Niederösterreich: Spitalsärzte klagen an

23.02.2013 | 18:36 |  von Andreas Wetz (Die Presse)

Die Debatte um den Sinn von Kleinstspitälern führen meist Politiker. Nun erzählen Ärzte aus Niederösterreich, woran es ihrer Meinung nach krankt.

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Patienten, die so lange von einem spärlich besetzen Kleinstspital zum nächsten fahren, bis sie verbluten. Turnusärzte, die wegen Personalmangels zu Tätigkeiten herangezogen werden, für die sie gar nicht ausgebildet sind. Politgünstlinge, die unter dem Schutz der Regierenden trotz des gegenteiligen Wunsches des Spitalsträgers vereinzelt hochkomplexe Operationen machen, die nach modernen Standards nur in einer großen Zentralklinik zeitgemäß durchzuführen sind.

Dieses Stakkato klingt drastisch, ist aber Realität. So sieht der Alltag vieler Spitalsärzte in Österreich aus. Meist erfahren Steuerzahler und Patienten davon nichts. Alle Spitalsträger der Bundesländer haben mit Erlässen und Weisungen ihr Personal zur Verschwiegenheit gegenüber Medien – und damit der Öffentlichkeit – verpflichtet. Wer Probleme trotzdem außerhalb des OPs anspricht, wird entlassen. Mehrere Mediziner aus Niederösterreich schilderten in ausführlichen Interviews mit der „Presse am Sonntag“ ihre ganz persönliche Sicht der Dinge. Einendes Motiv: Wenn niemand etwas sagt, wird sich nichts ändern. Alle drei sind Mitarbeiter der niederösterreichischen Landeskliniken-Holding. Um ihre Identitäten zu schützen, wird im Text auf Details verzichtet, die sie identifizieren könnten. Niederösterreich steht dabei nur exemplarisch für andere Bundesländer. Die Frage nach der Sinnhaftigkeit von Kleinstspitälern, die mit wenig Personal viel Service bieten sollen, stellt sich auch andernorts.

„Das Grundproblem, auf dem fast alles aufbaut, ist der politische Wille zur Erhaltung von Standorten um jeden Preis“, sagt Chirurgin O., die in ihrem Spital in der Hierarchie weit oben steht. Normalerweise brauche es sechs Ärzte, um in einem Fach ein 24-Stunden-Angebot bieten zu können. Abteilungen kleiner Häuser müssten jedoch nicht selten mit drei bis vier Spezialisten auskommen. „Obwohl die Politik den Patienten Vollversorgung verspricht, und diese sich darauf verlassen.“ Die Konsequenz: „Abteilungsleiter bekommen Sonderverträge, fallen so aus dem Arbeitszeitgesetz und bilden mit theoretisch unbegrenzt vielen Arbeitsstunden die letzte Personalreserve.“

Die Verantwortlichen dafür sieht O. weniger bei der Führung der Kliniken-Holding. Und schon gar nicht bei den Ärzten vor Ort. Schuld sei die politisch verordnete kleinteilige Struktur, die viele Standorte unattraktiv für Mediziner mache.

Ärzte dringend gesucht. Recherchen in der Personalabteilung des niederösterreichischen Spitalskonzerns ergaben starke Indizien für dieses Argument. Nur 3400 der 20.000 Mitarbeiter sind Ärzte. Personal für Pflege, Verwaltung und Wirtschaft ist derzeit kaum gefragt. Nur elf Stellen sind in diesen Bereichen momentan (Stichtag Freitag) zu besetzen. Als Mediziner hat man bessere Chancen. Es besteht Bedarf für 31 Ärzte. Der Nachteil: Fast alle Interessenten müssten ihre Lebens- und Dienstorte in unattraktive Randlagen verlegen. Das schreckt nicht nur Spezialisten, sondern auch Turnusärzte ab, die lieber lange Wartezeiten auf sich nehmen.

In Waidhofen an der Thaya waren zuletzt 13 von 17 Turnusplätzen unbesetzt. Turnusarzt R. haben die Bedingungen in einem anderen Kleinstspital nicht davon abgehalten, dorthin zu gehen. Das Klima, erzählt er, sei gut, die ausbildenden Ärzte bemüht. Die angespannte Personalsituation und die systemisch bedingten Schwächen seines kleinen Standortes würden jedoch für Situationen sorgen, die so nicht sein dürften. Dann etwa, wenn Turnusärzte sogenannte Pooling-Dienste machen, und dabei nachts gleich für zwei unterschiedliche Fächer und Stationen zuständig sind. „Es gab einen Vorfall, bei dem ein Auszubildender sowohl Gynäkologie als auch Innere Medizin betreuen musste, seinen Turnus aber erst im letztgenannten Fach gemacht hatte. Nachts brauchte der diensthabende Oberarzt bei einem Notkaiserschnitt auf der Gynäkologie Hilfe. Der zuständige Helfer ohne Vorkenntnisse war ich, der Oberarzt entsetzt. Irgendwie hat es dann doch geklappt.“

Irgendwie klappt es fast immer. Wer Ärzten zuhört, erfährt, wie sehr die Aufrechterhaltung des Systems inzwischen vom persönlichen Engagement abhängt. Kleinräumige Strukturen sorgen zwar in weiten Teilen der Bevölkerung für – manche sagen trügerische – Sicherheit. Tatsächlich verschwendet das Ressourcen. Der Neubau des Doppelstandorts Baden/Mödling kostet laut einem Bericht des Rechnungshofs 34 Millionen Euro mehr als ein gemeinsamer Standort. Die jährlichen Mehrkosten für den Betrieb werden mit 4,6 Millionen Euro angenommen.

Und das Land Niederösterreich? Das verbat sich die Kritik aus Wien. Landesrat (Wolfgang Sobotka) und Landeshauptmann (Erwin Pröll) sprachen von „absurder Kritik“ und „offensichtlich zu wenig qualifizierten“ Prüfern. Dabei sind die Kennzahlen zu den Kosten des (nieder)österreichischen Spitalwesens ernüchternd. 413 Euro täglich kostete 2002 im Bundesschnitt ein belegtes Krankenhausbett. 2011 waren es 655 Euro, ein Zuwachs von 58,6 Prozent. In Niederösterreich stiegen die Kosten im gleichen Zeitraum um 71,4 Prozent von 374 auf 641 Euro. In Wien, das insbesondere im AKH teure Spitzenleistungen für ganz Österreich anbietet, fiel der Zuwachs mit 52,4 Prozent (777 Euro) geradezu moderat aus.

Bei den Kosten für stationäre Aufenthalte ist es ähnlich. Während sich diese im Bundesschnitt zwischen 2002 und 2011 um 33,9 Prozent verteuerten (Wien: 34 Prozent), waren es in Niederösterreich 51,1 Prozent. Mit einem Endbetrag von 3582 Euro pro Aufenthalt ist – sieht man von Wien (4312) mit seinen medizinischen Sonderleistungen ab – nur Kärnten ineffizienter (3647 Euro).

Verblutet in St. Pölten. Und trotzdem, erinnert sich Assistenzarzt S., sei man von Vollversorgung weit entfernt. Er schildert einen Fall, bei dem keinem der Beteiligten ein Fehler vorzuwerfen sei, eine unglückliche Konstellation jedoch dazu führte, dass ein Patient verstarb. Es geschah in der Nähe von Wien.

„Der Patient war vormittags mit dem Fahrrad gestürzt, kam mit Bauchschmerzen ins Spital. Man gab ihm Schmerzmittel, schickte ihn heim. Am frühen Abend kam er wieder, die Schmerzen waren schlimmer geworden. Die Ärzte entschieden, eine Computertomografie im nächstgelegenen Spital mit CT zu machen. Die Wartezeit auf den Krankentransport betrug eine Stunde. Nach einer weiteren halben Stunde Fahrzeit traf der Patient ein. Das CT ergab einen Milzriss, der sofort operiert werden musste. Das war um 22 Uhr. Der einzige Chirurg, der dafür in Frage kam und noch da war, war beschäftigt, stand im OP. Der Notarztwagen für den Weitertransport war nicht verfügbar, also bemühten sich die Ärzte um den Helikopter. Weil nachts jedoch nur jener aus Wr. Neustadt fliegt, und dieser eine längere Vorlaufzeit als tagsüber hat, brauchte es wieder eine Stunde, bis der Betroffene überstellt werden konnte. Er verblutete in St. Pölten.“

S. ist davon überzeugt, dass kleine Spitäler Versorgungssicherheit vorgaukeln, die es nicht gibt. Aus seiner Geschichte zieht er folgenden Schluss: „Wäre der Verstorbene gezwungen gewesen, gleich in eine größere Klinik zu fahren, hätte er überlebt.“

Eine Einschätzung, die der Gesundheitsökonom Ernest Pichlbauer losgelöst vom konkreten Fall und in Hinblick auf die Qualität noch untermauert. Die Halbwertszeit von medizinischem Wissen betrage heute gerade einmal fünf Jahre. Kleine Standorte, sagt er, seien mit allen Kräften damit beschäftigt, den Betrieb zu erhalten. „In so einer Situation auch noch auf dem neuesten Stand zu bleiben, ist für die Ärzte vor Ort einfach unmöglich.“

Dabei hat die Kritik der Ärzte nichts mit dem politischen Standesdünkel der Kammer zu tun. Meist, sagt Anästhesistin Ü., seien durchaus genügend Planstellen vorhanden. „Das Problem entsteht, wenn die Politik mitbestimmt, wer welchen Posten bekommt.“

Tatsächlich darf die Kliniken-Holding nur Stellen innerhalb ihres eigenen Wirkungsbereiches verschieben. Schaffen kann sie nur die Landesamtsdirektion. Eine Struktur, die aus machtpolitischen Überlegungen entstand und nicht einmal im straff organisierten Wien so üblich ist. Die Landesamtsdirektion untersteht nämlich dem Landeshauptmann, der sich damit direkten Einfluss auf ein wichtiges Ressort sichert.

„Die Presse am Sonntag“ bat die Kliniken-Holding in Form von zwölf Fragen um eine Stellungnahme zu den Äußerungen ihrer Mitarbeiter. Die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit, die zentral aus fünf und in den Regionen aus weiteren 22 Pressekoordinatoren besteht, teilte mit, aufgrund des hohen Rechercheaufwands innerhalb des erbetenen Zeitraums von einem Tag keine Antwort geben zu können.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.02.2013)

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152 Kommentare
 
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zech kommt in die wurst

durch die zechmafia ging in vorarlberg die gyn kaputt

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schwäntzler auf der flucht

schwätzler auf der flucht nach deutschland- dort versucht die braune sau sein fetales euthansieprogramm durchzusetzen. als falscher arzt und psychotyp ist er zu allen fähig- vorsicht geboten !!!

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falscher gynäkologe flüchtet

ein övp protectionsbubi spielt gynäkologe und flüchtet nach gescheiterten versuchen in österreich nach deutschland auf chefarztposten.

warnung !! dieser psycho ist gefährlich !!!

einen patienten nach fahrradsturz mit bauchschmerzen

lediglich mit schmerzmittel OHNE abdomensono heimzuschicken ist ein schwerer kunstfehler und grob fahrlässig...

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Arztgehälter 2

Ich kann nur dazu raten wie in Deutschland eine eigene Gewerkschaft zu gründen. Ansonsten wird man immer unter gebuttert.

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Arztgehälter

kaufkraftbereinigt halten Österreichs Ärzte in allen Gehaltsstufen vom Einsteiger bis zum jahrelang Erfahrenen in Leitungsposition mit Frankreich das Schlusslicht im westeuropäischen Raum. In Österreich ist wohl Niederösterreich am geizigsten. Armes Land. Die Medizin kann ohne Ärzte nicht existieren. Österreich ist so reich und die Gesellschaft ist nicht bereit, die Leistung ihrer Ärzte adäquat zu honorieren. Oder erwartet man von uns ein Arbeiten um Gottes Lohn? Die allzeit bereiten Samariter? In einem reichen Land, in dem der Rettungsdienst und die Feuerwehr betteln müssen, dass sie für uns freiwillig im Einsatz stehen, wundert diese Erwartungshaltung nicht.
Und die Ärztekammer schweigt.

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hab ich's richtig gelesen?

echt? 27 Pressekoordinatoren in der Landeskliniken - Holding?

die werden sie schon brauchen

für ihr hiniges Image

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jodelnder Ärztekammerpräsident


Übrigens:
der niederösterreichische Ärztekammerpräsident, Herr Reisner, jodelt wohl lieber regelmässig mit seiner Zweimann-Bongo - Band am neuen Akademikerball = Burschenschaftsball, als den Ärzteinteressen Druck zu verleihen.

Lest´s doch alle "Der ohnmächtige Arzt", dann geht euch vielleicht ein Lichtlein auf.

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fahrlässige Politik

Es ist von unseren gewählten Politikern im höchsten Masse fahrlässig, den auszubildenden Turnusärzten nicht die beste Ausbildung zukommen zu lassen, was ja in einem so "reichen" Land wie Österreich möglich sein müsste. Wir haben die am schlechtesten ausgebildeten Ärzte weit und breit, weil die Turnusärzte Schwesternarbeit machen müssen, und die Schwestern nicht für jene Tätigkeiten die Verantwortung übernehmen wollen, für die sie eigentlich teuer ausgebildet wurden. Daher:
Nur nicht anstreifen an die Medizin - das kann lebensgefährlich werden! Lieber gsund bleiben.

Na ja, so arg ist s auch wieder nicht!

Die "Güte" der TA-Ausbildung variiert zwar von Spital zu Spital, aber immerhin erhalten die Ärzte eine zumindest 3-jährige praktische Ausbildung! In anderen Ländern werden die Ärzte unmittelbar nach dem Studium auf die Patienten losgelassen......

Die Aufteilung der Tätigkeiten zwischen Ärzten und Schwestern ist allerdings eine andere Geschichte und sollte durchaus überdacht werden, schon alleine des Ansehens der Schwesternschaft wegen!

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Re: Na ja, so arg ist s auch wieder nicht!

sie werden bei uns losgelassen, von den Schwestern instruiert, was zu machen ist, was man am besten verordnet usw., im ersten Nachtdienst zB mit einem muffigen Hintergrunddienst, der im Ansatz klarstellt, dass er/sie nicht gestört werden will. Ich weiss es von Duzenden Turnusärzten und auch in der Facharztausbildung zB in der Anästhesie wird man "ins kalte Wasser" geworfen, sprich man ist allein bei seinen ersten haarigen Narkosen oder muss 2 gleichzeitig machen. Davon haben die Patienten keine Ahnung.
Die "anderen Länder" sind in der Dritten Welt, daran wollen wir uns doch nicht messen?! Im westeuropäischen Raum bewegen wir uns derzeit auf unterster Stufe der Ausbildungsqualität. Auch mit den Arztgehältern übrigens. Armes Land also.
Wer Qualität haben will, muss es sich etwas kosten lassen. Nur im Schlaraffenland fliegen die gebratenen Tauben direkt ins Goscherl. That´s it.

Re: Na ja, so arg ist s auch wieder nicht!

Ich habe Teile meines Studiums im angloamerikanischen System verbracht - und kann ihnen versichern, dass ich mich lieber von einem Absolventen dieses Systems direkt nach dem Studium behandeln lassen würde. Auch eine 3-jährige praktische Ausbildung hilft wenig, wenn man Blutdruck misst und nur Aufnahmen macht und wenig in die Ambulanz kommt, wo man eigentlich lernen könnte. Im Gegenteil - bei den ganzen Blutabnahmen verliert man selbst noch das Wissen, welches man während des Studiums erworben hat.

Es fehlt vielerorts einfach daran, dass das Wissen nicht so selbstverständlich weitergegeben wird wie im Ausland, wo Lehre einfach dazu gehört.

Man könnte hier wirklich gute Mediziner ausbilden, wäre ein Wille da, auch einmal die jungen Kollegen zu fördern!

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Re: Re: Na ja, so arg ist s auch wieder nicht!

mir hat noch niemand erklären können, warum die Pflege kein Blut abnimmt. Sind sie zu faul? zu ängstlich?zu dumm? zu ungeschickt?zu verantwortungslos? wenn irgend einer dieser Gründe zutrifft, muss man sich erst recht von den Krankenhäusern fern halten. Die lernen das und machen es einfach nicht, obwohl es zu ihrem Tätigkeitsprofil gehört. Wer stellt sich statt mir hin, wenn ich keine Gastroskopie machen will? Der liebe Gott? Wem kann ich die Verantwortung für mein Handeln aufzwingen? Turnusärzte übernehmen die Verantwortung, von den Schwestern bereitete Infusionen anzuhängen. Sollen sie kosten, ob drin ist, was drauf steht oder sollten sie sie vielleicht auch noch selbst herrichten? Den Dienst schon um 5 Uhr beginnen, damit seine Schwesternschaft in Ruhe frühstücken kann? Das Ansehen hat sich die Pflege selbst demontiert.

Re: Re: Re: Na ja, so arg ist s auch wieder nicht!

Die Pflege hat den viel effektiveren gewerkschaftlichen Rückhalt, das ist der tiefere Grund für diese "Arbeitsteilung" im Spital !!

Re: Re: Re: Re: Na ja, so arg ist s auch wieder nicht!

Guten Tag! Ich weiß ja nicht, wo die Pflege so arbeitet. In meinem KH nimmt die Pflege Blut ab, hängt Infusionen an, darf bestimmte Pharmaka nach entsprechender Arztverordnung auch i.v. applizieren. Ganz im Sinne des Patientenprozesses. So wie sie das kommentieren, besteht vermutlich eine nicht sehr gute Kommunikation zwischen Arzt und Pflege. Einen vernünftigen Arbeitsablauf im Patientenprozess erreichen wir aber nur gemeinsam. Glauben sie mir, auch mir fällt die Kommunikation mit den Ärzten nicht immer leicht. (Bin auch Pflege und arbeite primär für Patientenprozess, Patientensicherheit und nicht gegen Arzt, auch wenn "gesunde" Abgrenzungen für beide nötig sind)Nur mit gegenseitigen Anfeindungen geht es nicht. Wenn wir bestehen wollen, dann geht das nur gemeinsam. Ein guter Teamplayer zu sein hat auch Vorteile. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Mit freundlichen Gruß. Ein Kämpfer für klare Grenzen und Gemeinsamkeit.

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Re: Re: Re: Re: Na ja, so arg ist s auch wieder nicht!

man bedankt sich. Die von der Gewerkschaft werden dafür wahrscheinlich in seidenen Nachthemden gepflegt und mit goldenen Löffelchen gefüttert. Sorry, aber dass sich 30 Jahre an diesem immer gleichen Dilemma nichts geändert hat im Namen der Qualitätssicherung wenigstens, zeigt, dass wir nicht viel zu reden haben. Wir können uns nur unsere Diktatoren wählen, das ist unser Demokratieverständnis.

Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken ...

... heißt es ja. Und der Kopf der NÖ Spitäler ist jener von Wolfgang Sobotka. In privatwirtschaftlichen Unternehmen (in denen bei Gott auch nicht alles so toll läuft), stehen Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit, Qualität und Kosten-Ertragsverhältnis an oberster Stelle und daran orientieren sich die Abläufe und Strukturen. Die NÖ Landesklinikenholding und sämtliche Spitäler sind ja hinsichtlich ihrer Aufbau- und Entscheidungsstruktur leider Spielball der ÖVP, der Sozialversicherung und der Ärztekammer mit dem Ziel der Wählerstimmenmaximierung und des Machterhaltes um jeden Preis. Die vielen engagierten MitarbeiterInnen im medizinischen und Pflegebereich tun ihr bestes zum Wohle der Patienten - die Organisationsfrage zu lösen, ist nicht ihre Aufgabe. So müssen sie in einem suboptimalen System eben bestmögliche Leistungen bringen.

Re: Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken ...

Das stimmt schon, auch wenn da 10 Pröllianer ihre Wut in roten Stricherln auslassen.....

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Re: Re: Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken ...

Und trotzdem: mich als Mensch vom Land interessieren die professionellen Kinkerlitzchen der Ärzte nur wenig. Mich interessiert nicht, wie die Ärzte das Spital in der Fläche patientengerecht hinkriegen, wenn die Verwalter und ihre Vorgesetzten, die Politiker und die Kassen nichts davon verstehen.

Mich interessiert in der Fläche der kurze Weg zum Urologen und zum Lungenfacharzt. Die Sternideologie der Verwalter interessiert mich nicht.

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Das Problem ist ...

... dass ein Patient mit Unfall und unklaren heftigen Bauchschmerzen nicht mit dem Rettungs- oder Notarztwagen, sondern mit dem - erfahrungsgemäß sehr trägen (Würstlstand-Sanitäter) - Krankentransport überstellt wird! Das weiß sogar ein Laie, dass hier ein Problem mit einer schweren inneren Verletzung vorliegen könnte!

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Re: Das Problem ist ...

... das stimmt nicht...das leitstellensystem entsendet die entsprechenden Rettungsteams!
...wenn der Patient jedoch nach einem Unfall eine Unfallchirurgie benötigt, wird ein Mini-Spital als Zwischenstopp auch nicht viel bringen... das ist im Artikel oben auch so gemeint...

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Re: Re: Das Problem ist ...

Ja da haben Sie wohl recht, das Problem ist nur, dass da auf Krankentransport (also mehr oder weniger Krankentaxi) mit bekannt langer Wartezeit entschieden wurde, und nicht auf Akut-Rettungstransport.

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Das Problem ist ...

... dass ein Patient mit Unfall und unklaren heftigen Bauchschmerzen nicht mit dem Rettungs- oder Notarztwagen, sondern mit dem - erfahrungsgemäß sehr trägen (Würstlstand-Sanitäter) - Krankentransport überstellt wird! Das weiß sogar ein Laie, dass hier ein Problem mit einer schweren inneren Verletzung vorliegen könnte!

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Die Zentralisierung hat sich organisch als Scheuklappe etabliert.

Für die Mächtigen ist sie effizient und so haben sie keinen Grund, die Verwaltung (sich) an das Flächenland mühevoll anzupassen. Ausser zu dessen Ausbeutung.

Das Gemeine daran ist,

dass genau in solchen Abläufen wie oben beschrieben, die größte Lebensgefahr lauert. Ein bisschen warten auf das Rettungsauto, weil zuerst genaue Angaben gemacht werden müssen z.B.; dann Zeiten, wo absolut nur der Besuch im Krankenhaus bleibt, weil die zuständige Notärztin erklärt, nicht sinnvoll helfen zu können, weil sie nicht über die nötigen Mitteln verfügen würde. Das hätte der Hausarzt im Falle seiner Anwesenheit zwar auch nicht, und trotzdem scheint in der Regel ohne ihn kein Krankenhausambulanzbesuch gerechtfertigt zu sein.

Im Klartext überall ein bisserl ein Zeitverzug, was das bedeuten kann, kann man dann oben nachlesen.

 
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