Wohnbau: Genug Flächen, zu wenig Bauten

Die Stadt widmet jährlich Platz für 10.000 Wohnungen. Das Problem: Es errichtet sie niemand.

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(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Wien. Der starke Zuzug aus dem Ausland führt zu einem erheblichen Wachstum der Wiener Bevölkerung – einer Bevölkerung, die (hauptsächlich preiswerten) Wohnraum braucht. Nur wie will man diesen schaffen? Innerhalb der Stadtregierung ist darüber ein Konflikt zwischen SPÖ und Grünen entbrannt.

Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) hat dem Koalitionspartner öffentlich vorgeworfen, einerseits den Zuzug von Asylwerbern zu fördern, andererseits im Kleinen dann Bauprojekte zu torpedieren. Auf dem Gelände des Haschahofs in Rothneusiedl etwa, oder in Liesing, wo die geschützte Violette Sommerwurz als Argument gegen ein Bauprojekt dient.

Umgekehrt signalisiert Planungs- und Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) nun, dass der schleppende Wohnbau nicht an ihr liege. Bereits jetzt gebe es nicht konsumierte Flächen für 33.000 Wohnungen, heißt es in einem Papier aus ihrem Ressort. 2016 und in den Folgejahren würden Widmungen für je weitere 10.000 folgen. Darin sei die Weiterentwicklung bereits bebauter Gebiete noch gar nicht berücksichtigt.

 

Grundstücke zu teuer?

Seit 2010 wuchs Wiens Bevölkerung um 150.578 Personen, allein im Vorjahr waren es 43.236 mehr. Experten schätzen, dass die Stadt hierfür zwischen 8000 und 10.000 neue Wohnungen pro Jahr braucht, die noch dazu möglichst kostengünstig sein müssten.
Da sich der (vergleichsweise kleine) Privatmarkt selbst reguliert, ruhen die Hoffnungen in Wien auf dem städtischen und dem gemeinnützigen Wohnbau. Die auf diesem Sektor tätigen Bauträger hatten in der Vergangenheit vor allem hohe Grundstückspreise, komplizierte Verfahren und fehlende Infrastruktur kritisiert. (awe)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.02.2016)

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