Votivkirche-Besetzung: Caritas fordert Signale von Politik

Die Besetzung der Votivkirche geht weiter: Caritas-Geschäftsführer fordert einen Arbeitsmarkt-Zugang für Asylwerber und eine qualitative Verbesserung der Unterkünfte.

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APA-FOTO: HERBERT P. OCZERET – Asylsuchende bei ihrer Schlafstätte in der Votivkirche

Zehnter Tag der Besetzung der Votivkirche durch eine Gruppe Flüchtlinge: Von den 29 Personen, die die Nacht auf Donnerstag in der Kirche verbracht hatten, war gegen Mittag rund die Hälfte vor Ort. Die Frage, wie es weitergehen sollte, war für den ebenfalls anwesenden Geschäftsführer der Caritas Wien, Werner Binnenstein-Bachstein, leicht zu beantworten: "Aus der Sicht der Caritas ist nun die Politik gefragt", sagte er gegenüber der Austria Presse Agentur. Er betonte, dass die begleitenden Personen an einer Deeskalation interessiert seien.

Die Caritas agiert beim Asyl-Camp als Ansprechpartner und Organisator der medizinischen Versorgung. Die geschwächten Hungerstreikenden, seit Sonntag verweigern 14 Personen die Nahrung, wurden dabei angehalten, verstärkt Wasser zu sich zu nehmen.

"Signale wären ein guter Schritt"

Wer hinter den "Störaktionen" der vergangenen Nächte stecken könnte, konnte der Caritas-Geschäftsführer nicht sagen. Dafür nannte er erneut die von der Politik geforderten Schritte, nämlich einen Arbeitsmarkt-Zugang für Asylwerber und eine qualitative Verbesserung der Unterkünfte, die es mit den NGOs zu diskutieren gelte. "Diese Signale wären ein guter Schritt".

Gegen Donnerstag Mittag trafen die Johanniter ein, um die Flüchtlinge medizinisch zu betreuen. Verbände wurden gewechselt und Pulsmessungen durchgeführt.

Immer wieder betraten Schaulustige die Votivkirche, eine ältere Dame machte dabei ihrem Unmut über das Asyl-Camp Luft, das weiterhin vor der Kirche positioniert war. Betont ruhig waren hingegen die Asylsuchenden, diskutierten mit Medienvertretern oder vertraten sich die Beine im Votivpark. Für Donnerstag um 16 Uhr war auf der Internetseite der Besetzer zu einer "weihnachtlichen Solidaritätserklärung" für die Aktivisten aufgerufen worden.

AUF EINEN BLICK

In der Wiener Votivkirche befinden sich derzeit mehrere Asylwerber im Hungerstreik. Damit fordern die Betroffenen u. a. eine Arbeitserlaubnis sowie das Löschen ihrer Fingerabdrücke, um im Fall eines negativen Asylbescheides in einem anderen EU-Land Asyl ansuchen zu können (laut den Dublin-II-Verordnungen werden Fingerabdrücke gespeichert und das Erstaufnahmeland ist für das Verfahren zuständig).

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