Votivkirche: Ton zwischen Asylwerbern und Caritas wird rauer

03.01.2013 | 18:21 |   (Die Presse)

Die Asylwerber zeigen sich von der Caritas enttäuscht und kritisieren auch die Regierung. Sie wollen Verhandlungen mit Politikern künftig nur mehr in der Kirche führen, ihr Hungerstreik bleibt weiter aufrecht.

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Wien/cim. Das Gespräch zwischen den Asylwerbern, die in der Votivkirche protestieren und teilweise in Hungerstreik getreten sind, und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Mittwoch hat offenbar nicht die erwünschte Entspannung gebracht. Im Gegenteil. Die Politiker sollen „ihre Krawatten und Jacketts ausziehen, in die Kirche kommen und hier übernachten – damit sie wissen, wie es sich anfühlt, Asylwerber in Österreich zu sein“, fordert einer der Asylwerber.

Am Donnerstag haben die Asylwerber eine Pressekonferenz in der bitterkalten Kirche angesetzt. Dort wollen sie weiter ausharren, bis ihre Forderungen – unter anderem nach einem Zugang zum Arbeitsmarkt während der Asylverfahren oder danach, nicht mehr an abgelegenen Orten untergebracht zu werden – Gehör finden. Aus den 13 Tagen, die der Hungerstreik bisher dauert, könnten Monate werden, kündigt Muhammad Numan, einer der Asylwerber, auf dem Podium unmittelbar neben dem Matratzenlager an. Auf diesem schlafen derzeit etwa 100 Asylwerber, wie Marissa Lobo, eine der Unterstützerinnen, erklärt, 35 davon befänden sich in Hungerstreik. Drei sind derzeit im Spital. Ein Asylwerber kündigt an, dass der Protest verschärft werden könnte, etwa indem auch Wasser verweigert wird – was bereits vor einigen Tagen angekündigt wurde.

Politiker, so heißt es – speziell angesprochen wird Bundespräsident Heinz Fischer – seien eingeladen, zu Verhandlungen in die Kirche zu kommen. Nur dort werde man weiter verhandeln, nicht in einem Büro. Auch kritisieren die Betroffenen, dass sie von dem Gespräch mit der Ministerin erst zehn Minuten zuvor erfahren haben. Und auch die Caritas wird kritisiert. „Am Anfang waren sie noch mehr auf unserer Seite, nun wollen sie uns eher aus der Kirche hinaushaben“, sagt einer der Betroffenen.

An Caritas-Direktor Michael Landau appelliert er, seine Standpunkte klarzumachen. Caritas-Sprecher Klaus Schwertner weist diese Kritik zurück. Das Asylwesen in Österreich sei verbesserungswürdig. Man wünsche sich aber, dass der Hungerstreik beendet werde, um langfristige Schäden zu verhindern. Das Quartier in der eiskalten Kirche sei „nicht menschenwürdig“, man wäre froh, würden die Asylwerber in ein warmes Quartier übersiedeln. Auch das Flüchtlingshochkommissariat der UN (UNHCR) rät den Asylsuchenden, den Hungerstreik zu beenden und ihre Gesundheit nicht weiter zu gefährden. Die Wiener Freiheitlichen orten indes Delikte der Asylwerber wie eine Herabwürdigung religiöser Lehren und kündigen Anzeigen an.

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Deutschkurs in der eisigen Kirche

Andere unterstützen die Asylwerber in ihrem Protest, etwa acht Deutschlehrer. Die Protestierenden hätten nach Deutschkursen gefragt, sagt Doris Hana, eine diplomierte Lehrerin für Deutsch als Zweitsprache. Und so sitzt – nach der Pressekonferenz – gut ein Dutzend Asylwerber mit den Lehrerinnen zum Kennenlernen auf den kalten Matratzen. Hana erzählt von Erfahrungen mit hoch motivierten Asylwerbern, auch wenn es lange dauere, jemanden die Sprache zu lehren – und vor allem erst einmal zu alphabetisieren. Dann nämlich, wenn der Unterricht mitunter damit beginnt, wie man einen Stift hält.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.01.2013)

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505 Kommentare
 
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Das Gejeier, dass Österreich alle, alle aufnehmen muss,

kann ich schon gar nicht mehr hören.
Liebe Gutmenschen,
es gibt viele hundert Millionen Menschen, die so wie die Protestierer in der Votivkirche am liebsten alles gratis haben wollen.
Wir können die nicht alle aufnehmen und durchfüttern, beim besten Willen nicht...

ist doch einfach und übrigens gesetzeskonform

unterscheiden zwischen politisch verfolgten und zwischen wirtschaftsflüchtlingen ...

politisch verfolgt ? .. keine weiteren fragen .. asyl

wirtschaftsflüchtling ?
nächste frage : voraussetzungen der rot weis rot card erfüllt ? .. ja, keine weiteren fragen ... möglichkeit der einbürgerung

nein ? .. keine weiteren fragen .. ausser land bringen ....

Walter Benjamin

http://de.m.wikipedia.org/wiki/Walter_Benjamin

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Faymann,

nach dem Selbstmord von Walter Benjamin änderte selbst General Franco seine Politik: Er lieferte die Flüchtlinge nicht mehr an Hitler-Deutschland aus.

Wir alle sollten aus der Geschichte  noch viel viel mehr lernen und eine Politik der Menschlichkeit auch und gerade gegenüber Flüchtlingen realisieren.

Da ich seit 1992 viele Asylwerber ärztlich betreue, kenne ich viele hervorragende Persönlichkeiten aus vielen Ländern der Welt.
Sie als rechtlose Bittsteller zu betrachten, ist völlig absurd, denn es sind sehr oft politisch und allgemein hervorragend gebildete und urteilsfähige Menschen, die in Oesterreich richtig angekommen sind.
Sie so zu behandeln verstoesst gegen christliche, sozialdemokratische und europäische Werte, die wir gerade in der Krise hochhalten wollen und hochhalten muessen.
Mit freundlichen Gruessen
Hans-Joachim Fuchs
PS: zweimal duschen in der Woche als Reglement in Österreichischen Haftanstalten- allein das ist ein Skandal!

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Re: Walter Benjamin

Das heißt ab sofort brauchen alle (ob Österreicher, Migranten, Flüchtlinge, Kriminelle oder Urlauber) nur mehr zu protestieren und Forderungen stellen?

Weil - Gesetze haben ja anscheinend keine Gültigkeit mehr. Oder wie?
Und jeder der sich an Gesetze hält? Ätsch! Selber schuld!

Im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet herrschen die Taliban

Falls die Herrschaften von der FPOe noch nicht wissen.
Ich dachte, die FPÖ ist auch gegen den Islamismus.

Re: Im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet herrschen die Taliban

Seltsam, dass die angeblichen "Asylwerber" ihre Frauen, Töchter, Schwestern und Mütter bei den bösen Taliban zurücklassen!

In Pakistan zählen Frauen und auch Christen

zu den am meisten diskriminierten und unterdrückten gesellschaftlichen Gruppen - keine der beiden scheint bei pak. Asylansuchenden in Österreich nennenswert vertreten zu sein. Wie erklären sie sich das?

http://www.spiegel.de/politik/ausland/pakistan-christen-fuerchten-nach-ministermord-um-ihr-leben-a-749133.html

http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/frauen-in-pakistan-es-ist-eine-schande/4293792.html


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hey frau imlinger,du bist einfach toll!

Bravisimo, gut geffast!

Nochmals die Forderungen in Detail


1.) Grundversorgung für alle AsylwerberInnen, unabhängig von ihrem Rechtsstatus, solange sie in Österreich aufhältig sind;

2.) freie Wahl des Aufenthaltsortes sowie Zugang zum öffentlichen Wohnbau für alle in Österreich aufhältigen AsylwerberInnen – keine Transfers gegen den Willen der davon Betroffenen;

3.) Zugang zu Arbeitsmarkt, Bildungsinstitutionen und Sozialversicherung für alle in Österreich aufhältigen MigrantInnen;

4.) Stopp aller Abschiebungen nach Ungarn – Stopp aller Abschiebungen im Zusammenhang mit der Dublin 2-Verordnung;

5.) Einrichtung einer unabhängigen Instanz zur inhaltlichen Überprüfung aller negativ beschiedenen Asylverfahren;

6.) Anerkennung von sozioökonomischen Fluchtmotiven neben den bisher anerkannten Fluchtgründen

Re: Nochmals die Forderungen in Detail

Ergänzung: Aufnahme aller jener, denen es irgendwo in der Welt schlecht geht!!!

Jedenfalls glaube ich nicht,

dass ALLE Forderungen aus der Feder der protestierenden Asylwerber stammen.
Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der Großteil der pakistanischen Demonstranten in der Votivkirche in ihrem Heimatland in der ultralinken politischen Szene aktiv gewesen sind.

Re: Nochmals die Forderungen in Detail

Bis auf Punkt eins und mit Bauchweh Punkt fünf sind diesen Forderungen völlig absurd!

Re: Nochmals die Forderungen in Detail

Und diese Forderungen sind Asylanten eingefallen, die weder unsere Sprache sprechen noch einen Stift halten können?

Die Flüchtlinge haben NICHTS zu fordern, sondern sich mit dem Angebotenen zufrieden zu geben. Gefällt es ihnen nicht, steht es ihnen frei das Land wieder zu verlassen.

Die Regierung ist bestens beraten wenn sie diesem Theater endlich Einhalt gebietet und den Forderungen der NGO's einen Riegel vorschiebt.

Re: Nochmals die Forderungen in Detail

Dieser Brief ans Christkind war selbst diesem zu viel.

alles raus was keine miete zahlt!

das asyl und flüchtlingsrecht ist prinzipiell ein wirklich wichtiger und sinnvoller rechtsbereich, der sich im laufe des 19 und vorallem 20. jahrhunderts aufgrund diverser blutiger innereuropäischer konflikte entwickelt hat, um unschuldigen verfolgten schutz zu bieten!

in genau diesem historischen rahmen sollte man die ganze Diskussion führen!

wenn also französische truppen wiedermal am rhein aufmarschieren, um deutschland zu überfallen (siehe 1870, 1914,koalitionskriege,..) so sollte es den betroffenen zivilisten in z.b wüttenberg möglich sein, sich in die schweiz oder nach österreich zu retten, um so nicht zwischen die fronten zu geraten!

der zweck von asyl ist aber sicherlich nicht dass irgendwelche "verfolgten" moslems aus afgahnistan oder tschetschenien um den halben erdball reisen um dann in dem land, wos das meißte geld fürs faullenzen und die beste gratis gesundheitsversogung gibt, sprich österreich, um asyl anzusuchen!

den leuten, die aufgrund des balkankriegs nach österreich geflohen sind stand asyl zu (mitlerweile auch nicht mehr da, asyl per definition die TEMPORÄRE aufnahme verfolgter ist, an arigona und co sei daher gesagt, dass in diesen ländern kein krieg mehr herrscht, und niemand mehr verfolgt wird, ergo kein anspruch mehr auf asyl besteht), den afgahnen und tschtschenen steht es aber sicherlich nicht zu!

46 3

Die Herrschaften sind

zu uns gekommen weil sie angenommen haben, dass sie hier nur ihre Wünsche äußern
brauchen und schon werden diese erfüllt.
Um so größer die Verärgerung, das der Staat nicht sogleich springt.

38 3

Österreich verhält sich im Umgang mit Asylanten vorbildich!

Bei allem gebotenen Respekt gegenüber Menschen welche bestehende sozialpolitische Defizite lancieren wollen, gerät diese "Demonstration" zur reinsten Farce! Österreich verhält sich gegenüber Asylsuchenden vorbildlich, wie dies auch die IRO mehrfach erhoben hat. Ich habe eher das Gefühl dass hier bewusst diese Causa als Bühne missbraucht wird um den gängigen Unmut gegenüber den wohlhabenden Industriestaaten zu äußern und das hat mit Österreichs Asylpolitik, die tadellos ist, nichts zu tun!

54 2

Ich möchte auch meine bescheidenen Anliegen

formulieren.

Ich möchte in einer Villa wohnen. Bedienstete haben und eine Jacht.

Was muss ich besetzen um meine bescheidenen Forderungen durchzusetzen ?

Re: Ich möchte auch meine bescheidenen Anliegen

Vielleicht eine Moschee in den Arabischen Emiraten.

Keine Berichte mehr

Wuerden die Medien diesem Geschehen und seinen Figuren keine Plattform mehr bieten waere der ganze Zauber vielleicht schon beendet. So aber geniessen die Querulanten den Umstand, dass jede noch so abstruse Forderung ihrerseits breite Aufmerksamkeit findet. Auf das mediale Abstellgleis mit der Truppe ,dann wird der Zirkus bald beendet sein.

eins versteh ich nicht..

Es sterben ca 8000 Österreicher an Alkohol im Jahr,
über 10000 an den Folgen von Nikotin,
Zigtausende an vermeidbare Herz-Kreislauferkrankungen, ect..
Wir haben ca. 64000 Spielsüchtige, zigtausende Medikamentenabhängige ect, ect...

Kein einziges dieser weit schlimmeren Themen, die unser Sozialsystem weit mehr beanspruchen wurde jemals so oft und lange diskutiert oder kommentiert als dieses Thema...

40 Asylwerber sitzen in einer Kirche herum und fordern ein besseres Leben.. buuuhhuu wirklich schlimm..

40 3

Re: eins versteh ich nicht..

Wenn Sie das nicht verstehen, dann möchte ich Ihnen hiermit aus tiefsten Herzen sagen: "Sie tun mir wirklich leid."


Re: Sehenswert

Der linke Rot-Grün-Funk hat die Seite schon abgedreht ........... warum wohl ????

Re: Sehenswert

Redezeit Hofer (F) 2:35
Redezeit Bürstmayr (G) 4:30

Hofer wurde 9 mal abgewürgt, Bürtmayr 1 mal und lies sich 3 mal nicht im Redefluß aufhalten.

Warum die F als Oppsitionspartei das Asylgesetz (geändert 2007, 2008, 2009, 2011 und 2012) vertreten muss, wird nur der ORF wissen...

 
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