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Polizei weitet "Aktion scharf" gegen Radfahrer aus

09.08.2011 | 16:46 |  Von KLAUS STÖGER (DiePresse.com)

Die Anfang Juli in Wien gestartete „Schwerpunktaktion Radfahrer“ geht nicht nur weiter, sie wird nun auch auf weitere Bezirke ausgedehnt. Bisher gab es schon mehr als 100 Anzeigen.

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WIEN. Radfahrer in Wien müssen seit Mitte Juli damit rechnen, von der Polizei verstärkt kontrolliert zu werden. „Schwerpunktaktion Radfahrer“ nennt die Exekutive die Überwachung. Und diese soll in den kommenden Wochen auch noch weiter ausgedehnt werden. Das erklärte am Dienstag Karl Mahrer, Wiens Landespolizeikommandant, der „Presse“.

Seit Beginn der zweiten Juliwoche kontrolliert die Polizei besonders häufig in den Bezirken Innere Stadt (ein besonderer Brennpunkt in der City ist der Ring-Radweg), Margareten, Döbling, Brigittenau, Floridsdorf und Donaustadt sowie im gesamten Bereich der Donauinsel. In welchen Bezirken die Fahrrad-Cops im Spätsommer schwerpunktmäßig unterwegs sein werden, konnte Mahrer vorerst nicht sagen. Das werde noch evaluiert.

Auf die Frage, ob die Kontrollen aufgrund des „großen Erfolgs“ (sprich – aus Sicht der Polizei – wegen vieler Strafmandate) fortgesetzt werden, meint Mahrer: „Unser vorrangiges Ziel ist nicht das Strafen. Wir müssen aber darauf schauen, dass die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden.“ Dennoch wurden in den ersten vier Wochen der Schwerpunktaktion schon zahlreiche Radfahrer „beamtshandelt“. Bis gestern, Dienstag, gab es insgesamt 127 Abmahnungen, 94 Organmandate, 101 Anzeigen und zwei vorläufige Festnahmen. Zehn Radler waren alkoholisiert, als sie in die Polizeikontrollen gerieten.

46 Fahrrad-Cops im Einsatz

Laut Exekutive liegt das Strafmaß in den meisten Fällen unter 50 Euro. Wer etwa erwischt wird, wenn er bei Rotlicht über eine Kreuzung radelt, muss 36 Euro Strafe zahlen. Das ist auch eines der häufigsten Delikte, die in den vergangenen Wochen beanstandet wurden. Teurer wird es allerdings für all jene, die in betrunkenem Zustand erwischt werden: Auch für sie gilt die 0,8 Promille-Grenze. Hier kann der Strafrahmen bis zu 3600 Euro betragen.

Dass ein alkoholisierter Radler gleich auch automatisch seinen Führerschein abgeben muss, stimmt jedoch nicht. Allerdings kann die Polizei gegen Radfahrer, die wiederholt in betrunkenem Zustand erwischt werden, ein Führerschein-Entzugsverfahren einleiten. Wer glaubt, mehr als 0,8 Promille intus zu haben und sein Fahrrad nicht vor dem Lokal stehen lassen will, sollte es schieben.

Fußgänger dürfen alkoholisiert unterwegs sein; solange sie nicht den Verkehr behindern, gibt es auch keine Strafe. Die Fahrrad-Cops der Wiener Polizei, die hauptsächlich für diese Kontrollen eingesetzt werden, sind in dieser Rechtsmaterie besonders geschult. „Derzeit haben wir 46 ausgebildete Fahrradpolizisten“, berichtet Mahrer. Sie dürfen bei ihren Streifenfahrten eine spezielle „Fahrrad-Uniform“ tragen und ein Dienstfahrrad nutzen. Sie werden aber nicht nur für Kontrollen von Radfahrern eingesetzt sondern sind normal in den Dienstbetrieb eingegliedert, heißt es bei der Wiener Polizei.

Kontrollen auch in St. Pölten

Neben den für Radfahrer relevanten Rechtsbestimmungen müssen diese Cops aber auch ein Training für „Extremsituationen“, wie es Mahrer nennt, absolvieren. Denn nicht immer geht es harmonisch zu, wenn ein Polizist einen Radler abmahnt oder straft. „Wir stellen leider oft fest, dass bei Radfahrern das Unrechtsbewusstsein fehlt“, meint ein Cop. Laut Mahrer überwiegen die positiven Rückmeldungen. Diese würden hauptsächlich von Fußgängern aber vereinzelt auch von Touristen kommen.

Eine ähnliche Aktion scharf soll in den kommenden Tagen auch in der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten starten. Unter besonderer Bewachung steht dabei die Fußgängerzone in der Innenstadt. Die Polizei reagiert damit auf Beschwerden, die bei der Exekutive und im Rathaus eingegangen sind. Beanstandet wird vor allem, dass Radfahrer zu schnell unterwegs seien. In der St. Pöltner Fußgängerzone ist zwar das Radfahren erlaubt, allerdings nur in Schrittgeschwindigkeit.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10. August 2011)

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205 Kommentare
 
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Gast: El Cho
19.08.2011 00:22
0 0

Es sind 0,5 Promill, nicht 0,8

Das Limit wurde schon vor vielen Jahren von 0,8 auf 0,5 Promille reuntergesetzt....

Gast: Radfahrer
13.08.2011 15:25
0 0

"Wien ist anders" was keinesfalls besser bedeutet

die situation der radfahrer in wien ist kurz gesagt beschissen. radwege werden unmöglich geführt, hören irgendwo aprubt auf ohne irgendwelche hinweise wo es weiter gehen soll, teils sind gesteige radwege bzw zebrastreifen die einzige möglichkeit eine kreuzung zu überqueren, radfahrstreifen führen an kreuzungen an denen prinzipiell nicht weiter gefhahren werden darf weil der radfahrstreifen enfach aufhöhrt... wer in wien rad fahrt kennt sicher noch mehr solche beispiele. und angesichts dieser zustände ist es dann noch verboten auf der straße zu fahren falls ein radweg in der nähe ist.

und nun zu dieser idiotie von aktion welche schlicht weg nur der wiener polizei enfallen kann. ich finde es eine frechheit was hier geschied. man kann doch nicht von radfahrern eine exakte einhaltung der straßenverkehrsordnung verlangen wenn gleichzeitig die infrastrucktur zur einhaltung dieser nicht gegeben ist und ach radler nicht als gleichberechtigte teilenemer am verkehr gesehen werden.

und noch 2 komentare zum schluss
1) "verfehlen gering, folgen unbedeutend" ->nicht zu ahnden... wäre laut gesetz der richtige weg u wird auch in rest österreich so gehandhabt

2) zur alkoholisierung: klar nicht in ordnung aber das gleiche strafmaß wie für kfz ist keines falls verhältnismäßig und ebenfalls eine absolute frechheit.

Kaktus
11.08.2011 15:15
7 2

Ich hoffe, die Radpolizei kontrolliert

und straft auch Radwegparker, Zu-knapp-Überholer, Handy-am Steuer-Telefonierer, Schnellfahrer und Schutzwegignorierer.
Denn das ist wirklich gefährlich.

Gast: kiffer
11.08.2011 14:22
3 4

?

was für ein kraut hast du denn heite geraucht? oder wars ein schwammerlgulasch?

Gast: Aktion Scharf
11.08.2011 14:05
2 0

und wann kommt da endlich die Aktion Scharf?

und wann kommt da endlich die Aktion Scharf?

http://vienna.mybikelane.com


2 14

Die Presse

Nach dem Attentat in Norwegen hält sich die rechte Presse mal wieder etwas zurück und nun wird eben anstatt gegen Migranten gegen Radfahrer gewettert...

1 0

das ist das absolut schäbigste

was ich in letzter zeit gelesen habe: die instrumentalisierung einer schrecklichen tragödie für die eigene bieder-narzistische weltsicht. schämen sie sich!


2 2

bravo!

aber das kann nur eine erste beruhigungsaktion des bürgers sein. notwendig sind nummerntafeln, versicherung und sicherheitscheck damit diese anarchos eingebremst werden.

Antworten Gast: Mayerhofer, Gerd
11.08.2011 13:59
2 1

Re: bravo!

zu den angeblichen "anarchos":

http://vienna.mybikelane.com

Bitte etwas mehr Law&Order, wenn das die Autofaher sol wollen, ich bin gespannt, wenn jeder Falschparker abgeschleppt und jeder gelb-rot Fahrer angezeigt wird. Hätten die Polizisten die Augen aufgemacht sind 100 Anzeigen an einer Hauptkreuzungnfür Autofahrer schon in einem Tag drinnen!

Nummerntafern bringen gar nichts und sind für Fahrräder sinnlos: zu klein um einwandfrei gelesen zu werden, im Falle von Fahrerflucht sind ja schon genaug autotaferln schon kaum lesbar .. dann müsste die Autonummer in 30cm Leutchbuchstaben am Lack aufgemalt sein, um was zu sehen

in keinem Land der Welt, gibt es Radnummerntaferln, auch nicht in der Schweiz, dort ist ein versichungspickerl, dass für ausländer nicht gilt und abgeschafft werden soll.

Eine Haftpflichtversicherung dient nur dazu um siche selbst vor hohen Schadenersatzforderungen bzw. den anderen zu schützen, wenn man nicht zahlen kann..macht bei 100 km/h und einem potenziellen Todesfall (Menschen werden von Autos ermordet, nicht von Fahrrädern!) sinn, nicht bei einem keinen Schaden.

Aber bitte etwas

2 1

Re: bravo!

sie meinen mit anarchos sicher die autofahrer, die auf kosten der allgemeinheit sehr oft unsinnig durch die stadt rauschen?
die haben doch schon nummerntafeln und versicherungen, oder?
:-)

Gast: drifter
11.08.2011 08:56
3 1

...

jeden weg bis ca. 5km geh ich zu fuss, bis ca. 20km mit dem fahrrad, wenns schneller gehen muss öffis.

auto nur wenns unbedingt notwendig ist..

und das alles bei 50h arbeit die woche..

gesund, fit, umwelt, wenig ressourcenverbrauch...

eigentlich logisch!

Antworten Gast: Whupps
11.08.2011 10:16
2 0

Re: ...

So sehr ich Ihre Einstellung begrüße und bewundere, bitte beachten: Wien ist NICHT Österreich. Es existiert auch noch ein Österreich AUßERHALB von Wien! Und dort ist es nicht so einfach überall mit den Öffis zu fahren, weil eben kein so ein Netz existiert und auch nicht existieren kann! Und Wien ist Flachland! Weite Teile Österreichs NICHT! Und mit dem Fahrad einkaufen fahren? Das brauche ich eher nicht!
Aber was dieser Artikel zu sagen versucht: die Radfahrer müssen sich AUCH an Verkehrsregeln halten! Und nicht mit dem Rad gegen die Einbahn fahren (außer wenn ausdrücklich erlaubt), mit dem Rad über den Zebrastreifen schießen, in der Fußgängerzone fahren, auf dem Gesteig fahren, auf dem Gehsteig gegen die Einbahnfahren, zu zweit auf der Straße nebeneinander fahren usw. usw. usw.

Antworten Antworten Gast: earlnorp
16.08.2011 14:11
0 0

Re: Re: ...

Sie haben schon Recht, die Radfahrer müssen sich auch an die Verkehrsregeln halten. Es geht hier jedoch auch darum bessere Regelungen für FahrradfahrerInnen zu machen. So gibt es zB für nebeneinander fahren zahlreiche gute Gründe dieses auch zu erlauben, nur leider wird dies von seiten der Politik nicht umgesetzt. Auch das mit dem Gehsteig fahren ist so eine Sache. Meist bleibt den FahrradfahrerInnen nichts anderes über als diesen zu benutzen. Ich fühle mich auch teilweise gezwungen diesen zu benutzen da mir mit den Fahrrad oft keine andere möglichkeit bleibt. Ergo ist es ein Problem des politischen Willens eine vernüftige Verkehrsinfrastrukutr für FahradfahrerInnen zu schaffen (was übrigens heute in der ZIB 9 sogar vom Autofahrerclub ÖAMTC kritisiert wurde)

1 1

Re: Re: ...

leider ist das relief kein ausreichendes argument, das auto stehen zu lassen; ich kenne genug gegenden, die ebenso bretteleben sind und wo dennoch von den allermeisten auch strecken bis 3km bei schönstem wetter mit dem auto zurückgelegt werden; diese sind es dann auch, die den hohen spritpreis bejammern...
das hat schon ein wenig mit dummheit zu tun, nicht?
als tipp: ich fahre meist mit dem rad einkaufen; mit einem lastenfahrrad kein problem, und bierkisten kaufe ich kaum, und wenn, dann eben mit dem auto! so etwas nennt man sinnvollen einsatz eines verkehrsmittels :-)

Burgos
10.08.2011 20:08
6 3

Die hochgradige Verblödung

in diesem Land setzt sich systematisch fort, indem gegen den nahezu schwächsten Verkehrsteilnehmer los gegangen wird. Die Casinopolitiker die die Milliarden auf Kosten der Steuerzahler verspielen wollen das Geld von Radfahrer reinholen!
Ein Land, das in bezug auf Korruption mit Italien gleich gezogen hat. Italien hat immerhin die Mafia und was hat Österreich.......

Antworten jigga
11.08.2011 09:03
3 1

Re: Die hochgradige Verblödung

...verblödet sind nur die VerkehrsteilnehmerInnen, die sich nicht an die StVO halten und scheinbar ohne Common Sense, aber mit stark ausgeprägtem Ego, es überhaupt so weit kommen lassen, dass man nicht nur darüber diskutiert, sondern mittlerweile exekutieren muss.

Antworten Gast: Martin_S
11.08.2011 00:36
3 2

Re: Die hochgradige Verblödung

Die schwächsten Verkehrsteilnehmer sind die Fussgänger. Fussgänger werden von Radfahrern niedergestossen. Umgekehrt ist das nicht der Fall. Und - an die Verkehrsregeln haben sich auch die Radfahrer zu halten! Also ordentlich abcashen die A..löcher!!!!

Antworten Antworten heduda
11.08.2011 21:46
1 0

Re: Re: Die hochgradige Verblödung

Hab noch nie gesehen das ein Radler einen Fußgänger niederscheibt(wird wohl vorkommen)ich bin ca.12000 Kilometer im Jahr mit verschiedenen Rädern unterwegs.Die Killer sind die "Kraftwagen"fahrer, wo viele mit unsäglicher Dummheit und motorischer Unzulänglichkeit fast jeden Tag 2!Menschen ins Jenseits befördern.Vom Leid der Krüppeln und deren Angehörigen gar nicht zu reden.Und @martin s.muß ich sagen daß auch Fußgänger durch hirnloses und indolentes Verhalten tödliche Unfälle auslösen können.

2 0

Re: Re: Die hochgradige Verblödung

ein wenig contenance, kollege!
ich habe noch keinen fußgänger niedergestoßen, wohl aber vielleicht durch den gebrauch des fahrrades das leben eines kindes, das zwischen den parkenden autos auf die straße rennt, nicht beendet; weiters habe ich die atemluft meiner mitbürger sauber gehalten...
bitte motor abdrehen (wenn möglich) und hirn einschalten.

Antworten Antworten Gast: Richtigstellung
11.08.2011 10:15
1 1

doch...


...umgekehrt ist es sehr wohl auch der Fall!

Antworten Gast: globetrotterneu
10.08.2011 20:38
0 1

Re: Die hochgradige Verblödung

vollkommen richtig

Gast: Gaudiradler
10.08.2011 19:50
3 1

Haben..

..die Wr. Linien zu wenig Fahrgäste, dass die Radler jetzt auch zur Öffi-Benützung hinschikaniert werden müssen?

Gast: Satyr
10.08.2011 18:04
6 3

Große Klasse!

Ich fühl mich endlich wieder sicher in Wien!

Danke schön!

Und als nächstes bitte noch die rebellischen Eichkätzchenmeuten eindämmen dann sind wir im Paradies.

Gast: fail
10.08.2011 16:02
7 2

good job

tolle aktion, gratulation zum erfolgreichen setzen von prioritäten, die bürger werden in den eigenen häusern beraubt und teilweise sogar ermordet (und massenmörder werden mit handschlag verabschiedet solange sie brave linke sind ( siehe litauen oder etwas älter der fall des terroristen carlos (OPEC) ) und unsere gar tapferen polizisten lauern wie die strauchdiebe anno dazumal am rand der autobahn und radwege

Gast: raubrittel
10.08.2011 15:50
0 0

die liebe FPÖ

weil recht und ordnung sein muss und es nebenbei auch spass macht ;-)

http://tinyurl.com/3h6zwcl

oder hängende gesichter wie bei mahdalik :)=

http://tinyurl.com/3k35soq

greetz vom bici

Antworten Gast: schon in ordnung so
11.08.2011 09:50
1 0

Re: die liebe FPÖ

aus versicherungsgründen finde ich den vorschlag der nummerntafeln sehr gut. was am verkehr teilnimmt muss versichert und identifizierbar sein. ansonsten ist die fahrerflucht bei verkehrunfällen zu einfach.
und es braucht mir keiner erklären, dass ein fahradfahrer keine schuld an einem verkehrsunfall haben kann.

 
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