Asyl: Ordensgemeinschaften wollen mitreden

04.01.2013 | 14:33 |   (DiePresse.com)

Kardinal Schönborn verteidigt die "bescheidene Anliegen" der Kirchenbesetzer. Die Volksanwaltschaft überprüft die Campräumung.

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Österreichs römisch-katholische Orden hätten gerne mehr Mitsprache bei der Asylgesetzgebung. Das "vielfältige Wissen und die jahrelange Erfahrung" vieler Gemeinschaften in der Arbeit mit Flüchtlingen solle dabei einbezogen werden, schlug Lorenz Voith, zweiter Vorsitzender der Superiorenkonferenz der Männerorden in Österreich, am Freitag in einer Stellungnahme zur Besetzung der Votivkirche vor.

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"Den in der Votivkirche protestierenden Flüchtlingen geht es nicht um eine Totalopposition zum Asylwesen in Österreich", meinte Voith. "Sie wollen auf ihre individuelle Situation, die sie als aussichtlos und perspektivenlos einschätzen, aufmerksam machen."Nun müsse es "sichtbare Bewegung und konkrete Taten" im Bereich der Grundversorgung und der dortigen Standards geben, da die Lage der Asylwerber unzureichend sei. "Auf dem Rücken der Asylwerber werden viel zu lange Verfahren abgewickelt und diese in teilweise beschämenden Notquartieren 'abgestellt', so der Ordensmann.

Voith forderte in seiner Stellungnahme den Abbau von Barrieren für Asylwerber beim Zugang zum Arbeitsmarkt. Zudem müssten Gesetze und Verordnungen weiterentwickelt werden, die eine "Durchführung auf Augenhöhe" ermöglichen. Und "gerade im Hinblick auf die Geschichte von Weihnachten" müssten Christen in Österreich noch viel zahlreicher "aufstehen" und sich bei den politischen Entscheidungsträgern durch Stellungnahmen und Solidaritätsbekundungen einbringen.

Auch Kardinal Christoph Schönborn meldete sich abermals zur Kirchenbesetzung zu Wort - diesmal in seinem Kommentar in der Gratis-Zeitung "Heute" (Freitag-Ausgabe). Die Flüchtlinge, die "trotz Quartierangebot von unserer Caritas die eiskalte Kirche nicht verlassen" wollen, würden mit ihrem Protest "bescheidene Anliegen" wie das Recht auf Arbeit oder ein menschenwürdiges Wohnen artikulieren. Sie "vertrauen darauf, dass wir vonseiten der Kirche keine polizeiliche Räumung verlangen".

Volksanwaltschaft prüft Räumung des Camps

Die Volksanwaltschaft leitet unterdessen ein amtswegiges Prüfverfahren zur polizeilichen Räumung des Flüchtlingscamps im Votivpark ein. Geprüft werden soll neben der rechtlichen Grundlage der Aktion auch, ob das Zeltlager eine genehmigte Versammlung war, ob allfällige Verständigungspflichten seitens der Polizei verletzt wurden und ob die Polizei verhältnismäßig vorgegangen ist, hieß es in einer Aussendung der Volksanwaltschaft am Freitag.

"Die Polizei hat die Volksanwaltschaft im Vorfeld nicht über den großen Polizeieinsatz informiert", so die Vorsitzende der Volksanwaltschaft, Terezija Stoisits. Aus diesem Grund hätten die zuständigen Kommissionen der Volksanwaltschaft den Einsatz auch nicht beobachten können. "Wenn die Polizei mit Baggern gegen Campingzelte vorgeht, stellt sich die Frage, ob hier wirklich mit Verhältnismäßigkeit vorgegangen worden ist", so Stoisits.

(APA)

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267 Kommentare
 
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niemand hält die Kirche davon ab

aus reiner Nächstenliebe den Asylanten all ihre Wünsche zu erfüllen. Vielleicht könnte man in der Votivkirche ja eine Heizung und eine Gulaschkanone installieren und nicht ständig nur von anderen die "Gutmenschlichkeit" fordern.

Alles, was diese Migranten bei uns sehen,

ist durch den Fleiß und das Geschick unserer Bevölkerung erarbeitet worden. Und diese Menschen wollen das alles haben, und zwar gratis. Und sofort.

die Kirche und diese "Männerorden"

haben einen feuchten Kehrricht mitzureden...., soweit kommt es noch, daß die sich wieder überall einmischen

Die katholische Kirche im Dilemma

Einerseits soll sie dem "Nächsten" zur Seite stehen und helfen. Andrerseits gibt es auch innerhalb kritische Stimmen, die fordern die Kirche zu räumen. Was also tun? Eine schwierige Entscheidung für die Erzdiözese, ich bin gespannt, wie sich Seine Eminenz entscheidet.

Re: Die katholische Kirche im Dilemma

kein Dilemma: es geht um den "Nächsten" - den, der am nächsten ist (die einheimische Armut). Nicht um solche, die aus der Ferne anreisen, um hier als Glücksritter aktiv zu werden.

Wären diese Gestalten tatsächlich Flüchtlinge,

dann könnten sie mit einem positiven Bescheid rechnen und die ganze Erpressungsaktion wäre vollkommen sinnlos. Die Forderungen, dass mehrfach abgewiesene Asylanträge neuerlich aufgenommen werden oder dass Fingerabdrücke gelöscht werden, machen doch nur einen Sinn für Scheinflüchtlinge.
Es besteht also Grund zur Annahme, dass die Teilnehmer an dieser ganzen Aktion keine echten Flüchtlinge sind…

Also,

bei ca. 240.000 Parteimitglieder die die SPÖ hat, sollten sich doch bestimmt einige finden lassen, die sich bereit erklären, diese und auch andere Flüchtlinge bei sich zu Hause aufzunehmen. Hier sollten nun die Mitglieder der sich immer tolerant, human und weltoffenen gebenden SPÖ die Gelegenheit ergreifen und mit bestem Beispiel vorangehen und diese Flüchtlinge bie sich zu Hause aufnehmen. Nur mit dem Verbreiten der Worthülsen "human", "weltoffen" und "tolerant" ist es nicht mehr getan. Aktives Handeln ist angesagt!

Lächerliche und beschämende Kommentare

von Menschen in einem der reichsten Länder der Welt und das im Onlineforum einer Zeitung, deren Qualität ich immer geschätzt habe. Bis jetzt habe ich mich geschämt ein Kärntner zu sein, aber auf ein Österreich mit derart abartigen MitbürgerInnen kann ich verzichten.

Re: Lächerliche und beschämende Kommentare

*in einem der reichsten Länder der Welt* mit fast 1mio menschen an der armutsgrenze - so sollte dein satz lauten


Re: Lächerliche und beschämende Kommentare

Ja, ja, das oft strapazierte Märchen vom "reichen Österreich".

Re: Lächerliche und beschämende Kommentare

Verschonen sie mich mit dem Märchen vom, ach soooo, reichen Österreich. Unser "Reichtum" wurde von der Bevölkerung erarbeitet. Selbst wenn ich reich wäre, wollen sie mir vorschreiben, was ich damit anfangen soll? Wenn sie sich als Samariter engagieren wollen, bleibt es ihnen unbenommen.

Re: Lächerliche und beschämende Kommentare

Ich kann das Märchen von "einem der reichsten Länder der Welt" schon nicht mehr hören.

Sagen sie das mal den fast 1 Mio Menschen die an oder unter der Armutsgrenze leben.

Sagen sie es den Menschen die 2 oder 3 Jobs brauchen um irgendwie über die runden zukommen.

Sagen sie es den Menschen die nicht wissen wie sie im Winter das geld fürs Heizen aufbringen sollen.

Sagen sie es den 380.000 Arbeitslosen.

Sagen sie es den Menschen, die es sich nicht mehr leisten können arbeiten zu gehen......weil die Jobs nur mit Auto erreichbar wären, sie sich das aber nicht leisten können.

Erst wenn ALLE diese Probleme gelöst sind können wir darüber reden auch Menschen aufzunehmen die weder am Arbeitsmarkt dringend gebraucht werden (weil es im Inland keine Leute dafür gibt) noch den Richtlinien der GK für Asyl entsprechen.

Re: Lächerliche und beschämende Kommentare

Wieviele Asylsuchende haben SIE bereits aufgenommen? Wenn SIE sich SO schämen müssen, ein Österreicher zu sein, dann geben Sie doch die österr.Staatsbürgerschaft ab und wandern aus!

Re: Lächerliche und beschämende Kommentare

Die hier als arme "Asylanten" auftreten, könnten alle daran mitarbeiten, dass ihre eigenen Länder auch eines der "reichsten der Welt" werden. (Was Österreich auch nur propagandistisch ist, denn auch unser angeblicher Reichtum fiel nicht vom Himmel, sondern verdankt sich generationenlangem Fleiss, Disziplin und
harter Arbeit.)


Absolut richtig.

Die Dokumentationsserie "Oesterreich II" etwa gibt ein beredtes Zeugnis davon, welch grosse Opfer und Entbehrungen seitens der Menschen notwendig gewesen sind, damit der Wiederaufbau Oesterreichs gelingen konnte.

Re: Lächerliche und beschämende Kommentare

Sie halten es für lächerlich und beschämend, wenn Österreich eine lupenreinen Erpressung nicht nachgibt. Was, bitte, ist daran beschämend?
Und dass Österreich eines der reichsten Länder der Welt sein, das kann ich schon nicht mehr hören. Eine Gegenfrage: Wer ist reicher, der nichts hat oder der, der riesige Schulden hat?

Re: Lächerliche und beschämende Kommentare

Schämen scheint bei Ihnen Dauerzustand zu sein. Schade nur, dass Sie ihr Schämen nicht echten Flüchtlingen vorführen können, da es diese erst gar nicht bis nach A schaffen. Dumm gelaufen!

Re: Lächerliche und beschämende Kommentare

Österreich kann auch auf Sie verzichten. Wo liegt also das Problem? Wandern Sie aus!

Halten Sie andere Meinungen nicht aus?

Ist das ihre Vorstellung von Toleranz?

In diesem Land sind maximal ein paar Prozent "reich", die Armutsentwicklung in den letzten 10 Jahren spricht Bände. 1 Mio Menschen leben am und unter dem Existenzminimum.
"Wirtschaftsasyl" (eine der Forderungen) hätten viele arme Europäer auch gern in Kanada oder Australien. Spielts aber nicht, da weltweit kein anerkannter Asylgrund.

Kardinal Schönbrunn

sollte schnellstens zurücktreten. An seine Stelle könnte ja durchaus der Pfarrer der Votivkirche treten, der hat scheinbar ein besseres Krisenmanagement.

Nächster Schritt

die rk Kirche sollte aufgefordert werden, jene Personen, deren Asylantrag abgelehnt wurde, den zuständigen Behörden zwecks Abschiebung zu übergeben.

Übernächster Schritt

Die zuständigen Behlörden sollten schnellstmöglich klären, ob die übrigen "Asylwerber" eigentlich solche im Sinne des Gesetzes sind.
Dabei darf eine Erpressung - wie sie dzt. unter Mithilfe der rk Kirche stattfindet - keine Rolle spielen.
Für Asylwerber ist es ja angeblich unzumutbar in Hoheneich (einem Wallfahrtsort) untergebracht zu sein. Was stellen sich diese Leute eigentlich vor?


bombardiertes wien

die gelegenheit ist günstig, alle versammelt in der kirche. man zeige den "asylanten" filmmaterial über die zerstörungen wien´s 1945 sowie über den wiederaufbau dieser stadt, dieses landes. wenn auch nur einer zur einsicht kommt, dass sie ihr heimatland (pakistan, afganistan usw...) aufbauen müssen, anstatt in anderen ländern forderungen zu stellen, wäre schon etwas gewonnen.
der caritas wird es sicher nicht schwerfallen, solches filmmaterial zu besorgen.
mfg rnst

Die rk Kriche soll sich endlich um ihre eigentlichen Probleme kümmern:

http://ooe.orf.at/news/stories/2565870/

Zivilklage gegen Stift Kremsmünster

Ex-Zöglinge des Stiftinternats Kremsmünster haben eine Zivilklage eingebracht. Sie werfen dem Abt vor, bei einem Treffen mit Opfern sexuellen Missbrauchs durch Priester im Jänner 2012 versprochene Zusagen nicht eingehalten zu haben.

Abt Ambros Ebhart bestreitet, derartige Zusagen gemacht zu haben. Das berichtet das „profil“ in einem Vorabbericht.
„Entschuldigung samt Schuldeingeständnis“

Es gehe um eine Entschuldigung samt Schuldeingeständnis der Mitwisserschaft, die Errichtung eines Mahnmals auf dem Stiftsgelände und die Aufarbeitung der Missbrauchs-und Gewaltfälle durch externe Experten. „Wir haben lediglich vereinbart, dass das Stift zu den Forderungen Stellung nehmen wird. Das ist auch geschehen“, erklärte der seit 2007 im Amt stehende Abt gegenüber dem Magazin. Man sei an einer wissenschaftlichen Aufarbeitung der bedauerlichen Vorfälle interessiert, lasse sich diese aber nicht diktieren.
Entscheidung über Anklage für Februar erwartet

Bei der Staatsanwaltschaft Steyr wird die Entscheidung, ob es eine Anklage gegen einen ehemaligen Pater des Stiftes geben wird, für Februar erwartet. Ihm wird vorgeworfen, Schüler des Stiftsinternats sexuell missbraucht und auch misshandelt zu haben. „Die Kollegin ist bei der Enderledigung“, so Behördensprecher Andreas Pechatschek.

Der Kardinal muss resignieren!

Wenn der Hirte keinen Stab mehr hat, um die Herde gegen die Wölfe zu verteidigen,sondern lieber mit den Wölfen tanzt, hat er ausgedient und die Herde braucht einen anderen Hirten.

 
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