18.06.2013 06:41 Merkliste 0

Herta Wessely: Grande Dame des Bürgerprotests

05.06.2010 | 18:19 |  von TERESA SCHAUR-WÜNSCH (Die Presse)

Vor 20 Jahren hat Herta Wessely das erste Mal aufbegehrt. Heute berät sie mehr als 40 Wiener Bürgerinitiativen im Kampf gegen Garagen und die Pläne "von oben".

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wer Herta Wessely zu Hause besuchen möchte, kann sie eigentlich gar nicht verfehlen. Mitten in einer dicht bebauten Häuserzeile in Wien Margareten erkennt man die Nummer 29 – an den Bäumen. Vögel zwitschern, auf den gepflegten Bänken sitzen ein paar Jugendliche. Das Haus, ein schöner, denkmalgeschützter Bau aus dem Jahr 1871, liegt weit dahinter.

20 Jahre ist es her, dass dieser Garten – Wesselys Kinder waren gerade aus dem Haus, alles war perfekt – zugebaut werden sollte. Herta Wessely nahm einen Tisch, einen Sessel, setzte sich ans Gartentor und sammelte zwei Monate lang Unterschriften gegen das Vorhaben. Am Ende gab die Stadt nach, der Garten blieb.

Dort fotografieren lässt sich Wessely dennoch nur mit Vorbehalt, lieber wäre es ihr vor der Bücherwand in ihrem Wohnzimmer. „Wir werden ohnehin immer ins grüne Eck gestellt“, klagt sie. „Als ob wir um jeden Baum kämpfen würden.“ Dabei seien es ganz andere Themen, die den Ärger der Bürger provozieren. Zu viel Verkehr, zu hohe Gebäude, Denkmalschutz, der zu wenig berücksichtigt wird. Und, gerade wieder einmal, Garagen, bei denen es „weniger um den Bedarf als ums Geld geht“.


Campen im Bacherpark. Mit Garagen hat Wessely Erfahrung. Eigentlich hätte sie ja zufrieden sein können mit der Rettung ihres Gartens. Aber die Sache ließ sie nicht los, und als 2006 im Bacherpark in Margareten eine Tiefgarage errichtet werden sollte, war sie wieder mit dabei. Drei Monate besetzten die Aktivisten den kleinen Park, im bitterkalten Winter campierten sie mitten in Österreichs dichtest besiedeltem Bezirk. Dann gab es eine Mediation und „endlich Gespräche auf Augenhöhe“: Ergebnis war eine Befragung der Anrainer, die sich gegen das Projekt entschieden.

Nun spätestens hätte sich Wessely zurücklehnen können. Immerhin wird sie heuer 70. Sie könnte gemütlich in ihrem Garten sitzen, der mittlerweile zum öffentlichen „Ruhe- und Sinnesgarten“ geworden ist, Politikstudenten Interviews geben und ansonsten dort das Treiben beobachten: Der Minipark zwischen den Häusern ist „vielleicht Wiens einziger Säuglingspark“: Es gibt keine Hunde, keine Spielgeräte, dafür kommen Eltern mit Decken und setzen ihre Babys ins Gras. In der Mittagspause kommen Leute mit ihrer Jause, dazu Jugendliche. Und natürlich ältere Menschen, die die Ruhe genießen.


Protest-Plattform. Herta Wessely hat sich stattdessen für einen ehrenamtlichen Fulltimejob entschieden. 2006 hat sie den Verein „Aktion 21“ mitbegründet, seit 2008 ist sie dessen Obfrau. Die Plattform vernetzt derzeit 42 aktive Bürgerinitiativen und entstand durchaus aus Protest: Die Initiativen hatten eine Reform der sogenannten „Lokalen Agenda 21“ gefordert, die Stadt hatte das Anliegen verweigert.

Für Wessely ist dieses internationale Handlungsprogramm, das nicht zuletzt durch Bürgermitbestimmung eine nachhaltige Entwicklung der Gemeinden fördern will, ohnehin ein Reizthema – zumindest in seiner Umsetzung durch die Stadt Wien. Weil der Ruhe- und Sinnesgarten vor ihrem Haus unter diesem Label entwickelt wurde, kenne sie das Programm von innen. „Echte Probleme“, meint sie und steckt sich eine neue Zigarette an, „werden dort nicht behandelt.“

In Margareten seien mit der Lokalen Agenda neben dem Garten kaum mehr als ein paar Nistkästen und eine „Kunstwäscheleine“ umgesetzt worden, zitiert sie ironisch ihre Lieblingsbeispiele. Wer mitmachen dürfe und wer nicht, werde politisch entschieden. „Und für Bürgerinitiativen, hieß es, sei kein Platz. Bürgerinitiativen seien Verhinderer.“

Dabei wollen Wessely und ihre Mitstreiter gerade nicht als Verhinderer und Querulanten gelten – auch wenn sie, objektiv gesehen, ziemlich oft gegen etwas sind. Lieber möchten sie sich als „Gestalter“ sehen und „konstruktiv mitarbeiten“. Die Leute, meint Wessely, seien gar nicht politikverdrossen. „Sie sind nur politikerverdrossen.“ Sie selbst sei in Bezirksversammlungen „entsetzt“ gewesen: „Da gibt es Bezirksräte, die gar keine Zeit haben, sich mit den Themen auseinanderzusetzen. Und die entscheiden dann über Projekte, von denen sie keine Ahnung haben.“ Weshalb sie, trotz repräsentativer Demokratie, durchaus für Kontrolle durch die Bürger plädiert. Immerhin hätten die schon viel Schlimmes verhindert: Einst die Rodung von Teilen des Wienerwaldes, später den Abriss des Naschmarkts oder des Spittelbergs.

„Die da oben machen eh nur, was sie wollen“, das ist für Wessely jedenfalls kein Argument: „Man muss es wenigstens versuchen.“ Vor allem ihren drei Enkeln will sie ein Beispiel geben. „Kritisch sein, hinterfragen, das Gefühl haben, dass man sich einmischen kann und nicht alles akzeptieren muss.“ Längst hat sie die Leidenschaft gepackt, längst kann sie gar nicht mehr aufhören.


Trommeln. Wo immer eine neue Bürgerinitiative Hilfe braucht, steht sie bereit: Anliegen formulieren, Flugblatt entwerfen, Treffen einberufen, Aktionen planen, einen Sprecher nominieren, Kontakt zur Presse aufnehmen, viel „Trommeln“: Was sie sich mühsam erarbeitet hat, gibt sie heute anderen weiter. Und sie ist überzeugt: „In Zukunft wird man mehr auf die Bürger hören, einfach weil es mehr Proteste geben wird.“ Ein ganz wichtiger Punkt seien übrigens Unterschriften. Nicht, weil eine große Anzahl von Unterschriften wirklich Bedeutung hätte. „Aber weil man mit den Leuten ins Gespräch kommt.“

Der Verein „Aktion 21“ wurde 2006 quasi als Gegenstück zur „Lokalen Agenda 21“ gegründet. Derzeit sind 42 aktive Wiener Bürgerinitiativen Mitglied.

Heiße Eisen sind die Wohnsammelgaragen: Anrainer fürchten den Abbau von Parkplätzen an der Oberfläche, Lärm, Abgase und den Verlust von Grünraum. Weitere Themen sind Flächenwidmungsplan und Bauordnung, Denkmalschutz, aber auch Verkehr: Nächsten Freitag etwa planen 14 Initiativen aus Floridsdorf und Donaustadt eine Raddemo unter dem Titel „Transdanubien begehrt auf“. www.aktion21.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.06.2010)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

100 Kommentare
 
12 3
Gast: Margaretner
05.12.2010 09:11
0 0

Was der Artikel nicht sagt...

Auch wenn die lokale Agenda21 in Margareten nicht optimal gelaufen ist, verschweigt Frau Wessely, dass ihr Ruhes- und Sinnesgarten nur durch die Mediation der lokalen Agenda stattgefunden hat. Kann übrigens jeder sehen, der an "ihrem" Park vorbeigeht.

Gast: Eva Bürger
21.06.2010 19:14
0 0

Hört auf uns zu behandeln.............

wie wenn wir minderbemittelt oder grenzdebil wären. Darum ertragt ihr auch die Bildung nicht.
Je blöder das Volk um so besser kann man es manipulieren. Was glaubt ihr können wir nicht auch beurteilen?

Keine Türme in MonteLaa!
Fragt doch mal die Bürger!

Gast: Karl der Kojote
18.06.2010 22:45
0 0

Das es überhaupt Bürgerinitiativen gibt

zeigt ja schon das Defizit der repräsentativen Demokratie - es ist ja kein Geheimnis, daß die Volksvertreter nur bedingt die Bevölkerung vertreten -

Schlimmer noch sind versuchte Beschwichtigungsversuche - welche den Menschen dummdreist aufs Auge gedrückt werden. In der letzten Ausgabe des ÖVP - Jubelblatts Familenexpess wird doch tatsächlich der Bau einer Tiefgarage unter der Zelinkagasse für das Palais Hansen - Kempinski Hotel u.a. damit begründet, daß man ansonst mit "Ballschüchen" durch den Schnee tänzeln müßte - Viel dümmer gehts ja wohl nicht!

Weiters wird doch tatsächlich die Nutzung des öffentlichen Raums durch eine Tiefgarage mit dem Betreiben eines Schanigartens gleichgesetzt -

Da erübrigt sich jeder Kommentar!!!!!!

Gerade deshalb ist es wichtig, daß die Bürger wachsam bleiben, um zumindest die dümmsten Einlagen unserer Politiker zu verhindern.

Gast: Gast: Edelmann
18.06.2010 22:11
0 0

Drüberfahren passè?!

Was passiert, wenn man im stillen Kämmerlein über die Menschen drüberfahren will, haben die Herren Häupl und Schönborn mit dem Papstkreuz erlebt. Es zeitg wieder einmal, wie abgehoben man "oben" agiert und dass Widerstand von "unten" erfolgreich sein kann, wenn er nur erhoben wird. Die da "oben" haben die Entwicklung des mündigen Bürgers verschlafen, der im Unterschied zu ihnen aufgewacht ist. Es ist wohltuend festzustellen, dass auch die Presse aufgewacht ist (siehe Ausgabe von gestern).

Gast: Mitbestimmer
15.06.2010 20:27
0 0

Nur so können wir etwas erreichen

Danke für diese Plattform, nur gemeinsam ist es möglich etwas zu erreichen und der Politik die Stirn zu bieten.
Nur weiter so !

Gast: Der Heiligenstädter
15.06.2010 15:11
0 0

Auch in Döbling wird munter drübergefahren ...

Ich hoffe, dass das Interview mit der beherzt für Bürgerbeteiligung kämpfenden Herta Wessely auch ein Anstoß für "Die Presse" ist, Bürgerinitiativen durch entsprechende Berichterstattung über das leidige Thema "Sie wünschen, wir widmen!" zu unterstützen.
Am besten, Sie fangen gleich mit Döbling an, wo BV Tiller mit Hilfe rot-schwarzer Packelei seit Jahren seine "Spielchen" treibt. Nachzulesen im Buch "Raus aus der Sackgasse", erschienen im Sonderzahl-Verlag.
Auf der Hohen Warte gehen die Wogen schon wieder hoch!

Antworten Gast: Gast: Edelsinn
16.06.2010 23:05
0 0

Re: Auch in Döbling wird munter drübergefahren ...

Nicht nur in Döbling, siehe der neueste "Geheim-Streich" der Wiener Linien auf www.aktion21.at über den (noch) kein österreichisches Medium berichtet hat. Muss man wirklich ausländische Medien lesen, um zu erfahren, was bei uns gespielt wird?

Antworten Gast: GAST: Edelmann
16.06.2010 23:01
0 0

Re: Auch in Döbling wird munter drübergefahren ...

Nicht nur in Döbling, siehe der neueste "Geheim-Streich" der Wiener Linien auf http://www.aktion21.at über den (noch) kein österreichisches Medium berichtet hat. Muss man wirklich ausländische Medien lesen, um zu erfahren, was bei uns gespielt wird?

Gast: Bezirksbürger
14.06.2010 20:57
0 0

Herta sei Dank

Herta Wessely hat vorgemacht, was es heißt, konsequent Ziele der Bürgerbeteiligung für die anrainende Bevökerung gegen die Investoreninteressen zu verfoklgen und durchzusetzen. Natürlich gab und gibt es nicht immer Erfolge. Aber jeder einzeklne kleine Sieg zählt - und macht unsere Stadt und unser land etwas lebenswerter!

Danke Herta

Gast: Gast: Edelmann
14.06.2010 17:40
0 0

Weiter so

Ich erinnere gerne daran, dass es Die Presse gewesen ist (wenn auch unter anderer Führung und Redaktion), die durch das schonungslose Aufzeigen des 6-türmigen Wien Mitte Projekts vor 10 Jahren als kommunaler Tredsetter zum Wohle der Stadt tonangebend war. Wenn sie jetzt zum Vorreiter für eine Bürgerbetiligung, die diesen Namen verdient, in Wien werden sollte, dann ist zu hoffen, dass nicht abermals 10 Jahre Pause bis zum nächsten Trendsetting vergehen werden. Nicht nur die Bürger sind mündiger, auch die Leser von Qualitätsblättern sind kritischer geworden, und das tut allen gut.

Gast: Helene L.
14.06.2010 16:06
0 0

Borniertes Zubetonieren

Ich möchte Frau Wessely für ihr Engagement und der "Presse" sehr herzlich für diesen wichtigen Artikel danken! Seit viel zu langer Zeit wird ungeniert und rücksichtslos wertvolles Grün in Wien vernichtet, um dem Virus Auto neue Straßen bzw. der Bevölkerung neue Wohnungen zu schaffen, obwohl zig-tausende leerstehen (Statistik Austria 2007: 30.000, andere Schätzungen gehen bis zu 80.000). Die unlängst lancierte Meldung, Wien werde immer grüner entlockt mir höchstens ein bitteres Lachen: Füchse, Rehe und Dachse werden sicher nicht in Kletterpflanzen entlang Hausmauern oder Dachgärten gedeihen und den ökologisch unschätzbaren Wert eines mehrjährigen Baumes können dürres Gestrüpp und Alibi-Bäumchen entlang stark befahrenen Straßen nicht ersetzen. Häupl&Co. sonnen sich vermutlich im Nimbus, den Wien kürzlich als lebenswerteste Stadt der Welt eingefahren hat; langfristig wird ein Perpetuieren des Status quo Wien zu einer Betonwüste machen. Stopp des rücksichtslosen Zubetonierens in Wien und ganz Österreich!!!! Hoffentlich ändert sich ENDLICH etwas in der Mandatsverteilung des Wiener Rathauses im Herbst 2010!!!

Danke Aktion 21 und Herta Wessely! Danke an alle Bürger und Bürgerinnen Wiens, die gegen diese bornierte Zerstörungspolitik aufbegehren! Ich freue mich auf neue gemeinsame Aktionen! Mögen alle Bürgerinitiativen so störrisch und wehrhaft sein wie meine BI-Kollegen im Augarteb!!

Antworten Gast: Johanna K.
15.06.2010 17:47
0 0

Re: Borniertes Zubetonieren

Der Bericht in den Medien, dass Wien immer grüner wird, hat mir auch nur ein müdes Lächeln entlockt. Die Dachterassen mit zwei Oleanderbäumchen hier dazuzuzählen, ist wirklich grotesk!
Es ist eine Schande, wie viele Bäume in Wien unnötig gefällt werden, besonders bei Hitzewellen, wie wir sie eben überstanden haben, sind sie als Schatten- und Feuchtigkeitsspender unersetzlich.
Schade um die Bäume beim Praterstadion, die in einer Nacht- und Nebelaktion umgeschnitten wurden!

Gast: Gast: Grünauer
14.06.2010 09:57
0 0

Einspruch

Eine der schönsten Grünanlagen zu opfern wegen
Wohnungen zwischen Gütertherminal - S1 - und der Himbergerstrasse !!! ( Leerstehungen sind vorprogrammiert und wieder ein Stück Natur ver= loren ).

UNFASSBAR !!!
================

Gast: Cabla
13.06.2010 22:53
0 0

Mitbestimmung

Warum gibt es 42 Bürgerinitiativen in Wien? Warum haben sich diese in dem Verein "Aktion 21" vernetzt?
Weil viele Bürgerinnen und Bürger die Scheindemokratie in Österreich nicht mehr akzeptieren wollen! Sie wollen einfach nicht, dass sie von den Entscheidungsträgern belogen werden, die Versprechungen nicht eingehalten werden. Sie wollen nicht mehr mit Entscheidungen konfrontiert werden, die nicht nachhaltig sind und somit die Lebensqualität beeinträchtigen. Sie wollen mitbestimmen und dadurch manche Fehlentscheidungen verhindern oder zumindest abschwächen.
Bürgerinitiativen sind oft wie Bremsen in einem Auto, die in vielen Situationen das Schlimmste verhindern können.

Gast: Andrea Haindl
13.06.2010 22:38
0 0

Ein weiteres Ignoranz Beispiel

Am Freitag, 11.6. fand die Raddemo "Tarnsdanubien begehrt auf" , die von den Bürgerinitiativen des 21. und 22. Bezirks (immerhin schon 16 an der Zahl) gemeinsam veranstaltet wurden. Ein Zeichen der Solidarität gegen die "Drüberfahren"- Vorgangsweise seitens der Verantwortungs- und Entscheidungsträger in dieser Stadt.
Es stieß vor allem den TeilnehmerInnen des 22. Bezirkes sehr bitter und sauer auf, daß sich Bezirksvorsteher Scheed, trotz mehrerer Kontaktaufnahmen, zu keiner Rückmeldung und schon gar nicht zu einem Erscheinen am 11.6. "herabließ" um die Petition der BI`s zu übernehmen. Nach dem Motto "Wir sind Kaiser"?
Wie lange noch.

Gast: bürgerin
13.06.2010 22:22
0 0

es wird immer dringlicher

Ich gratuliere der Presse zu diesem Artikel. Aktive Bürgerbeteiligung wird in diesem Land immer dringlicher, und es ist gut, jene Menschen vorzustellen, die sich dafür einsetzen. Sie sind ein Vorbild, sie machen Mut, sie zeigen, dass wir etwas erreichen können. Wir müssen es nicht zulassen, dass unsere Wünsche und Bedürfnisse ignoriert werden.

Ich gratuliere Frau Wessely zu ihrem Engagement, den vielen Bürgerinitiativen zu ihrem Einsatz, und wünsche vor allem den Bürgerinitiativen rund um den Augartenspitz viel Erfolg. Hier wird besonders gezeigt, wie man mit einem Bündel Geld, Gesprächsverweigerung und Rechtsbeugung über die Wünsche der Bürger d'rüberzufahren versucht. Der Wähler wird wissen, wem er im Herbst seine Stimme gibt. Sicher nicht denen, die sich in Schweigen hüllen.

Gast: Andrea Lang
13.06.2010 19:48
0 0

Aktuelle BI !

Am Joh. Nep Berger Platz in Ottakring soll zu unserem Entsetzen auch eine Tiefgarage gebaut werden!
Bäume weg- dafür Autos her!!
Eine Baustelle für 1,5 - 2 Jahre, Lärm, Staub und Schmutz!
Der Bedarf ist nicht gegeben, aber Geschäfte wollen gemacht werden. Es geht dabei ja um mind. 5 Mio. Euro!
Anrainer haben eine Bürgerinitiative gegen den Garagenbau gegründet und sind der Aktion 21 beigetreten. Wir hoffen erfolgreich zu sein.
Danke Herta Wessely für Ihre Unterstützung!

Gast: Gast: Edelmann
13.06.2010 15:09
0 0

Sachlich bleiben

Warum fragen Sie Frau Wessely, warum sich so viele Poster gegen DIE Politiker und Stadtplaner wenden? Warum fragen sie nicht DIE vielen Poster?
Von wegen Aussagengenauigkeit: woher haben Sie, dass über 45% der Bevölkerung 2005 sozialistisch gewählt haben? Das wären etwa 800.000 gewesen. In Wahrheit waren es rund 334.000. Das sind etwa 20%, also weniger als die Hälfte von 45%.
Ich bin gegen Verallgemeinerungen. Aber wie kommt der einfache Poster dazu, einen Skandal nur dann beim Namen nennen zu dürfen, wenn er seine Urheber genau identifiziert? Es ist wie beim Kindesmissbrauch: thematisiert man so etwas öffentlich, bleibt man selbst im besten Fall als Querulant und übler Denunziant, im schlimmeren Fall als Verleumder oder Geistesgestörter übrig. Das ist – völlig richtig – bereits systeminhärent. Da Blau und Grün im Wiener Gemeinderat noch nie (mit)regiert haben, kann man nur Schwarz (in geringerem Umfang) und vor allem Rot dafür verantwortlich machen, alles andere wäre Verdächtigung.

Antworten Gast: elisabeth hofer
13.06.2010 16:15
0 0

Re: Sachlich bleiben

Zu Edelmann:
1) Sie haben recht, ich sollte nicht Frau Wessely als Obfrau von Aktion21 fragen - sondern DIE Postenden selbst.
2) Lt. Statistik auf wien.at betrug der Anteil der gültigen Wählerstimmen für die SPÖ 49, 9%. Sie haben recht, es handelt sich nicht um über 45% des Bevölkerungsanteils, gesamt gesehen.
3) Blau und Grün haben nie mitregiert -aber doch mit- bzw. gegen gestimmt. Im Übrigen hatte ich nicht die Absicht irgend jemandem Vorschriften machen zu wollen - sondern ich wollte einfach einen Input geben. Scheint nicht gepasst zu haben - da er durchgehend zurückweisende Reaktionen hervorrief. Schade.

Antworten Antworten Gast: Gast: Edelmann
13.06.2010 23:04
0 0

Re: Re: Sachlich bleiben

Zu Elisabeth Hofer: Jeder Input ist erfreulich, weil er Bürger(innen)interesse bekundet. Jede Meinung wird respektiert, schon dadurch, dass man darauf kontroversiell antwortet. Bei Ihren Aussagen höre ich ja auch diejenigen, von denen Sie sie übernommen haben. Die Richtigstellung richtet sich daher mittelbar an andere. Und in einem haben Sie Recht: Verallgemeinerungen sind immer schlecht. Nur manchmal verstehe ich Poster, wenn sie etwas salopp formulieren - Akribie ist dem einfachen Bürger/Bürgerin oft nicht zunmutbar.

Gast: Wer baut Wien
13.06.2010 14:10
0 0

diese Lektüre (Autor: Reinhard Seiss)

sei allen ergänzend empfohlen, es öffnet einem die Augen.

Gast: PJ
13.06.2010 12:19
0 0

Wir sind das Volk!

Die hohe Politik wünscht keine Bürgerbeteiligung. Sie holen sich unter großem finanziellen Aufwand (auf Steuerzahlerkosten) und möglichst glaubwürdig verpackten Lügen (sog. Wahlversprechen) einen möglichst hohen Anteil am Wahlergebnis. Dann wollen sie vom "Volk" nichts mehr hören und sehen - bis zur nächsten Wahl. Möglichst alles untereinander ausmachen und Pfründe aufteilen.
Liebe Politiker, nicht vergessen: wir sind das Volk!
Politik wird derzeit nur für Politiker gemacht. Korruption gibt es nicht nur in Osteuropa. Es läuft bei uns um keinen Deut besser. Bürgerinitiativen sind der erste wichtige Schritt, diesen Leuten zu zeigen, dass wir nicht alles mit uns machen und uns für dumm verkaufen lassen!

Gast: karam
13.06.2010 12:15
0 0

Vom Vater des gewaltfreien Widerstandes:

Erst ignorieren sie dich, dann machen sie sich über dich lustig, dann kämpfen sie gegen dich - und dann siegst du.

Mahatma Gandhi

Gast: Wir Hausfrauen
13.06.2010 10:28
0 0

Hausverstand gegen Männermacht

Ein Projekt mag noch so unsinnig sein, meist entscheiden ausschließlich Machtgelüste und Finanzkraft über seine Verwirklichung.
Drüberfahren ist noch immer die Devise.

Politiker, die eine Zukunft für sich wünschen, sollten viel öfter auf 'uns Hausfrauen' hören. Wir haben die Lügen und Beschwichtigungen der Politiker satt. Auf leere Versprechungen werden leere Stimmzettel folgen.

Presseaussendungen der SPÖ Margareten stellten eine Grünfläche entlang der U4 Station Kettenbrückengasse bis August 2010 in Aussicht. Was ist bisher geschehen: gar nichts. ManN will die BürgerInnen nur bis nach den Wahlen ruhig halten, danach wird uns wahrscheinlich das nächste Hochhausprojekt serviert.
Uns graust!


Gast: G. Schober
12.06.2010 23:38
0 0

demokratieverständnis

es ist einfach nur beschämend wie von seiten der politik oftmals mit engagement und kritik der bürger und bürgerinnen umgegangen wird.

statt zuzuhören und die menschen in die lösung der offenen fragen und probleme einzubeziehen, wird versucht tatsachen zu schaffen.

ein bewährtes muster:
1. vorschläge und alternative ideen werden so lange wie möglich ignoriert.
2. es wird versucht, die kritker/innen unter der gürtellinie anzugreifen, sie schlecht zu machen. 3. erst wenn dies alles nichts hilft und der druck auf die politik wächst, können letztlich oft sinnvolle lösungen erarbeitet werden.

und dank der unterstützung durch frau wessely, die vernetzung durch die aktion 21 und einer wachsenden zahl engagierter bürgerInnen werden probleme benannt und druck für deren Lösungen im interesse der menschen erzeugt.

bi mariahilfer synagoge - für einen würdigen ort des gedenkens. http://mariahilfersynagoge.wordpress.com/

bi stimmen für die stille - initiative zur erhaltung des mariahilfer ruhe und therapieparks http://www.ruhe-und-therapiepark-mariahilf.at/


Gast: besorgter Wiener
12.06.2010 22:05
0 0

woher die Schätzungen für das zu erwartende bevölkerungswachstum kommen,

würde ich gerne wissen! 7.000 NEUE leistbare Wohnungen werden angeblich - so das Rathaus - jährlich benötigt, obwohl tausende nachweislich leer stehen.
Das wird dann als Begründung für die dauernde sog "Verdichtung" der Wohngbiete angegeben. Diese bringen aber erst die Probleme der fehlenden Parkplätze usw, dann muss man wieder Garagen bauen, und wer, außer den Immobilienhaien, will das eigentlich? Im Grunde sind das alles nur Ausreden, um den Baukonzernen lukrative Gewinne zu verschaffen, um nachhaltige inländische Arbeitsplätze geht es dabei sicher nicht.

 
12 3

Das Hochwasser auf Twitter