Doch kein Denkmalschutz für Tangentenbrücke

11.01.2013 | 11:49 |   (DiePresse.com)

Das Bundesdenkmalamt hat seine Meinung geändert. Heute gebe es andere Vorschriften, die unter Denkmalschutz nicht erfüllt werden können, erklärt das Amt.

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Die Erdberger Brücke auf der Südosttangente (A23) ist schwer sanierungsbedürftig. Die Prüfung des Denkmalamts, die Brücke unter Schutz zu stellen, sorgte im August für großes Aufsehen (DiePresse.com berichtete). Nun herrscht Klarheit. Im Interview mit dem ORF Wien stellt die Präsidentin des Bundesdenkmalschutzes, Barbara Neubauer, klar: Man könne die sanierungsbedürftige Brücke "auf keinen Fall so erhalten wie sie jetzt ist, da es heute einfach andere Vorschriften gibt, die nicht so erfüllt werden können." Damit könnte die Brücke abgerissen werden, wie auch der Autobahnbetreiber Asfinag fordert.

Das Bundesdenkmalamt hat nach Hinweisen des Konstrukteurs der Brücke, Alfred Pauser, und des Präsidenten der Architektenkammer für Wien, Niederösterreich und Burgenland, Walter Stelzhammer, geprüft, wie groß die Bedeutung des Bauwerks ist. Damals verteidigte Neubauer die Maßnahme: "Wir sind eine Behörde. Wir sind einfach verpflichtet, wenn wir eine Information bekommen, dieser nachzugehen", erklärte sie das Prozedere.

Abriss einzige Alternative

Die Asfinag sieht keine Alternative zum Abriss: "In umfangreichen Variantenuntersuchungen ist die Asfinag zum Schluss gekommen, dass nach sämtlichen technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten aufgrund der baufälligen Substanz nur ein Neubau der Brücke ab 2016 sinnvoll ist", betonte die Asfinag in einer Aussendung. Daraufhin sei routinemäßig das Bundesdenkmalamt über den geplanten Abriss und die Neuerrichtung in Kenntnis gesetzt worden.

"Aus Sicht der Asfinag hat jedenfalls die Aufrechterhaltung des Verkehrsflusses auf der A23 oberste Priorität, was nur durch einen Neubau der Brücke langfristig möglich und im öffentlichen Interesse ist." Laut der Holding passieren knapp 200.000 Fahrzeuge täglich die Erdberger Brücke am Knoten Prater, die über den Donaukanal führt und die Bezirke Leopoldstadt und Erdberg verbindet. Konstruiert wurde sie 1968 und sie ist laut Asfinag-Angaben die meistbefahrene Brücke im Asfinag-Netz.

(Red.)

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2 Kommentare

Es ist schon

Absurd überhaupt nur darüber nachzudenken dieses häßliche Trumm unter Denkmalschutz zu stellen!

Chaos

Wäre das ein Traum, wenn da die S1 (wie mal ursprünglich geplant) die Donau queren würde. Dann wäre das bevorstehende Super-Chaos nämlich gleich 0. So wirds ab 2016 ganz schön stauen..
Danke Vkuh!

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