Wiens Bürgermeister Michael Häupl (S) hat am Freitag den Umstand verteidigt, dass in Wien erstmals eine Straßenbahnfahrerin ein Kopftuch im Dienst trägt: "Ich bin nicht bereit, mich für ein Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst einzusetzen." Ein solches war von der FPÖ gefordert worden.
Geeignetste Bewerber
Es gehe darum, die geeignetsten Bewerber für den Arbeitgeber Wien zu finden und "eine Frau mit Kopftuch in der Straßenbahn stellt sicher keine Gefahr dar, sondern ist ein Zeichen dafür, dass wir in einer multikulturellen, offenen und toleranten Stadt leben", so Häupl. Im übrigen gelte diese Maxime nicht nur für die Wiener Linien: "Die Betriebe und Unternehmungen der Stadt Wien haben kein Problem mit der Anstellung von Kopftuchträgerinnen."
Schließlich setze man sich schon lange politisch dafür ein, dass auch zugewanderte Frauen über ihr Leben selbst bestimmen könnten. Und dazu gehöre auch ein geeigneter Beruf, der nicht nur im Putzgewerbe angesiedelt sein dürfe: "Dort hat schon seit Jahrzehnten niemand etwas dagegen, wenn die Beschäftigten mit Kopftuch putzen."
FPÖ: Multi-Kulti-Wahn
"Das Kopftuch als Symbol des politischen Islam, hat im öffentlichen Dienst nichts verloren", fordert der Wiener FPÖ-Klubobmann Eduard Schock. "Der Multi-Kulti-Wahn" von Bürgermeister Häupl nehme bedenkliche Ausmaße an. "Mit dem Kopftuch versucht man doch nichts anderes als ein Symbol gegen die Integration zu setzen", so Schock.
(APA/Red.)
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