Votivkirche: Asylwerber treten wieder in Hungerstreik

01.02.2013 | 14:24 |   (DiePresse.com)

Die Asylwerber wollen die Kirche nicht verlassen, ehe auf ihre Forderungen eingegangen wird. Die Caritas wird wegen des regulierten Zugangs kritisiert.

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Die Asylwerber mit teils abgelehntem Asylbescheid, die seit Wochen in der Votivkirche für mehr Rechte protestieren, treten ab sofort wieder in den Hungerstreik. Das erklärten die Betroffenen am Freitag auf einer Pressekonferenz in der Wiener Votivkirche. Das Angebot der Caritas, in ein anderes kirchliches Quartier umzusiedeln, lehnen sie ab. Sie verlangen ein Eingehen auf ihre Forderungen, vorher wollen sie die Kirche nicht verlassen.

"Wir gehen nicht woanders hin, ohne eine Lösung", sagte einer der Flüchtlinge. Die Forderungen bleiben aufrecht, allen voran jene nach einer Legalisierung des Aufenthaltsstatus all jener, die seit Beginn bei den Protesten dabei gewesen waren. Laut Auskunft der Flüchtlinge soll es sich dabei um insgesamt rund 100 Personen handeln. In der Kirche sind derzeit rund 60 Flüchtlinge. Die Protestierenden verlangen Gespräche mit Verantwortungsträgern der Regierung, gefragt, wer dies sein soll, hieß es, "jemand mit Herz".

Kritik an der Caritas

Kritik gab es seitens der Flüchtlinge an der Caritas, konkret wollen die Flüchtlinge eine Lockerung der strikten Zugangsregeln zu der Kirche. Derzeit dürfen nur fünf Personen von außen auf einmal die Kirche betreten, um mit den Flüchtlingen zu sprechen. Dies sei zu wenig, betonten die Flüchtlinge.

Die Betroffenen in der Kirche betonten, dass sie ihre Entscheidungen eigenständig, ohne Instrumentalisierung von außen, treffen würden. Die Wiederaufnahme des Hungerstreiks sei die Entscheidung jedes Einzelnen. Sie äußerten auch die Sorge, dass die Polizei kommen und die Flüchtlinge wegbringen könnte. Sollte der Polizei Zugang zur Kirche gewährt werden, dann liege dies in der alleinigen Verantwortung von Kardinal Christoph Schönborn, sagte einer der Flüchtlinge.

Kirche weist Vorwürfe zurück

Die Erzdiözese will die "Hausordnung" in der Wiener Votivkirche, die gemeinsam mit den Flüchtlingen im Dezember beschlossen wurde, nicht ändern, teilte Schönborn-Sprecher Michael Prüller nach der Pressekonfernez mit. Man wolle den Flüchtlingen eine Zuflucht bieten, berücksichtigen müsse man aber auch, dass die Votivkirche Pfarrkirche sei. Man habe derzeit den Eindruck, dass es "ein bisschen den Wunsch" gebe, eine politische Bühne zu schaffen.

Auch die Ängste der Flüchtlinge, die Polizei könnte Zutritt zur Kirche bekommen, versuchte Prüller zu zerstreuen. Derzeit werde die Kirche die Polizei keinesfalls aktiv in die Kirche bitten. Das sei derzeit kein Thema.

Zum wieder aufgenommenen Hungerstreik sagte Prüller, seitens der Erzdiözese halte man das für keine gute Maßnahme. Dass die Flüchtlinge weiterhin in der Votivkirche bleiben wollen und die von der Caritas angebotenen Ersatzquartiere nicht annehmen wollen, bedauerte der Sprecher. Seitens der Flüchtlinge bereits am Donnerstag geäußerte Vorwürfe, dass die angebotenen Quartiere "menschenunwürdig" seien, wies er erneut zurück.

(APA)

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212 Kommentare
 
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Dieses Problem lässt sich mit Hausverstand lösen.

Alle Flüchtlinge, die einen positiven Bescheid haben, sollen da bleiben und gemäß der UN-Konvention behandelt werden.
Die anderen sollen mit Respekt behandelt und im Fall eines negativen Bescheides abgeschoben werden.
Dass auch in unserem Staat die demokratisch beschlossenen Gesetze gelten, das müsste wohl auch den Grünen beizubringen sein...

Hypothese zur Situation in der Votivkirche

2. Versuch zu diesem Thema zu posten:

Gehen wir einmal von einer Hypothese aus, die es in der Realität natürlich so niemals geben würde:

Ein "gutherziger" Mensch stellt seine Wohnung 5 Asylbewerbern, die bereits rechtsgültige u. abschlägige Bescheide ihrer Asylanträge in den Händen haben u. kurz vor der Abschiebung stehen, zur Verfügung! Er lässt sie also in seiner Wohnung leben, versorgt sie mit allem was sie so brauchen u. erzählt das auch stolzgeschwellt seinem Nachbarn.

Leider ist der Nachbar ein "böser" Rechter der die Polizei verständigt , die sofort mit Blaulicht anfährt um die Leute in Schubhaft zu nehmen! Der Gutherzige lässt die Polizei aber nicht in die Wohnung: "IHR SEID BÖSE UND DÜRFT HIER NICHT HINEIN"

Nun meine Frage dazu:
Würde die Polizei sich das gefallen lassen und wieder abziehen oder doch die Leute rausholen, abführen u. in Schubhaft nehmen?

Wir gehen nicht woanders hin...

... ohne Lösung.

Meine Lösung: Endlich Räumung der Kirche von diesen teilweise Illegalen, die hier einen Aufenthalt(stitel) mit unerfüllbaren Forderungen erzwingen wollen.

Wie lange lässt sich die Politik und der österreichische Steuerzahler, den diese ganze Aktion wahrscheinlich schon ein schönes Sümmchen gekostet hat, noch auf der Nase herumtanzen?

Ein weiterer Ansatz: Festnahme der im Hintergrund arbeitenden Aktivisten, die die Asylanten tw. aufhetzen und für ihre Zwecke missbrauchen. Dann schau'n wir mal, wie lange die Asylanten ohne Unterstützung noch in der Votivkirche knotzen...

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Spenden willkommen!

Ich habe ein Email von den Aktivisten bekommen mit der Bitte um eine Spende für ein Notebook mit Internetzugang für die "Flüchtlinge" in der Votivkirche. Ebenso soll ich bei einem Solitaritäsausflug am 09.02 zu den "Flüchtlingen" dabei sein, wobei das Notebook übergeben werden sollte. Es wird alles bezahlt(Reise, etc.) da genügend Spendengelder(????) vorhanden sind.

Meine Antwort: Sch... Euch zum Teu..l?

Gibt es hier Zensur

oder warum wurde ein um etwa 18.20 Uhr von mir gesendetes Posting bisher nicht freigeschalten???

Nur soviel, das Forum von Standard, hat es freigegeben als ich es dort gepostet habe! Bin etwas überrascht, weil es in keiner Weise polemisch oder anstössig war!

Re: Gibt es hier Zensur

Zensur habe ich noch nicht erlebt, allerdings einen Tag und länger bis zur Freischaltung.

Warum ist mir ein Rätsel. Das ist ja, als wäre die Presse ein Amt, in dem ein Hofrat befragt werden muss, der halt keine Zeit hat.

Ich werde in Zukunft öfter mit meinem

Amerikanischen Staffordshire-Terrier in der Universitätsstraße spazieren gehen.

Wenn ein Hungerstreik als Mittel medialer Agitation eingesetzt wird,

muss man ihn ja nicht wirklich ernst nehmen. Es handelt sich dabei um eine taktische Finte,
In diesem Lichte kann man angesichts des Hungerstreiks einfach zur Tagesordnung übergehen und diese Aktion einfach ignorieren...

20

Ein subversiver Betrag!

http://tvthek.orf.at/programs/1366-Orientierung/episodes/5358015-Orientierung/5358019----Flucht-ist-kein-Verbrechen---

Der Staat im Staat hat beängstigende Dimensionen erreicht!

Wer solche Beträge "ON AIR" gehen lässt, müsste seine Sendelizenz verlieren!

Re: Ein subversiver Betrag!

§ 8.2. des Privatradiogesetzes verbietet Parteien im Sinne des Parteiengesetzes die Errichtung und den Betrieb einer Rundfunkstation.

Dabei wollte man vermutlich den traditionell "unabhängigen" ORF schützen.

Re: Ein subversiver Betrag!


Man hätte auch eine zur Kirchenbesetzung kritische Stimme zu Wort kommen lassen können, dann wäre der Beitrag ausgewogener gewesen.

Aber, gleich nach Aberkennung der Sendelizenz zu rufen, geht wohl zu weit.

"Wir gehen nicht woanders hin"

Die abgelehnten Asylanträge lassen aber keine andere Möglichkeit zu, als dass diese Scheinasylanten A und somit auch die EU zu verlassen haben um hier wieder die Ressourcen freizumachen für echte Flüchtlinge.

24

Kann man den Schaden

... den diese Schauspieler an den österr. Steuerzahler schon angerichtet haben, anähernd beziffern?

Empathie

Wenn ich mir die Posts hier so durchlese, bin ich schon schockiert, wie empathiebefreit hier viele sind.

Ja, die Leute in der Votivkirche haben eine ganz falsche Wahrnehmung, wie ihre Aktion rüberkommt und was Asyl ist, aber die haben keine falsche Wahrnehmung, weil sie böse oder charakterlich wertlos sind, sondern weil sie aufgrund der Informationen handeln, die sie haben.

In vielen armen Ländern wird selbstverständlich angenommen, dass jeder, der in Europa lebt, reich ist (die Touristen sind es ja dem Eindruck nach alle). Auch deren Mitbürger, die in Europa studieren, haben Schwierigkeiten, zu erklären, dass Studenten kein Geld haben.

Wenn auf diese Grundlage Kommunikation mit Leuten trifft, die Grenzen völlig ablehnen, dann ist das Resultat leicht zu verstehen.

Bin ich dafür, den Forderungen der Flüchtlingen nachzugeben? Bei den meisten (insbesondere den asylrechtlichen) nein. (Es sollte aber etwa eine Aufnahme des übersetzten Gesprächs geben.)

Bin ich dafür "die Erpresser mit dem Kärcher aus der Kirche zu entfernen"? Ganz sicher nicht. Hier handelt es sich in der Tat um verzweifelte Menschen. Dass sie sich überwiegend im Irrtum befinden, macht sie nicht weniger verzweifelt. Sollte die Kirche auf Wunsch des Hausherrn geräumt werden, erwarte ich mir das gelindeste Mittel dazu, wie es einem Rechtsstaat ansteht.

Insgesamt halte ich Aussitzen für die angemessenste Lösung (vielleicht parteipolitisch unklug, aber das ist kein Maßstab für das Wohl des Landes).

Re: Empathie

die aktion ist von anarchisten gesteuert. möge auch der eine oder andere tn benutzt werden,so ist es nicht im wohl des landes gesetze zu biegen oder zu brechen.

ORF

Bitte ORF 2 einschalten. Da spricht der feiste Chalupka. Es wird einen schlecht davon.

Re: ORF

Zum Nachschauen, wenn man es verpasst hat und für den Fall dass man sich diese weichgespülte ORF-Propaganda überhaupt geben will:

http://tvthek.orf.at/programs/1366-Orientierung/episodes/5358015-Orientierung/5358019----Flucht-ist-kein-Verbrechen---

Hoffentlich pflanzen sie weiterhin die Caritas und die Innenministerin

Diese Wahlwerbung für die FPÖ ist schlicht unbezahlbar!

Email von "Radio Maria" an mich!

Ich hoffe, dass sich das Problem mit den "Flüchtlingen" bis zum Konzert erledigt hat, da sonst "Radio Maria" ein Problem hat bzw. der Herr Kardinal.
Die Macht der Radio Maria Aktivisten ist groß!

Folgendes Email ging am 01.02.2013 an mich:

Liebe Freunde und Hörer von Radio Maria!

"Die Priester" mit unserem Programmdirektor Andreas Schätzle sind auf Konzerttournee und kommen endlich auch nach Österreich!

Das einzige Österreich-Konzert findet am 17. März um 20 Uhr in der Votivkirche in Wien statt.

Freunde und Hörer von Radio Maria erhalten die Eintrittskarten zu einem ermäßigten Preis:

Kategorie PK 1: statt € 49,50 um € 44,50 pro Karte
Kategorie PK 2: statt € 42,50 um € 38,50 pro Karte

Wenn Sie live dabei sein möchten, bestellen Sie bitte Ihre Tickets rasch in unserem Hörerservice:
Tel.: +43 1 710 70 72

10

Re: Email von "Radio Maria" an mich!

Wer wird diese Kirche noch unterstützen welche die Anarchie im Lande unterstütz !!!!

Kommentar

Wo sind eigentlich unser bester BP un BK? Haben die etwa eine gemeinsame Sitzung?

Pakistani

haben Angst vor Hunden.

Herrlich

Es schneit wieder

lasst

sie in der kirche, bis es niemanden mehr interessiert und dann ab in die heimat.

Ach unsere Zara 2.01

HETZT WIEDER!

...hab sie eh schon vermisst...

Du meine Güte!

Was verstehen Sie unter Hetz?
"A muards Hetz..."?
Die haben wir übrigens gestern gehabt; wir ElitInnen.

 
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