Neue Lokale: Hummer, Currywurst und Nüsse

Wien bekommt neue Restaurants – vom Nobellokal im früheren Teppichladen bis zum Schaumweinimbiss.

Neueröffnung an prominenter Adresse: Das Graben 30 in der Innenstadt
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Neueröffnung an prominenter Adresse: Das Graben 30 in der Innenstadt
Neueröffnung an prominenter Adresse: Das Graben 30 in der Innenstadt – Screenshot (www.graben30.at)

Wien. Wiens Lokallandschaft ist kein monolithischer Block. Laufend gibt es Neuzugänge und Abgänge. Was sich derzeit sagen lässt: Besonders interessant für Eröffnungen ist der innerstädtische Bereich – und ein spezielles Konzept kann auch nicht schaden. Graben 30 heißt ein neues Lokal, das an jener Adresse untergebracht ist, an der früher Adil Besim Teppiche verkauft hat. Betrieben wird es von einem kroatischen Unternehmen, dem unter anderem auch der Papaja Club auf der Insel Pag gehört. Einen Gastgarten gibt es derzeit nicht – der soll nächstes Jahr mit gut 100 Sitzplätzen folgen. Vom Graben aus ist nur der Eingangsbereich zugänglich, eine futuristische Stiege führt in den ersten Stock, in dem sich die Lounge mit einer zehn Meter langen Bar und zahlreiche Bistrotische aus Marmor befinden. An der Fensterfront mit Blick auf den Graben liegt der Fine-Dining-Bereich – dazwischen je ein begehbarer Rotwein- sowie Weißwein- und Champagnerschrank. Einen Stock höher gibt es eine Bar für Raucher – inklusive DJ-Pult. Das Graben 30 hat vom Frühstück über Business-Lunch und Dinner bis zum abendlichen Cocktail von acht Uhr bis spät in die Nacht geöffnet. Neben Klassikern wie Schnitzel (24 Euro) gibt es hier vor allem internationale Speisen.

Ein anderes Konzept hat das Crazy Lobster, das am 13. Oktober in der Naglergasse eröffnen wird. Ende September ist ein Soft Opening geplant. Auch hier steht eine Investorengruppe dahinter (die anonym bleiben will), sie hat sich zwei erfahrene Gastronomen geholt: Sommelier und Restaurantleiter Patrick Hopf, der unter anderem im Meinl am Graben und im Dom Beisl tätig war, und Küchenchef Daniel Kellner, der bei Reinhard Gerer kochte. Im Crazy Lobster setzt man auf Hummer, Schneekrabben und Rindfleisch. Ein ganzer Hummer soll unter 30 Euro kosten, zweigängige Mittagsmenüs rund 15 Euro.

„Natürlich ist nicht mehr so viel Geld da wie früher, aber die Österreicher wollen auf einen gewissen Standard nicht verzichten“, sagt Kellner bei einer Führung durch das Lokal. Auch das Crazy Lobster hat einen Raucherbereich – eine Zigarrenlounge im Keller. Vor der Tür wurde ein ganzjähriger Gastgarten genehmigt. „Im Winter kommt ein Foodtruck hin, in dem es Champagner und Austern gibt.“ Ganz anders hingegen das bereits geöffnete Chestnut am Neuen Markt: Hier werden das ganze Jahr über Speisen rund um Maroni und Nüsse angeboten, etwa ein Wassermelonen-Gazpacho mit gerösteten Mandeln, Black Bun Sate Burger mit Erdnusssauce oder Pistazien-Crème-brûlée. Außerdem wurde hier eine eigene Nussmanufaktur eingerichtet.

Zwei bereits sehr erfolgreiche Gastronomen arbeiten indes an ihrem jeweiligen Zweit- bzw. Drittlokal. Das Mochi soll voraussichtlich Ende November (nach längerer Verzögerung) am Vorgartenmarkt eine Ramen-Bar – das Mochi Ramen – eröffnen. Andreas Flatscher arbeitet wiederum nach dem nach ihm benannten Steakhaus und dem gleichnamigen Bistro an seinem dritten Lokal. Ebenfalls im November soll nämlich unweit der beiden anderen Lokale – beide in der Kaiserstraße – Zur flotten Charlotte aufsperren. Diesmal handelt es sich um einen Imbiss für Currywurst, Schaumwein und Bier.

Geschlossen hat hingegen das kalifornische Restaurant Melrose, das Severin in Döbling sowie das Aumann in Währing. Wobei das nicht bei allen Lokalen unbedingt auch so bleiben muss. Melrose-Geschäftsführer Herbert Broneder möchte das Restaurant weiterführen und ist derzeit im Gespräch mit Investoren. „Am Montag entscheidet sich, ob ich Konkurs anmelden muss oder nicht.“ Auch die Betreiber des Aumann versuchen, das Lokal wieder zu öffnen. Die hohen Investitionskosten sowie das viele Personal, das man vom Frühstück bis zum abendlichen Cocktail braucht, waren offenbar zu viel. Wann und wie es weitergehen soll, ist offen. Geht es nach den Betreibern, soll das Aumann bald wieder aufsperren.

Neueröffnungen

Graben 30: Graben 30, 1010 Wien, ✆ +43/(0)1/93 46 688, täglich 8 bis 2 Uhr, www.graben30.at

Crazy Lobster: Naglergasse 21, 1010 Wien, www.crazylobster.eu, ab Ende September

Chestnut: Neuer Markt 8a, 1010 Wien, Mo bis So, 11 bis 2 Uhr, www.chestnutvienna.com

Zur flotten Charlotte: Kaiserstraße 121, 1070 Wien, www.zurflottencharlotte.at, ab November

Mochi Ramen: Vorgartenmarkt Stand 12+29, 1020 Wien, voraussichtlich ab Ende November

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.09.2016)

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