"Ball konnte nur dank Polizei stattfinden"

03.02.2013 | 18:36 |   (Die Presse)

Die Wiener Exekutive weist FP- Attacken zurück, sie hätte beim Akademikerball versagt.

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Wien/Gr. Es sind dramatische Szenen, die am Wochenende im Internet publizierte Videos von den Demos gegen den Akademikerball, Nachfolger des WKR-Burschenschafterballs, zeigen: Zu sehen ist da unter anderem, wie ein aggressiver Mob Ballgäste bedrängt, Schläge andeutet, einer Frau, die Richtung Hofburg unterwegs ist, ins Gesicht spuckt.

Szenen wie diese hatten dazu geführt, dass der am Freitagabend abgehaltene, von der Wiener FPÖ veranstaltete Ball das Wochenende über für einen Schlagabtausch zwischen der FPÖ und der Wiener Polizei geführt hat. Die Freiheitlichen kritisierten in mehreren Aussendungen das „Versagen der Polizeiführung“, weil einzelne Ballbesucher von Demonstranten verletzt worden waren und orteten „bürgerkriegsähnliche Zustände“. FP-Generalsekretär Harald Vilimsky warf der Polizei vor, Warnungen über gewaltbereite Demonstranten im Vorfeld ignoriert zu haben.

Der Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl weist die Kritik zurück: „Wer bei einem Polizeieinsatz dieser Größenordnung wegen vier leicht verletzter Personen von einem Versagen der Wiener Polizeiführung“ spreche, „dem fehle jeder Sachverstand auf dem Gebiet polizeilicher Strategien“. Überhaupt könne der Ball „nur dank der Einsätze der Wiener Polizei stattfinden“.

 

Relativ wenig Zusammenstöße

Tatsächlich ist es – trotz aller Dramatik einzelner Szenen – angesichts rund 3000 Demonstranten gegen den Ball nur zu relativ wenigen Zusammenstößen mit Polizei und den rund 780 Gästen gekommen. Nur am Albertinaplatz drohte die Situation knapp eine Stunde vor Eröffnung des Balles zu eskalieren: Zwei Ballgäste und zwei Polizisten wurden dabei leicht verletzt.

Im Großen und Ganzen hat sich die Polizeistrategie aber bewährt, eine große Sperrzone quer durch die Innenstadt zu errichten und so die verschiedenen Demogruppen zu trennen. Im Zuge der Demonstrationen wurden zwölf Menschen verhaftet.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.02.2013)

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34 Kommentare
 
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Blindes linkes Auge

Es ist traurig, dass eine auf demokratische Weise zustande gekommen Partei, die im Rahmen der Gesetze agiert, Polizeischutz benötigt, um eine legale Veranstaltung durchzuführen.
Es kann doch nicht sein, dass eine Minderheit durch Rechtsbruch der Mehrheit ihre kranken Werte aufzwingen will. Der Staat ist bereits auf Grund einer wenig kompetenten Führung, deren Priorität es ist, die eigene Existenz zu sichern, in seiner Schutzfunktion so stark beeinträchtigt, dass jedes Regierungsmitglied die gelbe Armbinde mit den schwarzen Punkten tragen müsste. Unsere Regierung ist auf dem linken Auge blind und das spiegelt sich eben in der Polizeiführung wider. Dort verkauft man den Vollzug des politischen Willens als Deeskalation.
Hier wird die falsche Seite Geschützt.

Konnte nur dank Polizeieinsatz stattfinden

Wie steht es dann mit Fußballmatches? Oder Treffen der G20 in Heiligendamm? Da ist der Aufwand um Größenordnungen höher. Sollte man das alles absagen, weil ein paar Linkschaoten sich aufspielen? Für diese Leute sollte man wieder die Strafe des Arbeitshauses einführen. Wie es das auch im Lande der Demokratie , den USA, durchaus üblich ist.

Kleine Randbemerkung:

Je länger diese unselige Zeit zurückliegt, desto härter verläuft der ideologische Kampf!

Die FPÖ ...

... ist das Wehleidigste, das einem unterkommen kann. Wenn sie angesoffen sind wie die Häusltschick dann sind sie stark, die Burschenschaftler, aber wehe, ihnen wird ein Härchen gekrümmt, dann geht das Gejaule los !

Ausforschen!

nachdem ein Demonstrant welcher einer Ballbesucherin ins Gesicht gespuckt hat, auf dem Video genau zu erkennen ist, muss ausgeforscht werden wer das war um sich einem Gesundheitstest zu unterziehen da dieser Krankheiten übertragen könnte. Soetwas ekelerregendes habe ich noch nicht gesehen!

Re: Ausforschen!

Es geht auch um die politische Aufarbeitung des Hintergrundes.

Es wäre das Mindeste, daß sich EHBP als höchster Represant des Staates, der seinen Bürgern geradezu demonstrativ einen wirksamen Schutz vor selbsternannt "antifaschistischem" Terror verweigert hat, bei den Opfern persönlich entschuldigt.

(Soferne diese zu einem Gespräch mit ihm bereit sind)

Re: Ausforschen!

Die Polizei rührt doch da keinen Finger!

Re: Ausforschen!

Richtig! Zecken übertragen ja auch schlimme Krankheiten,und für mich ist der Unterschied nicht erkennbar.

Das bisserl Anspucken muß man nicht aufbauschen.

Ich finds legitim aber mein Fall ist es nicht. Ich mag sowas lieber: http://www.youtube.com/watch?v=wBeQ_oZ2UB4

Re: Das bisserl Anspucken muß man nicht aufbauschen.

Ich mag diesen Ball überhaupt nicht, aber einer Dame ins Gesicht zu spucken ist absolut letztklassig. Wenn Sie derartiges als "legitim" empfinden kann man sich nur wundern.

selbsterklärend

bei den demos konnte man teilweise die blanke angst/hass in den augen der demonstranten erkennen, die angst dass irgendwann die linke sozialkuschelkursrundumversorgungspolitik zu ende gehen könnte. genau diese angst ist es welche die linksanarchos auf die straße treibt, denn sie fürchten wie der teufel das weihwasser die echte arbeit, sei es körperlich oder geistig, und so sind sie zur randale getrieben um ihre füttertröge zu schützen für sie und ihresgleichen im geiste. jene die ihnen im wege stehen sind aus ihrer beschränkten sicht "rechte", denn anders können sie sich nicht artikulieren, als mit der faschismuskeule schwingend gegen andersdenkende zu drohen.

Re: selbsterklärend

Danke, polidtante, besser kann man es nicht mehr formulieren!

Re: selbsterklärend

Ein Teil waren bezahlte Berufsdemonstranten, die für Demo's in ganz Europa seit den 80er Jahren unterwegs sind !! Ich denke auch, daß diese den Sicherheitskräften bekannt
sind !! Hier stellt sich die Frage warum man diese nicht mit Einreiseverbot
belegt !!????

Bitte nicht so weinerlich.

Ich bekomme gleich Mitleid und spende das nächste Mal für die armen Hascherl im braunen Sumpf!

Re: Bitte nicht so weinerlich.

Ja, ich auch. Mein Mitleid ist ihnen sicher, ich bin ganz fertig. Wie kann man diese armen, aufrechten Menschen nur so quälen ? Schrecklich ist das !
Sie haben ja auch ein Herz wie zB Kakerlaken und könnten sich möglicherweise kränken.

wirtschaftliche Betrachtung

Es ist nach wie vor nun einmal nicht sehr realistisch anzunehmen, dass diese Veranstaltung ohne die mittlerweile sattsam bekannten Gegendemonstrationen stattfinden kann.

Da nicht auszuschließen ist, dass die Nutzung einer weniger populären Lokation auch keinen derart großen Polizeieinsatz erfordern würde möchte ich die wirtschaftlich Verantwortlichen einmal ersuchen eine Kosten/Nutzen-Rechnung der Veranstaltung durchzuführen. Da die Republik der Eigentümer der Hofburg ist sollten daher auch die Kosten für den Polizeieinsatz mitberücksichtigt werden - und im Anschluss bei der Buchung für das kommende Jahr erst nach Prüfung der wirtschaftlichen Fakten getroffen werden.

Es ist vollkommen egal, wo man sich politisch einordnet - ich möchte mit meinen Steuergeldern nicht für diese finanzielle Misere herhalten und hoffe, dass sich die Geschäftsführung der Hofburg-Verwertungsgesellschaft somit recht frühzeitig um ihren Bonus gebracht hat!

Re: wirtschaftliche Betrachtung


was Sie da fordern, ist das Zurückweichen einer demokratisch gewählten Parlamentspartei vor dem Mob der Gosse- das finden Sie richtig ?

Re: Re: wirtschaftliche Betrachtung

nein, ganz und gar nicht.

Ich sehe das Handlungsmandat hier nicht bei einer Partei sondern schlicht und ergreifend bei jener Stelle, die entscheidet, ihre Räumlichkeiten entgeltlich einer Gruppe zur Verfügung stellen ohne erkennen zu wollen, dass die "Nebenkosten" (für den Polizeieinsatz) ebenfalls durch ihre Muttergesellschaft (die Republik) getragen werden muss.

Eine Partei hat dabei überhaupt keine Relevanz - auch gehe ich davon aus, dass sich die Besucher des "Akademikerballs" nicht ausschließlich aus Angehörigen einer einzelnen Partei zusammensetzt.

Soweit bekannt war dieser Ball eine Privatveranstaltung - sinnvollerweise sollte man so etwas an einem Ort feiern, an dem man willkommen ist.

Wenn man ausgesprochen unwillkommen ist wird die Klassifizierung der Gegner als "linke Mob" diesen Umstand nicht unbedingt ins Gegenteil verkehren.

Re: wirtschaftliche Betrachtung

Die volkswirtschaftliche Kosten/Nutzen-Rechnung vorzuschieben ist witzlos.

Fakt ist, dass hier eine kleine Gruppe mit extremistischen Tendenzen versucht sich politisch zu profilieren.
Vor Jahren war der WKR-Ball noch relativ ausgeglichen, während in den letzten Jahren die gemäßigten Gäste sich die politische Hetze und das damit verbundene ins-Rechte-Eck-gerückt-werden sich nicht mehr antun und so tatsächlich der Ball weiter nach rechts abgleitet.

Würden die Rechtsextremen umgekehrt genauso gegen den LifeBall demonstrieren, die Ballbesucher bewerfen und bloßstellen, wären Sie dann ebenfalls für eine volkswirtschaftliche Evaluierung desselben?

Es wäre schön, wenn die Extremisten beider Seiten sich wieder zur Gemäßigkeit besinnen, weniger durch Demonstration und Gewaltexzesse sondern fachliche fundierte Argumentation und politische Arbeit!
Auch wenn es schwieriger sein sollte Unterstützer für politische Arbeit zu finden, als Personen die eine Demonstrationsparty feiern und gegen andere Parolen skandieren!

Re: Re: wirtschaftliche Betrachtung

Irgendwie bezeichnend, wenn ausser einer Polemik "...ist witzlos" kein sachliches Gegenargument gebracht wird.

Wenn der LifeBall ebenfalls ein derartiges Polizeiaufgebot aus demselben Grund erfordern würde wäre einigermaßen klar, dass dieser Event in der Stadt Wien nicht willkommen ist (was in diesem Fall durchaus weitreichende Folgen für das Umage der Stadt weltweit hätte).

Warum die korporierten Gäste in diesem Fall nicht denselben Schluss ziehen ist vermutlich auch nur mit Polemiken zu erklären...

Re: wirtschaftliche Betrachtung

Die Kosten werden vom linken Pöbel verursacht und nicht von den Ballbesuchern!
Mittlerweile fragt man sich in diesem Land
wirklich schon,ob da noch alles mit rechten Dingen zugeht.
Ich zweifle daran!

Re: Re: wirtschaftliche Betrachtung

Die Ballbesucher sind doch sonst auch nicht ziemperlich, oder ?

Re: Re: wirtschaftliche Betrachtung

da die Hofburg-Betreibergesellschaft bislang in erster Linie wirtschaftliche Gründe für die Akzeptanz dieser Veranstaltung gebracht hat sollte sich der Eigentümer dieser Gesellschaft sehr wohl fragen ob diese Annahme seinen Gesamtinteressen dient.
Seiner Wirtschaftlichkeit jedenfalls nicht.

Re: wirtschaftliche Betrachtung

Ja, man verspürt auch in Venedig immer weniger Lust, mit den Steuergeldern für die Ausgaben herzuhalten, die aus Polizeieinsätzen zum Schutz der Veranstaltungen von Geldverleihern und sonstigen Finanzmarktbeteiligten entstehen.

Kritik

Ich finde, dass Kritik an diesem Polizeieinsatz, nicht angebracht ist.

Was mich viel mehr erschüttert ist das Fehlen jeglicher Reaktion der veröffentlichten Meinung, ob des Gewaltpotentials, dass sich im linksgrünen Spektrum auftut. Das deutet auf Angst hin sich zu erklären, oder auf stillschweigende Mittäterschaft.

Wenn man heute keine Veranstaltung abhalten, oder seine Meinung publizieren kann (Beispiel Sarrazin, Buschkowsky), ohne um seine körperliche oder soziale Unversehrtheit zu fürchten, dann sind die 1930er nicht mehr weit. Nur mit umgekehrten Vorzeichen.

Re: Kritik

wie recht sie doch haben mit ihrer ausführung. wetten in 20 jahren war keiner dabei bei diesen randalen, die waren alle bestenfalls dabei um beim einlaß applaus zu klatschen. ja das volk ist dumm und leicht zu gängeln, quasi lemminge des linken ungeistes

 
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