Votivkirche: Angebot für Ersatzquartier bleibt aufrecht

Die Caritas hat die Räume in einem Kloster gemeinsam mit Flüchtlingsvertretern besichtigt. Das Verhältnis zwischen Betreuern und Asylwerbern sei "angespannt".

Die Asylwerber bei einer Pressekonferenz in der Votivkirche.
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Die Asylwerber bei einer Pressekonferenz in der Votivkirche.
Die Asylwerber bei einer Pressekonferenz in der Votivkirche. – (c) Dapd (Ronald Zak)

Für die Asylwerber in der Votivkirche gebe es weiterhin das Angebot, in ein von der Kirche zur Verfügung gestelltes Ersatzquartier umzuziehen. Die Caritas Wien erklärte, dass sich vier Vertreter der Asylwerber die Räumlichkeiten in einem Kloster selbst angesehen hätten. Grundsätzlich könne man aber niemanden zwingen, Hilfe anzunehmen. Ob der in der Vorwoche unterbrochene Hungerstreik wieder aufgenommen wird, ist noch nicht bekannt.

Am Mittwoch hatten Flüchtlingsaktivisten das angebotene Quartier mit der Begründung, es sei "menschenunwürdig", abgelehnt. Caritas Wien-Sprecher Klaus Schwertner hielt am Donnerstag gegenüber der Austria Presse Agentur fest: "Die Caritas hat die Räumlichkeiten gemeinsam mit vier Vertretern der Flüchtlinge besichtigt. Das ist ein normales Kloster mit Zwei- bis Vier-Bett-Zimmern und Sanitärräumlichkeiten." Die Asylwerber fragten nach der Möglichkeit eines Gemeinschaftsraumes, woraufhin man dort auch das ehemalige Kellertheater besichtigt habe.

Vertrauensverhältnis "angeknackst"

Die vier Vertreter der Gruppe aus der Votivkirche hätten dann erklärt, ihr Matratzenlager in diesem Kellergewölbe aufschlagen zu wollen, da sie dort die Möglichkeit sahen, weiterhin gemeinsam an einem Ort zu sein. Schwertner räumte ein, dass unterschiedliche Aussagen der vergangenen Tage dazu geführt haben, dass das "gute Vertrauensverhältnis" zwischen den Asylwerbern und den Betreuern etwas "angeknackst" ist. Nach wie vor sei man jedoch 24 Stunden vor Ort und biete Hilfe an.

Er zeigte sich auch weiterhin zuversichtlich, dass das Vertrauen in die Caritas und die Kirche vorhanden ist und es gemeinsam eine gute Lösung geben kann. "Wichtig wären aber vertrauensbildende Signale aus der Politik", so Schwertner.

(APA)

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