S-Bahn-Verspätungen: ÖBB appelliert an "Geduld"

Die S-Bahn-Verspätungen in der gesamten Ostregion sorgen für heftigen Unmut unter den Fahrgästen der ÖBB. Aktuell wird an neun Stellen gebaut. Ab Dezember fahren auch Fernverkehrszüge über das S-Bahn-Netz.

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(c) APA (ROBERT JAEGER)

Die S-Bahn-Verspätungen in der gesamten Ostregion sorgen für heftigen Unmut unter den Fahrgästen der ÖBB. "Zehn bis 15 Minuten Verspätung sind Standard", beklagen sich Fahrgäste, die etwa von Wiener Neustadt täglich nach Wien pendeln.

Seit Montag sorgen zwei weitere Baustellen für Verspätungen: In Wien-Mitte finden Fundierungsarbeiten statt, gleichzeitig modernisieren die ÖBB dort die Bahnsteige. In Wien-Meidling finden Gleisbauarbeiten und Kabelverlegungen statt. Auf beiden Strecken fallen laut ÖBB-Informationen bis in den Herbst Züge und S-Bahnen aus. In der gesamten Ostregion wird aktuell an neun Stellen gebaut.

>>> Zur Übersichtskarte: Baustellen in der Ostregion

Im September sollte sich die Lage normalisieren, sagt ÖBB-Sprecher Herbert Ofner gegenüber DiePresse.com. Das Stellwerk Süßenbrunn - dessen nahezu Totalausfall im Moment laufend Verspätungen von fünf bis zehn Minuten verursacht - sollte im Dezember zumindest provisorisch wiederhergestellt sein. 

Ab Dezember: Fernverkehr nutzt S-Bahn-Netz

Ab Dezember könnte sich die Situation jedoch an einer anderen Stelle verschärfen. Denn der ausgebaute Bahnhof Wien-Meidling übernimmt für drei Jahre "provisorisch" die Funktionen des Südbahnhofs, der Anfang 2010 abgerissen wird. Fernverkehrszüge der Südbahn und jene, die bisher am Südbahnhof Ostseite geendet haben, enden ab 13. Dezember in Wien-Meidling. Alle Fernverkehrszüge, die nach Norden fahren, nutzen das Schnellbahnnetz und halten auch in den Stationen Wien-Mitte, Praterstern und Floridsdorf.

Diese Mehrbelastung sei aber "tragbar", sagt Ofner. "Unseren Streckensimulationen zufolge (mit denen die ÖBB die Flüssigkeit des Verkehrs errechnen, Anm. d. Red.) geht sich das aus."

ÖBB wirbt um "Verständnis und Geduld"

Ofner appelliert jedenfalls an das Verständnis und die Geduld der S-Bahn-Nutzer: "Die Investitionen ins Schienennetz sind notwendig. Und die Verbesserungen kommen letztendlich ja den Fahrgästen zugute." 2009 sei, was die Bautätigkeit betrifft, eines der intensivsten Jahre, die die ÖBB je hatten, sagt Ofner. Insgesamt wird das Streckennetz der S-Bahn um mehr als 40 Millionen Euro ausgebaut.

Um die Situation für die Fahrgäste etwas zu erleichern, informieren die ÖBB mittels Foldern, im Internet und per Durchsage. Vergangene Woche startete eine "Fahrgast-Info-Offensive". 25 ÖBB-Mitarbeiter sind zwischen Floridsdorf und Meidling unterwegs und verteilen dort rund 120.000 Info-Folder.  Alle Informationen finden man unter der eigens eingerichteten Webseite wien.oebb.at.

(beba)

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