Naschmarkt: Zu viel Gastronomie

28.03.2013 | 18:15 |  von Eva Winroither (Die Presse)

Ein Anrainer hat den Naschmarkt neu vermessen. Sein Ergebnis: Die Gastronomie auf dem Markt nimmt 38 Prozent der Fläche ein – das ist deutlich mehr als die laut Marktordnung erlaubten 33 Prozent.

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Wien. Es ist eine bekannte Streitfrage, die schon mehrere Standler, Anrainer und Politiker zu heftigen Wortgefechten verleitet hat: Die Frage, wie viel Gastronomie es auf einem Markt geben soll. Vom rechtlichen Standpunkt aus darf nur ein Drittel der bebauten Fläche, also 33,3 Prozent, für Lokale und Restaurants verwendet werden. So steht es in der Wiener Marktordnung. Gefühlt ist dies beim Anteil auf Wiens Vorzeigemarkt, dem Naschmarkt, ohnehin schon der Fall. Nun hat Peter Jaschke, seines Zeichens Naschmarktaktivist, nachgemessen. Das Ergebnis: Rund 38 Prozent Gastronomie sind es mittlerweile.

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Mit seiner Initiative „Rettet den Naschmarkt“ macht Jaschke schon seit Längerem gegen eine, wie er es nennt, „Fehlentwicklung in der Angebotsstruktur“ mobil. Der Ingenieur, der schon für den Bund mehr als 30 Häuser vermessen hat, hat als Ausgangsbasis den offiziellen Vermessungsplan der MA41 (Stadtvermessung) genommen.

Dieser Plan, behauptet Jaschke, weise allerdings grobe Fehler auf. So sollen fast alle Marktstände größer eingezeichnet sein, als sie in Realität sind. Da seien im offiziellen Plan manche Stände acht statt sechs Meter lang, andere wiederum um 1,5 Meter schmäler eingezeichnet.

Fläche vergessen

Die Messungen Jaschkes liegen der „Presse“ vor. Eine verbaute Fläche wurde demnach im Originalplan vergessen, Jaschke hat sie rot markiert. „Was auffällt: Die Fläche der Häuser auf der Linken und Rechten Wienzeile stimmt bis auf ein paar Zentimeter. Nur beim Markt scheint viel willkürlich eingezeichnet worden zu sein.“ Das sei natürlich ein Problem. Schaden, betont er, wolle er niemandem, aber: „Wir fordern klare Verhältnisse.“

Und das bedeutet für ihn auch ein korrektes Verhältnis zwischen Gastronomie und Handel. Deswegen hat er jeden Stand kontrolliert, ob dort Handel oder Gastronomie betrieben wird. Wenn ja, gibt es mehr als acht Sitzplätze. (Sie sind einem Standler auch ohne Gastronomielizenz erlaubt.) Und auf dieser Basis kommt er eben auf das Ergebnis, dass die für Gastronomie genutzte Fläche um rund fünf Prozentpunkte größer sei als erlaubt.

Alexander Hengl, Sprecher des Marktamts, weist Jaschkes Vorwürfe zurück. „Der Naschmarkt wird seit 2010 saniert. Da arbeiten wir mit Plänen, die sehr genau sind“, sagt Hengl. Das Verhältnis zwischen Gastronomie und Handel werde laufend kontrolliert. Er kritisiert, dass Jaschke die Brutto- und Nettoflächen nicht in seine Berechnungen miteinbezogen hätte. „Bei einem Superädifikat (Stand im Besitz des Pächters, Anm.) rechnen wir die Fläche inklusive der Außenmauern. Bei einem Stand der Stadt Wien nicht. Bei 15 Zentimeter dicken Außenmauern und einem Drittel Superädifikate macht das einen Unterschied.“

Das lässt Jaschke nicht gelten: „In der Marktordnung steht nicht, dass man zwischen Brutto- und Nettofläche unterscheiden kann.“ Immerhin: „Unser Plan wurde anhand von Luftaufnahmen gezeichnet“, räumt Peter Belada, Leiter der MA41, ein. Da so nur die Dächer, nicht aber die Grundmauern zu sehen sind, könnte es unter Umständen zu Abweichungen gekommen sein. Eine Aktualisierung des Plans ist für die nächsten Monate bereits geplant.

Alle Märkte neu vermessen

Neue Pläne kündigt auch Alexander Hengl an. Allerdings nicht nur für den Naschmarkt – alle Wiener Märkte werden derzeit von der MA25 (Stadterneuerung) neu vermessen. Die Pläne des Karmelitermarkts und des Volkertmarkts im zweiten Bezirk sowie des Schwendermarkts im 15. Bezirk sind schon fertig. Der Naschmarkt kommt später an die Reihe.

Bei allen bisherigen Messungen sind Abweichungen von den ursprünglichen Plänen festgestellt worden. „Bis zu einem Quadratmeter“, sagt Hengl. Der erlaubte Anteil an Gastronomie sei aber bis jetzt nirgends überschritten worden. Und sollte es auf dem Naschmarkt passiert sein? „Dann“, so Hengl, „haben wir ein großes Problem.“

 Naschmarkt viel Gastronomie

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.03.2013)

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Lesen Sie hier weiter zum Thema:

  • Von vollgestopften Straßen und Tumulten vor den Marktständen

    Naschmarkt im Jahr 1971 / Bild: ÖNB Bildarchiv Historiker Manfred Schenekl hat mit seinem Buch „Naschmarkt an der Wien“ eine umfassende Monografie über die Geschichte des Naschmarktes geschrieben, in der interessante und lesenswerte Details rund um den traditionsreichen Markt Wiens versammelt sind.

Mehr aus dem Web

74 Kommentare
 
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Wer konstruktive Kritik

und Verbesserungsvorschläge einzubringen möchte, darf sich gerne unsere Facebookgruppe
Rettet den Naschmarkt unter http://www.rettetdennaschmarkt.at anschließen; wir freuen uns um jede Mitwirkung.

Re: Wer konstruktive Kritik

wie wäre es mit der Verlängerung des Radweges:
http://www.ipetitions.com/petition/radweg-beim-naschmarkt/

und statt einer Autobahn links und rechts sollte man dem Bus 59A eine eigene Busspur geben!


Zur Flächenberechnung:

Man sollte es so sehen: 33:38% sind nicht 5% mehr; anders formuliert: der Gastroanteil hat sich von zulässigen 33% auf 38% gesteigert, das ist ein Zuwachs von 12,5% !!
Das versteht sich ähnlich wie bei Wahlen:
wenn ich 10% der Stimmen habe und nachher nur 5%, ist das nicht ein Simmenverlust von 5% sondern von 50% !!!

im rot dominiertem Wien gelten eben andere Gesetze

als anderswo, siehe Wahlordnung samt anderen Problemen wie Beamtenpensionsantritte ...... !


Toskanasozialist

das wissen wir doch - drum sackeln wir das volk zb mit gastrostandeln am naschmarkt, mit punschhütten am rathausplatz, mit bobo strandbar auf öffentlichen grünflächen oder tanzlokalen zum schleuderpreis aus.

Mit der eingesackelten kohle machen wir uns dann einen schönen sommer in der toskana bei prosciutto, süffigemmrotwein und bungabunga party am pool.

Das alles läuft seit jahrzehnten wie geschmiert, denn die dummen wiener wählen uns immer wieder.


Re: Ihr wollt wissen, wie ein Markt aussehen sollte? Bitteschön:

da gibt´s übrigens auch Gastrostandl´n
kl. Espresso € 1,00
0,1l Prosecco € 1,20

San Daniele Prosc von € 1,20 - € 5,80 für 10 dkg
Filet vom Rind Kilo € 21,00
etc, etc...

für jedes Brieftaschl sehr gute Qualität
und wenn das alte Mutterl 5dkg Prosciutto will, verzieht kein Verkäufer angewidert das Gesicht -

Naschmarkt? für Gestörte.....

tzt

die 5% sind jetzt nicht der rede wert, aber der einheitsbrei bei den asiaten und den ständen mit den oliven usw. nervt gewaltig, leider sind jetzt noch einige souvenirshops dazugekommen, die dort definitiv nicht hingehören. der marktcharakter geht immer mehr verloren, außer am samstag wenn bauernmarkt. einige geschäfte sind es aber trotzdem wert einzukaufen, auch wenn es eine geldfrage ist. der flohmarkt am samstag ist auf der einen seite eine reine müllhalde, ein lob auf das recycling der waren, die unter der woche in den mülltonnen der umgebung gesammelt werden.

Hände weg vom Naschmarkt

Auch ich bin „Naschmarkt-Aktivist“, gehe zweimal die Woche dort einkaufen und freue mich, dass der Naschmarkt so ist, wie er ist, und dass ich mir den Einkauf dort noch (wie lange eigentlich noch?) leisten kann. Ich freue mich, dass ich einigermaßen weiß, was ich esse, weil ich die Lebensmittel beim Kauf in die Hand nehmen kann, und weil ich selbst koche. Ich freue mich, dass ich sechs Erdäpfel (dreieinhalb für mich, zweieinhalb für meine Frau) in mehreren Qualitäten kaufen kann, und nicht 2,5kg, die ich alsbald wegschmeißen muss, weil ich sie nicht essen, aber auch nicht lagern kann. Ich freue mich über die herrliche Ware im Käseland, beim Radatz, beim Umar, bei den Kräutlern usw. Ich freue mich, dass sich die Türken, Perser, Syrer und andere Ausländer gegen die Schikanen der einheimischen Konkurrenz und der Handelskammer durchsetzen.
Und ich freue ich mich darauf, die ersten Sonnenstrahlen zu einem Besuch eines der Buffets am Naschmarkt zu nützen.
Wem das nicht passt, wer das nicht wirklich kennt, der kann sich beim Billa und seinen Buffets vergnügen.

Ich freue mich, dass ich einigermaßen weiß, was ich esse, weil ich die Lebensmittel beim Kauf in die Hand nehmen kann

Ich will nicht von anderen Leuten abgedrückte und abgequetschte Lebensmittel kaufen!
Daher bevorzuge ich den hygienischen Supermarkt!
Und ich klopf auch diesen unverschämten Frische- und Reifeprüfern auf die SChulter und frage ganz laut, ob sie das Gemüse auch dann wollen, wenn ich vorher alles abgegrapscht habe!

Das ist der Krampf von vielen Märkten

auch international: Freßstände und Promenierer behindern jene, welche einkaufen wollen und es womöglich auch noch eilig haben! Ganz schlimm sind jene, welche im Gehen fressen, wie das liebe Vieh. Da läuft man noch Gefahr bekleckert zu werden. Das gleiche Bild in den Lebensmittelabteilungen der großen Kaufhäuser in Deutschland und Frankreich.- Man sehnt sich den Greisler und den schlichten Markt mit saisonalen Produkten und maximal einem Würstelstand zurück!

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ich war immer ein Fan vom Naschmarkt

und habe auch weite Wege nicht gescheut um hier einzukaufen. Seit einigen Jahren habe ich auch mein Büro in der Nähe. Das was ich beobachten musste tut mir aufrichtig leid - der Naschmarkt ist wirklich total verkommen. Die guten Stände werden verdrängt und zahlreiche schlossen auch, innerhalb mancher Zonen sind sie schwer zu identifizieren weil überall der gleiche Einheitsbrei an Gastronomie entstanden ist, der zwar oft mit Exotik wirbt, allerdings qualitativ mit fast food Ketten vergleichbar ist. Gleichzeitig wird das Angebot an den verbliebenen Ständen auch immer eintöniger, entweder sauteure Schiki Miki Stände oder Abzock (Betrugs) Stände oder Ware, die man auch bei Billa und Co bekommt. Schade. Ein Problem mit der Vergabe könnte eine Chance sein, diese Entwicklung gesetzlich rückzubauen, dann müßte man alle Konzessionen kündigen und neu überdenken. So viel an Investitionen ist ja, wenn man die Lokale anschaut nicht wirklich geflossen.

Eine Frage von Angebot und Nachfrage

Die Märkte, die kaum Gastronomie haben, haben auch wenig Kundschaft und sperren dann irgendwann zu. Wenn die Nachfrage nach Gemüsestandeln da wäre, gäbe es auch welche.

Re: Eine Frage von Angebot und Nachfrage

Das ist nur schlichtweg falsch, die Nachfrage sinkt weil einfach das Naschmarkt Flair zersstört wurde. Aber irgendeinmal wird auch in den Reiseführern stehen, dass der so berühmte Wiener Naschmarkt zur Gastrobudenzone verkommen ist.

Re: Re: Eine Frage von Angebot und Nachfrage

Wenn es keine Nachfrage nach Essensstandeln gäbe, würden nicht laufend neue aufmachen. Mit den Gemüsestandeln ist es ein bisschen wie mit den Kreisslern. Jeder findet sie unglaublich wichtig, kauft aber trotzdem alles beim Billa. Nur zum anschauen und "wegen des Flairs" werden aber keine Geschäfte betrieben.

Finds originell..

.. wie sich manche - offensichtlich NICHT Marktbesucher sondern Gastrobefürworter - über die paar % mehr echaufieren.

Möcht nicht wissen, wie die reagieren, wenn die paar Prozenterln in anderen Bereichen zu viel wären.

Jedes Prozent ist zu viel

Als Anrainer der häufig kocht und langjähriger Kunde des Naschmarkts – auch der Lokale – hab ich seit ein zwei Jahren die Schnauze endgültig voll von der wunderbaren Gastronomiewelt dem eintönigen Angebot und dem Massentourismus dort – einzige Ausnahme – der Bauernmarkt am Samstag mit einem tollem Angebot zu moderaten Preisen – und ein wirkliches Marktbeisl gibt’s dort auch – und wenn sonst Lokale am Markt dann lieber Volkertmarkt Adlermarkt und solangs noch erträglich ist Brunnenmarkt

am Thema vorbei

wegen 5% einen Aufstand zu machen, finde ich übertrieben. allerdings verstehe ich nicht, warum der Bauernmarkt ganz weit oben ist und Richtung Sezession so viele Standln geschlossen sind. hat wohl mit der Vergabe etc zu tun.schade jedenfalls ...aber wegen 5 % gleich ein Aufschrei?????

Fakten

Gewürze
kommen u.a. aus der Großpackung Kotanyi
abgepackt in kleinen Plastiksäckchen nix anderes als im Supermarkt.
Eigenimport z.B. von hochwertigen Produkten (Tahiti Vanille, echtes!Olivenöl, etc.) Fehlanzeige!

Gemüse
etwas besser als im Supermarkt, die Preise leider zu hoch

Brot
Was Haben große Bäckereiketten dort verloren!?
Fladen vom Türken Preis/Leistung ok.

Fleisch
Das erstklassige Geschäft mit waldviertel Weiderindern hat zugesperrt - ein Verlust, ein Versagen des Marktamtes - was kommt stattdessen? die nächste imbissbude?

FAZIT:
anstatt durch rigorose Vorgaben (zB auch günstige Standmieten) seitens des Marktamtes qualitätsvolle GRUNDNAHRUNGSMITTEL preiswert anzubieten, verkommt der Naschmarkt zur BOBO- Eventgastronomie!

Ursache:
DESINTERESSE, DUMMHEIT UND WIEDEREINMAL
KORRUPTION/FREUNDERLSCHAFT.

P.S.
Slow Food
BIO
Direktvermarktung
sagen den Verantwortlichen wohl gar nichts!

Angesichts des Erfolges von Bauern wie Stekovics müsste es doch längst geläutet haben bei den Verantwortlichen!

Direktverkauf in Verbindung mit niedrigen Standmieten hätte, neben Produkten aus der Region auch den Vorteil, dass diese billiger anbieten könnten, als die Händler, da die meisten steuerpauschaliert sind!

Marketing?
Fehlanzeige!
Warum gibt es etwa kein Biokistl/Direktzustelung der Marke "Naschmarkt" etc, etc, ....
Offensichtlich kein Konzept welche Produkte angeboten werden sollen!

Und das Allerletzte: Wer hat die Fetzenstandln zu verantworten???

Gemüse, etwas besser als im Supermarkt

Dass ich nicht lache:

Paradeiser aus Israel, Erdäpfel aus Ägypten, Spargel aus China, Äpfel vom Grossmarkt Inzersdorf, wo auch die grossen Ketten abholen..

Nein, Danke. Seitdem mir der übertrieben teure Dreck von dort schneller vergammelt, als die Ware vom Billa am Eck oder auf Nr. 18, mache ich um den Naschmarkt einen grpßen Bogen.

Wirklich bedauerlich, immerhin wohne ich seit fast 30 Jahren eben genau des Marktes wegen dort.

OK, das Käsestand'l und der Thum sind noch zu gebrauchen. Frischen Fisch gibts auch "noch".

Abgesehen davon, unterwandern diese "Direktimporte" unsere hochwertigen Lebensmittel-Anbau.

Abgesehen von auffälligen "Preisabsprachen".

Und überhaupt, kaufe ich nicht bei Tü...

Re: Gemüse, etwas besser als im Supermarkt

Sparen sie sich ihren rassismus

Für Aussagen wie "ich kaufe nicht beim Türken" entschuldigen sie sich bitte sehr oder haben sie nicht aufgepasst in der geschichtestunde?!


na geh....

...hat sich wiedermal jemand in der marktverwaltung ein börserl-geld verdient und ein paar gastro-bewilligungen mehr ausgestellt...

na, is eh wurscht, gesetze werden in österreich ohnehin gebogen. dafür sinds ja da. und ein roter mann tut auch nix gegen einen anderen roten mann. wäre ja auch karriere-abträgig...

prost, michi. hicks.


Es ist also

kein Markt, sondern eine Beislansammlung!

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schade

alle waren sehr glücklich, als es gelungen ist, den Nachmarkt gegen die von der verrückten Gemeinde Wien damals geplante Stadtautobahn zu retten. Doch heute ist es wesentlich vernünftiger in den umgebenden Supermärkten einzukaufen. Abzocke, dämliche Produkte und in der Tat ein gastronomisches Überangebot. Markt auf Operettenniveau.

Erinnerungen

Ich erinnere mich noch, als der Naschmarkt wirklich etwas Besonderes war. Heutzutage - wie viele ja schon schreiben - bloss Inzersdorf-Großmarktware. Das Problem dürfte anders gelagert sein: Wer außer den Türken und Ex- Jugoslawen ist denn schon bereit, jeden Tag um 3 in der Früh aufzustehen? Und das täglich. Diese Leute haben halt keine Phantasie, sondern versuchen mit ihrer Bazar-Kultur dann die Einheitsware zu verscherbeln. Leider ist auch die Kultur des Handelns mit Inländischen Waren am Aussterben. Wer kauft noch österreichisches Obst? Fleckige, kleine Pfirsiche zum Beispiel haben keine Chance gegen die Prachtkerle aus Spanien, Italien oder der Türkei. Dazu kommt dann noch, daß sich eine Marktmafia etabliert hat, die sich mit der Marktaufsicht längst arrangiert hat.Korruption nicht ausgeschlossen. Und unser Herr Bürgermeister verkauft das dann noch als Musterbeispiel der Integration. Kompliment, einen weiteren Mißerfolg als große sozialistische Leistung darzustellen und vielleicht noch selber daran zu glauben. Etwas Hintergrund noch: meine Großmutter war "Marktfirantin" am Quellenmarkt. Eine weit entfernte Verwandte betreibt noch aus Tradition einen Stand am Naschmarkt. Allerdings ist dies mehr ein Hobby. Insider wissen, dassbmit Duldung und enforcement der Stadtregierung eine mafiöse Clique längst die Märkte in Wien beherrscht. Dort liegt das Übel, nicht in den 5% Mißverhältnis zwischen zulässigen Quoten. Ein Hoch der erfrischenden Gastronomie! Mehr davon!

mit leeren Taschen aus dem Naschmarkt

kam ich das letzte Mal. Was gibt es dort eigenrlich noch außer 0815 Standard Gemüse, Obst, Nüsse und die immer gleichen Aufstriche samt Olivenvariationen, in der Regel mittlerer bis minderer Qualität (und wie frisch?) x Anzahl der Stände? Kebab und Falafel in gleichen Mengen. Mir drängte sich die Vermutung auf, dass diese Einförmigkeit wohl bei semimonopolischen Zulieferern ihren Ursprung hat.
Einige kleine Ausnahmen mit Gurken, Seife, Essig und Wein und ein Biostandl irgendwo hinterm Eck. Ich sähe keinen unterschied zu einem beliebigen anderen Markt.
Diese Entwicklung wird wohl irgendwo eine schmierige Verbindung zur Verwaltung haben.

 
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