Schloss Schönbrunn: Rekordumsatz trotz Fußball-EM

13.07.2009 | 14:32 |   (DiePresse.com)

Trotz Fußball-EM kann die Schönbrunner Schlossgesellschaft das Vorjahr mit einer positiven Bilanz abschließen. Die Aussichten sind weniger rosig, es soll aber weiter investiert werden.

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Fußball-Fans sind wohl nicht an historischen Gebäuden interessiert. Die Euro 2008 bescherte dem Schloss Schönbrunn kurzfristig einen deutlichen Rückgang. Im Juni 2008 fiel die Zahl der Besucher gegenüber dem Vorjahr um 23 Prozent. Dies trübt aber die Gesamtjahresbilanz der Schönbrunner Schlossgesellschaft (SKB) kaum: Rund 3,3 Mio. Eintritte wurden insgesamt verzeichnet, damit konnte das Niveau von 2007 gehalten werden. Die SKB verzeichnete im Vorjahr den höchsten Umsatz ihrer Geschichte.

Das Schloss Schönbrunn selbst verzeichnete 2,6 Millionen Eintritte. Nach Köpfen gezählt, also ohne Berücksichtigung von Mehrfacheintritten durch Kombitickets, konnten das Schloss und seine Attraktionen 1,98 Mio. zahlende Gäste empfangen, 27.000 mehr als 2007. Der Rest entfiel auf die Hofburg-Museen und das Hofmobiliendepot.

Heuer minus 10 Prozent

Nächstes Jahr zur selben Zeit werde von Steigerungen wohl nicht die Rede sein, prophezeite einer der beiden Schönbrunn-Geschäftsführer, Franz Sattlecker, bei der Bilanzpressekonferenz am Montag. Denn schon im ersten Halbjahr seien die Rückgänge zu spüren. Das Minus in den Schauräumen im Schloss beträgt insgesamt 9 Prozent, jenes in der Hofburg 10 Prozent. Dazu hat auch die Umgestaltung des Sisi-Museums in der Hofburg beigetragen, das im Frühjahr neu gestaltet und vorübergehend sogar geschlossen wurde.

Gesamtumsatz von 33,4 Millionen Euro

Der Gesamtumsatz der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft betrug laut Sattlecker 33,4 Mio. Euro, eine Steigerung gegenüber dem Jahr davor von 2,9 Prozent. Preise, so wurde versichert, seien dafür aber nicht erhöht worden. Vielmehr würden die Gäste verstärkt teurere Ticketkategorien kaufen. An den Eigentümer der imperialen Attraktionen - den Bund - wurden 3,4 Mio. Euro abgeführt. Das operative Ergebnis der SKB, also der Gewinn nach Abzug der Aufwendungen, lag bei 15,5 Mio. Euro (2007: 15,2 Mio. Euro).

Trotz Krise sollen jedoch die Investitionen nicht gestoppt werden, "um nach der Krise noch besser dazustehen", wie Co-Geschäftsführer Wolfgang Kippes erläuterte. 2008 waren es 10 Mio. Euro, die in diverse Bau- und Sanierungsmaßnahmen gesteckt wurden, heuer und im kommenden Jahr sollen insgesamt 20 Mio. Euro investiert werden. So werden etwa im Westflügel des Schloss-Hauptgebäudes die Räume von Kaiser Franz Joseph komplett restauriert. Schreib-, Arbeits-, und Toilettezimmer sowie Stiegenkabinett sollen ihr authentisches Aussehen wieder erhalten. In Planung ist auch ein neues Besucherzentrum mit Ticketverkauf, Gastronomie und Shop.

(APA/Red.)

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