozioökonomischen Fluchtmotiven neben den bisher anerkannten Fluchtgründen

"Wenn ihr unsere Forderungen nicht erfüllen wollt, dann löscht zumindest unsere Fingerabdrücke aus euren Datenbanken und lasst uns weiterziehen. Wir haben ein Recht auf unsere Zukunft."

/so nachzulesen auf linxlinken websites/

Spätzünder!

Es war von Anfang an bekannt, dass das die Organisation durch eine linke Chaotentruppe ist, die hat keinen Bock darauf, mit der Kirche zu verhandeln. Was haben sich die Caritas und Schönborn denn erwartet?

13 0

1/3 echter Asylanten von 2/3 "Aktivisten" benutzt...!

So kann es nicht sein: ein Haufen armer Menschen wird von Berufsquerulanten, linkslinken Gutmenschen und professionellen Unruhestiftern (auch aus Deutschland) missbraucht...
Und das soll ethisch haltbar sein, Freunde ?
Gute Menschen stelle ich mir anders vor !
Hoffentlich findet die Caritas den richtigen Weg, sonst wird der ohnehin schwer beschädigten katholischen Kirche noch mehr Schaden zugefügt !

Landau wacht auf??

Allmählich scheint er aus seiner Traumwelt aufzuwachen.
Die Innenministerin sollte nicht die Asylwerber überprüfen, die sollten ja eh schon längst überprüft sein.
Sie sollte lieber die sogenannten "Aktivisten" überprüfen, z.B. den Herrn Eberl, für den natürlich die Unschuldsvermutung gilt. Aber überprüfen schadet nie ....

22 0

Besorgnis erregend

ist die reale Schwäche des Staates, der sich von einer Hand voll Anarchisten erpressen lässt. Wenn dieses Spektakel Schule macht, dann gute Nacht Österreich.

Morgen Weihnachten werde ich in die Motivkirche gehen

Und wehe, jemand stört mich beim Gebet - ich reagiere sehr gereizt, wenn man meine religiösen Gefühle verletzt.

18 0

Machmal sind einfache Lösungen notwendig

Raus aus der Kirche, und zwar rasch. Es ist doch lächerlich, was sich einige Chaoten unter kräftiger Unterstützung von Küberl, Landau & Co leisten.

In 10 Minuten ist der Spuk erledigt, dann regen sich ein paar linkslinke Chaoten und Journalisten einen Tag auf und dann kehrt wieder Ruhe ein.

Es ist unerträglich, wie sich die Kirche vorführen lässt - und der Kardinal ist - wie immer - auf Tauchstation.

18 0

wie soll man

in brüssel unsere politiker ernst nehmen wenn sie zu hause nichtmal mit einer handvoll leuten fertig werden die eine kirche besetzen?

16 0

kein problem

es sollte doch in österreich kein problem sein,diese leute aus der kirche zu entfernen... soll sich die kirche um sie kümmern, oder die caritas oder private ( grüne, empfehle ich sehr) aber bitte RAUS AUS DER KIRCHE...wie lange lassen wir uns das eigentlich noch gefallen??? warum besetzen sie keine moschee???????????????

28 0

Wenn darunter politische Aktivisten sind, die nur die Leute instrumentalisieren wollen

WARUM gewährt man denen dann Einlass in die Kirche?

WARUM werden die, soweit aus dem Ausland, nicht abgeschoben?

Es liegt schon an den Verantwortlichen dieser Kirche hier wegen Hausfriedensbruch die Polizei zu rufen und nicht nur öffentlich dies zu bejammern.

Re: Wenn darunter politische Aktivisten sind, die nur die Leute instrumentalisieren wollen

Auch EU-Bürger aus Bayern können mit einem Aufenthaltsverbot belegt werden - oder irre ich mich da?

Re: Wenn darunter politische Aktivisten sind, die nur die Leute instrumentalisieren wollen

man zahlt ja gerne seinen kirchenbeitrag, wenn man sieht wie er gut angelegt ist, es wird einem richtig war ums herz wenn man mitbekommt wie sich die kirchenleute pflanzen lassen.

25 0

In Moscheen wären die renitenten Querulanten sicherer aufgehoben...

also bitte - einen Freifahrschein der Öffis für alle in dei richtige Richtung!

Falls geschlossen bieten sich sämtliche Büros der Grünen als Gratisübernachtungs- und "free for all" Anpischungsmedium an.

Re: In Moscheen wären die renitenten Querulanten sicherer aufgehoben...

Yep.
Eine einfache Fahrt III. Klasse Richtung Mekka.

Komische, dass sich Muslime in der kath. Kirche "sicher fühlen"

Ansonsten gilt für die Camping-Belegschaft die bewährte Formel: 1/3 Illegale, 1/3 Chaoten, 1/3 Idioten.

...eine brisante Mischung.

Und nochmals, liebe Genossen: macht doch "Hausbesetz" am Rooseveltplatz 4-5, ich möchte die Toleranzschwelle der Dauerempörten und Bessermenschen ausgelotet wissen.

Re: Komische, dass sich Muslime in der kath. Kirche "sicher fühlen"

Es haben zwar nur etwa 15 (ehemalige?) Asylwerber in der Kirche übernachtet, aber die an das Innenministerium weitergeleitete Liste umfasst 70 Personen. Aha, was für eine Inszenierung, si

Wirklich bedenklich ist, dass im Innenministerium schon mit der Prüfung der Liste begonnen wurde. Ich bin gegen eine Zwangsräumung (das löst sich mit der Zeit eh von alleine), aber noch mehr dagegen, dass den Erpressungsversuchen (schon steht Selbstmord und Hungerstreik im Raum) von Seiten einer kleinen erpresserischen Gruppe, unterstützt von der Caritas und anderen Gruppierungen, nachgegeben wird. Sollten die rechtsstaatlichen Instanzen durchlaufen worden sein, und nach der Genfer Flüchtlingskonvention kein Asylgrund vorliegen, ist diesen Personen eindeutig vom Innenministerium zu signalisieren, dass sie in Österreich kein Aufenthaltsrecht erpressen können, die Republik Österreich umgehend zu verlassen haben. Es wird nur wieder, das zeigt zumindest die Vergangenheit, eine österreichische Lösung geben, und einem Teil der Wirtschaftsmigranten wird per "Gnadenakt" aus dem Innenministerium "Asyl" gewährt werden. Kein Wunder, dass die Zahl der Asylwerber, die punktgenau aus anderen sicheren Drittstaaten den Weg nach Österreich ansteigend ist. Kaum ein anderer Staat dieser Erde würde sich auf diese Weise von einer kleinen Schar "erpressen" lassen. Und die Erpressungsaktionen, wie die teilweise unverschämten Forderungen der Asylwerber und ihrer Unterstützer zeigen, werden in Zukunft zunehmen.

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