Wiener Steinhof-Gründe: Vassilakou sichert Schutz zu

Planungsstadträtin Vassilakou antwortet dem Denkmalpflege-Beirat Icomos nach dessen "Heritage Alert". Für das Steinhof-Areal gebe es einen "Dreifach-Schutz".

Archivbild: Die Otto-Wagner-Kirche am Steinhof, aufgenommen 2009
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Archivbild: Die Otto-Wagner-Kirche am Steinhof, aufgenommen 2009
Archivbild: Die Otto-Wagner-Kirche am Steinhof, aufgenommen 2009 – Clemens Fabry / Die Presse

Der internationale Denkmalpflege-Beirat Icomos, der das Unesco-Welterbe-Komitee berät, hat kürzlich den "Heritage Alert" für das Otto-Wagner-Areal ausgelöst und per Brief an die Stadtregierung Bedenken über den Erhalt des Ensembles geäußert. Planungsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) sicherte nun in einem Antwortschreiben "umfassenden Schutz" zu.

Die Ressortchefin betont in ihrem zweiseitigen Brief, der an Icomos-Generalsekretärin Kirsti Kovanen und Icomos-Austria-Präsident Wilfried Lipp adressiert ist, dass die Stadt das klare Bekenntnis abgegeben habe, "das Otto-Wagner-Areal unter Wahrung des Denkmalschutzes und des Kulturguts in seiner Gesamtheit zu erhalten und mit neuem Leben zu erfüllen" - wobei Vassilakou auf den "Dreifach-Schutz" des Areals verweist. So sei der historische Gebäudebestand durch den Denkmalschutz gesichert, das Ensemble samt Grünflächen durch eine Schutzzone nach der Wiener Bauordnung sowie durch eine neue Flächenwidmung geschützt.

"Das bedeutet: Eine Bebauung zwischen den Pavillons wird nicht möglich sein", heißt es in dem Brief. Was die künftige Nutzung des Areals nach der Absiedlung des Spitals betrifft, werde es bis Ende 2016 ein entsprechendes Konzept geben. Man denke gemäß den Wünschen von Bürgern und Fachleuten an einen Mix etwa aus Wissenschaft, Bildung, Gesundheit, Wohnen sowie Erholungs- und Sportangeboten.

Bürgerinitiativen torpedieren Bebauungspläne 

Zum Hintergrund: Bürgerinitiativen wie "Steinhof erhalten" versuchen seit Jahren die Bebauungspläne des Ostteils am Areal zu torpedieren. Die Stadt hatte deshalb eine Expertenkommission beauftragt, sie empfahl u.a. die Reduzierung der geplanten Wohnungen. Die Folge war eine deutliche Reduktion des Vorhabens, nun sind 140 neue Mietwohnungen sowie 60 bis 80 weitere Wohnungen in den noch zu adaptierenden Wirtschaftsgebäuden vorgesehen.

Das war den Aktivisten allerdings zu wenig. Sie bemühen sich weiterhin um einen kompletten Verbauungsstopp und das Prädikat Weltkulturerbe. Den selbst beantragten "Heritage Alert", den die ICOMOS Mitte Dezember schließlich bestätigt und per Brief an Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) und Vassilakou übermittelt hatte, werten die Bürgerinitiativen als Rückenwind für ihre Anliegen. Vassilakou hielt als zuständige Stadträtin in ihrem Antwortschreiben nun fest, "dass - unabhängig von der Frage, ob das Otto-Wagner-Spital das Potenzial für eine Welterbestätte hätte - der Schutz zum jetzigen Zeitpunkt gefragt und aus Sicht der Stadt Wien auch ausreichend gewährleistet ist".

(APA)

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