Wien will Schwimmsportzentrum

Auf dem Gelände des Stadionbades soll um 11,3 Millionen Euro ein Schwimmsportzentrum entstehen, das Profis seit Langem fordern. Die Finanzierung ist offen. Es gibt auch noch keinen Zeitplan für die Umsetzung.

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Wien. Seit Jahren kritisieren Wassersportler wie der Schwimmstar Markus Rogan katastrophale Trainingsbedingungen für Profisportler in Wien. Das soll sich nun ändern. Am Dienstag präsentierte Sportstadtrat Christian Oxonitsch eine Machbarkeitsstudie, die mehrere Standorte zwecks Errichtung eines Schwimmsportzentrums untersucht hat. Das Ergebnis: Das Stadionbad eignet sich am besten zum Bau des lange geforderten Zentrums.

„Es gibt dort eine gute Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln, genügend Parkplätze, das Grundstück gehört der Stadt Wien, und es ist eine spätere Erweiterung möglich“, argumentierte Oxonitsch, der erklärte: Jetzt würde die vertiefende Planungsphase beginnen. In welchem Ausmaß das neue Schwimmsportzentrum realisiert wird, ist noch offen.
Derzeit gibt es vier Varianten. Die teuerste kostet rund 40 Millionen Euro (Wettkampfstätte und Training für alle Wassersportarten), die billigste rund neun Millionen Euro (Trainingszentrum nur für Schwimmer).

Bund müsste mitzahlen

Es soll auf folgende Variante hinauslaufen: Um 11,3 Millionen Euro würden sechs Bahnen in einem 15 mal 50 Meter großen Becken entstehen. Dort würde es Trainingsmöglichkeiten für Schwimmer, Wasserballer und Synchronschwimmer geben. Ein „normaler“ Badebetrieb für die Wiener ist nicht vorgesehen. Ein Grund, warum es die zweitbilligste Variante wird: Die Stadtkassen sind leer. Deshalb möchte Oxonitsch, dass der Bund beim Bau des Sportzentrums mitzahlt: „Weil es ein Zentrum für den österreichischen Spitzensport ist.“ Nachsatz: „Ohne Bund wird es nicht gehen.“

Anders formuliert: Beteiligt sich der Bund nicht an den Kosten, ist offen, ob und in welcher Form das Sportzentrum in Wien realisiert wird. Deshalb gibt es noch keinen Zeitplan für die Umsetzung, wie Oxonitsch eingesteht. Das Sportministerium signalisiert auf „Presse“-Anfrage Entgegenkommen: „Wir sind gesprächsbereit.“ Derzeit würden dem Ministerium aber keine Details vorliegen, weshalb man sich das Projekt erst ansehen müsse. Voraussetzung für eine Beteiligung sei, dass das Zentrum dem österreichischen Sport, nicht nur Wien, zur Verfügung stehen muss.

Neben dem Stadionbad wurden auch Standorte in Aspern und im Kurpark Oberlaa untersucht. Sie unterlagen in der Bewertung allerdings dem Stadionbad.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.01.2013)

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