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Augartenspitz: Arbeiten für Konzertsaal begonnen

08.03.2010 | 13:59 |   (DiePresse.com)

Aktivisten sind auf Bäume geklettert, die gerodet werden sollen. Die Polizei musste einschreiten. Die Sängerknaben wollen am Bau festhalten - jetzt, wo alle rechtlichen Hürden genommen sind.

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Die Bauarbeiten für eine neue Konzerthalle der Wiener Sängerknaben sind am Montag nun endgültig angelaufen. In den frühen Morgenstunden wurde mit der Einrichtung der Baustelle am Augartenspitz begonnen, teilten die Sängerknaben in einer Aussendung mit. Für die Aktivisten herrscht "Alarmstufe Rot": Einige von ihnen hatten das Areal zuvor besetzt und waren auf Bäume geklettert, um deren Rodung zu verhindern. Ein Teil davon wurde von der Polizei vom Grundstück entfernt.

Die Bürgerinitiativen wollen ihren Widerstand noch nicht aufgeben. Gegen Mittag hielten sich acht Personen in den Baumwipfeln auf, darunter auch Raja Schwahn-Reichmann vom "Josefinischen Erlustigungskomitee". Zu einem Zwischenfall kam es, als die Polizei ein weiteres Mal einschritt, um Demonstranten vom abgesperrten Areal zu entfernen. Diese hatten sich über Bauzäune Zutritt verschafft. Eine etwa 70 Jahre alte Frau klagte über Schmerzen und Herzprobleme, nachdem Beamte sie vom Grundstück getragen hatten. Sie wurde mit der Rettung ins Krankenhaus gebracht.

Anders als gegen jene Personen, die zu Fuß in das Areal eindrangen, ging die Exekutive nicht gegen die Baumbesetzer vor. Es sei nicht notwendig, diese mit Gewalt von den Bäumen zu holen. "Das ist der falsche Weg", betonte eine Polizei-Sprecherin.

Die Arbeiter nahmen trotz der Vorfälle nach mehrstündiger Unterbrechung die Rodungsarbeiten wieder auf. Sie ließen sich weder von den Aktivisten im Geäst noch von den "Aufhören"-Rufen beeindrucken. Filmarchiv-Chef Ernst Kieninger, der ebenfalls vor Ort war, sprach von Behinderungen und Einschränkungen des Betriebs. Er ärgerte sich aber nicht über die Besetzer: "Die Aktivisten machen von ihrem Demonstrationsrecht Gebrauch." Die Gegner werden heute ab 15 Uhr eine Kundgebung am Augartenspitz abhalten, kündigte Hottenroth an.

"Wir dürfen, wollen und werden bauen"

Seitens der Sängerknaben wurde betont, man werde vorerst nichts gegen die Aktivisten auf den Bäumen unternehmen, um niemanden zu gefährden. "Wir hoffen weiterhin auf Vernunft und die Einsicht der Gegner, sich mit ihren Argumenten und Forderungen nicht durchgesetzt zu haben", so ein Sprecher. Nach der Einrichtung der Baustelle erfolge nun als nächster Schritt die Untersuchung des Bodens etwa auf eventuelle Altlasten. Dies sei aber eine übliche Maßnahme bei Bauvorhaben und kein Spezifikum des Konzertsaal-Projekts, wurde betont.

Es liegen nun alle rechtlichen Bescheide vor, um das Projekt in Angriff zu nehmen. Eine weitere Verschiebung der nächsten Schritte sei nun nicht mehr möglich. "Die vorgesehenen Umpflanzungen, Baumsicherungen, Fällungen und Totholzentfernungen müssen jetzt erfolgen", hieß es in der Aussendung. "Wir dürfen, wollen und werden bauen."

Der Streit zwischen Sängerknaben und Bürgerinitiativen dauert bereits seit Jahren an. Zuletzt sollte es Mitte Februar ein Treffen geben, um Probleme zu erörtern. Der Termin war jedoch gescheitert, worauf Walter Nettig, Präsident der Sängerknaben, ankündigte, am projektierten Musikzentrum nicht mehr rütteln zu wollen.

Grüne Kritik, Häme von der FPÖ

Scharfe Kritik an der "harten Vorgangsweise" übten die Wiener Grünen. Mit Motorsägen gegen die Augarten-Schützer aufzufahren, zeuge nicht vom Willen, den Konflikt friedlich und gemeinsam mit den Anwohnern lösen zu wollen, empörte sich die grüne Planungssprecherin Sabine Gretner in einer Aussendung. "Wir werden nicht zulassen, dass viele Grünflächen in Wien sukzessive verkleinert werden. Dieser Bau ist Zeugnis der Beton-Politik von (SP-Bürgermeister Michael, Anm.) Häupl, (Sängerknaben-Präsident Walter, Anm.) Nettig und Co.", ergänzte Umweltsprecher Rüdiger Maresch.

"Erfreut über das konsequente Vorgehen gegen die grünen Fußtruppen am Augartenspitz" zeigte sich hingegen die Freiheitlichen. "Auch linke Gutmenschen mit Tagesfreizeit sollten irgendwann einsehen, dass sie sich nicht über Recht und Ordnung hinweg setzen können", so Wolfgang Seidl, Obmann der FPÖ-Leopoldstadt. Falls die "grünengesteuerten Berufsdemonstranten" die Bauarbeiten in ihrer penetranten Selbstgerechtigkeit trotzdem weiter verzögerten, sollten sie mit Schadenersatzklagen eingedeckt werden, so die blaue Forderung.

(APA)

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15 Kommentare
Gast: J.J.Rousseau
08.03.2010 23:00
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Primaten

Auf die Bäume, ihr Affen, der Urwald wird gefegt!

Gast: Grünliebhaber
08.03.2010 21:02
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hier von "grüngesteuerten Berufsdemonstranten" zu sprechen ist absurd!

Grünräume bedeuten Lebensqualität in der Stadt und müssen erhalten werden.
Der Augarten ist noch dazu eine denkmalgeschützte historische Gartenanlage, die nicht scheibchenweise ruiniert werden darf.

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Ihre Ansichten sind zwar nachvollziehbar

jedoch hat die mit dem Augartenspitz nichts zu tun. Dieses "Scheibchen" war nie teil des Parkes, sonder dort befanden sich die Gesindehäuser. Die Gebäude wurden geschliffen, da die dort stehende Tankstelle den Boden kontaminiert hat. Vorher war dort ein Gasthaus! Bitte verteidigen sie den richtigen Augarten!

Antworten Gast: Billy Rubin
08.03.2010 22:37
0 0

Re: hier von

Hinter Ihren Argumenten stecken nichts anderes als Egoismen und höchst undemokratisches Verhalten und politische Unreife sowieso.


Gast: Wien war...
08.03.2010 19:45
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Es geht hier nicht um Bäume!

Sondern um den Abriß eines Barockensembles, das in jeder anderen Kulturmetropole gehegt und gepflegt werden würde.

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Re: Es geht hier nicht um Bäume!

Dann frag ich mich was bekämpft wird, denn das Barokensemle bleibt komplett erhalten. Nichts wird abgerissen. Und über Geschmack lässt sich bekanntlich trefflich streiten. Sie haetten warscheinlich auch gegen ein Gugenheimmuseum gewettert!

nopod
08.03.2010 16:57
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Video von der Rodung auf WienTV.org

http://wp.me/pvFDv-a8

Gast: vbn
08.03.2010 14:50
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Brauche die Sängerkanben auch nicht ...

... aber diese ewig gestrigen Grünaktivisten, die sich in Großstädten bei jedem gefällten Baum aufführen als würde ein Mensch ermordet, k... mich an!

Grüne Freunde - kümmert EUCH UM WICHTIGES.

Cuchulainn
08.03.2010 13:17
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Wer zahlt?

Bezahlen denn die so genannten Sänger-Knaben diese Konzerthalle selbst? Oder wird dazu dem Steuerzahler das Geld aus der Tasche gestohlen?

Bäume kosten nichts und schenken uns ihre Liebe, Sauerstoff und Schatten. Wen interessieren Sänger-Knaben?

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Re: Wer zahlt?

Nicht nur der Bau (der im Übrigen kostenlos nach 69 Jahren in des Besitz des Staates übergeht) sonder auch der Betrieb des Konzertsaales ist komplett privat finanziert und abgesichert. Kein Cent Steuergeld wird hier gezahlt! Ein großartiger Mäzen investiert in die Ausbildung unserer Kinder!

Antworten Gast: Wie war...
08.03.2010 19:43
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Bäume?

Hier wird ein Teil eines einzigartigen Barockensembles abgerissen. Zahlen tut das alles ein Spekulant, der im Coburg-Palais sitzt. Damit tröstet er sein schlechtes Gewissen und ersucht um Anerkennung bei der hiesigen Prominenz, an deren Schwarzgelder er heran will.

Antworten Antworten Gast: Thomas
09.03.2010 10:05
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Re: Bäume?

Wie schon weiter oben von "Augarten" geschrieben: Nichts wird vom Barockensemble abgerissen - das bleibt komplett erhalten.
Wenn man Falschen mehrmals schreibt wird es trotzdem nicht richtiger ...

Und sind wir doch froh, wenn die Leute ihr Geld ausgeben - das kurbelt die marode Wirtschaft an und hilft schlussendlich uns allen.

Gast: Wien war einst eine Kulturmetropole
08.03.2010 12:50
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Eiskalt werden hier Baudenkmäler abgerissen, damit der Profit stimmt

So etwas gibt es nur der Asozialen-Hochburg Wien. Und die verantwortlichen Politiker, die mit ihren Freunderln aus der Bauwirtschaft alles gemeinsam ausgeheckt haben, schweigen natürlich.

Unglaubliche Bananenrepublik. Widerliich, dieses Land ekelt mich an.

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Re: Eiskalt werden hier Baudenkmäler abgerissen, damit der Profit stimmt

Nichts wird abgerissen, alles bleibt bestehen. Bitte genau informieren bevor Unwarheiten gepostet werden. Dieser Bau wird vor allem als Ausbildungs und Übungsplatz genutzt. Es ist und muss Gott sei dank kein Gewinn gemacht werden.

Agnostiker
08.03.2010 12:48
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Back to the roots.

"Aktivisten hatten das Areal zuvor besetzt und waren auf Bäume geklettert".