Ein Monat Votivkirchenbesetzung: Unterstützer-Appell

17.01.2013 | 13:18 |   (DiePresse.com)

Die NGOs fordern von der Regierung eine "gute und friedliche Lösung". Die FPÖ geht auf Konfrontationskurs zu Kardinal Schönborn.

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Caritas und Diakonie haben am Donnerstag gemeinsam mit amnesty international (ai) an die Politik appelliert, für die Flüchtlinge in der Votivkirche "rasch eine gute und friedliche Lösung" zu finden. Zugleich zogen sie eine kleine Bilanz, da sich die Asylwerber seit einem Monat, nämlich seit dem 18. Dezember 2012, in der Kirche aufhalten. Vergangene Nacht hätten wieder 45 Menschen dort genächtigt. Aufgrund des Hungerstreiks seien mittlerweile "rund 25 ambulante bzw. stationäre Krankenhausaufenthalte" erforderlich gewesen. Die FPÖ attackierte unterdessen Caritas und Kirche. Obmann Heinz-Christian Strache sieht eine "Allianz zwischen Kirche und Anarchisten".

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Es gehe den Flüchtlingen mittlerweile "nicht mehr um unrealistische Forderungen", betonten der Wiener Caritas-Direktor Michael Landau, Diakonie-Direktor Michael Chalupka sowie ai-Generalsekretär Heinz Patzelt in einer gemeinsamen Aussendung und nannten als Beispiel den ursprünglichen Wunsch, die Fingerabdrücke der Betroffenen zu löschen. Die Flüchtlinge forderten vielmehr schlicht "ihre Menschenrechte ein": Etwa, einer sinnvollen Arbeit nachgehen zu können und in menschenwürdigen Quartieren untergebracht zu werden.

Rasche Asylverfahren, Qualitätsstandards

Die drei NGOs drängten daher konkret auf "rasche, qualitätsvolle Asylverfahren", eine "echte Möglichkeit, zu arbeiten und für sich selbst sorgen zu dürfen" sowie einheitliche Qualitätsstandards für die Unterbringung und laufende Kontrollen der Quartiere auf diese Standards hin. Das Lager in der Votivkirche sei "ein Hilfeschrei von Menschen in Not, die auf grundsätzliche Probleme und Verbesserungsbedarf aufmerksam machen", wurde betont. Bundeskanzleramt und Innenministerium seien nun aufgerufen, entsprechende Verbesserungen in die Wege zu leiten.

Die Flüchtlinge werden weiterhin von Caritas und Johannitern betreut, wobei die NGO-Vertreter unterstrichen, dass man sie weiterhin "eindringlich" bitte, den "Hungerstreik besser heute als morgen beenden und ihre Gesundheit nicht weiter gefährden".

Strache attackiert Schönborn

Zwischen Kirchenvertretern und FPÖ ist beim Asylthema mittlerweile ein offener Streit entbrannt. Nach Kritik der Erzdiözese Wien an Plakaten der FPÖ attackierte deren Obmann Heinz-Christian Strache am Freitag Kardinal Christoph Schönborn. Er ortete in einer Pressekonferenz eine "Allianz zwischen Kirche und Anarchisten". Die FPÖ fordert zudem eine Verschärfung der Asylgesetze.

Der Sprecher der Erzdiözese Wien, Michael Prüller, hatte zuvor gegenüber dem "Kurier" (Donnerstag-Ausgabe) eine Inseratenkampagne der FPÖ zur Votivkirche ("Schubhaft, zwangsernähren und abschieben!") kritisiert. Wer den Asylwerbern in der Votivkirche beisteht und sie mit dem Lebensnotwendigsten versorgt, sei sicher kein Täter. Strache sieht das ein wenig anders: "Jeder der meint, Asylbetrüger unterstützen zu müssen, ist ein Beitragstäter."

"Wünschen uns anderes Verhalten"

Viele Katholiken würden die "Allianz zwischen Kirchenvertretern und Anarchisten" nicht verstehen, glaubt er. "Wir würden uns wirklich neue Hirten bzw. ein anderes Verhalten unserer Oberhirten in diesem Land wünschen", so der FPÖ-Chef. Er attackierte auch die Caritas, die sich um die Flüchtlinge in der Votivkirche kümmert. Diese finanziere sich zu 93 Prozent aus Steuergeld und betreibe ein "unredliches Geschäft im Namen der vorgeblichen Humanität auf Kosten der Steuerzahler".

FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky nahm die Besetzung der Votivkirche zum Anlass, eine Verschärfung der Asylgesetzgebung zu verlangen, etwa durch eine "Anreizminimierung" für jene, die Missbrauch betreiben würden. Zudem forderte er die Regierung auf, den Flüchtlingen und Aktivisten in der Votivkirche eine 24-Stunden-Frist für die Räumung zu setzen. Jene Personen, die sich illegal hier befinden, müssten zudem abgeschoben werden.

 

(APA)

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215 Kommentare
 
12 3 4 5

Die Kirche rüstet auf -

in Linz unterstützte die Diözöse "Solidaritätsveranstaltung mit AsylwerberInnen"

http://www.dioezese-linz.at/redaktion/index.php?action_new=Lesen&Article_ID=64736

Re: Die Kirche rüstet auf -

nexte woche besuch ich die Votivkirche

Re: Re: Die Kirche rüstet auf -

Aber nicht vergessen nur zu den Zeiten zu denen eine Messe ist hinkommen. Weil den Rest der Zeit ist die Kirche geschlossen.....
Sonst könnte ja jemand sehen dass der Hungerstreik nur halbherzig durchgehalten wird.

12

Re: Die Kirche rüstet auf -

PS. zuerst Linz, dann Wien - welche Stadt ist die nächste?

Test

Test

Irgendwie Lustig

Auf dieser i-net Seite das Angebot für : Abenteuer Iglu – Schlafen wie die Eskimos! Schätze, das haben die Herren in der Kirche Gratis !

ich fordere auch mein recht

als steuerzahler der für das alles aufkommt.
mikl l beenden sie diese untragbare situation ohne weitere schäden für die republik die aus linz heraus auftreten können !

55

Das würde keinem Satiriker einfallen:

Die Votivkirche ist außerhalb der Gottesdienstzeiten für kirchensteuerzahlende Katholiken gesperrt
und für illegale Moslems geöffnet

Re: Das würde keinem Satiriker einfallen:

????
Und?

Re: Re: Das würde keinem Satiriker einfallen:

Wo bleibt der inhaltliche Auswurf?

Viel mehr außer "Und?" scheint außerhalb des Intellekts zu stehen.

Bemerkenswert ist ...

... dass offensichtlich einige Aktivisten Bundesdeutsche sind. Nachzuhören Ö1 Journal Panorama 14. 1. 2013 18:25

http://oe1.orf.at/konsole?show=ondemand&track_id=325805&load_day=/programm/konsole/tag/20130114


Re: Bemerkenswert ist ...

????
Und?

Bemerkenswert ist ...


Re: Bemerkenswert ist ...

Bist wohl beim Formulieren eines einfachen Satzes vor lauter antrengendem Nachdenken eingeschlafen.

Re: Re: Bemerkenswert ist ...

Nach 2x "Und?" posten gestehe ich Ihnen dasselbe ein!

Re: Re: Bemerkenswert ist ...

anstrenendem

18

Linz Asylveranstaltung/17.1.: we demand our rights ...

... "wir fordern unser Recht", das prangte nicht nur gedruckt auf der Brust der Diskussionsleiterin (Migrantinnenvereinigung MAIZ), das war auch das Motto der Veranstaltung, bei der auf einer Videoleinwand Votivbesetzer zugeschaltet waren. Mohamed, Migrant aus Marocco und der Vertreter einer somalische Gruppe Salaheddin klagte unter zustimmendem Nicken fast aller, das Asylrecht in Österreich sei "schlecht", die katholische Theologin auf den Podium versprach in einem bizzarren Beitrag Abhilfe, es gebe 3 "systemische Mobilisierungskräfte", unter denen man sich auf die Parteien nicht zu sehr verlassen könne, auch nicht auf die Allianzen mit den Gewerkschaften und NGOs, die Kirche ist die einzige, man möge aber keine Angst haben dass die Kirche die moslemischen Flüchtlinge missionieren will, sie regte an dass der Linzer Bischof mit Unterstützern zu den Flüchtlingen nach Wien geht u.ä. (eine Bitte um Verständnis der Migranten dafür, dass die Belastungen für das Land schon äusserst hoch seien und nicht beliebig erhöht werden kann, war auch von ihr nicht zu hören). Salaheddin sagte noch, dass die Revolution international, mit z.B. den "sans papiers" in Fankreich und Deutschland zu betreiben sei. Die Podiumsleiterin beendete die Veranstaltung, mit dem Aufruf zu einer großen Demonstration in Linz geplant am Do um, 16:00 Treffpunkt Volksgarten.

42

Re: Linz Asylveranstaltung/17.1.: we demand our rights ...

Anmerkung:

Es war ein "Hungerstreikender" aus der Votivkirche am Rednerpult in Linz!

Wie kommt dieser Herr unbehelligt von den Behörden nach Linz?

Mein Beschwerdebrief an den Herrn Bischof ist bereits unterwegs!

Wir würden uns wirklich neue Hirten bzw. ein anderes Verhalten unserer Oberhirten in diesem Land wünschen", so der FPÖ-Chef

Ja das würd ich mir auch wünschen.......vorallem in der Politik........Vorbildlich wie sich der Strache selbst kritisiert!

Re: Wir würden uns wirklich neue Hirten bzw. ein anderes Verhalten unserer Oberhirten in diesem Land wünschen", so der FPÖ-Chef

Wer bitte regiert in Wien seit Jahrzehnten?Die SPÖ oder FPÖ? Also keine falschen Schuldzuweisungen!

1

Re: Wir würden uns wirklich neue Hirten bzw. ein anderes Verhalten unserer Oberhirten in diesem Land wünschen", so der FPÖ-Chef

Für den "Dreifingerbierbesteller" gilt der abgewandelte Filmtitel "Die ungeheuere Peinlichkeit des Seins".

Re: Wir würden uns wirklich neue Hirten bzw. ein anderes Verhalten unserer Oberhirten in diesem Land wünschen", so der FPÖ-Chef

Auch als absoluter Anti-FPÖ-Wähler muss ich leider sagen.........die anderen sind auch nicht besser. Eigentlich kann man sich bei Wahlen nur noch danach richten wer vermutlich den geringsten Schaden anrichten wird..........und das ist weder die ganz rechte Seite wie die FPÖ nocht die ganz linke Seite wie die Grünen.

Re: Re: Wir würden uns wirklich neue Hirten bzw. ein anderes Verhalten unserer Oberhirten in diesem Land wünschen", so der FPÖ-Chef

bei rot und schwarz können wir aber nicht bleiben also muss was neues her ...

Re: Re: Re: Wir würden uns wirklich neue Hirten bzw. ein anderes Verhalten unserer Oberhirten in diesem Land wünschen", so der FPÖ-Chef

Nur leider gibt es (zumindest meiner Meinung nach) keine brauchbare Alternative zu Rot-Schwarz. Das ist ja das Problem.

FPÖ - aus schon mehrfach erwähnten Gründen ein schrecklicher Gedanke für mich
Grüne - was da rauskommt sieht man in Wien. Noch abgehobener als die SPÖ (und die ÖVP), noch mehr darauf schauen dass ja der eigene Wille durchgesetzt wird, egal was die Bevölkerung will oder ob es im Sinne der Bevölkerung ist
Stronach - solange es kein Regierungsprogramm gibt nicht einmal eine Alternative um drüber nachzudenken.
ÖVP Alleinregierung - Wäre sicher gut für die Unternehmen.....aber eine Katastrophe für die Bürger. Und damit langfristig auch schlecht für die Unternehmer. Weil wenn sich die Konsumenten nichts mehr leisten können gehen auch die Unternehmer Pleite
SPÖ Alleinregierung - Umgekehrt zur ÖVP. Eine Zeit lang sicher gut für die Bürger, aber schlecht für die Wirtschaft. Und damit längerfristig auch schlecht für die Menschen.

Also sehe ich, mit den momentan vorhandenen Parteien, leider keine Alternative zu Rot-Schwarz.

Das Problem ist, dass ALLE Parteien nur mehr auf ihren eigenen Vorteil und den Vorteil ihrer Kernklientel aus sind. Und nicht mehr auf das Wohl der Gesamtheit.

Re: Re: Re: Re: Wir würden uns wirklich neue Hirten bzw. ein anderes Verhalten unserer Oberhirten in diesem Land wünschen", so der FPÖ-Chef

Ihr letzte Satz, "Und nicht mehr auf das Wohl der Gesamtheit." trifft vor allem auf diese unselige KroKo zu, die niemand wählen kann, aber immer regiert!

Keine Alternative - jawoll, wir rasen dem Abgrund zu und die geben noch Gas dabei - weil den Scherbenhaufen sowieso keiner mehr Herr werden kann - also wieder dieselbe Chose.

Also wieder SPÖ/ÖVP wählen, damit sich ja nix ändern kann - und Schuld ist immer der Strache, wie hier beim Asylwesen, obwohl er noch keinen einzigen Tag regiert hat!

Nennt sich das Denken?

4

TRAURIG

Es ist schon interessant wieviele Rechtsrechte diese armen Teufel zur Kompensation ihres Versagens im Berufs- oder/und im Privatleben benutzen.

 
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