"Pankahyttn": Ein Kämpfer gegen Punks

17.01.2013 | 18:31 |   (Die Presse)

Als die "Pankahyttn" gegründet wurde, war die Skepsis groß. Nur noch ein Anrainer kämpft gegen das Projekt.

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Wien/Red. Vor rund fünf Jahren hatte die Stadt Wien ein Problem. Auf der Mariahilfer Straße gab es zahlreiche obdachlose Punks, die sich den ganzen Tag auf der Straße aufhielten, Passanten anbettelten (die sich davon belästigt fühlten) und gelegentlich leer stehende Häuser besetzten. Auch die Kaufleute der Mariahilfer Straße protestierten bei der Stadt. Um diesen Konflikt zu lösen, stellte die Stadt in der Johnstraße 45 den Punks ein Gebäude zur Verfügung, in dem sie wohnen können. Sozialarbeiter sollten sich darum kümmern, dass gewisse Spielregeln eingehalten werden und es keine Probleme mit den Nachbarn gibt.

Seither hat sich die Situation beruhigt. Doch ein letzter Gegner ist noch übrig geblieben – der kämpft dafür umso verbissener. Im Visier hat er die Veranstaltungshalle in dem Haus, in der oft bis in die frühen Morgenstunden lautstark gefeiert wird – was ihn um den Schlaf bringt, wie er sagt.

 

Anrainer erkämpft runden Tisch

Der Anrainer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, ist ein Einzelkämpfer, kann aber trotzdem Erfolge verzeichnen. Am Montag fand ein runder Tisch mit Beteiligung der Sozialarbeiter (das Gebäude gehört dem Fonds Soziales Wien), Bezirksvorstehung, Polizei und dem Anrainer statt. Vereinbart wurden Lärmmessungen über einen längeren Zeitraum – um zu erheben, wie massiv das Problem ist und wie es behoben werden kann und warum die Bässe gerade in seine Wohnung wandern. Er erreichte nach eigenen Angaben, dass die Musikanlage in der Halle verplombt wird, damit sie nicht mit maximaler Lautstärke betrieben werden kann. Und: Die Sozialarbeiter werden nochmals eindringlich mit den Punks reden.

Der Anrainer, der seit Monaten wegen Lärmproblemen einen Kampf führt, kritisiert auch unklare Kompetenzen – angeblich sei bei Beschwerden nicht eingegriffen worden, wenn in der „Pankahyttn“ (wie das Gebäude genannt wird) bei voller Lautstärke die ganze Nacht durchgefeiert wurde. Oft hatte er beispielsweise die Polizei gerufen, weil der Lärm ihn in der Nacht aus dem Schlaf riss. Die Polizei ging allerdings nicht direkt in die Veranstaltungshalle, um den Lärm abzustellen, sondern informierte die Sozialarbeiter. „Die hatten aber die Weisung, die Veranstaltungshalle nicht zu betreten, wie mir eine Sozialarbeiterin erklärte“, meint der Anrainer: „Sie können nur dort in der Halle anrufen.“ Nachsatz: „Dass um zwei Uhr in der Früh dort keiner abhebt, weil gefeiert wird und viele schon betrunken sind, ist klar.“ Deshalb sei der Lärm oft weitergegangen.

 

Kein Zutritt für Sozialarbeiter

Die Punks bestätigen auf ihrer Homepage, dass das Projekt nicht völlig unter Kontrolle der Sozialarbeiter abläuft, so wie es den Anrainern anfangs versprochen wurde. „Wir kontrollieren und organisieren unsere Bereiche, zu denen die Sozialarbeiter keinen Zutritt haben“, heißt es dort.

Die Polizei kann ein Ansteigen von Beschwerden nicht bestätigen. Es wird allerdings zugegeben, dass bei Beschwerden die Sozialarbeiter benachrichtigt werden – die wiederum gehen den Klagen direkt vor Ort nach. Allerdings sieht man beim FSW das Problem nicht allzu drastisch: „Wir hatten 2012 wegen dieses Hauses insgesamt 74 Anzeigen wegen Lärmbelästigung – 70 davon kamen von dem betreffenden Anrainer.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.01.2013)

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67 Kommentare
 
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Hamsterrad für den Bürger oder Psychiatrie

Das Vorgehen oder, besser gesagt, das Nichthandeln der Bürokratie hat System: Der Durchschnittsbürger ermüdet dank der Ignoranz der Behörde und gibt schließlich auf, und der Durchhalter wird als Einzelkämpfer oder als Teil einer kleinen Randgruppe als notorischer Querulant ins psychiatrische Eck definiert.
Aus der Sicht der Schreibtische ist dann alles in Ordnung.

Resignation

eine Schande das Haus, aber bitte .. etwas Toleranz muss sein .. man resigniert halt irgendwann

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Sie sollen leben wie sie wollen

Nur: sie sollen auch selber dafür zahlen. Die Kosten werden aber dem Steuerzahler aufgebürdet, und das ist nicht in Ordnung.

warum unterstützt Wien ein solches Gsindl?

ach ja, Wien ist anders.

35 3

Und das traurige daran ist

2,5 Mio € bis jetzt an Kosten (Ankauf,Renovierung,..) und 455.000€ pro Jahr nur an Betreuungskosten.

Geld, das wahrlich besser verwendet werden kann.
Im SOS-Kinderdorf oder St.Anna Kinderspital wäre das Geld besser verwendet worden.

Ich sehe den Sinn nicht, dass man As.oziale sponsert, die schon aus Prinzip egen den Staat sind und dem auch nie etwas zurückgeben werden.

Die Roten und Grünen haben ein Faible für solche Randgruppen.

Re: Und das traurige daran ist

Im geschlossenen Vollzug wären diese Herrschaften kostengünstiger und bei gleichen Ergebnissen für die Gesellschaft zu halten.

18 2

Re: Und das traurige daran ist


"Die Roten und Grünen haben ein Faible für solche Randgruppen."

Selbstverständlich haben die ein Faible für Punks - auf Kosten der Steuerzahler eine Art Privat-Armee für sich nützen zu können, kannn schon hilfreich sein. Den Roten und Grünen ist es völlig gleichgültig, daß die Zukunft dieser Punks düster aussieht.

Du meine Güte!

"ie Roten und Grünen haben ein Faible für solche Randgruppen."

Nein.

Die Blauen mögen sie zum Beispiel nicht.........

Die einzige asoziale Randgruppe ...

... gegen die die Grünen offen auftreten sind doch die FPÖ-ler!

23 1

Zitat HP Pankahyttn

"Für uns ist die Grenze klar: Die Pankahyttn ist ein selbstorganisiertes, unkommerzielles, Wohn-, Kultur- und Sozialprojekt von, mit und für Panx, in dem wir weiterhin nach unseren Vorstellungen leben werden."

für das der Steuerzahler brav blechen darf.

Wenn man schon Geschenke erhält sollte man wenigstens die Klappe nicht so weit aufreissen.

Asoziale A....

...

punks not dead!

Liebe/r AnrainerIn

Die Problematik der Pankahyttn ist mir wohl bekannt, da ich selbst Anrainer bin und gleichfalls keine Entspannung der Lage feststellen kann.
Die Situation war und ist unduldbar, wobei die Nihilierung der Probleme durch die BetreiberInnen scheinbar zum guten Ton in Wien gehört und somit zur Resignation der Betroffenen führt. Dies scheint Methode zu haben, da die meisten AnrainerInnen, die es sich leisten können, das Feld räumen und der Stadt in weiterer Folge eine Freifahrtschein für die geplante Gentrifizierung ausstellen.

Anzeigen sind vollkommen wirkungslos, da die Exekutive in keinster Weise daran denkt die bestehenden Gesetze umzusetzen, da, so muss man wohl annehmen, die Polizisten, die dann doch ab und zu entsandt werden um Flagge zu zeigen selbst eingeschüchtert und hilflos erscheinen angesichts der gewaltbereiten und zumeist berauschten Klienten des FSW.

Die Einberufung runder Tische war und, so muss ich annehmen, ist vollkommen sinnfrei, da die einzige Möglichkeit wieder für Ruhe zu sorgen in der Entfernung der Störfaktoren besteht - sprich: Delogierung der BewohnerInnen

Wichtig wäre es an dieser Stelle organisierten Widerstand gegen diesen Zustand aufzubauen.
Sollten sich AnrainerInnen finden, die ebenso denken wäre es sinnvoll uns zu vernetzen.

Meine E-Mail setzt sich zusammen aus dem hier gewählten Benutzernamen, inkl. ausgewiesener Trennzeichen, und der Endung: 13@gmail.com

Lasst und Widerstand leisten.

Mit freundlichen Grüßen

das problem ist..

dass im gegensatz zu früher in der spalo-ich hab das damals als schüler und gelegentlicher gast miterlebt-die heutigen punks einfach bettler sind, denen scheinbar alles wurscht ist. das hat nichts mehr mit punksein zu tun.

Re: das problem ist..

Du verwechselst da was...

...

geh bitte..

In unserer Welt wird es weiterhin Punks, Assoziale, Einbrecher, Diebe, Schläger, Drogendealer, Vergewaltiger, Mörder, Attentäter ect. geben..
(wobei Punks jetzt wirklich das geringste Übel darstellen..)

Und der arme, kleine, gemeine, brave Steuerzahler wird das weiterhin bezahlen, und genau gar nichts wird sich ändern.. Auch euer stolzes, starkes, rebellisches Fpö Kreuzerl wird nichts ändern!


42 2

hatte monatelangen streit mit der stadt...

... wegen meinen (massiv) undichten fenstern in meiner damaligen (gar nicht mal so günstigen) gemeindewohnung. wassereintritte, schimmelbefall (im zimmer meines damals 5-jährigen sohnes), etc etc. die pankahyttn liegt auf meinem damaligen weg zu meinen eltern. mit erstaunen stellte ich eines tages fest, daß dort die fenster getauscht werden. also: ich gehe arbeiten, zahle pünktlich meine miete, verursache NULL probleme = KEINE fenster. pankahyttnbewohner gehen nicht arbeiten, zahlen keine miete, verursachen off. probleme oder schaffen es (zum größten teil negativ behaftet) immer wieder in die medien = NEUE fenster.

Re: hatte monatelangen streit mit der stadt...

das wundert sie? in einer rot geführten stadt müssen sie sich möglichst asozial verhalten, kein einkommen haben und nach möglichkeit auch noch unvermittelbar sein - dann klappts auch mit der unterstützung.

nicht mehr zeitgemäss

punk halte ich für völlig outdated.das ist so was von 70´s/80´s-mässig und was für alte leute.
voll uncool,alder.ischwörr.
so uncool wie serben in ganzjahresadidashosen.

Re: nicht mehr zeitgemäss

mag sein löst aber das Problem nicht . oder ?

1,5 Jahre noch - längstens

die dann neue Wieder Stadtregierung wird dann Schluß machen mit der Schnorrerei, dann wird sich die Polizei sicher hineintrauen;-)


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„Wir hatten 2012 wegen dieses Hauses insgesamt 74 Anzeigen wegen Lärmbelästigung – 70 davon kamen von dem betreffenden Anrainer.“

Ich nehme mal an, was hier so süffisant präsentiert wird, ist der Tatsache geschuldet, dass die anderen bereits Aufgegeben haben, da die Polizei (siehe oben) offensichtlich nicht eingreift ...

punks = heuchler

sie schnorrn den ganzen tag geld von menschen sie verabscheun, dann gehn sie cheeseburger bei dem laden mim schottischen namen, gehen zum s.par bier kaufen und draengen sich immer in der kasse vor, weil sie es immer so eilig haben... ein paar sachen vergessen sie auch immer noch zu zahlen... und sie lieben das system!

Du meine Güte!

Und?
Was stört Sie das?
gehens halt zum meinl einkaufen und zum BurgerKing fürs Fleischlaberl.

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Re: Du meine Güte!

Sinnerfassendes Lesen: Nicht Genügend.

Ehrlich gesagt,

mich gfreut das Hackeln auch nicht. Und Steuern zahlen - sicha net!
Ich will jetzt auch von euch meine eigene Hyttn, in der ich machen kann, was ich will und wann ich will.
Natürlich werd ich die angebotenen Sozialleistungen schon ausschöpfen, eh kloar. Und wenn's mal laut ist, meine Güte. Stopfts euch O.B. in die Ohren, aber lassts mich in Ruhe damit.
ICH BRAUCH DES NÄMLICH, SO WIE I DES WÜLL, DAMIT ICH MI ENTFOITN KAUN!
God shave the Bürgermaistro!

Re: Ehrlich gesagt,

Die Hyttn musst du dir schon selbst "organisieren".

 
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