Wiener Secession: Goldene Kuppel soll bald wieder glänzen

Zu ihrer Errichtungszeit heiß umstritten, möchte heute wohl kaum jemand die goldene Kuppel der Secession in Wien missen. Da aber mittlerweile nicht mehr alles glänzt, was Gold ist, steht nach 30 Jahren wieder einmal eine Generalsanierung des Jugendstilbaus von Architekt Joseph Maria Olbrich an. Auf die 2,8 Million Euro schwere Maßnahme haben sich nun Secession, Bund und Stadt Wien geeinigt.

(c) APA/HELMUT FOHRINGER

Der Zeitplan steht bereits, wie Herwig Kempinger, Präsident der Künstlervereinigung (im Bild links, mit Sylvia Liska (Präsidentin der Freunde der Secession), Kulturminister Thomas Drozda und Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny), am Dienstag vor Journalisten unterstrich. "Wir werden heuer Ende Mai beginnen und das ganze Jahr über den Außenbereich sanieren", so der Secessions-Hausherr. 2018 folgen dann die Arbeiten im Innenbereich, wobei man auf einen Abschluss bis zum Sommer hofft. Dabei soll die wie schon 1985/86 von Adolf Krischanitz geleitete Sanierung bei laufendem Betrieb erfolgen.

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Mit das größte Sorgenkind ist dabei die berühmte Eisenkonstruktion der vergoldeten Kuppel. "Die Kuppel ist seit 30 Jahren nicht mehr saniert worden, die rostet vor sich hin", so Kempinger. Die bis dato letzten Arbeiten an der Fassaden lägen auch schon 15 Jahre zurück. Eine künstlerische Intervention am Haus, wie man sie damals mit der Rotfärbung des Baus während der Sanierung gesetzt hatte, soll es diesesmal allerdings nicht geben: "Die rote Secession ist so gut gewesen, die kann man nicht übertreffen - deswegen versuchen wir es nicht einmal."

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Neben der Neuvergoldung der Kuppel mit ihren 2.500 Blättern und gut 300 Beeren, werden auch die Fußböden saniert, die Klimaanlage auf die neuesten EU-Normen gebracht und der Zugang zum Beethovenfries (Bild) im Untergeschoß barrierefrei. Und nicht zuletzt sollen die Kranzträgerinnen von Koloman Moser an der Rückseite des Baus rekonstruiert werden, die nach der Trennung einst von den verbliebenen Mitgliedern der Secession abgeschlagen wurden. Kurz: "Man muss nach 30 Jahren einfach wieder an allen Schrauben drehen", so Kempinger.

 

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Und das kostet. "800.000 Euro müssen wir selbst schultern - und da hoffen wir sehr auf unsere nationalen und internationalen Freunde", warb der Künstlervereinigungschef um Sponsoren. "Das ist eine ziemliche Vorgabe", konzedierte auch Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ), auch wenn die Stadt immerhin eine Million beisteuert. Auch Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) freute sich über die "relativ rasche Lösung" der Finanzfrage, trägt doch auch der Bund eine Million der anstehenden Kosten.

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