Demo gegen Zerstörung von Kultur in Wien

Unesco: Heumarkt-Turm bedroht Weltkulturerbe.

WIENER EISLAUFVEREIN: SIEGERPROJEKT SIEHT HOCHHAUS VOR
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WIENER EISLAUFVEREIN: SIEGERPROJEKT SIEHT HOCHHAUS VOR
(c) APA/WERTINVEST (WERTINVEST)

Wien. Es kommt nicht allzu oft vor, dass sich 33 Initiativen zusammenschließen, um gemeinsam zu demonstrieren. Kommenden Donnerstagabend ist es aber so weit: Zahlreiche Bürger wollen in Wien auf die Straße gehen, um gegen die „fortschreitende Kulturzerstörung“ zu protestieren. „Immer öfter werden historische Häuser abgerissen, viele denkmalgeschützte Gebäude sind bedroht“, sagt Gerhard Hadinger, einer der Organisatoren. Gefordert werden von der Stadt wirksamere Schutzmaßnahmen.

Bedroht ist auch das Weltkulturerbe Innere Stadt, nämlich durch die geplante Um- und Verbauung des Eislaufverein-Geländes. Nach dem Willen der Investoren und der Stadt Wien soll ja neben dem Hotel Intercontinental (45 Meter hoch) ein 73 Meter hoher Wohnturm gebaut werden. Doch nicht nur Bürger protestieren dagegen; die Unesco hat schon bei einer Tagung 2013 von Wien gefordert, auf keinen Fall „höher als der derzeitige Bestand“, also 45 Meter, zu bauen. Andernfalls sei das Welterbe in Gefahr.

Bei der heurigen Tagung des Welterbekomitees stand das Thema Wien aber nicht auf der Tagesordnung – aus terminlichen Gründen, sagt Unesco-Österreich-Chefin Gabriele Eschig, Aber nächstes Jahr werde es sicher klare Worte der Unesco geben. Bis dahin gelte jedoch die Aufforderung von 2013, betont Eschig: Also keine 73 Meter. Die Demo startet übrigens beim Heumarkt. Details: www.kulturerbewien.at (g.b.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.09.2014)

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