Schneewetter: Als der Winter nach Wien kam

14.01.2013 | 17:21 |   (Die Presse)

Am ersten richtigen Wintertag stockte der Verkehr, Autos fuhren im Schritttempo, Busse und Straßenbahnen taten es ihnen gleich, dafür gab es keine Kurzparkzone. Parksheriffs blieben im Büro, Bauarbeiter am Bau.

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Wien/CIM. Es war der Tag, den die einen lange herbeisehnen, die anderen mindestens so lange fürchten. Wien war am Montag zum ersten Mal in diesem Jahr von einer Schneedecke bedeckt. Für alle aber heißt Schnee zunächst einmal: warten. Der Verkehr stockt. Autos fahren Schritttempo, Busse und Straßenbahnen tun es ihnen gleich, und so stand Montagvormittag auf der Anzeige, wann die nächste Straßenbahn kommt, mitunter 52 Minuten.

„So mittel“, so beschreibt Dominik Gries von den Wiener Linien die Situation. Immerhin fahren alle Linien, aber viel langsamer und unregelmäßiger – weil die Bahnen und Busse wegen des Schnees und Eises langsamer vorankommen, auch wegen Blechschäden, blockierter Strecken und Staus, an denen unverhältnismäßig rasante Autofahrer schuld seien. Aber freilich mussten auch diese, die Autofahrer in Wien, bei Schnee mit längeren Fahrten rechnen: Am Montag ist es besonders auf der Nordbrücke stadteinwärts und auf der A22 oder auf der Tangente zu Staus und Verzögerungen gekommen.

Im Wesentlichen sei der Verkehr aber problemlos vorangekommen, heißt es von der MA 48. Damit dem so bleibt, ist die Winterdienstmannschaft der „48er“ schon seit Sonntagnacht im Großeinsatz. In Zahlen: Am Montag waren 1400 Mitarbeiter und 370 Fahrzeuge in Wien unterwegs, um den Schnee von 2800 Kilometern Straße zu räumen, die Fläche, die geräumt werden muss, beträgt 23 Millionen Quadratmeter. Zu Hause – genau gesagt, in den warmen Büros – bleiben durften die Mitarbeiter der Wiener Parkraumüberwachung.

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Freies Parken im Schnee

Denn am Montag wurde nicht kontrolliert und gestraft, die Stadt hat die Kurzparkzonen-Regelungen in Wien am Vormittag aufgehoben.

Damit sich das Chaos durch den Schnee in Grenzen hält, konnten auch in den Zonen, in denen Pickerl- oder Parkscheinpflicht herrscht, Autos abgestellt werden. Und die Park-Sheriffs? Für die gab es trotzdem nicht schneefrei, sie mussten zu Schulungen in die Zentrale. „Wir haben, unter anderem durch die neuen Kurzparkzonen, viele Rückstände, was Schulungen betrifft“, sagt Wolfgang Schererbauer von der Landesverkehrsabteilung der Polizei, der für die Parkraumüberwachung zuständig ist. Und weil gewöhnlich jeden Winter ein paar Mal die Kurzparkzonenregeln aufgehoben werden, hebe man sich die Schulungen für ebendiese Tage auf.

Draußen bleiben müssen trotz Kälte und Schneefalls viele Bauarbeiter. Auf der größten Baustelle Wiens, auf dem Hauptbahnhof, zum Beispiel waren am Montag wie gewöhnlich 800 bis 900 Menschen im Einsatz. Wobei bei diesen Bedingungen freilich eher die Arbeiten im Innenbereich vorangetrieben werden, wie es vom Projektteam Hauptbahnhof heißt.

Draußen bleiben müssen – oder dürfen? – auch einige der Tiere in Schönbrunn. Und viele würden das sogar genießen, die Berberaffen, zum Beispiel. Heimisch im Atlasgebirge, in dem monatelang Schnee liegt, bräuchten sie kein Innengehege, heißt es. Oder die Pandas, ebenfalls ganzjährig im Freien, klettern auch auf schneebedeckte Bäume, liegt ihnen das als Bewohner der Bergwälder Chinas in bis zu 3400 Meter Höhe doch in den Genen.
Und wer den Pandas oder Affen beim Spielen im Schnee zuschauen möchte (die Rodelstraße am St. Ulrichsplatz im Siebenten ist übrigens nun auch in Betrieb), der dürfte dazu noch einige Tage Gelegenheit haben: Diese Woche sollte laut Prognose der ZAMG in ganz Österreich winterlich bleiben. Die Temperaturen würden nur in Einzelfällen auf mehr als null Grad steigen, auch der Schneefall werde anhalten.

Linzer stirbt bei Autobahnunfall

In Oberösterreich kam durch den Schneefall – zumindest indirekt – ein 61-Jähriger ums Leben. Der Linzer war nach einem Schleuderunfall auf der A25 aus seinem Auto gestiegen und vor einen Lkw gelaufen. Im ganzen Land gab es außerdem zahlreiche Unfälle und Verkehrsbehinderungen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.01.2013)

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38 Kommentare
 
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Im Winter schneits!

(sorry, Tastenturbo war an).
wer auf Schnee nicht fahren kann/will, soll den Kübel stehen lassen. Wer fahren muss, soll's lernen.
Und Winterschuhe wird ja wohl jeder heutzutage sein Eigen nennen.
So what?

Im Winter schneits!


wie

sich eine Stadt so wie Wien, die das ganze Jahr mit Schneeeee zu tun hat, wenn es dann zuviel gibt 10 % mehr als sonst , so ins Trudeln gerät und nicht mehr alle Wiener mit Schnee versorgen kann?
der Häupl muss schuld sein.
Aber das muss man auch sagen ernimmt niemanden den Schneeee weg.
Er bleibt der Vetliner-Michl!

in vielen gemeinden

in österreich verzichtet man bei schneelagen unter 10cm auf den einsatz von schneepflügen und lässt den schnee schnee sein, nicht einmal salz wird gestreut!

die autofahrer fahren langsamer, die geräuschentwicklung geht gegen 0.

wäre es nicht sinnvoller (und billiger), nur die gehwege zu räumen?

in wien ist das offenbar undenkbar, naja steht ja schon an den stadteinfahrten: wien ist anders!

Überraschung!!!

Bevor die große Panik ausbricht, hier die Warnung, dass im Laufe der Woche noch weiterer Schnee fallen soll! Ich weiß, Mitte Jänner ist das äußerst ungewöhnlich, aber vielleicht schaffen es die Dauerüberraschten - allen voran die Bediensteten der Wiener Linien und der Schneeräumung - ja diesmal, sich auf dieses unglaubliche Ereignis rechtzeitig einzustellen ;-)

Re: Überraschung!!!

es soll schon passiert sein, daß es im Februar auch geschneit hat. Und im März. Unglaublich, aber wahr ;-).

schnee im jänner und jedes jahr diese schildbürger meldungen!

als wären alles verantwortlichen überrascht worden!!!!! vielleicht sollten mal im juni 15cm schnee fallen?

Neue (suggestive) Frage bei der Wiener Volksbefragung im März 2013:

Sollen bei Schneefall in Wien die öffentlichen Verkehrsmittel in Betrieb sein, oder wollen sie bei Schneefall in Wien freie Arbeitstage?

ich hab

gar nicht gewusst, dass keine Kurzparkzone bei Schneefall in Wien ist, gut zu wissen, gilt das auch bei Regen :-)).

Re: ich hab

Nein, weil regen sorgt nicht dafür dass

a) Parkplätze verloren gehen durch die Schneehaufen die bei der Räumung übrig bleiben

b) Bodenmarkierungen und Hinweistafeln für die Kurzparkzonen unkenntlich sind

und

c) die Parksherrifs bei jedem Auto die Windschutscheibe und/oder das Kennzeichen vom Schnee befreien müssen damit sie kontrollieren können ob ein Parkschein drinnen liegt oder das Auto per e-parking berechtigt ist.

Re: Re: ich hab

danke

Neuschnee in Wien

Irgendwie schon seltsam, bin heute mit dem Postbus nach Wien gefahren, der bis zur Stadtgrenze in Stammersdorf kaum verspätet war; aber in Floridsdorf gab`s beim Umsteigen in die S-Bahn Verspätungen einiger Züge, aber nicht zu reden bei der 18-Bim in der Staion St. Marx: 20 Minuten Wartezeit, obwohl gegn 11 Uhr der Schneefall längst aus war. Und einige Bimhaltestellen sind bis jetzt, 16.00, nicht geräumt (sehe ich vom Fenster aus).

Re: Neuschnee in Wien

Haben Sie sich erkundigt, wieviele Bim-Haltestellen es in Wien gibt ?

Re: Re: Neuschnee in Wien

Vom Fenster aus sehe ich auch einen Radweg, der gestern sofort gesäubert wurde;andererseits habe ich gestern eigentlich keine Radfahrer gesehen.
Fazit: Wenn es möglich ist Radwege zu säubern, muss es auch möglich sein die Bim-Haltestellen zu reinigen. Da ist man im Rathaus vor der Vassi und der Radfahrerlobby eingeknickt.

Vermisst!

Ich kann's ja nicht glauben, aber in dem ganzen Artikel finde ich nicht einmal den Terminus "Schneechaos". Vielleicht hat ja die Redaktion beschlossen, sich das "Schneechaos" für Mitte der Woche aufzuheben, wenn es denn wirklich noch einmal schneien sollte.

Was aber, wenn nicht?

Dann hat man trotz 10cm Neuschnee nicht einmal über ein Chaoserl berichten können. Arme Panoramaredaktion ...

Der mühsame Weg nach Wien,

heißt es im Bericht (oben bitte nachlesen)

Es ist anzunehmen, dass es sich nicht um Wiener sondern um Pendler/innen vulgo Landeier/innen handelt, die bei wenigen cm Schnee überfordert sind.


Sagt der Wiener der im SUV im Stau steht

xD

Re: Der mühsame Weg nach Wien,

Für uns Landeier seid ihr Wiener einfach nur primitive Proleten.

Re: Der mühsame Weg nach Wien,

Aha, der gemeine Wiener kommt mit Schneefahrbahnen also besser zurecht?! Ist Ihnen das Mittagessen nicht bekommen?

Re: Re: Der mühsame Weg nach Wien,

Ich zähl mich nicht zu den "gemeinen" Wienern, nur soviel zu meiner Person.

Aber die angesprochenen Landeier/innen können gern einen Schneefahrkurs in unseren westlichen Bezirken (Wienerwald) absolvieren mit Steigungen jenseits der 15% und mehr und vor allem das Einparken üben und erlernen.


Re: Re: Re: Der mühsame Weg nach Wien,

Also sind Sie ein "besserer" Wiener? Auch gut zu wissen... Sie könnten ja höchstpersönlich einen Fahrkurs für die von Ihnen angesprochenen "Landeier" organisieren, vielleicht profitiert die Landbevölkerung dann von Ihren Fahrkünsten! ;-)

rodelbahn

und alle jahre wieder: attensam macht den schnee per traktor platt, anstatt ihn vom gehsteig zu räumen

Re: rodelbahn

Auf platt gefahrenem Schnee hatte ich noch nie einen Unfall. Auf geräumten Fahrbahnen fährt und geht es sich nicht sicherer.

Du meine Güte!

Wählts alle den Str.che, dann wirds wieder gut!

Re: Du meine Güte!

Depp

Re: Du meine Güte!

geistig nich ganz auf der höche wie immer.

 
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