Währing lehnt das Parkpickerl ab

22.02.2013 | 18:46 |  MARTIN STUHLPFARRER (Die Presse)

56,05 Prozent lehnen die Einführung des Parkpickerls im 18. Bezirk ab. Es ist ein Sieg der ÖVP über Rot-Grün.

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Wien. Der rot-grüne Plan, auch in Währing ein Parkpickerl einzuführen, ist gescheitert. Bei der Bürgerbefragung im 18.Bezirk stimmten 56,05Prozent der 37.000 Bezirksbewohner gegen die flächendeckende Einführung einer gebührenpflichtigen Kurzparkzone im gesamten Bezirk, wie VP-Bezirksvorsteher Karl Homole der „Presse“ am Freitag mitteilte. Damit bleibt der 18.Bezirk die Ausnahme bei den Westgürtel-Bezirken. Denn in Meidling, Penzing, Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring und Hernals hat Rot-Grün das Parkpickerl bereits eingeführt – ohne Bürgerbefragung.

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Mit der Abstimmung holte sich Homole endgültig die Zustimmung, das geplante Parkpickerl zu Fall zu bringen. Endgültig deshalb, weil es in einem großen Teil von Währing bereits vor mehr als einem Jahr eine Bürgerbefragung gegeben hatte. Damals stimmte zwar ebenfalls eine Mehrheit (64Prozent) gegen das „Pickerl“, doch Rot-Grün wollte (trotz des negativen Bürgervotums) das Parkpickerl mit ihrer Mehrheit im Bezirksparlament einführen – mit der Begründung, seit der ersten Befragung hätten sich die Rahmenbedingungen durch die nochmalige Ausweitung der Kurzparkzone in Hernals und anderen Bezirken außerhalb des Gürtels geändert. Um den rot-grünen Plan zu verhindern, setzte Homole alles auf eine Karte, also eine zweite Befragung (diesmal in ganz Währing) – und gewann, was Homole naturgemäß freut: „53Prozent Beteiligung bei der Bezirksbefragung hat es noch nie gegeben.“ Und, als Seitenhieb auf Rot-Grün: „Diese Beteiligung zeigt, dass die Währinger mündige Bürger sind, die nicht wollen, dass Rot-Grün einfach über sie drüberfährt.“ Das Ergebnis sei eine „schallende Ohrfeige für die rot-grüne Politik des rücksichtslosen Drüberfahrens“.

(c) DiePresse

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„Massive Verärgerung“

Gleichzeitig kritisiert Homole generell die Ausweitung des Parkpickerls auf mehrere Bezirke jenseits des Gürtels unter Rot-Grün: „Wenn es in diesen Bezirken ebenfalls eine Befragung gegeben hätte, würde das Ergebnis dort gleich aussehen wie in Währing.“ Denn bei Bürgerversammlungen in diesen Bezirken hätte es – wie in Währing – massive Verärgerung über die Einführung des Parkpickerls gegeben.

Warum die Währinger wieder gegen das Parkpickerl gestimmt haben, obwohl der Bezirk seit der Ausweitung auf mehrere Bezirke jenseits des Gürtels von Parkpickerlflüchtlingen fast überrannt worden war, meint Homole: „Es haben viele Punkte mitgespielt.“ Einerseits habe sich die Situation in Währing eingespielt und wieder entspannt. Andererseits habe Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou ein gemeinsames Parkpickerl für die Westbezirke torpediert.

Der Wiener VP-Parteichef Manfred Juraczka, der auch massiv gegen die Parkpickerl-Ausweitung auf die Westbezirke gekämpft hatte, erklärte zufrieden: „Das ist ein großer Tag für die direkte Demokratie in Wien. Es ist auch ein Zeichen gegen die rot-grüne Bevormundung.“

Katzenjammer gab es dagegen bei Rot-Grün. Das Resultat sei auf „Panikmache und Desinformation der ÖVP“ zurückzuführen, meinte Josef Eichinger (SP), stellvertretender Bezirksvorsteher von Währing. Die grüne Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou reagierte verärgert: „Dieses Ergebnis ist nach dem verantwortungslosen Negativ-Campaigning und der Desinformation von ÖVP und Co. nicht verwunderlich.“ Trotzdem, so Vassilakou, sei das Votum der Währinger zu respektieren.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.02.2013)

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226 Kommentare
 
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Parkpickerln im 14.

Wir wohnen im 14. Bezirk, direkt an der U3 und die Einführung des Parkpickerls ist GENIAL. Nicht nur, dass nun auch tagsüber Parkplätze zur Verfügung stehen (vorher Park-and-Ride Vermeider) auch der Verkehr, hervorgerufen durch die Parkplatzsuche hat sich um gefühlte 40% verringert und das für knappe 150 EUR p.a. - Super!

Re: Parkpickerln im 14.

Ich hoffe das ist sarkastisch gemeint.

Re: Re: Parkpickerln im 14.

nein ganz ernst. das parkpickerl hat eineutig die lebensqualität erhöht!

Das finde ich ja geil:

Die Vernunft einiger Wiener hat über den scheinheiligen kommunalen Klingelbeutel gesiegt.
Bravo!

Fragestellung

Hätte man gefragt bzw. würde man bei der Volksabstimmung fragen ob die Stadt Wien gratis Parkplätze auf Kosten der Allgemeinheit zur Verfügung stellen soll sähe der Spaß wohl anders aus...

Re: Fragestellung

Was genau kostet ein Laterndlparkplatz die Allgemeinheit?

Uns im 17.Bez, jenseits der Wattgasse,die wir NIE Parkprobleme hatten.

hat die Rote Bezirksvorsteherin niemals abstimmen lassen.
Seitdem stehen ganze Strassenzüge leer,Gäste kann man erst nach 19 Uhr einladen,da 2 Euro pro Stunde einem Gast nicht zumutbar sind.
Auf einen Kaffee in eine Konditorei oder ein Bier kann man auch nicht mehr gehen,in´s Ottakringer Bad auch nicht, da man als Garagenbesitzer kein Pickerl bekommt, und sich jede Unternehmung um 2 Euro /h verteuert.
Tennisspielen oder Fußball auf der Marswiese ist gestrichen.
Daher:Freizeitaktivitäten und Einkäufe nur mehr außerhalb Wiens.

Re: Uns im 17.Bez, jenseits der Wattgasse,die wir NIE Parkprobleme hatten.

"da man als Garagenbesitzer kein Pickerl bekommt"

da ist nicht richtig. entweder sind sie in diesem bezirk nicht hauptgemeldet, oder das auto ist auf jemand anderes gemeldet, der ebenalls dort nicht gemeldet ist.

haben sie offiziell den hauptwohnsitz woanders und "pendeln"?

@unmündiger: falsch

https://www.wien.gv.at/amtshelfer/wirtschaft/mba/genehmigungen/parkpickerl.html
Voraussetzungen:
"Ein persönliches Interesse, das KFZ in der Nähe des Wohnsitzes zu parken, liegt vor allem dann vor, wenn kein Garagen- oder Abstellplatz zur Verfügung steht. Ein persönliches Interesse kann grundsätzlich auch nur dann vorliegen, wenn das Fahrzeug von den AntragstellerInnen selbst gelenkt wird."

Re: Re: Uns im 17.Bez, jenseits der Wattgasse,die wir NIE Parkprobleme hatten.

Da liegen Sie falsch! Bitte informieren Sie sich, bevor Sie etwas behaupten.

hmmm

Ich empfinde es als politisch gute Entscheidung. Aus Anrainer Sicht, zu denen Ich mich zähle, könnte es nicht beschissener sein....

die pendler danken

währing dafür, dass sie immerhin dort bis zum gürtel parken können.

Re: die pendler danken

Ach, ich vergaß. Laut grünem Tagesbefehl #217 hat man ja die Pendler als Feindbild zu haben, die niemals zuvor irgendjemanden gestört haben.

Na dann, drauf, Genossen! Pöhse Pendler! Pöhse!

Ich geh' schon mal eine geeignete Kirche suchen, die die Pendler dann besetzen können, um freies Parken und Schutz vor der grünen Verfolgung zu erpressen.

Re: die pendler danken

Welche Pendler fahren nach Währing, du grüne Intelligenzkanone??? Südautobahn, Westautobahn, Ostautobahn, Donauufer... alle mindestens 30 Ampelkreuzungen entfernt.

Das Problem in Wien sind nicht die Pendler sondern die verblödete Parkpickerl-Koalition. Weg damit!!!

Re: Re: die pendler danken

aha, sie meinen die pendler pendeln zur autobahn? sie glauben nicht, dass die autobahnen die pendler in die stadt bringen?

jene pendler, die zb im akh arbeiten, oder sonstwo im neunten in der nähe des gürtels.

Re: Re: Re: die pendler danken

Was die kampfgrünIn im ersten Absatz gemeint hat, habe ich nicht verstanden.

Das AKH hat eine große Garage, z.B. für die bösen Krankenschwester, die in der Nachtschicht arbeiten und nicht mit dem Fahrrad in die Arbeit fahren wollen.

Übrigens, alle Betriebe zahlen für ihre Mitarbeiter die Steuer der Stadt Wien. Die für das Benutzen der Straßen zu bestrafen ist echt pervers, aber so sind offensichtlich die wiener grünInnen.

Aber was die V-kuh in aller Dummheit unabsichtlich zugegeben hat, hier geht es gar nicht um die Parkplätze für die Anreiner, sondern um "die Feinstaubbelastung der Wiener Luft und wirksamen Klimaschutz in der Stadt", sprich um einen ideologischen Kampf gegen die autofahrende Wähler.

Re: Re: Re: Re: die pendler danken

sie betriebe profitieren auch von den öffis (übrigens nicht für die straßen, wie sie fälschlicher weise propagandistisch unterstellen wollen) – die infrastruktur gehört zu den wichtigsten gründen für eine standortentscheidung. und die gebühren gab es schon vor den grünen in regierungsverantwortung.

"feinstaubbelastung" ist ein gesundheitsproblem. fragens jene, die sowieso knapp an luft sind - asthmatiker beispielsweise. die schäden für die gesundheit und die folgekosten dadurch sind immens. und wenn sie das nicht glauben, dann schauens einmal nach china, beispielsweise nach peking. es gibt tage, da kommt kein sonnenstrahl durch und den leuten wird angeraten nicht nach draußen zu gehen - na hauptsache man sitzt im diesel-suv mit partikelfilter ;)

Re: Re: Re: Re: die pendler danken

Akh garage für die bösen krankenschwestern??????

So ein blödsinn....zeig mir die schwester die 100 euro im monat für die garage ausgibt....was glaubst was die verdienen?? die garage wird zum größtenteil von ärzten verwendet.....


Eh klar

Die Pendler, die im AKH arbeiten, sollen daheim bleiben - die brauchen wir da nicht! (außer sie nehmen pro Tag eine Stunde mehr Reisezeit in Kauf)

die griechin

soll packen gehn und abdampfen diese unerträgliche person führt sich auf wie die axt im walde und das geht noch drei jahre so....

Befragung im März

Eine echte Befragung war das vom bezirk. Die Stadt fragt im März ob man ein teures Pickerl oder auch ein teures Pickerl will. SO geht Grüne politik.

Schade ...

Schade, dass in diesem Land keine emotionslosen Debatten moeglich sind .. sondern das Motto gilt: es dem politischen Gegner so richtig zu zeigen und ihm eines auszuwischen. Das Volk zu emotionalisieren und polarisieren ... und nicht sachlich zu informieren. Und danach, irgendwo weit unten, kommt dann mal das Volk. Oesterreich hat eine Tradition von Phyrrussiegen

Die Stadtregierung war hier unfaehig, eine sachliche Diskussion zu fuehren und die Gruende fuer eine unbeliebte Aktion zu erklaeren - und die Opposition hat hier sowieso versagt. Selbst den Gegnern des Parkpickerl muss es klar sein, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Die Stadt erstickt im Verkehr, es gibt/gab kaum Abstellflaechen - also was tun? Weiterwurschteln wie frueher? Den Leuten zumuten, 30-40 min herumzukreisen, bis sie mal eine Abstellflaeche gefunden haben?

Wenn ich mir ein Auto kaufe, dann muss ich mich auch um einen Abstellplatz kuemmern - so verstehe ich es jedenfalls. Warum muss die Allgemeinheit fuer meine Befindlichkeiten aufkommen und mir einen Gratisparkplatz zur Verfuegung stellen? Und nein, die KFZ-Steuer ist keine Parkraumabgabe.

Lassen wir doch den Markt entscheiden - Angebot, Nachfrage, Bestbieter ... ironischerweise propagiert gerade die ÖVP einen Sozialismus (alles gratis), waehrend die SPÖ eine Marktwirtschaft fordert. Verkehrte Welt. ;)

Re: Schade ...

darf ich Sie ganz sachlich fragen, bewegen Sie sich in der Stadt mit dem Rad fort?

Re: Schade ...

Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn Frau Vassi-wie? und Herr Häupl einmal nach Zürich gefahren wären und sich dort das Verkehrskonzept dieser Stadt hätten erklären lassen. Dort hat man die Sache wenigstens halbwegs im Griff. Auch geht es nicht gut, wenn die Sozialisten Jahrzehnte lang nichts tun und dann eine Griechin kommt und die Stadt auf ihr Kommando auf den Kopf stellt. Jetzt sehen die Roten plötzlich ihre eigenen Fehler und weigern sich trotzdem standhaft, diese auch zuzugeben. So muss es ja zu einem Chaos kommen. Rot/Grün glänzt mit Planlosigkeit und will nun alles auf eine Karte - auf ihre Karte - setzen, doch das wird viele - auch ehemalige - StammwählerInnen vergraulen und das Ergebnis dieses Desasters werden Rot und Grün höchst wahrscheinlich bei der nächsten Wahl zu spüren bekommen.

Warum muss die Allgemeinheit fuer meine Befindlichkeiten aufkommen ...

Und warum muss die Allgemeinheit fuer Ihre Befindlichkeiten aufkommen und Ihnen Radwege zur Verfügung stellen, wenn Sie sich einbilden, ihr Fitnessprogramm auf die Straße verlegen zu müssen?

Und überhaupt, wieso für die defizitären öffentlichen Verkehrsmittel aufkommen, weil es Ihnen nicht genehm ist, längere Fußwege zu absolvieren?

Und wieso für die Sozial- und Gesundheitsversorgung einer großen Anzahl von Leuten geradestehen, die höchstens eine Minderheit hier will?

Warum nur?

Re: Warum muss die Allgemeinheit fuer meine Befindlichkeiten aufkommen ...

die autoinfrastruktur ist nur zu 38% von autofahrern alleine bezahlt. den rest bezahlt jeder steuerzahler. und sie kommen mit den vergleichsweisen läppischen kosten für radinfrastrutur daher? polemik pur - wie resident korrekt anmerkt.
radfahrer verpesten nicht die umwelt und die gesundheit anderer schädigen sie nicht. jeder autofahrer, der aufs fahrrad umsteigt, tut der allgemeinheit einen gefallen und entlastet die steuerzahler.

 
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