Wilheminenberg: Hinweise auf Prostitution

Die Kommission geht vermehrt möglichen Verbindungen ins Rotlichtmilieu nach. Ein Ergebnis gebe es aber noch nicht, da nach wie vor Zeugenaussagen verwertet würden, sagt Richterin Barbara Helige.

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(c) EPA (HERBERT PFARRHOFER)

Wien/Kb. Der Verdacht des organisierten sexuellen Missbrauchs von Kindern im ehemaligen Kinderheim auf dem Wilhelminenberg in Wien dürfte sich erhärten. In diese Richtung sei zuletzt vermehrt recherchiert worden, ein Ergebnis gebe es aber noch nicht, da nach wie vor Zeugenaussagen verwertet würden, sagt Richterin Barbara Helige, Leiterin der Wilhelminenberg-Kommission. Bereits im November berichtete sie, dass im Schloss Wilhelminenberg „Kinderprostitution nicht auszuschließen“ sei.

Sollte sich herausstellen, dass Kinder in großem Stil zur Prostitution gezwungen und auch an Zuhälter „verkauft“ wurden, wäre das für das ehemalige Heimkind Ingrid E. keine Überraschung. „Ich erinnere mich an mehrere Personen mit Taschenlampen, die sich Nacht für Nacht dem Trakt mit den jüngsten Mädchen näherten, aber nie kam die Polizei“, so die heute 58-Jährige. „Wir hörten auch keine Schreie, kein Winseln. Am nächsten Morgen waren einige Mädchen komplett verstört und weinten oft stundenlang.“

Manche Mädchen seien auch verschwunden. „Unter anderem meine beste Freundin, die eines Nachts ins Bett ging und am nächsten Morgen nicht mehr da war.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.01.2013)

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