Volksbefragung zu Olympia 2028: Wien soll zweimal abstimmen

12.02.2013 | 18:25 |  MARTIN STUHLPFARRER (Die Presse)

Falls die Wiener für Olympische Spiele stimmen, will SP-Klubchef Schicker nochmals abstimmen lassen, wenn ein konkretes Konzept vorliegt. Etwa 80 bis 100 Millionen Euro müssten in die Hand genommen werden.

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Wien. Dass es nicht billig wird, war schon seit Längerem klar, doch nun liegen konkrete Zahlen auf dem Tisch, wie viel eine Olympia-Bewerbung von Wien kostet. Nachdem immer von einem zweistelligen Millionenbetrag die Rede war, erklärte SP-Klubchef Rudolf Schicker: Etwa 80 bis 100 Millionen Euro müssten in die Hand genommen werden. Diese Kosten, an denen sich der Bund beteiligen soll, enthalten aber nur die Bewerbung – also keine Garantie, dass Wien tatsächlich den Zuschlag für die Spiele bekommt.

Auch mit einer zweiten Aussage ließ Schicker aufhorchen. Wenn die Wiener für Olympische Spiele stimmen, wird ein konkretes Konzept ausgearbeitet – mit Details, welche Sportstätten neu gebaut bzw. renoviert werden – samt genauer Kostenschätzung für die Durchführung der Spiele. Liegt es vor, sollen die Wiener darüber nochmals abstimmen, so Schicker: „Weil dann alle Fakten auf dem Tisch liegen.“ Denn die (abgesagte) Wiener Expo hätte gezeigt, dass sich Rahmenbedingungen ändern können. Schicker: „Und wir reden von Olympia im Jahr 2028.“ Immerhin hätten London die Spiele zwölf Milliarden Euro gekostet. Geld, das die Stadt mit Bund und Sponsoren aufbringen will.

Generell ließ nicht nur Schicker, sondern auch Bürgermeister Michael Häupl Sympathien für die Spiele erkennen. Sie wären auch städteplanerisch eine Chance zur Modernisierung von Wien, die sowieso durchgeführt werden müsse, so Schicker. Mit Olympischen Spielen könnte das auf einen Schlag erfolgen, wie in London und Barcelona – sonst ginge das nur Stück für Stück. Bürgermeister Häupl ist bezüglich einer zweifachen Olympia-Befragung aber skeptisch: Bei der Euro 2008 habe es ja auch keine Befragung gegeben, meinte das Stadtoberhaupt.

 

Befragung als Wahlkampfauftakt

Im Jahr der Nationalratswahl nutzen SPÖ, FPÖ und ÖVP die Volksbefragung als Wahlkampfauftakt. FP-Klubobmann Johann Gudenus kritisierte die Volksbefragung massiv. Es würden nur „Wischi-Waschi“-Fragen gestellt: „Deshalb mobilisieren wir gegen diese Verhöhnung der Bürger.“ Zu einem Boykott der Volksbefragung will Gudenus aber nicht aufrufen. Trotzdem hat die FPÖ in Wien 785 Dreieckständer aufgestellt, die normalerweise nur in Wahlzeiten zum Einsatz kommen. Auf Plakaten wird die rot-grüne Stadtregierung wegen der Volksbefragung scharf angegriffen. Allerdings werden auch Themen plakatiert, die mit der Befragung selbst nichts zu tun haben – etwa die „Besetzung“ der Votivkirche durch Asylwerber.

Die blauen Dreieckständer konkurrieren derzeit mit roten Dreieckständern. Denn auch die SPÖ setzt auf dieses Wahlkampfmittel, um gegen die Privatisierung der Daseinsvorsorge (die dritte Frage der Volksbefragung) Stimmung zu machen. Mit der Warnung vor dem Verkauf des Wiener Wassers will die SPÖ die Bevölkerung im März an die Abstimmungsurnen treiben. Und auch die ÖVP hat Dreieckständer aufgestellt – um gegen die „Farce“ der Volksbefragung zu protestieren.

Während Experten eine niedrige Beteiligung erwarten, legt sich SP-Parteimanager Christian Deutsch die Latte hoch. Er rechnet mit einer höheren Beteiligung als bei der Befragung 2010, als rund 36Prozent der Wiener teilnahmen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.02.2013)

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21 Kommentare

Tipp

Wie immer schreien die meisten einfach nur herum wie gemein und fies die ganze Welt ist. Warum Olympia NIX für Wien is hat sich der Fiala ein bissl differenzierter angeschaut. Lesetipp! http://www.wienwillswissen.at/olympia-eine-absurde-idee-als-impuls-zur-sportstadt-wien/

bemerkenswert

es ist bemerkenswert, dass eine stadt mit der geringsten sportförderung aller bundesländer (aktuell 900.000.- im jahr für ca.1500 vereine!) sich gerade diesen bereich ausgesucht hat um ihn für werbung zu gebrauchen?
eine stadt ohne einem einzigen 50 meter schwimmbecken, keiner einzigen vollständigen la anlage oder auch nur einem turnsportzentrum.
eine stadt die im 21/22 bezirk (über 300000 einwohner) über keine einzige int. standards entsprechende sporthalle verfügt. eine stadt in der die vereine um freie stunden in turnsälen bei schulwarten betteln gehen müssen.
kurz gesagt eine sport statt wien!

Darf man bitte auch über ...

... den Verbleib des ahnungslosen Genossen, der mit Steuergeldern durchgefüttert wird, gleich abstimmen?

Auf presse.com werden echt sehr dumme Kommentare geschrieben...

Es würde Tage brauchen, um den Leuten das Leben zu erklären. Die Zeit hab ich aber nicht.

Re: Auf presse.com werden echt sehr dumme Kommentare geschrieben...

dann lass es bitte bleiben, für deinen kommentar interessiert sich eh keine s.a.u.

Na bitte! Da ist schon der erste Raunzer.

Nur nicht weinen :)

Re: Na bitte! Da ist schon der erste Raunzer.

buhuu, du hast ja sooo recht. schau mal nach athen, london, seoul etc. was dort v.d. olympiade übrig blieb, vor allem hinsichtlich schulden und lfd. instandhaltungskosten. und bitte komm mir nicht mit werbung für unser schönes österreich, für das hamma gottseidank schon den wolferl, seine kugeln und die alpen.

Der Inhalt der blauen Dreieckständer ist einfach

"plausibel, schlüssig und nachvollziehbar", gegenüber den Roten Mumpitz Parolen und Geldverschwendungs und Zukunftsträumereien von Olympia 2028!


Wien ist tief genug verschuldet

wozu dann noch solche Risken auf sich nehmen... Wie es üblich heisst : No risk no fun... wenn es aber "no fun" wird dann müssen wir es zahlen...

Häupls Augenauswischerei

Der Dumme Wiener wird sicher ja sagen und danach schimpfen über die kosten und die SPÖ.Leute bitte jetzt Denken und die Roten zum Teufel schicken.

unbedingt

abstimmen - mit den ParkpickerlSTRAFZETTELN.

Die schaffen es ...

... nicht einmal ein Stadt Hallenbad ordentlich zu sanieren!
Wie wollen die eine gute Olympiade über die Bühne bringen?
Die sind ja wirklich irre!

Also die Herrschaften sollten wirklich aufhören zu Saufen. Da wäre jetzt Fr. Stenzel gefragt!

Du meinst, die Stenzel soll aufhören zu saufen?


london ist ein bisserl größer als wien und

wir haben keine einzige sportstätte die geeignet ist, auch das stadthallenbad nicht. wien müßte eine fläche so groß wie den prater abholzen und mit diversen stadien verbauen, um das zu bewerkstelligen. und mit dem segeln müssen wir trotzdem nach triest ausweichen. und wer zahlts ?

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Es ist nicht zu fassen...

aber Österreichische Politker schaffen es die direkte Demokratie zu zerstören. Mit ihren Kindergarten gezanke.

Wann gibts den Österreichischen Frühling? Aja ich vergass Solang auf ATV "Wir leben im Gemeinde Bau und SNF" läuft das is Volk glücklich. Aber auch ich bin nur ein Poster... könnt mich ja allein irgendwo hinstellen und Demonstrieren. Aber dazu fehlt mir anscheinend der Mut *selbsohrfeigegeb*

... solange Abstimmen ...


... bis es denn politischen Eliten in Wien passt .. !

... finanzielle "Gute Nacht" für meine Heimatstadt - endgültig ... !

Kannst du nicht sinnerfasst lesen?

"Falls die Wiener für Olympische Spiele stimmen, will SP-Klubchef Schicker nochmals abstimmen lassen, wenn ein konkretes Konzept vorliegt."

Oder bist du einfach nur dumm?

... 100 Mio ... ?!

... z.B. verzocken ... !

... Sicher nicht ... !


... wir brauchen keine Denkmäler diverser Rot-Bonzen-Geldverschwender ... !
Last Euch was Gescheiteres einfallen, Ihr werden dafür bezahlt ... !

16

Wenn es nach mir ginge:

Sicher nicht!

Re: Wenn es nach mir ginge:

Einfacher gehts nicht : Einfach abstimmen mit seiner persönlichen Meinung - von mir aus auch 5 x - das nenne ich dirkete Demokratie

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