Häusliche Gewalt: Jeden Tag 21 Wegweisungen

13.02.2013 | 16:56 |  Von Christine Imlinger (Die Presse)

Das Gewaltschutzgesetz soll schärfer werden – geplant ist eine Ausweitung auf Schulen, Kindergärten und den Arbeitsplatz des Opfers.

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[Wien] Fast zehn Mal am Tag rückt in Wien die Polizei aus, um Frauen und Kinder vor ihren (Ex-)Partnern oder Vätern zu schützen. Neun Mal täglich sprechen Beamte in Wien ein Betretungsverbot aus, oder es kommt zu einer Wegweisung. Österreichweit sind es 21 Fälle pro Tag. „Und das ist nur die Spitze des Eisbergs, bedenkt man, wie viel Überwindung es kostet, den eigenen Mann von der Polizei holen zu lassen“, sagt Romeo Bissuti, der Leiter des Männergesundheitszentrums Men und Obmann von White Ribbon Österreich. Die Täter seien zu 95 Prozent männlich.

2012 ist es österreichweit zu 7647 Fällen von Wegweisungen inklusive Betretungsverbot oder allein ausgesprochenen Betretungsverboten gekommen. Bei Zweiterem geht es um Fälle, in denen die Frau die Polizei ruft, der Mann aber flieht, bevor die Beamten eintreffen, erklärt man im Innenministerium. Zuletzt hat sich die Zahl der Fälle stabil entwickelt, zuvor war sie einige Jahre markant gestiegen.

Auch der Zulauf zu Gewaltschutzzentren und Interventionsstellen nimmt zu: Wurden 2001 dort 4849 Gewaltopfer betreut, hat sich die Zahl bis 2011 auf 15.533 mehr als verdreifacht. Um den hohen Betreuungsbedarf abzudecken, wurde das Budget für diese Stellen für 2013 um 2,4 Prozent auf 3,38 Mio. Euro aufgestockt.

Trotzdem herrscht Handlungsbedarf

Das Gewaltschutzgesetz, seit 1997 in Kraft und mehrfach novelliert, soll schärfer werden. Geplant ist eine Ausweitung des Betretungsverbotes auf Schulen und Kindergärten. Denkbar ist auch eine Ausweitung auf den Arbeitsbereich der Opfer. Die zuständigen Ministerinnen für Justiz, Inneres und Frauen seien sich darüber bereits einig, ein Gesetzesentwurf liegt aber noch nicht vor, heißt es dazu aus dem Büro von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SP). Und auch Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF), kritisiert mangelnde Prävention. Sie fordert schärfere Strafen, wenn ein Betretungsverbot missachtet wird – das passiert laut Ministerium in ungefähr zehn Prozent der Fälle. „Es gibt zu selten U-Haft, sondern nur Anzeigen auf freiem Fuß“, sagt sie und fordert von Behörden eine bessere Einschätzung der Gefährlichkeit.

Täter-Training als Opferschutz

Für präventive Arbeit, in Schulen etwa, fehle oft Geld. Auch die „opferschutzorientierten Täterprogramme“ seien nicht ausreichend finanziert. Bei diesen Programmen werden zum Beispiel in Gruppentrainings Konfliktlösungsstrategien erarbeitet, es geht um Themen wie männliche Rollenbilder, gewaltfreie Partnerschaft, Sexismus. Täter sollten gesetzlich verpflichtet sein, nach einer Wegweisung an diesen Trainings teilzunehmen, meint Romeo Bissuti.
2011 haben in Wien 600 Männer ein Angebot der Männerberatung angenommen. Je die Hälfte wurde behördlich dazu verpflichtet oder ist freiwillig, bzw. auf Druck der Partnerin gekommen. Bedenke man die Zahl der täglichen Wegweisungen, so Bissuti, sei es aber bloß ein Bruchteil der Täter, der sich dort helfen lässt.

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40 Kommentare
 
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Das verdanken wir

vor allem der kulturellen Bereicherung.

dringender handlungsbedarf:

es gibt immer noch scheidungsverfahren OHNE wegweisung;
ein bekannter ist allerdings mit dem selber"schmäh"seine ex losgeworden,theoretisch müsste sie sogar füf die kinder zahlen(arbeitet deshalb nur schwarz...)

5 0

und ist der Mann weggewiesen, kann die Dame

in aller Ruhe die Bude ausräumen , sein Eigentum und auch gleich zur Sicherheit alle ihr nicht passenden Beweismittel verschwinden lassen, tapfer von der Polizei und Gericht geschützt.
So macht man das. Ein Unrechtsstaat, der all das
wohlwollend billigt, wenn dann einer diesem Druck
nicht mehr gewachsen ist und durchknallt, dann
herrscht lautes Geschrei.

fleißig am zensieren - was?

Genau wegen solchen feministisch - fas..... Propagandatexten habe ich das Presse-Abo gekündigt. die intellektuell überforderte fr. imlinger darf wieder ihren nichts sagenden Senf abgeben, ohne Blick auf die Realität. andere Länder sind weiter: http://dtj-online.de/news/detail/1692/istanbul_ministerium_will_erstes_mannerhaus_eroffnen.html

http://genderama.blogspot.de/2009/02/dissertation-schwithal-enthullt.html

und hier ein Kommentar von Erin Pizzey, die das erste Frauenhaus in London eröffnet (englisches Video) hatte: http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=IrqYZw5lGPY

Das ist alles leider nicht so einfach...

Da muß noch viel Erziehungsarbeit auf allen Seiten geleistet werden, bis sich was bessert. Ich selbst bin vom Samariter-Syndrom total geheilt, weil

(1) einer lieben Freundin von mir habe ich nach dem 3ten Spitalsaufenthalt geholfen, den prügelnden Freund loszuwerden. Hat Polizei, Anwälte und ein bisserl unmißverständliche Kommunikation gebraucht, bis nach ein paar Monaten alles endgültig geklärt war. Sie hätte das nie alleine geschafft.
Was hat es genützt?
Der nächste Freund hat Sie auch wieder geschlagen.
Selber schuld, schade auch um meine Zeit fürs helfen, kein Mitleid mehr.

(2) einmal habe ich des nächtens in der Stadt einen prügelnden besoffenen Irren von einem schon heftig blutenden Mädchen wegstossen müssen.
Resultat?
Anzeige wegen Körperverletzung, bei der Einvernahme hat sie ausgesagt, ich hätte ihn grundlos angestänkert und angegriffen.
Zum Glück einen Zeugen gehabt, und der Affe war auch einschlägig vorbestraft - aber den Streß tu ich mir auch nie mehr an.

3 0

Häuslich Gewalt darf

http://www.youtube.com/user/skyde?feature=results_main
" target="_blank">http://www.youtube.com/user/skyde?feature=results_main


Liebes Frauenhaus, Lieber Herr Bissuti, kommentieren sie doch diesen entzückenden Spott im angemessenen Kontext des Gewaltschutzes.

Wo sind die Gewaltschutzzentren für Männer mit Kind?

Das hier angeblich die Gewalt zunimmt ist kein Wunder arbeiten doch Regierung, Linke, Homos, Feministen etc. auf eine vollständige Zerstörung der Familie hin.

Ehe? Zählt nicht mehr.
Kinder? Zählen nicht mehr.
Unterschiede? Zählen nicht mehr.
Religion? Zählt nicht mehr.
Liebe? Zählt nicht mehr.

Was zählt ist Egoismus, Geld und Macht.

Wer ein bisschen Englisch versteht, sollte das lesen http://www.foxnews.com/opinion/2013/02/05/to-be-happy-must-admit-women-and-men-arent-equal/#ixzz2KnbS2ENh

0 4

frau imlinger ist einfach toll


Re: frau imlinger ist einfach toll

Ironie?

Re: Re: frau imlinger ist einfach toll

Mal schauen, ob er einen Minus-Rekord brechen kann...

0 1

Re: Re: Re: frau imlinger ist einfach toll

mach dir keine sorge, ich habe schon viele Rekorde gebrochen:)

0 2

Re: Re: frau imlinger ist einfach toll

nein, sie ist echt toll!

Landgschichtaln

Hier auf dem Land (Lungau) ist es noch viel schlimmer... Gewalt gegen Frauen ist hier immernoch Familiensache, in der sich der Nachbar nicht einmischt und auch nicht zur Polizei geht, weil es geht einen ja nichts an. Ausserdem hat eine Scheidung in den kleinen Dörfern meistens eine Schmähung des gesammten sozialen Umfelds zur Folge...

6 1

Re: Landgschichtaln

Sorry, aber wenn das Opfer selbst nicht willens ist, den Täter belangen zu wollen, dann bringt auch eine Anzeige durch die Nachbarn nichts. Denn wenn das Opfer den Polizisten dann unbeirrt erklärt, sie sei halt die Kellertreppe runtergefallen o.ä., dann kann die Polizei nur wieder heimgehen. Die Gesetze sind vorhanden, die Polizei handelt, aber wenn das Opfer nicht den Willen aufbringt seine Lage zu ändern, hilft alles nichts, schon gar keine Einmischung durch die Nachbarn.

Beachten sollte man allerdings auch das gewaltige Missbrauchpotetials des Gesetzes, denn dort herrscht Beweislastumkehr, was eines Rechtsstaates absolut unwürdig ist und dem Missbrauch für schmutzige Scheidungen Tür und Tor öffnet. Denn die Frau braucht nur behaupten, der Mann habe sie misshandelt, schon muss die Polizei eine Wegweisung aussprechen. D.h. der Mann kann nur durch Behauptung der Frau aus seinem Haus geschmissen werden und ist fortan als verkappter Gewalttäter stigmatisiert, womit er im Scheidungsverfahren und vor allem bezüglich Sorgerechtsfragen schon die A...karte gezogen hat. Diese Perversität mit Beweislastumkehr gibt es nur in Österreich. Das gehört dringend abgeschafft und auch saftige Strafen für Falschbeschuldigungen eingeführt, denn jemanden falsch als Gewalttäter zu bezichtigen ist kein Spaß sondern kann im schlimmsten Fall das Leben des fälschlich bezichtigten ruinieren.

1 1

Re: Re: Landgschichtaln

genau so ist es, eine nahezu kriminelle Rolle spielen dabei die Gewaltschutzzentren, die der Betrügerin dann noch den richtigen Schliff verpassen,
da wird keine Sauerei ausgelassen. Wer so etwas, wie diese Republik zulässt,muss zur Verantwortung gezogen werden.

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brrr

... und handfeste Beweise braucht es hier nicht. Einfach ekelhaft! Und eines angeblichen Rechtsstaats unwürdig ...

33 5

Die Lehre

Wir lernen: Alle Männer sind zumindest latente Gewalttäter, die (bei Verdacht) härter bestraft werden sollen.

Im übrigen werden 100% der Falschbeschuldigungen von Frauen verübt.

Die mediale Ausschlachtung des Gewaltklischees bereitet den Boden für ungerechtfertigte Feminismusforderungen und pauschale Verunglimpfung von Männern.


2 2

Re: Die Lehre

Die Männer sind ja nur noch arme Hascherln. Nur früher in der Zeit der Duelle konnte eine Frau ihren Mann sogar töten lassen. Sie musste ihn nur mit einem guten Schützen betrügen. Also einsperren lassen ist da ja sogar noch besser.

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Re: Die Lehre

... konfliktbereite Frauen sind zu meiden wie die Pest. Wird die Beziehung konfliktgeladen muss man sie sicherheitshalber sofort friedlich beenden. Außer Mann ist verheiratet - dann ist man leider total ausgeliefert.

Täterinnen gehören streng bestraft


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Re: Täterinnen gehören streng bestraft

Ich gebe ihnen recht, wenn sie damit ausdrücken wollen, dass Frauen, um es nett zu sagen, einen Mann durch provokante Tätigkeiten, einen Mann zur Weißglut bringen können.

Aber, und das ist Tatsache, und auch in diesem Artikel zu lesen, dass auch Kinder geschützt werden sollen.
Denken Sie dass es für ein Kind, wenn es bei einem Streit zwischen zwei Partnern, egal durch wem und wie ausgelöst, vorteilhaft ist und Kinder noch immer auch als "Pufferzone" herhalten müssen?

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Tja, wer nicht fügt muss fühlen

Aber bei diesem versauten Wien kann man außer Verwahrlosung auch nichts anderes erwarten! Warum wohl gibt es diese Zustände bei mir Zuhause nicht? Weil wir lauter anständige Leute sind, die nicht links orientiert sind.

Re: Tja, wer nicht fügt muss fühlen

" wer nicht fügt muss fühlen" ist das die ofizielle ( rechte )FPÖ Einstellung?

Re: Re: Tja, wer nicht fügt muss fühlen

Ne leider, nur meine Einstellung gegenüber Frauen und Kinder. Wobei fühlen nicht primär Gewalt ist.

Re: Tja, nicht links orientiert ...

Wollte der Zensur ein Schnippchen schlagen und verhunzte "Dollfuß" - weit gefehlt, wurde ertappt!

Re: Re: Tja, nicht links orientiert ...

Aha schön. Und was wolltest Du mir nun sagen?

 
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