Taxler niedergestochen: Hohe Strafen für junge Frauen

07.01.2013 | 13:50 |   (DiePresse.com)

Bis zu fünfeinhalb Jahre müssen drei junge Frauen ins Gefängnis, die im Oktober einen Taxler in Wien brutal überfallen wollten. Sie würgten den Mann mit einer Hundeleine, eine der drei stach mit einem Messer zu.

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Nach einem brutalen Überfall auf einen Wiener Taxifahrer sind am Montag drei junge Frauen im Straflandesgericht rechtskräftig zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Es handle sich "um keinen Durchschnittsfall", begründete Richterin Daniela Zwangsleitner die strengen Strafen. Die drei Freundinnen hatten den Lenker mit einer Hundeleine gewürgt und mit einem Messer auf ihn eingestochen, als er sich zur Wehr setzte.

Die drei Täterinnen im Alter zwischen 20 und 21 Jahren saßen am 23. Oktober 2012 beisammen, spielten Karten und tranken Alkohol. Allesamt beschäftigungslos, stellten sie bedauernd fest, dass sie nicht die nötigen Mittel hatten, um ein Leben nach ihren Wunschvorstellungen zu führen. So kamen sie auf den Gedanken, ihren Geldbedarf mittels eines Überfalls zu decken.

Messerstiche in Schulter und Oberarm

Ein Taxifahrer schien ihnen das geeignete Opfer. Also suchten sie am frühen Morgen einen Standplatz in Wien-Simmering auf und stiegen in den Wagen eines 54-jährigen Mannes, der sofort hellwach war. "Ich sehe die drei Mädels. Die waren gut angezogen, super Frauen", gab der Taxler nun als Zeuge an. Seine Fahrgäste hätten auch "gut gerochen, sie waren gut parfümiert".

Seine gute Stimmung verflog allerdings, als plötzlich die direkt hinter ihm sitzende junge Frau einen Hundeleine um seinen Kopf schlang und mit aller Gewalt zuzog. Die Beifahrerin forderte "Geld, Geld, Geld!". Als sich der Mann zur Wehr setzte und sich zu befreien versuchte, zückte die rechts hinter ihm Sitzende ein Messer mit einer Klingenlänge von 21 Zentimeter und stach ihm dieses fünf Mal in Schulter und Oberarm. Dann liefen die Frauen ohne Beute davon.

Bis zu fünfeinhalb Jahre Haft

Wäre ihnen Bargeld in die Hände gefallen, hätte sie "einkaufen gehen wollen", sagte nun eine der Angeklagten. Vor dem Überfall hatten sie sich noch extra "aufgetusst", indem sie reichlich Make Up auftrugen und die Lippen stark schminkten.

Diejenige, die zugestochen hatte, wurde wegen versuchten schweren Raubes zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Frau mit der Hundeleine bekam drei, die Beifahrerin zweieinhalb Jahre Haft. Der Taxler erhielt 900 Euro Schmerzensgeld und 300 Euro Verdienstentgang zugesprochen.

(APA)

 
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9 Kommentare
Schlitzohr
10.01.2013 07:57
1

Dieses miese Schmerzensgeld orientiert sich wohl am Beruf des Taxlers?! Wäre er zufällig akademischer Lohnfuhrwerker gewesen, hätte sich die Frau Rat wahrscheinlich zu einem wesentlich höherem Schmerzensgeld durchgerungen.


claus.juergen.yussuf
08.01.2013 22:06
1

schön....

schön,dass einmal von TäterInnen die Rede ist...
hier verdient das Binnen-i seinen Stellenwert:)

egonek
07.01.2013 18:49
3

hoffentlich unbedingt

weil eigentlich zu billig davongekommen ...

susi musterfrau
07.01.2013 16:23
1

Haben die ungläubigen Mädels auch soviel Vorstrafen wie rechtgläubige Muslemische Jungs?


hans castorp
07.01.2013 15:28
9

lächerliche

strafe ... wie immer. das schmerzensgeld ist nur als hohn zu verstehen.

phj_
07.01.2013 15:08
11

Schmerzensgeld in Österreich viel zu wenig.

Mit einem Messer mit einer Klingenlänge
von 21 cm und stach ihm dieses fünf Mal in Schulter und Oberarm.

Für einen Messerstich also 180,- Schmerzensgeld.

Eigentlich ein Witz!

Antworten JonasRain
08.01.2013 07:52
2

Re: Schmerzensgeld in Österreich viel zu wenig.

Und wer wird das zahlen? Die drei Beschäftigungslosen wohl nicht.

Antworten Grummelbart2
07.01.2013 18:33
0

Re: Schmerzensgeld in Österreich viel zu wenig.

Naja, die Klingenlänge sagt nix über die tatsächlichen Verletzungen aus.

Außerdem muss Schmerzengeld gesamt betrachtet werden; da gibts keinen fixen Wert pro Stich.

Im Übrigen ist es wohl so, dass darüber hinausgehende Ansprüche zivilrechtlich geltend gemacht werden (weil eben ein weiteres Gutachten erforderlich ist).

Alles in Allem keine schlechte Entscheidung, vor allem die Strafhöhen sind doch - im Vergleich - durchaus spürbar.

Krawuzikapuzi
07.01.2013 14:58
12

900 euro schmerzensgeld?

dafür, dass er mit einer 21 cm klinge 5 mal verletzt wurde? da stimmt was nicht.

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