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City-Guide: Weltreise durch Ottakring

16.05.2009 | 20:08 |  von ANNA-MARIA WALLNER (Die Presse)

Ottakring ist für Silvana Meixner vom ORF stets ein wichtiger Drehort. Dort, wo ab diesem Wochenende das Soho-Festival stattfindet, trinkt sie Kaffee, kauft ein und plaudert mit den Standlern.

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Ihr Beruf hat sie schon oft hierher gebracht. Nach Ottakring, an den Brunnenmarkt, den Yppenplatz und die Gassen dazwischen. Denn früher, erzählt Silvana Meixner, hätten sie und ihre Mitarbeiter aus der Minderheitenredaktion des ORF beinahe jeden Drehtermin in Ottakring gehabt. „Das war damals der Bezirk mit den meisten Zuwanderern, vor allem aus dem damaligen Jugoslawien und der Türkei.“ Damals, das war 1989. Vor knapp mehr als 20 Jahren, im April, ging „Heimat, fremde Heimat“ erstmals on air. Da war die Kroatin Meixner knapp zwei Jahre in Wien, lernte gleichzeitig Deutsch und Türkisch, um auch die türkische Moderation der Sendung sprechen zu können – was ihr noch heute hilft, wenn sie beim türkischen Käsehändler am Brunnenmarkt französischen Vacheron (ihren Lieblingskäse) bestellt.


Ottakring, jung und weiblich. Auch wenn sie sich, wie man merkt, am Brunnenmarkt ganz gut zurechtfindet, privat ist Meixner nur mehr selten hier. Vor langer Zeit lebte sie einige Jahre in der Lerchenfelder Straße, da war der Weg nicht weit; heute wohnt sie in der Innenstadt, da sind andere Märkte näher. Die Drehtermine in Ottakring bleiben zwar nicht gänzlich aus, sind aber deutlich weniger geworden. Zuwanderer leben mittlerweile in der ganzen Stadt – gedreht wird also überall. Und gerade nach Ottakring ziehen vermehrt junge Österreicher, weniger Migranten. Trotzdem leben noch 27Prozent Zuwanderer im Bezirk, der überdurchschnittlich weiblich und jung ist. Der Altersschnitt liegt bei rund 40 Jahren, erzählt Meixner.

Viel verändert hat sich gerade im Grätzel rund um den Yppenplatz, vor allem durch Ulla Schneider und ihr Festival „Soho in Ottakring“, das gestern, Samstag, in die zwölfte Saison gestartet ist. Lange leer stehende Geschäfte bekamen neue Mieter, so wie das Geschäft am Yppenplatz Nr. 5, das seit diesem Wochenende die Galerie „Anika handelt“ beheimatet. „Anika“ ist eine Mixtur aus den Vornamen der zwei Galeristinnen Angelika Reinthaler und Monika Obermeier, die sich auf soziale Dokumentarfotografie spezialisiert haben. Derzeit zeigen sie Reisefotos des Vorarlberger Fotografen Christoph Lingg (bis 13.Juni), die mit Haikus von Friederike Mayröcker betextet sind. Fotos, die Meixner sofort gefallen. Wirklich interessiert ist sie aber daran: „Was war hier früher einmal drin?“ „Ein Balkangrill“, sagt Reinthaler.

Und nebenan, wo Designerin Cloed Baumgartner soeben mit „Lila“ ihr zweites Geschäft (gleich neben dem „Yippig“) eröffnet hat, war einmal ein Wettbüro. Das „Muskat Buch & Café“ genau gegenüber (früher: ein Fischgeschäft), das Ursula Stahrmüller seit März führt, will Meixner gleich ausprobieren. Auch wenn sie zumindest eine Sache an dem kleinen Lokal mit Bioküche, täglich wechselnden Speisen und Bücherecke auszusetzen hat: das Rauchverbot. Ein Manko für die Raucherin Meixner, die seit 20 Jahren die Minderheitenredaktion im ORF leitet. Für die Sendung, die heute, Sonntag, um 13.30 Uhr (ORF2) ausgestrahlt wird, war sie im Jugendzentrum „Back on Stage“ ums Eck und interviewte Jugendliche der sogenannten zweiten Generation. Einen Kaffee (und eine erlaubte Zigarette) gönnt sie sich im umgebauten Café „An Do“ nur wenige Schritte weiter. Die geräumige Holzterrasse, an der einige Bauarbeiter tüfteln, soll am Sonntag (so das Wetter mitspielt) das erste Mal benützbar sein. Der Betreiber, ein Türke, lädt Meixner nach ein paar Worten Smalltalk auf den Kaffee ein.

Ein bisschen abgelegen von den Trampelpfaden rund um Brunnen- und Yppenmarkt liegt die „Glasfabrik“, ein Fundus für Antiquitätenfans auf 2000 Quadratmetern. Und ein Ort in Ottakring, den Meixner oft besucht. Genauso wie die „Villa Aurora“ am Wilhelminenberg oder die Kuffner Sternwarte. Es zog und zieht sie also auch in andere Teile des 16.„Hiebs“. Doch dann, auf ihren Wohnort im sechsten Bezirk angesprochen, bekommt sie richtig leuchtende Augen und sagt: „Aber der Naschmarkt ist immer noch meine Number one.“ Nicht Ottakring, aber auch ein Markt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.05.2009)

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9 Kommentare
Gast: Franz aus Brasilien
21.05.2009 15:03
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Ottakring

Wenn ich so richtig gelesen habe, wird Ottakring wieder Wienerisch? Ich Lebte und verbrachte meine ganze Jugend in Ottakring. Bei meinem letzten Heimaturlaub war ich ganz verzweifelt da ich keinen schönen und guten Wienerdialekt hörte nur so komisches Deutsch Kauderwelsch. Hoffentlich hält der Wiener Trend an.

Antworten Insider
21.05.2009 23:41
0 0

Re: Ottakring

Machen Sie sich nicht zu große Hoffnungen. Wienerisch sprechen in Ottakring hauptsächlich die Alten. Wenn sie das noch hören wollen, müssten Sie bald kommen. Es wird sehr viel schön geschrieben. Wahrscheinlich würden Sie Ottakring nicht mehr wiedererkennen.

Gast: Brunnengassenflüchtling
20.05.2009 14:29
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Hippe Gegend

Schön, dass sich Frau Meixner im Brunnenviertel wohlfühlt. Warum lässt sie sich nicht häuslich nieder, wenn es so gemütlich ist. Sie wäre im handumdrehen im Zentrum des Kebab- und Zwiebelduftes, der ruhigen Nächte, in welchen Machos auf den Straßen schreien und pfeifen was die Stimme hergibt. Nicht zu vergessen das abwechslungsreiche Tagesprogramm mit viel Kopftüchern, wunderschönen Krixikraxi-Graffitis am Yppenplatz zu Boden und an den Wänden. Das Grätzel ist wahrlich ein Ort zum Wohlfühlen. Infreaks zahlen dafür horrende Mieten in frisch sanierten Häusern, die bald wieder herabgekommen aussehen werden, wenn sich sonst nichts Richtung Sauberkeit und Ordnung bewegt. Schönreden läßt sich der Basar in der Brunnengasse auch durch vereinzelte nette Lokale nicht. Da müsste man schon an die Wurzeln. Und das ist nicht die Absicht des Ottakringer Bezirksvorstehers.

Gast: cloed priscilla baumgartner
18.05.2009 08:52
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YPPIG eco fashion showroom & lila fashion design

bitte um eine kleine richtigstellung:

YPPIG eco fashion showroom mit den residential labels MILCH und MILCHMANN sowie wechselnden eco fashion gastlabels wird von cloed priscilla baumgartner betrieben (http://milch.mur.at) und das schon seit einiger zeit, cloed lebt und arbeitet seit 1999 am yppenplatz!

im YPPIG war ganz ganz früher der herr kerbl drin, legendäres papierfachgeschäft, hat die stanitzel für die marktfahrer produziert!

im neu dazu renovierten raum daneben hat YPPIG eine neue untermieterin und nachbarin: LILA fashion design (www.lila.cx); da war früher eine video-spiel-hölle drin.

und ANIKA HANDELT hat soeben, wie im text beschrieben, den grill-gestank gut weggelüftet und eine fotogalerie eröffnet.

und das alles an der gleichen adresse, die man sich merken muss: YPPENPLATZ 5! dank der weitsichtigen vermieter des cupal-clans! :-)

die YPPIG.OUTDOOR.PARTY am samstag abend (16.05.09) war übrigens eine sehr charmante angelegenheit, MILCHBAR, MILCHMÄNNER und die band decordoba live... mehr dazu unter http://milch.mur.at

merci, cloed

Gast: ottakring16
18.05.2009 06:01
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das echte ottakring

da soll sich sie werte frau redakteurin doch
eine gemeindewohnung in ottakring nehmen, da kann sie ihre türkischkenntnisse noch mehr
vertiefen.

Gast: Pferdebalsam
17.05.2009 22:14
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Da frage ich mich jetzt,

warum zieht jemand in die Innenstadt, tut aber so als sei es im Immigrantenviertel so toll.

Wenn es in Ottakring wirklich so toll wäre würde die Dame sicherlich nicht den um vieles höheren Kaufpreis oder Mietzins für die Innenstadt Wohnung bezahlen.

Menschen belügen gehört ja mittlerweile zur wiener Kultur

Es werden aber immer weniger Menschen die auf Lügen dieser ORF- Multikulti Typen hereinfallen.

Antworten Gast: gast
18.05.2009 14:53
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Re: Da frage ich mich jetzt,

das frage ich mich ebenfalls. irgendwie haperts da an der glaubwürdigkeit. aber aus der "fernen" innenstadt lässt es sich leicht schwärmen.

und ganz wichtig: weiter augen vor den realen problemen verschließen. in 10 bis 20 jahren wird das wien, wie wir es kennen, wahrscheinlich geschichte sein.

Gast: aurora
17.05.2009 19:32
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meixner seit 20 jahren chefin?

fehler im artikel: meixner ist erst seit einigen jahren chefin der minderheitenredaktion.

Gast: Nolaw
17.05.2009 10:49
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Gemütlichkeit

Nur mit einer Zigarette wird ein Kaffee zum Genuß!!Das werden die Gesundheitstalibane niemals in ihr durch AntiraucherLügen vergiftetes Hirn verstehen