Wie in New York: Stadt plant Terrassen über Wiental

24.04.2013 | 18:15 |   (Die Presse)

In den kommenden Jahren sollen nach dem Vorbild des New Yorker High-Line-Parks drei hängende Terrassen über dem Wienfluss entstehen. Damit soll der Anteil der Freiräume in Margareten und Mariahilf erhöht werden.

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Wien/Cim. Wer in Wien Margareten und Mariahilf wohnt, ist nicht gerade mit nahen Freiräumen und Grünflächen gesegnet. Der Freiraumanteil liegt in Margareten bei sieben, in Mariahilf bei für Wien rekordverdächtig geringen drei Prozent. Um das zu ändern, will die Stadt nun Raum schaffen, wo noch keiner ist: über dem Wiental. Dort, wo aktuell der Blick nur auf die U-Bahn-Trasse und das Betonbett des Wienflusses fällt.

Drei großflächige Terrassen entlang des Wienflusses sind geplant, sagt Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou. Auf in Summe 2500 Quadratmetern sollen leicht abschüssige Grünflächen und Sitzgelegenheiten entstehen. Gastronomie oder andere gewerbliche Nutzung ist nicht vorgesehen.

Die erste dieser drei Terrassen soll bis 2015 hinter der U-Bahn-Station Pilgramgasse (Aufgang Ramperstorffergasse) entstehen. Auch ein Steg zum sechsten Bezirk und damit eine Verbindung zwischen Margareten und Mariahilf ist dort geplant. Die zweite und dritte Terrasse aus Holz und Beton, so Vassilakou, sollen flussaufwärts davon gebaut werden. Eine noch vor der Nevillebrücke, eine nach dieser. Die Nevillebrücke selbst wurde schon im Vorjahr für den Autoverkehr gesperrt und kürzlich als Park wiedereröffnet. Sie sieht Vassilakou als eine weitere, vierte Wiental-Terrasse.

 

High-Line-Park als Vorbild

Ziel sei es, dort Platz zu gewinnen, wo eigentlich keiner ist, sagt Vassilakou. Vorbild ist der New Yorker High-Linie-Park, jener auf Stelzen gebaute Park über einer stillgelegten Bahntrasse in Manhattan.

Entlang des Wientals soll auch zusätzlicher Freiraum entstehen, sagt Susanne Schaefer-Wiery, die Bezirksvorsteherin von Margareten. So soll etwa der Fuß- und Radweg umgestaltet werden, die Plakatwände sollen verschwinden, um die Flächen schöner, offener und durchlässiger zu machen.

Ende dieses Jahres soll die Planungsphase abgeschlossen sein, die Bauarbeiten könnten Ende 2014 oder im Frühjahr 2015 starten, zur Freiluftsaison 2015 könnte die erste Terrasse eröffnet werden. Die Kosten für drei Terrassen beziffert Vassilakou mit etwa fünf Millionen Euro. Wie sich Bezirk und Stadt diese Summe teilen wollen, das stehe noch nicht fest.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.04.2013)

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34 Kommentare
 
12

Mangels richtiger Konzopte kommen jetz die Notlösungen

Zuerst jede freie Fläche mit einem Gemeindebau zupflastern und dann darüber jammern, dass es keine Freiflächen mehr gibt. Westbahnhof und Südbahnhof hätten genug Möglichkeiten geboten, genauso wie Karlsplatz oder Museumsplatz. Aber das würde natürlich seriöse Langzeitplanung vorraussetzten und dafür braucht man halt was anderes als eine Jungkommunistin mit Orichideenstudium oder einen SPÖ Apparatschik. Die ganze Westeinfahrt ist verpfuscht, genauso wie 2er Linie, Donaukanal und Donalände. Nichteinmal jenseits der Donau, wo alles möglich gewesen wäre, ist irgendetwas Herausragendes entstanden. Irgendwann kommt halt dann der Punkt, wo man nur mehr ein paar Stahlträge und Holzplatten aufbieten kann, weil alle anderen Optionen schon den Bach runtergegangen sind. Dumm, dümmer, grün.

Wird Vassilakou von der Baulobby gesponsort?

diese Terassenidee ist genau so sinnvoll wie der Koralmtunnel. Viel Beton und Knete für fast nix.

Man sollte das Geld in richtige Projekte investieren

und nicht Millionen für ein paar Bretter und Stahlträger hinausschmeissen, die in 10 Jahren eh von alleine wieder einstürzen. Der ganze Wienfluss würde sich als grüne Lunge eignen. Nur dafür müßte man halt ein Konzept haben und unter 1 Mrd. ist da wohl nicht zu machen. Sinnvoller als der unnütze, hässliche Hauptbahnhof wäre so ein Projekt allemal.

rot-grünes Spielzeug

kommt immer teuer. Vor allem ist es meistens für nichts zu gebrauchen.

nett

nette Idee. aber warum fängt man nicht endlich an die vorhandene Gebäudestruktur der Akten U6 Strecke nach Heiligenstadt zu nutzen..? kommt sicher billiger fürs erste.

Re: nett

Oder die still gelegte U-Bahn Remise in Kagran. Das sind auch etwas mehr als diese lächerlichen 2500m²

Wie in New YOrk

Ja toll die Slum Bezirke gibt es ja schon also weiter in der Richtung.
Wenn in Kaisers Zeiten keine Baujuwele und Zukunftslösungen welche heute noch Bestand haben (Vorortelinie) entstanden wären ,würden keine Touristen in unser Land kommen wem interessieren schon die Verunstaltungen der heutigen Stadtplaner .

Re: Wie in New YOrk

Genaugenommen war de Bau der Vorortelinie einer der größten Infrastrukturpfuschschs. Immerhin bis in die 80er-Jahre ungenutzt. Aber solche "Zukunftslösungen" passen zu den restlichen Postings.

Re: Wie in New YOrk

Waren Sie schon in New York ? Ich ja, mehrmals (beruflich und privat). Alleine schon diese Weltmetropole mit Wien zu vergleichen ist ein Witz. Genauso wie man einen grassen Stadtteil in NY nicht mit einem richtigen Slumstadtteil in LA und New Orleans vergleichen kann. Bsp. London und Paris oder Venedig auch dort gibt es Hochhaus Architektur und Modernes und auch dort kommen Touristen hin. Viele der so genanten Modernen Bauten sind international hoch angesehen und ausgezeichnet worden. Die Idee der Stadtplaner ist nicht schlecht nur leider zu wenig. Effektiver wäre eine längere Überplattung der U4 Geleise mit Ab- und Aufgängen zum Wienfluss um dieses Areal als Park zu nutzen. Um den Verkehr im Wiental Abzufedern.

Re: Wie in New YOrk

schon wieder so ein unsinniges gerede, enzo. Sie KÖNNEN noch keinen slum gesehen haben, wenn Sie irgendeinen stadtteil wiens als solchen bezeichnen. diese bezeichnung verdienen viel eher die viertel, aus denen wien zu ihren ach so seligen zeiten des kaisers großteils bestanden hat.

Re: Re: Wie in New YOrk

Ja sind sind eben einer derjenigen die noch zur Not lesen können ,aber bei der Verarbeitung kommt ein Handikap welches bei ihnen zwischen den beiden Ohren sitzt zum Tragen.
Aber es gibt sicher viele die ihr trauriges Schicksal teilen.

Re: Re: Re: Wie in New YOrk

alles klar, wie vermutet - Sie wollen nur stänkern. toll, solche anonymen foren, was?

Re: Re: Re: Re: Wie in New YOrk

Gebe Ihnen Recht, egal wo man nachliest im Forum tretet Enzo als Stänkerer und Unsinn Schreiber auf. Rate Enzo sich mal ein paar Fotos und Bücher über die Monarchie zu zulegen, dann sieht er was ein Slum nach Wiener Verhältnissen ist. Oder er reist mal in eine andere Stadt auf unserer Erde wie Duisburg oder ganz schlimm nach Brasilien, Südafrika, Rumänien usw. . Wie schon in einem anderem Bericht glaubt Enzo immer noch daran, das Touristen NUR wegen der Architektur nach Wien kommen.

Re: Re: Re: Re: Re: Wie in New YOrk

Im Zusammenhang mit TRETEN: Wahrscheinlich werden im Juni auf Einladung von Frau Vassilakou in Wien internationale Radfreaks in die Pedale treten. Enzo TRITT jedoch als ... und ... wenn Sie meinen auf! TRETET Enzo nicht.

besser wäre

in mariahilf und neubau alle gebäude niederreißen.
außer ein paar besonders exquisite, wie kirchen, museen o.ä.
und einen riesigen park a la central park in new york errichten.
eine leistungsfähige grüne lunge und erholungsraum für viele.
die bewohner kann man in moderne passivenergiewohntürme am stadtrand an den ubahnendstellen umsiedeln.
es muß alles weniger dicht werden, nur dann wird es gesünder und grüner.

Re: besser wäre

Das ist vieleicht etwas übertrieben, aber aus dem Wesbahhof hätte man sicher so etwas wie einen Central Park machen können, ink. überplattetem Autobahnzubringen vom Hiezing zum Gürtel. Wäre wohl auch billiger gekommen als diese sinnlose Renovierung des häßlichsten Gebäudes Wiens das nach der Eröffnung des HBH eh keine Funktion mehr hat.

Re: besser wäre

am besten wäre es,jede 2.häuserzeile abzureissen,um platz für ein dichtes stadtautobahnnetz zu schaffen-wenn wirs'alleine zahlen können wir vielleicht sogar gargamel versöhnen!

Re: Re: besser wäre

aber die mehrheit der anrainer kann sich kein auto leisten und ohne auto ist es auf der autobahn nicht sehr erholsam.

Re: Re: besser wäre

Oder jedem zweiten Bewohner das Herz rauszureißen. Schafft auch Wohnraum!

Re: Re: Re: besser wäre

sie sind aber grausam!
noch dazu völlig sinnlos, weil es ja nicht um wohnraumschaffung geht sondern um das genaue gegenteil. mehr unbewohnte natur!

Scheinheiliges G'sindl!

Eine der letzten Grünoasen im 6. Bezirk (der in der Barnabitengasse versteckte Pfarrhof) musste letztes Jahr mit Zustimmung der Grünen Genossen der Kettensäge weichen.

Seit wenn sind den Grünen Betonplatten lieber als alte Bäume?

Re: Scheinheiliges G'sindl!

Seitdem die Grünen in der Stadtregierung sind, leiden sie an Demenz. Das zeigt sich auch im Fall des OWS-Steinhof. Sie waren die einzigen, die gegen die Umwidmung stimmten. Jetzt ist alles vergessen. Dort, wo es von Natur aus noch grün ist, sind sie fürs Verbauen. Ist es nicht grün, wollen sie Grün erzwingen. Diese Partei ist undiskutabel und wird erwartungsgemäß bei den bevorstehenden Wahlen - so den Umfragen zu trauen ist - zulegen. Wer soll das verstehen?

Strömt da evtl. wieder eine Flutwelle von Korruptionsgeldern heran?



wäre es nicht gescheiter.....

.....wenn man vom Wientalfluss einen Graben richtung Stadthallenbad gräbt, damit man mit dem Tretboot ins Trockene fahren kann?.....so etwas nennt man fusionieren von Skandalen!


Re: wäre es nicht gescheiter.....

nein-aufstauen!
Dann könnte man die U4 sinnvoll entlasten-tragflügelboote aus dem zentrum direkt nach auhof...

Re: Re: wäre es nicht gescheiter.....

Ihre Grundidee ist gar nicht mal so schlecht. Tragflügelboot geht leider nicht, wegen der Bausubstanz vor Ort. Aufstauen aber schon a la Regentscanal in London. Meine Idee wäre die U4 zwischen jeder Station zu überplatten und zu begrünen, so bleibt die Architektur der Stationen erhalten und offen, und diese überplattung als Park zu nutzen mit Blick auf den aufgestauten Wienfluss. Hier könnte man auch Elektroboote, Ruderboote und sogar die Möglichkeit eines größeren Elektro Flusstaxis anbieten.

 
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