"Ball konnte nur dank Polizei stattfinden"

Die Wiener Exekutive weist FP- Attacken zurück, sie hätte beim Akademikerball versagt.

Ball konnte dank Polizei
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Ball konnte dank Polizei
(c) APA HERBERT P OCZERET (HERBERT P OCZERET)

Wien/Gr. Es sind dramatische Szenen, die am Wochenende im Internet publizierte Videos von den Demos gegen den Akademikerball, Nachfolger des WKR-Burschenschafterballs, zeigen: Zu sehen ist da unter anderem, wie ein aggressiver Mob Ballgäste bedrängt, Schläge andeutet, einer Frau, die Richtung Hofburg unterwegs ist, ins Gesicht spuckt.

Szenen wie diese hatten dazu geführt, dass der am Freitagabend abgehaltene, von der Wiener FPÖ veranstaltete Ball das Wochenende über für einen Schlagabtausch zwischen der FPÖ und der Wiener Polizei geführt hat. Die Freiheitlichen kritisierten in mehreren Aussendungen das „Versagen der Polizeiführung“, weil einzelne Ballbesucher von Demonstranten verletzt worden waren und orteten „bürgerkriegsähnliche Zustände“. FP-Generalsekretär Harald Vilimsky warf der Polizei vor, Warnungen über gewaltbereite Demonstranten im Vorfeld ignoriert zu haben.

Der Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl weist die Kritik zurück: „Wer bei einem Polizeieinsatz dieser Größenordnung wegen vier leicht verletzter Personen von einem Versagen der Wiener Polizeiführung“ spreche, „dem fehle jeder Sachverstand auf dem Gebiet polizeilicher Strategien“. Überhaupt könne der Ball „nur dank der Einsätze der Wiener Polizei stattfinden“.

 

Relativ wenig Zusammenstöße

Tatsächlich ist es – trotz aller Dramatik einzelner Szenen – angesichts rund 3000 Demonstranten gegen den Ball nur zu relativ wenigen Zusammenstößen mit Polizei und den rund 780 Gästen gekommen. Nur am Albertinaplatz drohte die Situation knapp eine Stunde vor Eröffnung des Balles zu eskalieren: Zwei Ballgäste und zwei Polizisten wurden dabei leicht verletzt.

Im Großen und Ganzen hat sich die Polizeistrategie aber bewährt, eine große Sperrzone quer durch die Innenstadt zu errichten und so die verschiedenen Demogruppen zu trennen. Im Zuge der Demonstrationen wurden zwölf Menschen verhaftet.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.02.2013)

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