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Museumsquartier: Aufruhr um neue Hausordnung

08.06.2009 | 18:08 |  Von Mirjam Marits (DiePresse.com)

Im Museumsquartier darf kein selbst mitgebrachter Alkohol mehr konsumiert werden, weil es "wiederholt zu Exzessen gekommen ist". Via Facebook formiert sich Protest gegen die verschärften Regeln.

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Wien. Für die einen ist es eine „vollkommene Überregulierung“. Das Museumsquartier (MQ) selbst spricht von „notwendigen Sicherheitsmaßnahmen“. Sie regt jedenfalls auf, die neue „Hausordnung“, die in den MQ-Höfen, dem wohl am intensivsten genutzten öffentlichen Raum in Wien, seit dem vergangenen Wochenende – und ohne große Ankündigung – gilt.


Ab sofort dürfen Besucher keine mitgebrachten alkoholischen Getränke mehr auf den Sitzmöbeln, den Enzis, und Bänken konsumieren, sondern nur noch Getränke, die bei den MQ-Lokalen gekauft werden. Weiters dürfen die Enzis nicht mehr via MP3-Player beschallt, keine Musikinstrumente gespielt werden. Stiegen, Gänge, oder auch die Betonsockel um die Bäume, bislang bei Enzi-Vollbesetzung gerne als Sitzplätze benutzt, müssen freigehalten werden.

>> Presseaussendung des MQ: "Kein Alkoholverbot" (pdf)

Verbote, die das überwiegend junge, studentische Publikum, das tagsüber und abends die Enzis okkupiert, nicht so hinnehmen will. Zwei 20-jährige Studenten, Florian Glöcklhöfer und Daniel Renn, denen im MQ der Konsum von mitgebrachten Alkohol von Securitys (höflich, aber doch) verboten wurde, haben im sozialen Netzwerk „Facebook“ eine Gruppe gegründet, die dagegen friedlich protestieren will. „Freiheit im MQ!“ nennt sich die Gruppe, innerhalb weniger Stunden sind fast 5000 Facebook-User beigetreten. „Das MQ soll ein Ort der kulturellen Freiheit bleiben“, sagt Glöcklhöfer, „an dem es eben so wenig verboten sein soll zu musizieren wie für einen Augustin-Verkäufer, seine Zeitung zu verkaufen.“ Auch Letzteres ist ab sofort nämlich nicht mehr erlaubt. Die Gruppe plant Protestaktionen, etwa ein „Dauerfahrradschieben“, da auch Radfahren und Inlineskaten nun verboten sind. Eine andere Facebook-Gruppe organisiert für 20. Juni (18 Uhr) einen Flashmob: Fünf Minuten lang sollen sich möglichst viele Teilnehmer mit mitgebrachten Getränken laut zuprosten.

Die MQ Errichtungs- und Betriebsgesellschaft weiß vom Widerstand und räumt ein, dass es „einige negative Reaktionen“ gegeben habe. Es handle sich um einen „Probebetrieb“ (wie lange, steht nicht fest), von dem die Besucher wohl „überrascht“ wurden. Wird man die Protestaktionen zulassen? Dazu will das MQ noch nichts sagen.

Beim Privat-Getränke-Verbot, so betont man, gehe es nicht darum, den MQ-Gastronomen  zu mehr Umsatz zu verhelfen. Vielmehr seien die Maßnahmen „auf Anraten der Polizei“ und nach wiederholten Alkoholexzessen am Areal beschlossen worden. Weiters sind die Durchgänge Mariahilferstraße auf der einen und Burggasse (bei der U2) auf der anderen Seite ab sofort von 24 Uhr bis 5:30 Uhr geschlossen, um weniger Durchzug und damit weniger Lärm zu haben. Ein Zugeständnis an die MQ-Bewohner, die wiederholt über Lärm und Vandalismus geklagt haben.

"Bring your beer to the Museumsquartier"
20. Juni von 18.00 bis 18.05 Uhr im Innenhof des Museumsquartiers, Museumsplatz 1/5, 1070 Wien

("Die Presse" Printausgabe vom 9. Juni 2009)

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44 Kommentare
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Knieriem
08.06.2009 21:00
0 0

Re: Es ist doch ganz egal, warum das MQ das tut.

Alllein der Begriff "Freiraum" wird halt von vielen leider falsch verstanden!

harbard
08.06.2009 19:41
0 0

...das ist kontraproduktiv

...denn ohne entsprechende promille
...schaut sich keiner mehr den mist an
...der dort in den ausstellungen gezeigt wird!

huhu
08.06.2009 20:10
0 0

Re: ...das ist kontraproduktiv

Wann lernen Sie endlich, normale Sätze zu schreiben?


Gast: ...
08.06.2009 17:45
0 0

naja...

angeblich so nutzungsoffen entfernt sich das mq mit dieser aktion doch nur noch einen schritt vom öffentlichen freiraum... schade...

als würden die leute, die sich in lokalen die birn wegsaufen weniger randalieren als die leute, die sich im freien mit eigenen getränken ansaufen... faule ausreden, meiner meinung nach - dient der umsatzsteigerung, denk ich auch...

der__mann
08.06.2009 18:49
0 0

Re: naja...

glaub ich nicht.

die umsätze sind gut, es ist glaube ich einfach ein problem, einen öfftentlichen raum sittsam zu halten.

wenn menschen beginnen alkohol mitzubringen, dann ist das große besäufnis und die randalle nicht weit, das ist ein klassisches phänomen.

tja - so oder so - schade!

Gast: natureboy
08.06.2009 17:41
0 0

-

Ich sauf wo ich will und wann ich will und lasse mir nicht rund um die Uhr von Gierschläuchen in Regierung, Wirtschaft, Entertainment oder eben der Gastronomie im MQ das Geld aus der Tasche ziehen!

Gast: Panarcus
08.06.2009 17:40
0 0

Morgen in Nachrichten:

Die Wr. Linien verteidigen die Regelung in einer Aussendung. "Grund für diese neue Maßnahme ist, dass es seit jahren in Wien wiederholt zu Unfällen gekommen ist, die bei diversen Anlässen auch von der Polizei als akute Sicherheitsgefährdungen für andere Strassenbenutzer qualifiziert wurden", hieß es in einer Aussendung. Hinzu komme eine "erhebliche Umweltproblematik". "Es geht nicht darum, den Umsatz der Wiener Linien zu steigern", meinte der B-Meister.

Gast: Silvie
08.06.2009 17:28
0 0

ich finds ok

Also ich versteh die Aufregung nicht ganz. Bin seid Jahren gerne Gast im MQ und fand, dass es heuer an manchen lauen Sommernächten etwas "too much" an besoffenen jungen Leuten, Müll und Lärm gab. Wär froh wenns wieder weniger Radau geben würd.

Antworten Gast: abendrot
08.06.2009 18:00
0 0

Re: ich finds ok

was sollen sie denn sonst machen, mit dem Geld vom AMS?

Antworten Gast: harald
08.06.2009 17:41
0 0

Re: ich finds ok

sehe ich auch so.

0 0

"Aber es geht doch gar nicht um die (trotzdem eingeplante) Umsatzsteigerung der MQ Cafés"

Doch genau darum geht es.
Warum ist es nicht möglich Betrunkene und Randalierer des Platzes zu verweißen oder gar Geldstrafen aufzubrummen? Die "Enzis" waren einer der schönsten und angenehmsten Plätze im Sommer mit Freunden ein mitgebrachtes Bier zu trinken.

***

Österreich darf nicht wie die USA werden! Wehrt euch gegen zukünftiges Bierdrinken aus Papiertüten!

erwinerpl
08.06.2009 16:56
0 0

Genau

Das MQ ist ein öffentlicher Platz und wird mit unseren Steuergeldern finanziert, im Jahr 2005 mit ca. elf Mio. Euro. Wir sehen nicht ein, wieso wir dazu gezwungen werden sollten, alkoholisierten menschen beim Saufen zuzusehen, von Ihrem Gegröle und Müll belästigt zu werden, bzw Ihre Krankenhausrechnungen zu bezahlen. Absolutes Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen !

phuter
08.06.2009 17:07
0 0

Und bitte gleich auch ...

Schirche Leute verbieten... und arme... und dann noch Aufenthaltsverbote für....


Gast: NN
08.06.2009 16:33
0 0

No AlQ im MQ

Aber es gibt sie noch, die bezaubernden Jugendlichen, die noch ohne Alkohol feiern und Spass haben können. Viele sind es nicht, weil dazu ein hohes Maß an Disziplin und mentaler Stärke vonnöten ist.

phuter
08.06.2009 17:06
0 0

Genau...

Oder die Mitgliedschaft in einer Sekte, oder die Anhängerschaft in einer für ihre Radikalität bekannten Religionsgemeinschaft.

huhu
08.06.2009 20:07
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Re: Genau...

Der kath. Kirche?^^

Steininger
08.06.2009 15:58
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Die Gier

is a Hund!

starfury
08.06.2009 17:04
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Aber darum

gehts doch gar nicht!

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