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Wiener Linien: Die Jahreskarte um 1 Euro pro Tag

01.08.2011 | 18:09 |  Wiener Linien: Die Jahreskarte kostet 1 Euro pro Tag (Die Presse)

Die Tarifreform der Wiener Linien nimmt langsam Formen an und erste Details stehen dem Vernehmen nach schon fest. Die Jahreskarte wird um fast 20 Prozent billiger. Die Grünen sehen dies als Erfolg.

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Wien. Es war ein verlockendes Wahlversprechen. Wenn die Grünen den Sprung in die Stadtregierung schaffen, wird der Preis für die Jahreskarte der Wiener Linien von 449 Euro auf 100 Euro gesenkt. Dass daraus nichts wird, hatte Bürgermeister Michael Häupl aber nach der Bildung der rot-grünen Stadtregierung erklärt: Ein derartiges Projekt würde die Wiener Linien und die Stadt finanziell völlig überfordern.

Seitdem wird in einer Arbeitsgruppe verhandelt, wie die Tarife der Wiener Linien künftig aussehen. Nun ist im Rathaus zu hören, dass die Verhandlungen in die Endphase gehen – obwohl die rot-grüne Koalition die Präsentation der Ergebnisse wegen der zähen Verhandlungen von Juli auf den heurigen Herbst verschoben hat.

In den Büros von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou und SP-Klubchef Rudolf Schicker heißt es zwar: „Es ist noch nichts entschieden – wir verhandeln bis Herbst weiter.“ Doch erste Details stehen dem Vernehmen nach schon fest.

• Jahreskarte. Aus der 100-Euro-Jahreskarte für alle wird nichts, sie wird allerdings deutlich billiger. Statt bisher 449 Euro soll sie künftig 365 Euro kosten – eine Preisreduktion um rund 85 Euro. Man könne damit argumentieren, dass jeder Jahreskartenbesitzer das gesamte Streckennetz der Wiener Linien um nur einen Euro pro Tag äußerst günstig benutzen kann, heißt es im Rathaus. In grünen Kreisen wird das durchaus als Erfolg gefeiert: „Die Wiener Linien wollten den Preis der Jahreskarte auf 500 Euro erhöhen. Wir haben diese Preiserhöhung nicht nur verhindert, sondern auch eine deutliche Preisreduktion bei den Jahreskarten erreicht.“ Und: „Das ist ein Erfolg, den man herzeigen kann.“ Mit der Ticketumstellung, die am 1.Jänner 2012 erfolgen soll, wird die neue, billigere Jahreskarte eingeführt.

• Wochen-/Monatskarten. Bei den Preisen für die Wochen- und Monatskarten (14 bzw. 49,5Euro) soll es keine großen Sprünge geben. Es steht allerdings eine Preiserhöhung von wenigen Prozenten bis zu zehn Prozent im Raum.

• Einzelfahrschein. Die Tarifreform hat ihren Preis. Fix ist, dass die Einzelfahrscheine deutlich teurer werden. Immerhin war aus der Verhandlungsgruppe zur Tarifreform zu hören, dass Vielfahrer belohnt werden sollen. Auch sollen die höheren Einzelfahrscheinpreise die Wiener motivieren, sich eine Jahreskarte zu kaufen und das eigene Auto stehen zu lassen.

Derzeit kostet ein Einzelfahrschein 1,8Euro im Vorverkauf und 2,2Euro direkt im Fahrzeug. Künftig soll der Einzelfahrschein etwa 2,1Euro kosten bzw. 2,5Euro, wenn er direkt im Fahrzeug gelöst wird.

• Seniorentarife. Ein Knackpunkt sind die Seniorentarife. Der Verfassungsgerichtshof hat die Bestimmung, dass Frauen mit 60Jahren und Männer mit 65Jahren eine verbilligte Seniorenjahreskarte der Wiener Linien bekommen, aufgehoben – weil sie dem Gleichheitsgrundsatz widerspricht. Dass das Bezugsalter der 224-Euro-Jahreskarte für Männer auf das Niveau der Frauen gesenkt wird, ist in der finanziell angespannten Lage der Stadt nicht möglich. Vielmehr steht ein Kompromiss im Raum, dass die Seniorenkarte für Männer und Frauen ab einem Alter von etwa 63 Jahren gilt.

Im Rathaus wird erwartet, dass das offizielle Ergebnis erst im Herbst präsentiert wird, weil noch verschiedene Details verhandelt werden müssen. Vor Kurzem haben die Grünen der SPÖ ihre Kompromissvorschläge zu den strittigen Punkten auf den Tisch gelegt. Nun muss sich die SPÖ dazu intern beraten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.08.2011)

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218 Kommentare
 
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365 EUR pro Jahr sind okay...

...und damit werde ich zum ersten mal seit vielen Jahren wieder zum "Weiß-Fahrer" werden.

Ziemlich blöd, dass das erst 2012 kommt...

fireone
06.08.2011 10:06
0 0

Ein grüner Erfolg

wäre es, wenn sie ihre Forderung nach einer 100.-- Euro - Jahreskarte durchgesetzt hätten. So ist es immer, vor der Wahl werden große Versprechungen gemacht, nach der Wahl gehts ans Abkassieren.

Kyuss79
03.08.2011 14:02
2 1

Einbahn(ausgenommen Radfahrer, haha)

Ich fahre mit dem Fahrrad, bei weite Strecken oder wo die Strasse nicht sicher sind nehme ich die Öffis und muss unterm Strich jetzt mehr zahlen?

Man sollte die Grünen mal fragen was sie eigentlich wollen?

1,50€
2007:1,70€
2009:1,80€
2011:2,10€

=>40% innerhalb weniger Jahre. Also mein Gehalt erhöht sich nicht so schnell.


Antworten Gast: GRÜNER KAKTUS
03.08.2011 18:45
0 0

Re: Einbahn(ausgenommen Radfahrer, haha)

Leicht verständlich, wenn sich Ihr Gehalt nicht so schnell erhöht.
Hätten Sie entsprechend logisches Denken, dann würden Sie sich eine Jahreskarte kaufen. Würden Sie auf diese geniale Idee kommen, dann würde Ihr Arbeitgeber sicher nicht beim Gehalt geizen!

DerÄtzer
03.08.2011 08:11
1 0

Die Vorgaben für preiswertere Tickets sind ein weites Feld!

Allerdings ist mehr als Hirn und Hintern nötig. Es braucht Verstand!

Wehr einen Garagenplatz außer der Stadt mietet, ein Ebyke nutzt, oder die Innenstadt mit Auto meidet, oder die ganze Stadt nicht befährt, aus welchen Gründen immer, (Pickerl) soll Anspruch auf kräftige Preisminderung haben.

Begründung: Die Straßenerhaltung, die Stadtluft und der Lärm, die Fußgängersicherheit, etc. sind einzurechnen.


Gast: ewurscht
03.08.2011 01:21
1 4

welche AUTO-reparatur

welche AUTO-reparatur kostet denn eigentlich WENIGER als 365€???

Gast: UKW
02.08.2011 22:20
7 0

Einfach nur mehr ekelhaft

"Die Jahreskarte um 1 Euro pro Tag"

Der Pressssedienst der Stadt Wien (=SPÖ) serviert der Pressse eine Schlagzeile, und Ihr plappert sie in eurem sozialistischem Gehorsam unkommentiert nach.

Der Häupl selbst hätte es auch nicht ärger verschleiern können, dass das grüne Wahlversprechen keinen Cent wert ist.

Pfui Teibl!

Fairer Kompromiss

Ab sofort bezahle ich Steuern und Abgaben auch nur mehr für ein 100 Tage Jahr.


vegetation
02.08.2011 19:58
2 0

einfallslos

Warum nicht mal ganz anders planen - Vorbild könnte z.B. die ÖBB sein - z.B. eine Art Vorteilcard auflegen (z.B. 50 €) - mit der hat man dann die Berechtigung, 1 Jahr Halbpreiskarten zu kaufen.

gofy
02.08.2011 18:16
3 0

warum fahren alle rot/grünen

stadtpolitiker mit dem dienstauto und nicht mit den öffis?

Antworten Gast: AltGast
03.08.2011 15:37
1 0

Re: warum fahren alle rot/grünen

Die Politiker benützen öffentliche Verkehrsmittel nur, wenn Reporter und Fotografen dabei sind.

Ansonsten sind diese Verkehrsmittel nur für die breite Masse, und unsere Politiker sehen sich selbst als privilegiert an. Auch würde die Gefahr bestehen, dass man vielleicht von Menschen angesprochen wird, und das darf keinesfalls sein!

Antworten raubritter
03.08.2011 00:59
1 0

Re: warum fahren alle rot/grünen

..oder mit dem Fahrrad - vor allem bei Regen und im Winter. Keine Spur von Volksnähe;)

Re: warum fahren alle rot/grünen

Rote und grüne Kommunisten haben Angst vor den Anders Breiviks in den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Antworten Gast: blablapauschalgeschwätz
02.08.2011 20:12
1 8

Re: blabla pauschalgeschwätz

sind sie ein wenig verwirrt, bzw. hauptberuflicher stalker, oder wieso wissen sie über alle rot/grün stadtpolitiker bescheid?

Antworten Jox1
02.08.2011 19:21
2 5

Re: warum fahren alle rot/grünen

und warum sollen das die schwarzen und blauen nicht auch tun?!

Antworten Gast: Re: warum fahren alle rot/grünen
02.08.2011 19:16
2 1

Den Stadtpolitikern wurde aus Sicherheitsgründen die Benützung des Dienstwagens nahegelegt.

Was glaubst du was passiert wenn die Verkehrsstadträtin in einer überfüllten, überhitzen U6 sitzt deren Klimaanlage nicht funktioniert und deren Fenster sich nicht öffnen lassen?

Oder gar 15min bei -20°C im Schneegestöber auf den nächsten 13A warten muß, und dann nicht mitgenommen wird wegen Überfüllung?

Antworten Antworten joky
03.08.2011 09:01
1 0

Re: Den Stadtpolitikern wurde aus Sicherheitsgründen die Benützung des Dienstwagens nahegelegt.

Nicht viel, denn hier ist die Finanzstadträtin gefordert..

Hat eigentlich schon irgendwer untersucht, welcher Politiker wieviele Kilometer zu Fuß, mit dem Rad, den Öffis bzw. mit dem Dienstwagen zurück legt?

Nur weil einem ein Dienstwagen zusteht heißt da ja nicht, dass dieser rund um die Uhr benützt wird,..

Gruß

Antworten Antworten pcherb
02.08.2011 19:41
2 0

Re: Den Stadtpolitikern wurde aus Sicherheitsgründen die Benützung des Dienstwagens nahegelegt.

so ist aber das Leben! alle sind gleich nur manche gleicher. billigere Öffis sind eine Gute Sache!

Gast: Plach2
02.08.2011 17:53
2 0

Wien verdient nichts anderes!

Wien hat sich diese Stadtregierung selbst gewählt!

Antworten Gast: Re: Wien verdient nichts anderes!
02.08.2011 19:23
0 0

Und welche anderen Optionen hätte es geben für die Stadt?

ÖVP-Mal das Programm durchgelesen zu dem Thema, Zerstörung des gesamten Straßenbahnnetzes.
FPÖ-Die Aussagen sind auch nicht dazu da diese Partei wegen der Verkehrspolitik zu wählen.

Bitte nicht Vergessen die Magentringbahn die die ÖVP für Wien will mit v/Max 500km/h, da umrundet man dann 10 mal Wien von der Lepopldau nach Simmering um zu diesem Erlebnis zu kommen, der Prater ist für so etwas der besser Ort, nur leider viel zu klein dafür!

Und was gibt's noch an Auswahl?

Gast: gehtdochauch
02.08.2011 17:22
6 0

Vorschlag: Zusätzlich ein Jahresausweis um 100 €

der dazu berechtigt, eine Tageskarte um 1 € zu lösen.

Antworten vegetation
02.08.2011 19:51
0 0

Re: Vorschlag: Zusätzlich ein Jahresausweis um 100 €

absolute Spitzenidee - leider zu gut, um auch aufgegriffen zu werden

Gast: Bello
02.08.2011 17:19
2 0

Auf der einen Seite bisschen weniger dafür aber auf der anderen Seite viel mehr nehmen!

Die Gemeinde- Wien verbilligt die Jahreskarte pro Monat um 1€ aber auf der anderen Seite werden neue Tarife still und leise bei Gräbern um 50% ( Zentralfriedhof ) erhöht. Da werden sie uns dann mehr schröpfen diese Blutsauger. Denn fasst jeder in der Familie besitzt ein Grab oder wird es irgendwann haben. Diese rote nimmersatt -Regierung denkt wirklich, dass alle Wiener blöd sind.

Antworten fireone
06.08.2011 10:12
0 0

Re: Auf der einen Seite bisschen weniger dafür aber auf der anderen Seite viel mehr nehmen!

Hat sie nicht recht? Es zeigt sich doch bei jeder Wahl. Eigentlich hätte diese Stadtregierung schon vor langer Zeit in die Wüste geschickt gehört. Stattdessen wählen immer noch zuviele dieses Übel und jetzt auch noch die GrünossInnen.

Antworten Gast: Pompes funebres
02.08.2011 19:50
1 0

Re: Auf der einen Seite bisschen weniger dafür aber auf der anderen Seite viel mehr nehmen!

Da bin ich meinen Eltern sehr dankbar, die haben schon vor zig Jahren unser Grab gekauft das auf Friedhofsdauer ist. Wir mussten dafür noch nie etwas bezahlen. Meine Mutter muß schon damals gewusst haben dass wir einmal den nimmer satten Wampösen als Bürgermeister bekommen werden.

Gast: grünert
02.08.2011 17:18
2 1

Eigentlich hätten es ja fast 80% weniger werden

sollen, die Versprechen der Grünen kann man also nur zu 25% ernst nehmen und nicht einmal die, denn bezahlen müssen die 20% geringeren Kosten (für die bereits bisher pro Fahrt billiger fahrenden Jahreskartenbenutzer) alle anderen, wie z.B. jene, die aus Umweltgründen mit dem Rad fahren und nur hin und wieder (bei Schlechtwetter etc.) fahren.

 
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