Wien: "Marsch für die Familie" vs. Regenbogenparade

Mandatare von FPÖ und ÖVP sowie der Ex-Pegida-Sprecher unterstützen eine Demo für "die klassische Ehe und Familie" am Samstag, während die Regenbogenparade "andersrum" um den Ring zieht.

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Archivbild: Die Wiener Regenbogenparade – Bruckberger / Die Presse

Während die Wiener Regenbogenparade am Samstag einmal "andersrum", also gegen die Fahrtrichtung, um den Ring ziehen wird, ist der Stephansplatz heuer erneut Schauplatz für den "Marsch für die Familie". Ab 15 Uhr wird für "die klassische Ehe und Familie" demonstriert. Unterstützung gibt es heuer u.a. vom ehemaligen Pegida-Sprecher Georg Immanuel Nagel und dem ÖVP-Abgeordneten Marcus Franz. 300 bis 500 Personen werden laut Polizei erwartet.

Der Marsch wird vom christlichen Verein "Pro Vita" organisiert, laut Einladung soll dort auch "gegen Gender-Mainstreaming und die geplante Frühsexualisierung von Kindern" protestiert werden. Als Redner sind neben Marcus Franz u.a. auch die FPÖ-Abgeordnete Carmen Schimanek und die ÖVP-Mandatarin Gabriele Tamandl gelistet. Letztere wird jedoch nicht teilnehmen, wie es aus dem Büro der Abgeordneten hieß. Franz bestätigte seine Teilnahme hingegen am Donnerstag.

Unterstützt wird die Veranstaltung in diesem Jahr auch von Georg Immanuel Nagel und der von ihm gegründeten "Aktionsgruppe gegen Dekadenz und Werteverfall", deren Protest gegen den Eurovisions Song Contest zuletzt aufgrund des schlechten Wetters abgesagt wurde.

Demo der Autonomen Antifa untersagt

Auch die Gegenseite hat sich bereits gerüstet: Die Autonome Antifa hatte ursprünglich für 14 Uhr zu einer Gegendemonstration unter dem Titel "'Marsch für die Familie' verhindern!" aufgerufen. Die am Stephansplatz geplante Kundgebung wurde allerdings am Freitag polizeilich untersagt. Im vergangenen Jahr war es dabei teils zu Zusammenstößen zwischen den beiden Parteien sowie der Polizei gekommen. Mehrere Demonstranten wurden festgenommen - die grüne Abgeordnete Sigrid Maurer klagte nach der Demo über eine brutale Identitätsfeststellung.

Diesmal findet nun stattdessen am Michaelerplatz die von der Sozialistische Linkspartei angemeldete Gegendemonstration "Religiöse Fundamentalisten stoppen" statt. Zu der Demonstration, die bis 19 Uhr dauert, werden vom Veranstalter 250 bis 400 Personen erwartet, berichtete die Landepolizeidirektion Wien am Freitag. 

Regenbogenparade feiert Jubiläum

Die Regenbogenparade startet unterdessen um 14 Uhr beim Rathaus und wird "andersrum" – also gegen die Fahrtrichtung - um den Ring ziehen. Die Veranstalter von der Homosexuellen Initiative (HOSI) erwarten 100.000 Teilnehmer und Zuschauer, die ein "Zeichen für Akzeptanz und Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender- und intersexuellen Personen setzen“, so HOSI-Wien-Obmann Christian Högl. Die Parade findet heuer bereits zum 20. Mal statt.

(APA/Red.)

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