02.09.2010 16:50 | Meine Presse Merkliste0

Augartenspitz: Baumbesetzer von Polizei entfernt

09.03.2010 | 12:43 |   (DiePresse.com)

Nun können die letzte Bäume auf der Baustelle für den künftigen Konzertsaal der Sängerknaben gerodet werden. Die Aktivisten halten den Bau weiterhin für nicht rechtskonform und wollen weiter dagegen ankämpfen.

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Die Baumbesetzung des Wiener Augartenspitzes hat ein Ende: Am Dienstagvormittag wurden die letzten vier in den Kronen ausharrenden Aktivisten durch die Polizei vom Areal entfernt. Unmittelbar danach wurden die Rodungsarbeiten am Standort des künftigen Sängerknaben-Konzertsaals wieder aufgenommen. Die Projektgegner hoffen jedoch weiterhin auf ein Einlenken des Knabenchors und verweisen auf - aus ihrer Sicht - noch ungeklärte rechtliche Sachlagen.

Am gestrigen Montag war mit der Einrichtung der Baustelle begonnen worden, die auch die Fällung einiger Bäume nötig macht. Diese Arbeiten mussten jedoch unterbrochen werden, nachdem sich einige Aktivisten ins Geäst geflüchtet und angekündigt hatten, dort bis auf weiteres ausharren zu wollen. Heute wurden die restlichen vier der Kälte trotzenden Baumbesetzer dann unter lautem Protest ihrer Mitstreiter, welche die Aktion vor den Grundstücksmauern verfolgten, von der Exekutive entfernt.

Man handle auf Aufforderung des Grundstückseigentümers, so Polizeisprecher Mario Hejl: "Die Besetzung ist ein massiver Eingriff in die Rechte des Besitzers." Nach der Räumung wurden die Bäume gefällt, verbliebene Transparente und Schlafsäcke demontiert. In den nächsten Tagen sollen die Aufräumarbeiten auf dem Bauplatz abgeschlossen und weitere Vorarbeiten - zunächst die Untersuchung des Bodens auf Altlasten - stattfinden, erklärte ein Sängerknaben-Sprecher.

"Bau nicht rechtskonform"

"Dieser Bau ist nicht rechtskonform", empörte sich Eva Hottenroth von der Bürgerinitiative "Freunde des Augartens". Es seien noch juristische Prüfungen etwa bezüglich der Flächenwidmung und des Denkmalschutzes anhängig, betonte sie. Darüber hinaus gebe es - anders als angekündigt - keinerlei Gesprächsbereitschaft von Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ). Auch Gerhard Kubik, SP-Bezirksvorsteher der Leopoldstadt, sei nicht erreichbar, ergänzte Raja Schwahn-Reichmann vom "Josefinischen Erlustigungskomitee".

Die ebenfalls anwesende Planungssprecherin der Wiener Grünen, Sabine Gretner, wunderte sich über den "Zufall", dass diese Aktion genau dann passiere, wenn Häupl auf Urlaub sei: "Hier handelt es sich um einen Präzedenzfall, ob öffentlicher Grund an eine private Gruppe einfach so verschachert werden kann." Sie plädiere weiterhin für einen Alternativstandort für das Musikzentrum.

Amüsiert über das grüne Engagement zeigte sich die FPÖ. "Wer bei 3 auf dem Baum ist, hat sein Bezirksratsmandat fix", machte sich der Leopoldstädter FPÖ-Obmann Wolfgang Seidl über das "Kletter-Happening" lustig. "Vielleicht wären die Grünen so nett, ihre Prioritäten neu zu ordnen und sich nicht weiter auf Kosten der Steuerzahler am Augartenspitz von Baum zu Baum zu schwingen", so der blaue Wunsch.

(APA)

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14 Kommentare
Cuchulainn
11.03.2010 17:51
0 0

Kultur der Bäume

Baumkulturen in der Großstadt sind einer Gesangeskultur a la Farinelli i castrato allemal vorzuziehen!

Gindl
11.03.2010 12:26
0 0

Langsam wird es wirklich zuviel...

Der Sprung zu einer bürgerlichen Partei gelingt den Grünen in Wien bei Gott nicht, auch wenn sie es einem immer glaubhaft machen wollen. Angesicht solcher Aktionen merkt man welch Geisteskind sie sind.

Antworten Gast: Augartenfreund
13.03.2010 23:51
0 0

Re: Langsam wird es wirklich zuviel...

Nur auf eines will ich hier eingehen und möchte der Ordnung halber anmerken, dass es sich um keine Aktion der Grünen, sondern um den jahrelangen, mühsamen Einsatz von BürgerInnen handelt, die sich hier engagieren. Ja. Wirklich. Auch wenn viele der Poster so etwas für nicht möglich halten, da sich ihr eigenes Engagement auf maximal ein paar schnell zusammengetippte Zeilen beschränkt.

Gast: ökono-mist
10.03.2010 03:41
0 0

Sie sägen an dem Ast, auf dem auch sie selbst sitzen; sie merken's nur nicht!


Der Wunsch der FPÖ ist für die rote Wiener Stadtverwaltung schon Befehl, wie man sieht!
(Schließlich werden ja beide Parteien von der selben Zeitung gestützt - damit sie nicht einstürzen können...)

Jede Kultur hat ihre Totengräber!

Weil jedoch (verständlicherweise) keiner in der Öffentlichkeit als solcher dastehen will, lassen sich alle verleugnen. Sie gehen lieber auf Tauchstation - und hoffen, daß bis zu ihrem Wiederauftauchen das gesellschaftpolitische Gift des "gesunden Volksempfindens", verstärkt durch Plakatschlagzeilen, ganze Arbeit geleistet haben wird.
"Runter mit den Affen von den Bäumen", lautet die unverhohlen faschistoide Abqualifizierungs-Botschaft an besorgte, aktive, weiter als bis zur nächsten Regionalwahl denkende Bürger!

Und die SPW freut sich offenbar klammheimlich, daß nicht sie die faschistoide Drecksarbeit machen muß. So sieht sie also aus, die politische (Drecks-)Arbeitsteilung?!
Aber an Mauthausen-Gedenktagen oder bei ähnlichen Anlässen stehen dann alle angeblichen Sozialdemokraten wieder in der ersten Reihe! Und schimpfen wie die Rohrspatzen - lauter als alle anderen - auf die Nazis; für die Alltagsfaschismen und -rassismen (auf schlecht Neudeutsch: Codes), die sich aus ihrer (Alltags-)Nicht-Haltung heraus entwickeln und in einem solchen kafkaesken Klima munter ins Kraut schießen können, haben sie entweder kein Sensorium - oder aber sie spekulieren insgeheim auf deren Demokratie-zerstörende (=Bonzendemokratur-fördernde)Wirkung...


Gast: Cassandra
09.03.2010 15:42
0 0

Ist die verhöhnung von Bürgern und Steuerzahlern notwendig, FPÖ-Bezriks...

irgendwas?

Muß sich ein Mandatar, um in der politischen Hierarchie der FPÖ aufsteigen zu können, wirklich auf diese Art und Weise profilieren, indem man sich über Mitmenschen, die sich für eine gerechte Sache einsetzen, lustig macht?

Weiß die FPÖ-Führungsmannschaft von diesen verbalen Entgleisungen gegen "das Volk", das sie ja als Opposition in Wien auch zu vertreten vorgibt?

Ist das nur der "normale Haß" auf möglicherweise Andersdenkende?

Werden diese Unterläufeln in der Person von diesem Bezirksmandatar Seidl als "Mann fürs Grobe" von ihren Vorgesetzen vorgeschickt und somit ebenfalls nur mißbraucht?

Wie weit - tief - ist es in Wien schon gekommen, daß solche Vorfälle geschehen (können) - Wiener gegen Wiener, Exekutive gegen unbescholtene Bürger!

Das wird in den Medien berichtet und die Politik geht zur Tagesordnung über!?

Ist für diesen Sittenverfall niemand zuständig?
Alle auf Urlaub? Sitzen am Klo?

Klärende Worte, bitte, das darf einfach nicht sein - wie weit bzw. entsetzlich TIEF soll es in dieser Stadt noch kommen?

Eine Schande ist das!
Sofort eskalierend eingreifen, die Bürger müssen gehört werden, nicht verhöhnt, verspottet und zum Äußersten getrieben und aufeinander gehetzt!


Antworten Gast: Robert
09.03.2010 20:37
0 0

Natürlich hat die FPÖ in Wien die Verhöhnung der Bürger offenbar nötig:

In Wien kommen der FPÖ die bisher anscheinend sicheren Wähler abhanden:
Die Wiener verstehen nämlich weder den Zusammenschluß mit den mitverursachern des Kärntner Hypo-Alpe-Adria-Debakels, an dem sie kräftig mitzahlen müssen für die Versager Dörfler, Scheuch-Brothers, Kulterer & Co., sh.:

Dörfler als Fliesenleger:
http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/542689/index.do?offset=25&page=2#kommentar0

noch goutieren sie die derbe und brutale Ausdricksweise für Kardinal Schönborn: Wenn man glaubt, in der Sache Recht zu haben, kann man sich auch eines zivilisierten Umgangstons befleißigen, Gossensprache verroht und ist hat auch für die Jugend - die ja gerne anvisiert wird - keine Vorbildwirkung!

Schönborn/FPÖ:
http://diepresse.com/home/politik/hofburgwahl/545096/index.do?from=suche.intern.portal

Und die Nominierung einer Frau für das Amt des Bundespräsidenten/der Bundespräsidentin, was eo ipso nur zu begrüßen ist, deren offenbar einziger Befähigungsnachweis sozusagen ein Mutter . Kreuz ist, die aber zugibt, nicht einmal über dürftigste Schulkenntnisse in Geschichte zu verfügen, ist eher traurig, sh.

Rosenkranz:
http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=4445&Alias=wzo&cob=477065

Ja, da muß man sich schon über Leute lustig machen, die sich an ein Stückchen Grün klammern!


Antworten Gast: Martin S
09.03.2010 18:24
0 0

Re: Ist die verhöhnung von Bürgern und Steuerzahlern notwendig, FPÖ-Bezriks...

Was soll denn das bitteschön? Warum sollten "die Bürger" auf eine Handvoll selbstdarstellerischer Berufsdemonstranten hören? Haben sich diese Wichtigmacher die Jahre davor um den Platz geschert? NEIN. Haben sich diese zB darüber aufgepudelt, dass zB am Südtiroler Platz alte Bäume gefällt wurden? NEIN. Also...

Antworten Antworten Gast: Augartenfreund
13.03.2010 23:56
0 0

Re: Re: Ist die verhöhnung von Bürgern und Steuerzahlern notwendig, FPÖ-Bezriks...

Die BürgerInnen am Augartenspitz haben sich für den Augartenspitz engagiert. Punkt. Wer was für hungernde Kinder, Bäume anderswo etc. getan hat, spielt da keine Rolle. Und die von der FPÖ geborgte Verleumdung der Bürgerinitiativen als Berufsdemonstranten können Sie für sich behalten. Schauen Sie die Leute mal selber an, z.B. auf den Fotos der letzten 2 JAHRE auf www.erlustigung.org. Sind das die Berufsdemonstranten, die Sie kennen und meinen?

Antworten Antworten Gast: Schlange
10.03.2010 20:02
0 0

Re: Re: Ist die verhöhnung von Bürgern und Steuerzahlern notwendig, FPÖ-Bezriks...

Und wo waren S i e , als am Südtiroler Platz alte Bäume gefällt wurden?


Gast: Freund des Denkmalschutzes
09.03.2010 15:07
0 0

von wegen Einsicht:

Der gesamte Augarten steht als historische Gartenanlage seit 2000 unter Denkmaschutz, auch wenn Herr Pühriger viel Geld für so einen "Kristall" springen lassen will.
Die Fällung der Bäume und die Verbauung ist eine Kulturschande.
(und die Rechtsfrage ist mW noch nicht geklärt! schon mal was gehört von einem Bescheid, der dann von den Höchstgerichten aufgehoben wurde??)

Antworten Gast: Martin S
09.03.2010 18:26
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Re: von wegen Einsicht:

Wenn es nach Ihrer Logik gehen würde, dürfte NIEMAND mehr IRGENDETWAS tun, weil es KÖNNTE ja sein, dass ein Bescheid aufgehoben wird.... So eine unrealistische Haltung !

Antworten Antworten Gast: Denkmalschutzfreund
10.03.2010 12:53
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Re: Re: von wegen Einsicht:

von Rechtsmittelfristen in Verfahren dürften Sie noch nie etwas gehört haben, was Sie hier darstellen, ist blanker Unsinn!


Antworten Antworten Antworten Gast: Martin S
10.03.2010 16:48
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Re: Re: Re: von wegen Einsicht:

Und Sie plappern nur daher, weil Sie ein Troll sind, gell?

Gast: Gast
09.03.2010 12:58
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Einsicht

Vielleicht erkennen nun auch die letzten schmerzfreien Anarchos die demokratischen Rechte an.