Mariahilfer Straße: "Befragung light"

15.01.2013 | 18:20 |  ERICH KOCINA (Die Presse)

In den kommenden Tagen dürfen Anrainer über Details zur Umgestaltung der Einkaufsstraße zur Fußgängerzone abstimmen. An der Verbannung der Autos wird nicht mehr gerüttelt. Es geht nur noch um letzte Details.

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Es wird abgestimmt. In den kommenden Tagen gibt es rund um die Umgestaltung der Mariahilfer Straße zur Fußgängerzone eine Bürgerbefragung. Allerdings: Dass die Einkaufsstraße verkehrsberuhigt wird, daran wird nicht mehr gerüttelt. Es geht nur noch um letzte Details. Die Vorsteher der betroffenen Bezirke und Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou haben sich nun auf die Modalitäten geeinigt.

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1 Worüber wird bei der Bürgerbefragung abgestimmt?

In zwei bis drei Wochen werden einige hundert Anrainer in Mariahilf und Neubau Unterlagen zur Bürgerbefragung in der Post finden. Abgefragt werden dabei zwei Querungsmöglichkeiten der Mariahilfer Straße, die künftig zur Fußgängerzone bzw. in zwei Abschnitten zur verkehrsberuhigten Zone wird. Konkret wird abgestimmt, ob es möglich sein soll, die Zone über Webgasse/Schottenfeldgasse und Otto-Bauer-Gasse/Zieglergasse zu queren. Die Frage, ob die Mariahilfer Straße überhaupt verkehrsberuhigt werden soll, wird es nicht geben. Zuletzt hat das nicht nur die Rathausopposition aus FPÖ und ÖVP gefordert – auch die Bezirks-SPÖ in Neubau forderte die Frage ein, „ob alles so bleiben soll, wie es ist“.

2 Wer darf bei der Befragung seine Stimme abgeben?

Mit der Fragestellung wird auch der Kreis der Befragten eingegrenzt: Es werden nur Bewohner der betroffenen vier Straßen angeschrieben, die mitstimmen dürfen – jeweils nur über die Querung, die sie betrifft. Kommende Woche gibt es auch noch ein Treffen mit der Wirtschaftskammer, bei der geklärt wird, welche Geschäftsleute in den betroffenen Gassen auch mitstimmen dürfen. Nicht befragt werden Anrainer der umliegenden Gassen, selbst wenn das Ergebnis für sie direkte Folgen haben kann.

3 Wie werden die Ergebnisse der Befragung gezählt?

Es sollen in beiden Bezirken gleich viel Anrainer befragt werden – da aber etwa die Schottenfeldgasse fast dreimal so lang ist wie die Webgasse, wird von der Mariahilfer Straße weg nur so weit befragt, bis circa gleich viele Anrainer wie in der Webgasse erfasst sind; nach demselben System wird bei Otto-Bauer-Gasse/Zieglergasse verfahren. Insgesamt schätzt Mariahilfs Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann (S), dass „in beiden Bezirken ein paar tausend Leute“ abstimmen dürfen. Am Ende werden die Ergebnisse aus den Bezirken zusammengezählt – die bezirksübergreifende Mehrheit entscheidet.

4 Ist mit dem Ergebnis der Befragung alles entschieden?

Nein, selbst wenn Mitte Februar die Ergebnisse der Befragung vorliegen, sind noch mehrere Details offen. So wurde bis zuletzt auch noch gefeilscht, ob die Bevölkerung über eine neue Routenführung des Busses 2A abstimmen darf – doch das wird nicht geschehen. Vorläufig bleibt die Streckenführung wie bisher, auch wenn sie künftig durch eine verkehrsberuhigte Zone verläuft. Sollte es Probleme geben, werden Stadt Wien und Wiener Linien eine andere Lösung finden müssen. Ein anderer Streitpunkt ist indes geklärt – der 13A wird zwischen Andreasgasse und Kirchengasse durch die Fußgängerzone fahren, doch bekommt er dafür eine klar definierte und baulich getrennte Fahrspur.

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5 Ab wann wird die Mariahilfer Straße verkehrsberuhigt sein?

Am Fahrplan hat sich nichts geändert. Noch heuer im Sommer soll die Verkehrslösung in Kraft treten – eine Fußgängerzone zwischen Andreasgasse und Kirchengasse, in der kein privater Autoverkehr zugelassen ist, und verkehrsberuhigte Zonen, in denen Anrainern die Zufahrt erlaubt ist. Laut Neubaus Bezirkschef Thomas Blimlinger (G) wird diese Phase der Verkehrsberuhigung aber noch ohne größere bauliche Gestaltung beginnen – erst 2014 soll dann auch die komplette bauliche Gestaltung der Mariahilfer Straße vollendet sein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.01.2013)

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130 Kommentare
 
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Stoppt endlich den Wahnsinn der Grünen!

Stoppt endlich den Wahnsinn der Grünen!

Die Vassilakou spinnt jetzt schon total! Die blöde SPÖ schaut zu und von anderen Parteien hört man dazu gar nichts!

Dieses Projekt kann aus vielen Gründen nicht funktionieren.

Der wichtigste Grund ist, dass die Radfahrer das Problem sind. Die gehören erst einmal an die Verkehrsordnung gebunden und mit einem Taferl gekennzeichnet.

Das würde der Stadt sigar Geld bringen, als es sinnlos in eine FUZO zu stecken, die niemand will!

Die Vassilakou ist die einzige, die unbedingt die FUZO will.

Wahrscheinlich ist Sie niemals in der Nähe der Mariahilfer Straße, sonst würde sie nicht so einen Schwachsinn wollen.

Für mehr reichts ja politisch sowieso nicht.

SPÖ und GRÜNE sind absolut Bürger unfreundlich und gegen geschäftstreibende sowieso.

Wo sind die Stimmen der anderen Parteien?

Hallo, es sind Wahlen im Jahr 2013!!!!

AUFWACHEN!!!!!

Jeder soll es wissen

auf die Bürger wird geschi++en.


alles nur blech

jeder 2, na, ok, jeder 3. - der in wien autofährt, muss das sicher nicht, sondern ist schlichtens zu faul, seine paar hundert meter nicht zu fuss zu tgehen. am Anfang regt sich immer alle auf, dann findet jeder Mittel und Wege, und arrangiert sich. die Mieten steigen in diesen Bezirk ohnehin, die Lautstärke ist nicht das Thema, es ist dort schon laut. Es ist Energieverschwendung, sich hier aufzuregen.

Re: alles nur blech

Bis etwa 10 Uhr vormittags ist es derzeit ziemlich ruhig. Da wird dann ab 6 oder 7 Uhr die Hölle los sein, weil bis dahin wohl alle liefern müssen.

Alkohlekranke

Die Grünen verhaltens sich, seit sie am Futternampf von Häuplsgnaden mitnaschen dürfen wie ein Alkoholkranker, der in einem Spirituosengeschäft alleine ist und den ersten Schluck getrunken hat.

überraschung

wirklich respektlos. auch zu meiner überraschung werden von den grünen projekte umgsetzt. ohne geschwätz und ohne lavieren.

wir brauchen ein paar neue Begriffe :


- Abstimmung
- Befragung
- Befragung light
- Befragung Typ "Frotzelei"
- Befragung Typ "Belästigung"
- Befragung Typ "Profilierungshäufchen"
- Befragung Typ "Selbstbefriedigung"

wir brauchen ein paar neue Begriffe :


wir brauchen ein paar neue Begriffe :


Darf Fr. V-Kuh mit dem Dienstwagen in der verkehrsberuhigten Zone fahren?

Oder gibt sie den zurück und steigt endlich auf U-bahn, Bus, Bim, Rad und Beine um?

Darüber sollten wir auch mal abstimmen!

Naja, die Preise für Eigentumswohnungen werden

steigen und somit auch die Mieten. Die Immospekulanten werden sich sicher freuen - sicher ein netter Schnitt zu machen.

Re: Naja, die Preise für Eigentumswohnungen werden

Eher das Gegenteil wird der Fall sein. Es wird ja lauter werden und in den Nebengassen mehr Verkehr. Anziehend ist das nicht gerade.

Re: Re: Naja, die Preise für Eigentumswohnungen werden

Ihr Argument hat einiges für sich aber wenn die Mahü eine Fußgängerzone wird, traue ich mich zu sagen, dass die Preise steigen werden. Durch die damit einhergehenden Mieterhöhungen werden die Grünen vermutlich ihre Wählerschaft zum Übersiedeln in andere Bezirke zwingen.
Das würde auch erklären, warum die Mietpreisdiskussion von den Grünen so kontorversiell entfacht wurde.

Re: Re: Re: Naja, die Preise für Eigentumswohnungen werden

Für jene, die direkt auf der Mariahilfer Straße wohnen ist es jetzt dort ruhiger, als wenn das zu einem Dauer-Jahrmarkt umfunktioniert wird. Der Fahrstreifen wird wohl weitestgehend mit Tischen zugepflastert werden. Das ist lauter als die paar Autos, die da jetzt fahren. Und bis zehn Uhr vormittags werden Lieferautos auf den jetzigen Gehsteigen stehen und fahren, weil ja auf der jetzigen Fahrbahn kein Platz sein wird. So wie in der Kärntner Str. Für jene, die dort wohnen, wird das nicht lustig.

Es wird werden wie mit dem Parkpickerl!

Zuerst schreien alle gegen die Einführung und dann wen sie merken das es eigentlich ganz gut ist, waren´s eh schon immer dafür!

Was soll in der Mariahilferstrasse besser werden??

Bereits jetzt sind die Gehsteige bis zu 10m breit, erhobene Fußgängerüberquerungen alle 50m, Geschäfte blühen, in der Nacht geben die vorbeifahrenden Autos das Gefühl der Sicherheit, die Straße ist beliebt und belebt, keiner beschwert sich.

Hat die Frau Dolmetscherin nicht bemerkt dass es duzende Problemzonen in Wien gibt, die dringend eine Verbesserung brauchen? Aber nein, lieber die bereits bestens funktionierende Mariahilferstraße um zig Millionen ein Bisschen anderes zu Machen, ohne Rücksicht auf Verluste.

Diese Frau ist entweder eine Verbrecherin, die absichtlich Steuergelder verpufft und Millionenschwere Geschenke macht oder ist sie geisteskrank. Sie soll in eine entsprechende Anstalt geliefert werden, bevor sie den Schaden anrichtet.

großartig

Ich finde es weltstädtiisch dass die Mariahilferstraße Fußgängerzone wird. Es wird mehr Restaurants und andere Lokale, endlich bekommt das auch eine gewisse Gemütlichkeit, man kann schlendern - ohne AutoChaos (war ohnehin ständig nur Stau), und auch das Umfeld wird profitieren, also die umliegenden Straßen. In anderen Städten gibt es solche Diskussionen nicht, da sind meist große Teile der City FuZo. Und das ist Seelenbalsam.

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Re: großartig

Bleiben Sie doch auf Ihrem Bauernhof. Die City ist in Wien schon längst Fußgängerzone. Die Mariahilfer Straße ist außerhalb der City. Legen Sie sich einmal einen Stadtplan zu.

Damit ein paar schlendern können wie am Acker, die sich in einer Stadt nicht zurechtfinden bekommen die Anrainer einen Verkehr wie an Advent-Samstagen.

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Re: man kann schlendern

hm, wie viel platz brauchen sie zum "schlendern"?

die gehsteige der mariahilfer str. sind ca. 15meter breit.

Re: Re: man kann schlendern

So viel ich weiß sind es jeweils 19 Meter. Manche Leute sind halt nicht so schlank, dass das reicht.

Re: Re: man kann schlendern

Ja eh. Ich finde auch, man sollte die Kärntner Straße wieder zur autostrasse zurückbauen....

Re: Re: Re: man kann schlendern

na das ist jetzt aber ein super-logisches Argument gewesen. Warum nicht gleich zurück zu den Gaslaternen fordern? Die geben so ein romantisches Licht.....

Demokratie-Schmäh und und andere Grünstories

So wie die zwei "Beauftragten für Unnötiges" in Wien unter 500 Berwerber wurden, zufällig dann neben ihren enormen Qualifikationen für Orchideen Gestaltung auch zufällig aus dem Dunstkreis der Grünen stammen, so agiert die Kasperlpartei auch auf anderen Gebieten.

Und über Allem schwebt der basisdemokratische Geist - zumindest dort, wo sie ihn hinbugsieren wollen.

Um mit Häupl zu sprechen: Was da abgeht kann nur noch von Vollkoffern beklatscht werden.

Vielleicht werden bei der nächsten Wahl ein paar der Vollkoffer zu Halbkoffern und fangen zu denken an.

Re: Demokratie-Schmäh und und andere Grünstories

Ich warte eigentlich seit einiger Zeit darauf, daß sich die Beauftragten für Radfahrer und Fußgänger vor dem Burgtheater wegen der Spurführung zu prügeln beginnen. Das mit der Fiakerspur dort ist ja wirklich steil !

Pflastermaler in Wien ist zukunftsreich (aber nur für die eingesessenen Betriebe, die die Schmierstellen genau kennen).

Hat jemand eine Akku - betriebene Flex, mit der ich endlich einige der überflüssigsten Fahradständer schnell demontieren kann ?

politiker haben entscheidungen zu treffen

immer das gleiche wenn herumlaviert wird gibt es legionen von unzufriedenen und mit recht. schulreform, verwaltungsreform, bundesheer und so weiter. wenn dann etwas entschieden wird UND sogar umgesetzt wird und paßt es auch nicht. soll man jetzt jeden fragen ob ihm das angenehm ist oder wie? konkret bitte wer fährt durch die mariahilferstrasse um irgendwo hinzukommen, das ist doch ein scherz. an beiden ende gibts garagen alternativ gehts öffentlich. man möge einmal in rom, paris, london oder ähnlichen städten versuchen innerstädtisch zu parken.

andreasgasse zufahrt

bin bewohner in der andreasgasse. weiss irgend jemand wie man dann in die andreasgasse zu den wohnungen und garagen zufahren kann?

 
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