Wien: Radfahrer im Autoverkehr auf dem Ring?

11.01.2013 | 10:19 |   (DiePresse.com)

Wiens Radbeauftragter prüft, ob auch die Fahrspuren des Rings für Radfahrer freigegeben werden können. Außerdem sollen noch heuer erste "Fahrradstraßen" kommen.

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Wien will Vorreiter bei der Schaffung von Fahrradstraßen sein und noch heuer erste derartige Projekte umsetzen. Konkret sollen im laufenden Jahr bis zu vier Fahrradstraßen in der Bundeshauptstadt entstehen, sagte der städtische Radbeauftragte Martin Blum der Austria Presseagentur. Diese sind vorrangig Fahrradfahrern und Fußgängern vorbehalten, Autoverkehr ist nur ausnahmsweise erlaubt. Möglich ist die Umsetzung dieses neuen Straßentyps dank der Novelle der Straßenverkehrsordnung, die mit Ende März in Kraft treten wird.

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Priorität habe, die Hasnerstraße in Ottakring in eine Fahrradstraße umzuwandeln. Diese wurde im vergangenen Sommer zur ersten "fahrradfreundlichen Straße" erkoren - eine aufgrund gesetzlicher Grenzen abgespeckte Version des Typus' Fahrradstraße. "Mein Wunsch ist, dass heuer noch drei weitere Straßen dazukommen", zeigte sich der Radbeauftragte optimistisch. Welche dafür infrage kommen, werde demnächst geprüft. Das Okay des jeweiligen Bezirks sei zudem Voraussetzung.

Radfahren am Ring erlaubt?

Untersuchen wird die Stadt auch, wo die Aufhebung der Radwegebenützungspflicht machbar und sinnvoll ist. Rechtlich wird dies ebenfalls durch die StVO-Novelle ermöglicht. Laut Blum will man sich auch anschauen, ob die Benützungspflicht auch entlang des Rings fällt. Sollte dies der Fall sein, können flotte Radfahrer künftig auch mit dem Autoverkehr auf der Prachtstraße radeln. Geprüft wird dies unter anderem auch für einzelne Abschnitte der Zweierlinie sowie für die gesamte Argentinierstraße in Wieden.

Was das Ausbauprogramm des Radwegenetzes betrifft, liege der Schwerpunkt heuer auf Lückenschließungen. Unter anderem wird der äußere Ringradweg mit dem noch fehlenden Stück beim Jonas-Reindl nahe der Hauptuni komplettiert. Laut zuständiger MA 28 kann ein genauer Zeitpunkt aber noch nicht genannt werden, da die Führung des Radwegs dort einigermaßen schwierig ist und diverse Varianten noch geprüft werden.

Konzept für "Radkorridore"

Außerdem soll ebenfalls noch heuer ein Konzept für die Schaffung sogenannter Radkorridore fertig sein. Dabei geht es um die Etablierung von "hochrangigen Langstreckenverbindungen" zwischen Zentrum und Peripherie. Diese sollen ein eigenes Markierungssystem erhalten - etwa mit Nummern oder Farben. "Vergleichbar mit einem U-Bahn-Netzplan", veranschaulichte Blum. Derartiges gebe es bereits in Kopenhagen oder niederländischen Städten.

Sobald ein Papier für Wien vorliegt - Ziel ist im Herbst -, soll es an die etappenweise Umsetzung gehen, wobei freilich bestehende Radrouten eingeflochten werden. "Wir picken uns dann einmal eine Route heraus und realisieren sie", andere würden später laufend folgen.

(APA)

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112 Kommentare
 
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Radfahren auf der Ringfahrbahn

Jetzt noch für die meisten Menschen undenkbar.
In wenigen Jahren Normalität. Und keiner wird das für außergewöhnlich empfinden. So ändern sich die Zeiten...

die beste lösung wäre....

natürlich ein netz von radstraße durch wien, vielleicht 2m breit, mit 2 baulich getrennten richtungsfahrbahnen. auf diesen dürften pkws nur "zufahren".
dadurch könnte der auto- und radverkehr entflochten werden, und das radfahren würde noch viel attraktiver werden.
dadurch könnten sicher manche autofahrer zum umstieg bewogen werden... da würden auch gleich ein paar backhendlbäuche schmelzen.... ;-)
aber ich glaube, die wiener sind noch nicht reif dafür...

ring

eine weitere schnapsidee der politischen "hooligans".

hahiho

das würd ich mir live geben ohne eintritt zu zahlen erste reihe fußfrei eine catcherei wie seinerzeit am heumarkt. wer weiß vielleicht werden wir unter den grünen ausser einer radfahrernation noch eine pferdefuhrwerksnation...

Wien2013 wird Peking 1984

Endlose Radkolonnen zogen mit lautem Geklingel in Fünfer-, Sechserreihen durch die Stadt. Fußgänger mussten um ihr Leben laufen, wenn sie die Straße queren wollten. Das war Peking im August 1984. Herr Blum wäre wahrscheinlich begeistert. Bei uns in Wien hat der Wahnsinn, was das Radfahren betrifft, Methode. Die "Spange" dort wo die enge, trotz Pickerls verparkte - Grundsteingasse in den Gürtel mündet, ist echt genial. Ich möchte dort nicht mit dem Auto unterwegs sein, wenn dann plötzlich zwei Fahrräder auftauchen. Eines gegen die Einbahn und ein anderes Richtung Gürtel unterwegs ist. Das einzig Positive ist die neue Ampel. Die war tatsächlich erforderlich. Den Ring auch noch für Räder freigeben zu wollen, ist Wahnwitz. Wollen wir, dass die Anzahl verunglückter Radfahrer zunimmt? Interessant wäre überhaupt eine Studie wie gesund Radfahren inmitten motorisierter Fahrzeuge ist.

Re: Wien2013 ...

die studien gibt es (obwohl studien meiner meinung nach nicht viel wert sind...):
die conclusio: radfahrern inmitten motorisierter fahrzeuge ist gesünder für den radfahrer im vergleich zum sich daneben befindlichen autofahrer.

Re: Wien2013 wird Peking 1984

die wollen nur den verkehr behindern, sonst nichts - sonst wäre nicht der radfahrständer vorm sperl statt eines parkplatzes statt am riesenohrwaschel gleich daneben usw


Juhu!

die leistungstragende Presseleserschaft muss wohl recht haben: Mit dem Radverkehr bricht der Kommunismus aus, ein verspätetes Weihnachtsgeschenk quasi.

Re: Juhu!

hihi, toller kommentar!
aber ich glaube, so dumm, wie die meisten hier schreiben, können diese ja gar nicht sein...
obwohl: bei eingen habe ich meine zweifel :-)

Ring frei...

...zum Halali auf die Pedalritter. Auch die drtte Spur der Autobahnen gehörte freigemacht. So dezimiert man die Radfahrer.

Re: Ring frei...

"...drtte..." - Der Drtte muss serben.

nicht nur am Ring ...

was wäre mit Radwegen auf den U-Bahngleisen?
Kreuzungsfrei und ohne Verkehrsampeln...

Kuh Wassila

Originell ist, dass die liebe Frau Vizebürgermeisterin wahrscheinlich den Fettresten ökologischen Fußabdruck Wiens hat.
Wahrscheinlich weiß gar nicht, dass öffentliche Verkehrsmittel haben.
Die Vielfliegerin und Autofahrerin Vassilakou Ist sicher kein Vorbild!

es ist schon interessant,...

dass die meisten poster in diesem forum (ich nehme an, die meisten sind övpfpöbzö-wähler) eine meinung vertreten, die diametral zum jetzigen stand der verkehrsplanerischen entwicklung ung forschung steht; natürlich ist es vernünftig, den fahrradverkehr so weit wie möglich zu fördern, und zwar wegen der positiven ökologischen, gesundheitspolitischen und sozialen aspekte!
wer das nicht glaubt, sollte geografie und raumplanung studieren, und dort, wenn er sich traut, andere thesen vertreten....

Re: es ist schon interessant,...

wie kommen sie zu den schluss das övp fpö wähler diese meinung vertreten oder denkt man in der obersteiermark automatisch so einfältig.

Re: Re: es ist schon interessant,...

das, mein lieber, ist empirie! ;-)
übrigens: höflichkeit ist ein zier...

Re: es ist schon interessant,...

In der Obersteiermark mag Radfahren gesund sein. In Wien sicher nicht.

Re: Re: es ist schon interessant,...

gesünder als autofahren ist es allemal!

Re: es ist schon interessant,...

dem gemeinen Radfahrerhasser fehlt sicher der Gleichgewichtssinn und auch sonst einiges

Re: es ist schon interessant,...

interessant, dass es övpfpöbzö-wähler gibt!
alles was rechts von der kpö steht macht für sie wohl keinen unterschied mehr.


Re: Re: es ist schon interessant,...

doch, doch, keine sorge! ich unterscheide schon zwischen verbrechern und nichtverbrechern! ;-)

Re: es ist schon interessant,...

bin nur öffi unterwegs

Radfahrer bergauf vor bim - Zumutung

platz da!

eigentlich schon lange überfällig, den radfahrern mehr platz in der stadt zuzugestehen. ebenso wie für das auto gilt die gleiche weisheit auch für das rad: bessere straßen – mehr verkehr. und das ist wünschenswert, denn radfahrer stinken nicht und verursachen beinahe keine toten oder schwerverletzten verkehrsteilnehmer.

Re: platz da!

52 tot radler im vorjahr, davon haben sich 20 gegenseitig oer selbst gemordet ... als fast nichts ist das nicht

21

Wie lange haben die noch Narrenfreiheit

Unser Steuergeld wird sinnlos zum Fenster hinausgeschmissen!!

http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/wien/Wien-Massive-Kritik-am-Radbeauftragten/90719582

Wien: Massive Kritik am Radbeauftragten
Verkehrss
tad
trätin Vassilakou und Radbeauftragter Blum unter Druck.

Re: Wie lange haben die noch Narrenfreiheit

Und der Radfahrbeauftragte hat ein Budget von 6 Millionen Euro !!!
Wofür bitte ?

 
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