Wien: 70 Euro "Ökoprämie" für alte Fahrräder

Was bei den Autos die Verschrottungsprämie war, soll in Wien bei den Fahrrädern die Ökoprämie werden. Für das alte Rad zahlt die Stadt 70 Euro beim Kauf eines neuen Drahtesels.

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(c) AP (Gero Breloer)

"Es hat einen einfachen Grund, wieso wir diese Aktion nicht als Verschrottungsprämie bezeichnen: ein überwiegender Teil der Altfahrräder wird nicht verschrottet", meinte Verkehrsstadtrat Rudolf Schicker am Montag. Sonst soll aber in Wien auch für Radler gelten, was sich im Autosektor als Erfolg erwiesen hat. 70 Euro können beim Kauf eines neuen Fahrrad von der Stadt lukriert werden, wenn das alte Gefährt zurück gegeben wird.

Man verbessere mit der Aktion zwar nicht die Schadstoffbilanz wie bei der Auto-Abwrackprämie, aber die Verkehrssicherheit dank neuerer Radtechnik auf den Straßen, so Schicker. Zunächst ist die Aktion auf 500 Räder begrenzt, sie werde aber bei entsprechendem Andrang verlängert - "allerdings auf ewig auch nicht", unterstrich Schicker.

Abgewickelt wird die Aktion "Ökoprämie 2009" über den Arbö, bei dem das Rad abgegeben werden muss. Es müsse der Straßenverkehrsordnung entsprechen und der Interessent sich vorher auf der Website des Arbö Wien angemeldet haben, erläuterte Geschäftsführer Herbert Hübner die Modalitäten. Diejenigen, die es nicht mehr auf die Liste der 500 schaffen, können sich auf eine Warteliste eintragen und rutschen automatisch nach, sollte ein potenzieller Prämienempfänger nicht innerhalb von sieben Tagen beim Arbö auftauchen.

Der Interessent muss die höchstens 14 Tage alte Rechnung eines österreichischen Fahrradhändlers für ein Fahrrad vorweisen, das zumindest 140 Euro gekostet hat. Auch müssen Abwracker ihren Ausweis dabeihaben und nachweisen, dass sie einen Wiener Hauptwohnsitz haben. Dann gibt es im Idealfall die Prämie bar auf die Hand. Die Alträder werden von der Fahrradwerkstatt des Resozialisierungsvereins "Neustart" aufbereitet und entweder wieder verkauft, oder an Bedürftige abgegeben, so Geschäftsführerin Susanne Artner-Aigner.

Alles in allem gehe es um mehr Sicherheit auf der Straße, so Schicker, der darauf verwies, dass trotz eines höheren Radverkehrsanteils die Zahl der Unfälle sinke: "Die Unfallzahlen im Radverkehr gingen in Wien in den letzten drei Jahren um 10 Prozent zurück."

(APA/Red.)

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