Mit dem Luxusleben in Saus und Braus dürfte es für einen 45-Jährigen vorerst vorbei sein. Er hat seinen aufwendigen Lebensstil durch Suchtmittelgeschäfte finanziert. Bereits im November klickten bei einer Drogenübergabe an einen 67-Jährigen die Handschellen, gab die Polizei bekannt. Seither haben das Landeskriminalamt (Gruppe Beigelbeck) und das Bundeskriminalamt zehn Abnehmer ausgeforscht.
Nach umfangreichen Recherchen schlugen die Kriminalisten am 26. November in Rudolfsheim-Fünfhaus zu. Beide Männer hatten beim Zugriff knapp 300 Gramm Kokain und rund 14.000 Euro Bargeld bei sich. In den vier Wänden des Pensionisten stellte man nur mehr weitere 12.500 Euro sicher.
Eigene Wohnung fürs Geschäft
Erfolgreicher war die Polizei beim jüngeren Verdächtigen: Dieser wohnte mit seiner Freundin in einem Luxusappartement bei Schönbrunn, hatte aber für seine illegalen Geschäfte eine weitere Wohnung angemietet. Dort fanden sich rund ein Kilogramm Kokain und mehr als vier Kilo Haschisch. Alles zusammen hätte auf der Straße mehr als 150.000 Euro eingebracht.
Der 45-Jährige war offenbar ein "Marketinggenie". Mit zwei Hydraulikpressen komprimierte er nicht nur das Kokain, sondern bedruckte es mit einem eigenen Prägestempel mit dem Logo "Bolivia". Die Kriminalisten glauben, dass damit bei den Abnehmern der Anschein eines Direktimports und damit einer besonders hohen Qualität erweckt werden sollte. Weiter stellte man zahlreiche Waffen und Munition, darunter Maschinenpistolen und Schalldämpfer, sicher. Ebenfalls einbehalten wurden ein Range Rover im Wert von etwa 60.000 Euro sowie 21 Luxusuhren, da diese von dem 45-Jährigen wohl durch die Drogengeschäfte finanziert wurden.
Beide Verdächtigen sitzen in der Justizanstalt Josefstadt und haben sich bisher nicht zu den Anschuldigungen geäußert.
(APA)
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