Das Wiener Jugendamt prüft den Verdacht auf Missbrauch im Fall eines dreimonatigen Mädchens. "Wegen eines geschwollenen Beines" wurde das Baby am Freitag ins SMZ Ost gebracht. Bei einer Röntgenuntersuchung stellte sich heraus, dass das Baby an Armen und Beinen Knochenbrüche aufweist. Die Brüche dürften mindestens zwei Wochen alt sein.
"Wir können den Misshandlungsverdacht nicht bestätigen, es drängt sich aber aufgrund der Verletzungen der Gedanke auf", sagt Gabriele Ziering vom Amt für Jugend und Familie. Momentan kann von Fremdverschulden bis zu einer Erkrankung nichts ausgeschlossen werden. Die Familie war dem Jugendamt bislang nie aufgefallen. "Wir kannten die Eltern nicht", so Amtsrätin Ziering.
Laut Polizei dürfte das Baby an einer Skeletterkrankung leiden. "Wie es derzeit ausschaut, dürfte kein Fremdverschulden vorliegen", sagte eine Sprecherin. "Das Spital tendiert in Richtung einer Erkrankung", formulierte es auch Ziering vorsichtig. Solange die Vermutung, dass es sich um eine Krankheit handle, nicht bestätigt sei, bleibe aber der Misshandlungsverdacht aufrecht.
Höhere Sensibilisierung, mehr gemeldete Fälle
2007 sind beim Wiener Jugendamt 10.393 Meldungen mit Verdacht auf Kindesmissbrauch eingegangen. In etwa 30 Prozent der Fälle bestätigte sich der Verdacht. In den vergangenen Jahren hat die Zahl der gemeldeten Beobachtungen stetig zugenommen. 2001 waren es etwa 5500 Meldungen pro Jahr in Wien, 2007 schon fast doppelt so viele. "Die Bevölkerung wurde allerdings für das Thema sensibilisiert. Wir führen seit Anfang 2000 Kinderschutzkampagnen durch, dadurch steigt auch die Zahl der Meldungen", erläuterte Ziering.
(APA/Red.)
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