Wien: Immobilienabgabe wird noch höher

18.03.2013 | 17:54 |  VON MARTIN STUHLPFARRER (Die Presse)

Neue Einnahmequelle für die Stadt Wien: Die angekündigte Immobilienabgabe wird teurer als vermutet, sie könnte auch rechtswidrig sein.

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Wien. Die Wiener SP hat bei ihrer Klubtagung in Rust eine neue Einnahmequelle erfunden – die Infrastrukturabgabe. Und die wird, wie „Presse“-Recherchen ergeben,  noch heftiger als gedacht. Denn an der präsentierten Abgabe (25 Cent pro Quadratmeter Nutzfläche), die alle 30 Jahre zu zahlen ist, hängt noch eine weitere Abgabe, die in Rust verschwiegen wurde. Künftig müssen alle Grundbesitzer neben den 25 Cent pro Quadratmeter Nutzfläche auch noch einen Euro pro Quadratmeter Grundfläche zahlen. Man könnte also sagen, dass mit Jänner 2014 nicht eine neue Abgabe, sondern zwei eingeführt werden: eine für die Wohnfläche, die andere für die Grundstücksfläche.

Diese neuen Abgaben sollen pro Haus alle 30 Jahre eingehoben werden, als Beitrag der Hausbesitzer zur Infrastruktur (Abnützung der Straße etc.) – Neubauten sind (entgegen ersten Aussagen) nicht davon betroffen.

Damit würden die Einnahmen mit Start 2014 allerdings erst in 30 Jahren zum ersten Mal fließen. Kein Wunder, dass die Stadt diese Abgaben nun fix rückwirkend einführt: Besitzer von Häusern, die älter als 30 Jahre sind, werden ab 2014 doppelt zur Kasse gebeten. Einerseits mit der Abgabe auf Wohnfläche (25 Cent/m2) sowie der Abgabe auf das Grundstück (ein Euro/m2). Da ein Großteil des Wohnungsbestandes älter als 30 Jahre ist, sprudeln die Einnahmen im Jahr 2014 ordentlich. Rund 100 Millionen Euro erwartet das Wohnbauressort durch die Abgaben im nächsten Jahr. Danach dürften die Einnahmen allerdings sinken, weil 2015 nur mehr jene Häuser die Abgaben zahlen müssen, die genau 30 Jahre alt werden.

Abgabe verfassungswidrig?

Für die SPÖ könnte sich an der Abgabenfront allerdings Ärger zusammen brauen. Der grüne Koalitonspartner wurde in die Abgaben-Pläne nicht eingeweiht und ist entsprechend überrascht. Gleichzeitig kommen von dort warnende Stimmen: „Bei der Formulierung des Gesetzes muss Wohnbaustadtrat Michael Ludwig enorm aufpassen“, erklärt der grüne Finanzsprecher Martin Margulies: „Wenn die Abgabe als Steuer zu qualifizieren ist, bräuchte Wien die Zustimmung des Bundes.“ Anders formuliert: Die SPÖ muss dem Bund beweisen, dass diese Immobilienabgabe eine echte Abgabe ist, die in die Kompetenz der Stadt Wien fällt – immerhin gibt es eine österreichische Finanzverfassung, die besagt, dass Steuern Bundessache sind, der Bund also ein Vetorecht hat. Gelingt dieses juristisch heikle Unterfangen nicht, ist sie de facto gestorben – weil die Bundes-VP dagegen ist. Im Ludwig-Büro heißt es zur möglichen Rechtswidrigkeit: „Ausschließen kann man das nie.

("Die Presse" Printausgabe vom 19.3.2013)

 
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72 Kommentare
 
12
rhodium
20.03.2013 10:39
0

Raubrittertum

wo man hinsieht. Es gilt entweder alles in nicht greifbaren Wert umzuwandeln (Edelmetalle, Konten im Ausland) oder auszuwandern.

Rudolf Wirthig
19.03.2013 15:36
6

Die rote Aversion gegen "Hausherren"

und die leeren Stadtsäckel führen zu einer hemmungslosen Geldeintreiberei. Die Infrastrukturabgabe, angeblich für Strassenabnützung etc, ist die neueste Idee. Rückstellungen für Reperaturen ist ein ganz normaler wirtschaftlicher Vorgang und ich nehme an die Wiener Stadtwerke praktizieren dies ebenfalls. Die Preise für Wasser, Strom, Gas, Müllabfuhr etc enthalten sicherlich auch diesen Reperaturanteil. Die Strassenreperaturen werden von den Autobesitzern durch Entrichtung der Normverbrauchsabgabe und der Mineralölsteuer sowie in Wien darüberhinaus durch Bezahlung der Parkpickerl und der Parkscheine zur Gänze getragen. Die verantwortlichen Stadtpolitiker sollten ihre Ausgaben reduzieren. Gott sei Dank waren die Wiener so weitsichtig und haben die Olympiabewerbung abgelehnt sonst hätten wir über kurz oder lang auch eine Olympiaabgabe.

WitzFigur
19.03.2013 15:18
5

Warum nicht?


Solange keiner auf die Starße geht...

und selbst dann!

da gibt es noch viel Geld zum abschöpfen!

Die SP sollte einen Minister für "Neue Steuererfingungen" einsetzen.

Jede Woche dürfen aber maximal 10 neu erfundene Steuern in Kraft treten.

DIE GRENZE IST DANN ERREICHT WENN DIE SELBSTMORDRATE STARK ANSTEIGT.

nisemodkod
19.03.2013 13:53
6

Für manche Menschen ist Anstand und Moral eben keine denkbare Kategorie.


Bolzen
19.03.2013 13:22
13

Mit der neuen Abgabe...

...nimmt die Stadt Wien ungefähr das ein, daß sie für Inserate im Grünroten Medienzirkel ausgibt.
Die Jubelmeldungen in Krone/Heute/Österreich müssen uns allen etwas wert sein, meinen zumindest sie Stadtgrünroten.

AndenCondor1
19.03.2013 12:57
11

Mich...

...können diese Rathausabzocker am Ohr schlecken, ich ziehe demnächst nach NÖ!

Antworten gerhard63
19.03.2013 15:47
1

Re: Mich...

also vom Regen in den A.. :-)

Antworten Bolzen
19.03.2013 13:25
1

Re: Mich...

Bei mit tut's der A... auch.
Aber nur, wenn Klopapier in der Nähe ist, Hygiene muß sein.

Ministry of Peace
19.03.2013 12:27
11

Wie schön,

daß sich die Grünossen darum sorgen, daß die Abkassiererei auch klaglos über die Bühne geht.

falther
19.03.2013 11:53
8

Gleichheitsgrundsatz?

Es müssten demnach die Grundbesitzer eine Abgabe / Steuer bezahlen, damit alle (auch andere) die damit (vielleicht) finanzierte "Infrastruktur" benützen können. D.h. man schröpft nur eine "habende" Minderheit zu Lasten der Allgemeinheit.

Das ist das Papier nicht wert, worauf es geschrieben wird.

+++

Existentialist
19.03.2013 11:33
14

Würde die Gemeinde einmal sparen anfangen

so würden ihr die Bürger auch gerne helfen .....
Die Politiker scheinen aber leider eine Reinkarnation der Feudalherrschaft zu sein .

ringstrasse81
19.03.2013 10:11
14

Schuldenstand der Stadt Wien: 4,7 Milliarden Euro

Beamte Wien - Frühpensionierungen(Durchschnittsalter von 51,76 Jahren) - jährliche Zusatzkosten 200 Millionen Euro.

Wahrscheinlich benötigt man zusätzliches Geld damit die Wiener Beamten mit schon 45 Jahren in Pension gehen können.

Antworten Aurel2
19.03.2013 11:44
5

Re: Schuldenstand der Stadt Wien: 4,7 Milliarden Euro

In den mir zugänglichen Statistiken ist Wien nicht enthalten. Daraus schließe ich unbedarft, dass die Zahl viel höher ist. Viel höher.

nuXbe
19.03.2013 09:57
28

Volksbefragung :

Wollen Sie, dass dieses dreckige Politiker-Pack mit nassen Fetzen davon gejagt wird?

X JA
o Nein

Antworten WitzFigur
19.03.2013 15:21
3

Re: Volksbefragung :

Die Befragung sollte uns weitere 7Mio. wert sein.

Und bei der Frage würde ich auch abstimmen.

JA

Antworten AndenCondor1
19.03.2013 12:58
6

Re: Volksbefragung :

x JAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!

dudu1312
19.03.2013 09:39
25

Mafia!

Und jeder, welche diese Mafia im Hebst wählt ist selber schuld!!

Ritter vom Kapall
19.03.2013 08:51
1

Und täglich grüßt das Murmeltier

Weil es so gut paßt wieder dieser Link zu Gerd Schröders Steuersong:

http://www.youtube.com/watch?v=ztqsAwmJq_A

Faymarx-Spindelenin
19.03.2013 08:49
23

Man mus sich vorstellen: die Roten und die Grünen haben es geschafft, das doppelnd kassierende Wien an die Wand zu fahren!

Wien war immer schon ein privilegierter Wasserkopf. Denn Wien hat DOPPELT aus dem Steuertopf des Bundes kassiert: als Bundesland UND als Gemeinde.

Damit haben es sogar die Roten geschafft, finanziell über die Runden zu kommen.

Bis jetzt!

Denn jetzt ist es soweit dass all die Mitläufer, Mitesser, Pfründler, Zuzügler, Mindestsicherer und Versorgungspöstler a) so viel kosten und b) so viel Schaden anrichten, dass sich Wien massiv verschulden musste. Und jetzt müssen - no na - die Bürger für den Schaden aufkommen. Als Besitzer genauso wie als Mieter!

Aber auch diese Steuer ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein der sozialistischen Dauermisswirtschaft!

Wien = Griechenland 2.0!

CreepingConsumption.
19.03.2013 08:11
17

Ganz blöd sind sie nicht,

muss man ihnen lassen. Im Gegensatz zur Anhebung der Grundsteuer, wird die neue Abgabe wohl nicht 1:1 in die Betriebskosten reingehen und damit nicht automatisch (diskussionslos) vom Mieter bezahlt.
Also gehen halt die Nettomieten rauf, wodurch sich das Feindbild verstärken lässt.
Womit die nächste Steuer auch schon vorbereitet ist.

Antworten Ritter vom Kapall
19.03.2013 09:05
13

Re: Ganz blöd sind sie nicht,

Außerdem dürften die Gemeindewohnungs Mieter ungeschoren bleiben, denn hier wird das Geld im Kreis geschickt: Als Eigentümerin der Wohnungen zahlt sich Wien diese Abgabe quasi selbst - in die Betriebskosten wird die Abgabe - wie dargestellt - nicht hineingerechnet.

Manche sind halt gleicher ... So ist das aus der Sicht der Linken, wie wir aus der Animal Farm wissen.

herbe mischung
19.03.2013 08:05
11

ich sags immer wieder

wir brauchen neue Steuern und Abgaben. Am besten täglich!

DocB
19.03.2013 07:44
23

es war klar,

dass die Wiener Bevölkerung einmal die Rechnung für Renate Brauners Cross-Border-Leasing-Geschäfte, die SFR-Kredite und das komplett irrsinnige Finanzmanagement dieser vollkommen abgehobenen und unfähigen Ex-Freundin unseres alkoholbeschädigten Bürgermeisters wird zahlen müssen....


Antworten Ritter vom Kapall
19.03.2013 08:53
16

Re: es war klar,

Nicht zu vergessen: Die Finanzierung der Gratis-SPÖ-Jubel-Postillen (Krone, Heute, Österriech und Co) muß auch finanziert werden.

Antworten Antworten Bolzen
19.03.2013 13:27
0

Re: Re: es war klar,

Aus diesem Grunde entnehme ich diese Zeitungen nicht mehr, damit geht wenigstens die Auflage zurück.

Hans Döringer
19.03.2013 07:20
15

Karl Marx hat die Expropriation der Expropriateure gefordert.

Enteignen wir als brave Marxisten doch endlich die SPÖ!

 
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