Models: Kennzeichnungspflicht für bearbeitete Fotos?

01.02.2013 | 18:28 |  KARL ETTINGER (Die Presse)

Frauenressortchefin Heinisch-Hosek arbeitet vor der Nationalratswahl an rechtlichen Schranken: Ein Stufenplan soll regeln, was bei der Nachbearbeitung von Bildern erlaubt ist.

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Wien. Sie sind schön, viele Österreicherinnen beneiden junge Models um ihren makellosen Teint und Körper. Übersehen wird dabei, dass der Natur auf Hochglanzfotos bei der Bildbearbeitung leicht oder stark nachgeholfen wird. Geht es nach Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, wird das künftig nur noch unter einer Auflage möglich sein: Es muss einen ausdrücklichen Hinweis geben, ob und wie nach einem Fotoshooting das Bild nachträglich geschönt wurde.

Im Haus der SPÖ-Ressortchefin laufen gerade intensive Vorarbeiten für derartige rechtliche Schranken durch ein sogenanntes Bildbearbeitungsgesetz. „Bilder prägen unser Schönheitsideal und sind mitverantwortlich dafür, dass sich heute mehr Menschen denn je unzufrieden in ihrer Haut fühlen“, erläutert Heinisch-Hosek der „Presse“ ihre Motive. Die Folgen dieser Entwicklung mit Abbildungen tief gebräunter Frauen, die nachträglich auf Bildern nochmals dünner gemacht werden, seien in Österreichs Gesellschaft mittlerweile „besorgniserregend“, warnt die Frauenministerin. Denn damit steigt bereits in ganz jungen Jahren der Druck auf Mädchen: Schon bei 13-Jährigen seien Diäten, Essstörungen und auch Schönheitsoperationen als Folge dieser künstlichen Schönheit inzwischen gang und gäbe.

 

Kennzeichnungspflicht mit Ampel

Dem möchte die Frauenministerin mit dem geplanten Bildbearbeitungsgesetz, jedenfalls aber mit einer Selbstverpflichtung, einen Riegel vorschieben. Dabei ist eine besondere Kennzeichnungspflicht vorgesehen. Bei dieser müsste künftig der Grad der Bildbearbeitung auf einem Foto in Form einer „Ampellösung“ angegeben werden: von Grün (etwa wegretouschierte Schatten) über Gelb bis Rot (etwa deutlich veränderte Proportionen). Ein kleiner Punkt am Rand des Bildes soll dies anzeigen.

Heinisch-Hosek peilt an, eine entsprechende Vorlage so rasch wie möglich ausarbeiten zu lassen. Diese Neuregelung soll jedenfalls noch vor der Nationalratswahl im heurigen September erfolgen. Derzeit ist man im Ressort der Frauenministerin bei der Abklärung, in welchem Bereich tatsächlich rechtlich der Hebel angesetzt wird. Die Überlegungen reichen dabei von möglicher Wettbewerbsverzerrung durch allzu stark geschönte Aufnahmen von Fotomodellen über medienrechtliche Änderungen, die in erster Linie auf Hochglanzmagazine mit jungen Frauen abzielen, bis hin zu Fragen der Folgen für die Frauengesundheit.

 

Gesundheitsminister ist dafür

Von ihrem SP-Parteikollegen, Gesundheitsminister Alois Stöger, gibt es für dieses Vorhaben jedenfalls volle Unterstützung. Die Diskussion über derartige Auflagen für die Bildbearbeitung sei „notwendig“, betonte Stöger auf Anfrage der „Presse“. Denn das Bild, das jemand von seinem eigenen Körper habe, spiele für das subjektive Wohlbefinden eines Menschen eine Rolle. Daher sei auch die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Bildern besonders schöner Menschen zu begrüßen. Gesetzliche Regelungen seien Aufgabe der Frauenministerin, stellt Stöger klar. Er lässt keinen Zweifel daran, dass Heinisch-Hosek mit solchen Lösungen bei ihm offene Türen einrennt. Was sie vorbereite, „das kann ich nachvollziehen“.

Bei einer weiteren Initiative ist für Heinisch-Hosek Israel Vorbild. Dort sieht ein Gesetz vor, dass Magermodels nicht mehr über den Laufstege gehen dürfen. Dabei wird der Body-Maß-Index, also die Relation zwischen Gewicht und Körpergröße, als Grundlage herangezogen. Für die Frauenministerin ist das „ein guter Vorschlag“. Sie will sich daher auch dafür einsetzen, dass Österreich diesem Beispiel folgt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.02.2013)

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153 Kommentare
 
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Die fragwürdigen Ideen

der heinrichs-hosenrock werden immer kränker^^

Bildbearbeitungsgesetz?

Klingt wie Zensur. Klingt wie wenn "unserer" Frauenministerin fad wäre.

Als ob wir nicht durch andere abstruse und vollkommen unzeitgemäße Gesetze schon genug gequält wären.

Zurück ins Mittelalter ist offenbar die Devise.

Aber was machen wir mit importierten Printmedien, mit TV-Sendungen usw.? Werden die an der Grenze (die es ja nicht mehr so gibt) abgefangen, überklebt, oder was?

Aber die Chinesen können uns da sicher mit ihrem Know How helfen ;-)

Und dass der Stöger da mittut wundert einen dann auch nicht mehr wirklich ...

totaler müll

es gibt keine unbearbeiteten fashionfotos. schon lang nicht mehr. man kann sich also den blödsinnigen roten punkt auf jedem einzelnen bild sparen. ob man den mädels jetzt erklärt was der punkt bedeutet oder man gleich sagt das alles bearbeitet ist macht keinen unterschied mehr. auf youtube gibts tonnenweise videos die zeigen wie das ganze geht und wie aus gammligen fotos top-shots werden.

hosegg

frau heinrich- hosegg ist ein glücksfall für österreich ! sie bringt österreich in einer art und weise weltweit voran, die auch für herrn darabos beispielhaft sein sollte. es wird unumgänglich notwendig, sein ein staatssekrätariat für anti-hinternbetaster und bildkorrektur ein zu richten. das schafft auch eine basis dafür, den politisch anders denkenden besonders hässlich darstellen zu können. deix wird beauftragt fpö politiker zu bearbeiten. maler sollen gesetzlich verpflichtet werden bei porträts gut sichtbar warzen zu applizieren.

Genau, das sind die wahren Probleme

in diesem Land, Frau Frauenministerin!

Daß z.B. die Löhne in den frauendominierten sozialen Berufe trotz steigender Nachfrage an Arbeitskräften nicht entsprechend steigen (wie heute früh in den Nachrichten berichtet wurde), ist ja wirklich kein Problem, nicht wahr? Aber Hauptsache, wir jammern immer, daß Frauen im Beruf ach so benachteiligt sind. (Nur hier müßte man halt mal ein bisserl Geld in die Hand nehmen, aber so wichtig scheint das offenbar nun doch nicht zu sein.)

bei manchen


nützt nicht einmal das bearbeiten der bilder etwas ...

oh glückliches österreich!

...offenbar haben wir keine anderen probleme...oder irr ich mich da? wenn ja, warum verschwendet ein regierungsmitglied dann zeit und ressourcen für ein derartiges nullthema?

sollange auch

An das andere Extrem "der Übergewichtigkeit" auch verhindert wird. "Magermodels" brauch ich genausowenig wie "fettschwartenmodels" vielleicht einfach gesunde Menschen? : ausserdem was soll dieses dämliche Ampelsystem? Warum nicht einfach einen qr Code wo alle angewannten "Tools" aufgelistet sind? Dann kann man es wenigstens nachvollziehen.

Re: sollange auch

Vielleicht kann man ja das Übergewicht auch einfach wegretuschieren ^^

Ich fordere eine Kennzeichnungspflicht

für verblödete Politiker!

Find ich gut!


Eine Scheinwelt, die zur Norm wird, wenigstens als solche zu kennzeichnen.


Re: Find ich gut!

Aber was macht HH mit den zahllosen schönen Frauen in natura, welche ihrer natürlichen Schönheit mit Lippenstift, Wimperntusche, Anti-Age-Cremen usw. den letzten Drall geben?
Einen gelben Stern vielleicht? Oder von der Straße weg verhaften?


Ich wünschte mir,

dass Madame H.H einmal einen Tag der offenen Tür in ihrem Ministerium anbietet zum Beschnuppern all dieser Mitarbeiterinnen in ihren Denkstuben, wo diese unausgegorenen Ideen ausgebrütet werden.
Man sollte hautnah miterleben dürfen, wie unser Steuergeld durch den Rauchfang entfleucht im Wortsinn.
Ob beim Thema "Grapschen" oder jetzt mit den Fotos, es scheint ein permanentes "Brain-Storming" in den Denk- und Brütstuben am Franz-Josef-Kai 51 stattzufinden......

Re: Ich wünschte mir,

Irgendwie muß die Frauenquote ja eingehalten werden.

an den wirklichen problemen vorbei

während irgendwelche fotos zensuriert werden sollen und gegrapschte ins strgb soll, rennen echte verbrecher mit fußfessel frei heru und können weitervergewaltigen. das sind die echten proleme um die sie sich zu kümmern haben frau hh


Neues Berufsbild für Beamte: Retouschen-Kontrollor

In den ersten paar Dienstjahren darf man nur die Kataloge der Bau- und Supermarktketten kontrollieren, später dann die Werbung der Auto- und Motorradindustrie.

Wenn man es endlich bis zum Hofrat gebracht hat, darf man dann auch die Unterwäsche-Kataloge approbieren.

Fremdsprachenkenntnisse für ausländische Zeitungen und Kataloge werden auch gebraucht, sicher auch technische Fachkenntnisse für die ganzen online-Kataloge und Videos im Web.

Wenn die Österreichische Regierung sich beeilt, können wir vielleicht auch die weltweite Vorreiterrolle für uns erkämpfen.

Dann brauchen wir keine UNO-Truppen mehr zu entsenden, um das Ansehen Österreichs in der Welt zu heben. Die besten Retouschen-Experten können wir dann in Drittweltländer schicken, um diese auch aus der Rückständigkeit auf den neuesten gesellschaftlichen Stand zu bringen.

Ich freue mich wirklich. Endlich mal eine sinnvolle Initiative unserer Politiker.

Re: Neues Berufsbild für Beamte: Retouschen-Kontrollor

Eine Infokampagne wär nicht so aufwändig und vielleicht ausreichend.

ALLE !!!!!

Sind bearbeitet.


sinnfreies Ministerium

wenn ich schon den Doppelnamen Heinisch-Hosek lese könnte ich kotzen

die probleme der menschen gehen an der spö vorbei

die frau ist krank mehr kann man nicht mehr sagen.

Das war's ?

Also bitte !
Wenn sich hier ein halbes Ministerium mit so wichtigen Dingen beschäftigt, dann schon bitte Klotzen und nicht Kleckern ....
Gilt auch für Wahlplakate (sieht man den Wahlwerbenden dann vor lauter roten Punkten nicht mehr), Wahlversprechen ( 8-10 rote Punkte), Push UP BHs (roter Punkt auf Stirn), große Schlüssel in Männer Jeans Hosentasche (r p a S), Reportagen von Regierungs "Arbeitssitzungen" (roter Bildschirm) usw. usf.

Überregulierung löst nicht die wahren Probleme.

Wichtiger wäre es, schon in der Erziehung durch das Elternhaus, den Kindern die Wertigkeit und das Selbstwertgefühl zu geben, welches Sie verdienen. Überregulierung durch den Gesetzgeber kann die Unfähigkeit und Überforderung nicht kompensieren.

Ich bin neugierig, ...

... wie lange es noch dauert, bis alles verboten ist, was nicht ausdrücklich erlaubt ist. Bei uns muss wohl _alles_ reguliert werden.

Zum Glück wird die Regulierungswut bei uns durch die natürliche Schlamperei gemildert. Es ist zwar fast alles verboten, aber es hält sich niemand daran. ;-)

Re: Ich bin neugierig, ...

So lange bis alles verboten ist was nicht feministisch, schwul, lesbisch, irgendwas dazwischen, komunistisch, linkst, .... Ist. Im Moment scheint es mir wie in der Zeit nach der französischen Revolution welche die Herrschaft des Terror genannt wird.

Du meine Güte!

Eine gute Idee!
Ich brauch' sowas ja auch nicht.
Für manche Politiker sollte es aber Pflicht werden wie z.B. für den HA,tscherten, denn so blass und ausgemergelt sieht man seine ungesunde Gesichtfarbe doch eher ungern.

Re: Du meine Güte!

wer ist der hatscherte ?

 
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