Der Rathausplatz: Ein Ort, der niemals schläft

19.01.2013 | 18:38 |  von ERICH KOCINA (Die Presse)

Mit dem Eistraum vor dem Rathaus startet am Donnerstag eines der größten Events auf dem wohl bekanntesten Veranstaltungsort Wiens. Wirklich leer ist der Platz nur selten.

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Es ist nicht einfach, ein Foto vom Wiener Rathaus zu machen. Zumindest dann, wenn der Blick auf das neogotische Gebäude nicht durch Bühnen, Marktstände und Kinoleinwände verstellt sein soll – oder auch durch einen riesigen Eislaufplatz wie beim Wiener Eistraum, der kommenden Donnerstag offiziell eröffnet wird. Tatsächlich gibt es recht wenige Zeitfenster, in denen der Rathausplatz einfach nur Platz sein darf, etwa vier bis fünf Wochen wird er 2013 dafür Zeit haben. Um das ganze Ausmaß zu erkennen, reicht schon ein flüchtiger Blick auf den Kalender.

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Allein schon der Eistraum nimmt den Platz für 46 Tage in Anspruch – dabei sind Auf- und Abbau noch gar nicht eingerechnet. Dazu kommen noch einmal je zwei bis drei Wochen für den Auf- und den Abbau. „Der Eistraum ist eine „echte Baustelle, da gibt es nicht nur temporäre Aufbauten“, sagt Michael Draxler, Geschäftsführer der Stadt Wien Marketing GmbH, die sämtliche Veranstaltungen am Rathausplatz koordiniert und auch einige davon selbst veranstaltet. Auch beim Christkindlmarkt, der heuer 40 Tage geöffnet sein wird, muss ein ähnlich langer Vorlauf eingeplant werden, wie auch beim Filmfest, das mit 65 Tagen die längste Veranstaltung auf dem Platz ist.

Natürlich, der Auf- und Abbau kann auch schneller gehen – doch ist immer auch ein gewisses Wetterrisiko einkalkuliert. Und da, wo es geht, versucht man auch, die Infrastruktur gleich für mehrere Veranstaltungen zu nutzen. Die Bühne, zum Beispiel, auf der beim Life Ball am 25.Mai das Showprogramm abläuft, ist im Grunde genau die gleiche wie jene, die schon beim Aufmarsch der SPÖ zum 1.Mai und bei der Eröffnung der Wiener Festwochen am 10.Mai genutzt wird. „Jedes Mal abbauen“, sagt Draxler, „würde sich nicht ausgehen.“


Kein Kirtag vor dem Rathaus. Und doch ist das Jahr 2013 im Vergleich zu anderen Jahren ein wenig entspannter. Allerdings nicht, weil zu wenig Interesse von Veranstaltern da wäre, sondern weil aus terminlichen Gründen manche Events heuer nicht möglich sind. So wird der Wiener Kirtag, der seit 2010 jeweils am Pfingstwochenende abgehalten wurde, heuer nicht am Rathausplatz stattfinden – denn der betreffende Termin ist bereits mit den Arbeiten zum Life Ball belegt. Einstige Fixpunkte wie der Zieleinlauf der Österreich-Radrundfahrt oder des Wien-Marathons mussten schon früher weichen. Ob und wann der Vienna Night Run im September mit Start und Ziel Rathaus heuer stattfindet, ist noch nicht sicher – hier laufen noch Koordinierungsarbeiten mit der Spielemesse Game City, die von Oktober auf September vorgezogen wurde.

Dafür ist der Oktober auf dem Rathausplatzkalender weitgehend frei – eine jener raren Gelegenheiten, den Platz nur als Platz zu erleben. Wobei, auch wenn der Großteil der Veranstaltungen lange im Vorhinein feststeht, gibt es noch die Möglichkeit, kurzfristig etwas einzuschieben. Als etwa Rapid im Mai 1996 ins Europapokalfinale einzog, wurde innerhalb weniger Tage ein Public Viewing am Rathausplatz organisiert. Falls sich also im heurigen Oktober noch etwas ereignen sollte, das eine Veranstaltung auf dem Rathausplatz rechtfertigen sollte – die Chancen stehen nicht so schlecht. Und sollte nichts dergleichen passieren, kann man zumindest ein paar hübsche Fotos vom Wiener Rathaus machen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.01.2013)

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7 Kommentare

Eistraum ist ökologischer Wahnsinn

dieser riesige Eislaufplatz ist erstens ein ökolog. Wahnsinn, denn der Wr. Eislaufverein verbraucht wg. der Nutzung der Abwärme bei der Kälteerzeugung für das Eis einen wesent. geringeren Energieverbrauch. Ich frage mich warum die MA 20 teuere Studien zum Ressourcensparen macht, und eine andere MA so die Energie verpraßt.
Und richtig eislaufen kann ich dort nicht, denn ein Schritt beim Eislaufen ist ein Bogen, und auf diesen schmalen Bahnen kann man nur watschln.
Also kein Sportplatz, sondern Brot u.Spiele.
Aber Ressourcen richtig einsetzen ist ein Fremdwort im Rathaus

Fotos bitte

auch vom Männeken Rathaus, aber speziell von der reizvollen RathausFRAU machen!

da fehlt etwas ganz wichtiges!

Wie schaut es mit dem Geschäftemachen mit den "events" am Rathausplatz aus??
Wieso muss z.B. ein höchst gewinnträchtiger Christkindlmarkt aus dem Wiener Steuertopf mit einer MILLION EUROS über einen Verein mit einem sozialistischen Obmann subventioniert werden?
Ist es schon überall so, dass, wo Wien draufsteht - SPÖ drinnen ist?

Und wenn man

Glück hat und den Platz an diesen seltenen, leeren Tagen sieht, wird man erkennen, wie schön er eigentlich ist. Meistens ist er - wie schon gepostet - mit Brot & Spielen verschandelt.
Was aber zum Herrn BGM passt; der schaut ja mittlerweile auch aus, als wäre er mittelklassiger Schausteller im Wurstelprater. Nur teurer ist er halt...

ja der kleine rote Nero von Wien

Weis eben wie man den Pöbel ruhig hält : Brot und Spiel zu Füßen des Rathauses.
Erst wenn dem Österreicher der Brotkorb höher gehängt wird ,könnte er die Realität sehen.

eine frechheit - beneide jene die um das rathaus wohnen nicht

kaum ein ruhiger tag im park, dafür zahlen sie parkplatz pickerl und kreisen stundenlang, enden in einer teuren garage.
dank rot -grün!
an gspritzten für den BM
und a souvlaki für die griechin.

Bort & Spiele

gehen weiter; die nächste Gebührenerhöhung kommt bestimmt!

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