Taxifahrer versus Taxifunk: „Die knebeln uns“

26.08.2011 | 18:28 |  FELIX LILL (Die Presse)

Der Wiener Taximarkt wird von zwei Funkzentralen kontrolliert. Diese besitzen keine Fahrzeuge, vermitteln allerdings die meisten Fahrten im Geschäft. Die Fahrer kritisieren jetzt die ungerechten Konditionen.

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Wien. Auf seinem Hof im dritten Bezirk ist der Taxiunternehmer S. schon wieder in Rage. „Freies Gewerbe? Samma des wirklich noch?“ Er schüttelt den Kopf. Gerade wurde einem seiner Fahrer als Strafe der Funkempfang abgestellt, weil dieser sich unhöflich gegenüber einem Fahrgast verhalten haben soll. „Da steht Aussage gegen Aussage. Der Fahrgast war unverschämt. Dann geht es immer gegen die Lenker!“ S. besitzt 40 Taxis, hat Fahrzeuge bei beiden großen Wiener Zentralen angeschlossen. Schon lange ist er unzufrieden: „Die Zentralen knebeln uns – weil sie es können“, seufzt S.

Von den 4500 Taxis in Wien wird gut die Hälfte durch die zwei Zentralen „40100“ und „31300“ kontrolliert. Diese besitzen keine Fahrzeuge, vermitteln aber die meisten Fahrten im Geschäft. Ihre bekannten Telefonnummern machen sie mächtig. Taxiunternehmer wie S., die einen oder mehrere Wagen besitzen, mieten sich in das Netz einer Zentrale ein, um die Aufträge entgegennehmen zu dürfen. Denn über Zentralen machen Taxifahrer den meisten Umsatz. S. überlegt aber seit geraumer Zeit, ob er den Vermittlern dennoch fernbleiben sollte. Einige seiner Wagen fahren funklos. Es gebe Gründe, warum Betreiber von etwa 2000 Taxis auf die Zentralen verzichten. Ein wichtiger: die untypisch hohen Gebühren, die beide Wiener Zentralen verlangen.

 

Teurer als Hamburg

Leo Müllner sieht das anders: Der Chef der Zentrale „40100“, die allein ein Drittel aller Wiener Taxis unter Kontrolle hat, sitzt mit seinem Kollegen Martin Hartmann in seinem Büros im 23. Bezirk. „In Wahrheit sind wir die günstigste Zentrale Europas“, sagt Müllner und zieht den ähnlich großen Hamburger Markt als Vergleich heran. Jedoch zahlen die meisten Taxiunternehmer in Hamburg monatlich 300 bis 400 Euro für die Nutzung einer Zentrale. Bei „40100“ sind es meist 500 Euro oder mehr. „Na ja“, merkt Martin Hartmann an, „wir sind eben schnell. Über 98 Prozent der 4,5 Millionen Anrufe im Jahr wickeln wir innerhalb von 20Sekunden ab.“ Guter Service habe seinen Preis.

Viele Taxiunternehmer interessiert das nicht. „Es wird immer mit der Dienstleistung argumentiert. Wie es uns Taxlern dabei geht, wird ignoriert“, sagt Walter Hindinger, der früher über Funk gefahren ist, aber wegen der „Knebelverträge“, wie er die Vereinbarungen mit den Zentralen nennt, die Zusammenarbeit aufgegeben hat. „Da werden Preise und Konditionen diktiert. Immer zum deutlichen Nachteil der Taxler. Nur der Fahrgast freut sich über guten Service.“

 

Taxi-App als Kündigungsgrund

„Das große Problem ist“, schimpft sogar Müllner, „dass es Lenkern wirtschaftlich nicht gut geht. Durchschnittlich 35.000 Euro Jahresumsatz pro Taxi, minus Steuern und Ausgaben. Aber ohne unsere Vermittlung wäre das noch weniger.“ Die hohen monatlichen Gebühren zu senken, sei aber nicht möglich, wiegelt er ab: „Ein bisschen muss auch für uns bleiben.“ Andererseits, sagt Hartmann: „Wir haben jeden Monat Anfragen von Unternehmern, die unseren Vermittlungsservice nutzen wollen. Das spricht dafür, dass es sich noch rechnet für die Taxler.“ Allerdings nehme man seit Kurzem keine weiteren Unternehmer mehr auf, um die Konkurrenzsituation nicht noch weiter zu befeuern.

Von „Knebelverträgen“ spricht auch der Taxiunternehmer S. Man habe aber kaum eine andere Wahl, als mit den Zentralen zusammenzuarbeiten. Schließlich wollen die Zentralen auf dem duopolistisch aufgeteilten Markt weitere Wettbewerber vermeiden. Schon mehrere Konkurrenten wurden aus dem Markt getrieben oder geschluckt. Müllner verrät wie – und bezieht sich auf die neue App „myTaxi“, durch die Taxibestellungen auch ohne Zentrale möglich sind: „Wer bei uns fährt und gleichzeitig „myTaxi“ nutzt, wird sofort gekündigt. Unsere Verträge verlangen das. Das handhabt „31300“ genauso.“ Das sei ja klar: „Wenn deine Frau dich betrügt, lässt du dich ja auch scheiden.“ Ganz so klar ist das nicht. In Deutschland hat 2009 ein Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt ergeben, dass derartiges wettbewerbsbeschränkendes Verhalten durch Zentralen rechtswidrig ist. Ob dies auch auf Österreich zutrifft, hat noch kein Fall entschieden.

 

Angst zu klagen

„Es traut sich bisher niemand zu klagen“, meint S. Aus diesem Grund will auch er seinen vollen Namen nicht nennen. Wer das Wort erhebe, werde sofort abgestraft, wie die Drohung von Müllner im Zusammenhang mit „myTaxi“ andeutet. Sauer stößt S. auch auf, dass im Ausschuss der Wiener Taxi-Innung, die die Interessen der Taxiunternehmer vertreten soll, mehrere Funktionäre der Zentralen sitzen. Ein Geflecht, meint S., das das Ausbleiben einer Stellungnahme von dieser Seite begünstige – Müllners Kündigungsdrohung wird von der Innung nicht kritisiert. „Wo kein Kläger . . .“, sagt S.

Auf einen Blick

In Wien gibt es etwa 4500 Taxis, die Hälfte wird durch die zwei Funkzentralen kontrolliert, die Fahrten vermitteln und wegen ihrer Bekanntheit den Fahrern Umsatz bringen. Die Fahrer klagen jedoch über „Knebelverträge“: So kündigen die Zentralen Fahrern, die Bestellungen über die „myTaxi“-App entgegennehmen. In Deutschland ist das laut Gerichtsurteil rechtswidrig.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.08.2011)

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44 Kommentare
 
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Gast: Roland Taxi
06.10.2011 03:37
0

MyTaxi ist Fake

Diese MyTaxi Är**** kann ich langsam nicht mehr sehen, das Tema muss mal endlich vom Tisch. Die nerven mich mit ihren gefakten Artikeln und Blog Einträgen, gefakte Kommentare - alles fake. Smartphone fake. Apple Fake. Tarif Fake. Blog Fake. Nachrichten Fake. Ich hasse das. Jeder weiss dass T-Mobile in MyTaxi investiert hat und ihre eigenen Kunden - die Funkzentralen und Taxiunternehmer - manipuliert, um dann ein wirkliches Monopol auf zu bauen und am ende beiden in den Rücken zu fallen. MyTaxi und T-Mobile machehn das Gewerbe kaputt!! Aber nein, die Verbände müssen nichts machen und guggen weiter zu. werden bestimmt auch alle bestochen und geschmiert so wie taxi-heute. Hauptsache Geld. Aber die Taxi Fahrer sind bekannt dafür, dass sie sich nicht verarschen lassen, ich hab hoffnung in euch. lasst euch von mytaxi nicht verarschen und geht kein mytaxi-tmobile knebelvertrag ein. Was habt ihr morgen davon? Wollt ihr für immer sklaven eines wirklichen Monopols sein? Denkt nach und entscheided richtig! Nicht alles was glänzt ist Gold!!!

Bitte Beiträge korrekt unterschreiben

in diesem Fall wohl:

Deine Funkzentrale

Was steckt hinter der App?

Was komplett fehlt in dem Artikel, das sind die Gefahren, die in dieser App beinhaltet sind - von Datenschutz kann dabei keine Rede mehr sein.

Auszug aus den Android Berechtigungen der myTaxi App:

Kontaktdaten lesen:

Ermöglicht einer App, alle auf Ihrem Gerät gespeicherten Kontaktdaten (Adressen) zu lesen. Schädliche Anwendungen können so Ihre Daten an andere senden.

Telefonstatus lesen und identifizieren:

Ermöglicht der App, auf die Telefonfunktionen des Gerätes zuzugreifen. Eine Anwendung mit dieser Berechtigung kann unter anderem die Telefon- und Seriennummer dieses Telefons ermitteln und feststellen, ob ein Anruf aktiv ist oder mit welcher Nummer der Anrufer verbunden ist.

Ende Auszug ...

Diese App ist also ein richtiger Datensammler, die es ermöglicht ein komplettes Profil jedes Anwenders zu erstellen - und zwar bis ins kleinste Detail. Diese Daten können dann wiederum an die Industrie verkauft, bzw zu Werbezwecken genutzt werden, wodurch sich auch das Interesse und die hohe, zur Verfügung gestellte Summe der Investoren erklärt.

Die abschließende Frage, die sich nun stellt ist, hat Felix Lill diesen Artikel unter dem Gesichtspunkt eines seriösen Journalisten geschrieben, der einfach nur "schlampig" recherchiert hat und es nicht besser weiß, oder fungiert er als Handlanger der Investoren, die über eine neue Schiene an die Daten ihrer Kunden kommen wollen?

Re: Was steckt hinter der App?

STASI 2.0

Re: Was steckt hinter der App?

@yin und yang:

Ja das ist ein wirklich konstruktiver Beitrag, vielen Dank! Hat jemand Konnektions? Dass sollte weiter Publik gemacht werden. Am besten eine offizielle Warnung vom Verbraucherschutz. Aber da gibt es doch bestimmt auch inoffizielle schwarze Listen. Aber für dieses Tema interessiert sich natürlich die "Komerz-Presse" nicht. Hinter MyTaxi steckt übrigens die T-Mobile, die für Ihre Datenskandale bekannt sind.

Schulprojekt oder seriöse Berichterstattung?

Ein extrem schlecht recherchierter Artikel eines Berliners, dem das österreichische Pressegesetz scheinbar nur unzureichend bekannt ist - Werbeartikel sind zu kennzeichnen.

Wenn Du schon ausziehst, lieber Halblandsmann, um den Ösis die Ungerechtigkeiten des Taxigewerbes zu erklären, dann bemühe Dich zumindest um eine ausgewogene Recherche, hinterfrage auch das Unausgesprochene und berichte nicht wie ein Schüler in seiner Projektarbeit, der sich durch seine persönlichen Sympathien leiten lässt.

Beim Nachlesen Deiner Artikel sieht man immer wieder, dass sich der, freundlich gesagt, "Fehlerteufel einschleicht - in "die Presse" sind es einmal 1700, am 11.08., hier wieder 1500 angeschlossene Taxis bei 40100 - wieviele es bei 31300 sind, das kann man nur erahnen.

Nicht erwähnt wird, warum der arme Fahrer des Unternehmers S. mit einer Funksperre bedacht wurde. Zentralen greifen auf dieses Mittel nur bei grobem Fehlverhalten, z.B. nach Kundenbeschwerde, zurück.

Durch Deine manipulative Berichterstattung entsteht der Eindruck, dass die etablierten Zentralen ihre Marktstellung, die sie heute besitzen, durch günstige, sie bevorzugende Gesetzesverhältnisse erreichen konnten, dem ist entschieden zu widersprechen - der von Dir so schön als duopolitisch bezeichnete Markt entstand ja nicht über Nacht, er war Ergebnis von Angebot und Nachfrage - und dass eine Firma strategische Übernahmen tätigt, das wirst Du mit Deinem Bachelor in Volkswirtschaft doch gelernt haben.

Re: Schulprojekt oder seriöse Berichterstattung?

"Nicht erwähnt wird, warum der arme Fahrer des Unternehmers S. mit einer Funksperre bedacht wurde. Zentralen greifen auf dieses Mittel nur bei grobem Fehlverhalten, z.B. nach Kundenbeschwerde, zurück."
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fehlverhalten hin fehlverhalten her, keiner ausser dem fahrgast und dem taxilenker kann genau sagen warum die beiden zusammenkrachten. (aussage gegen aussage, die herrn funkleiter waren ja nicht dabei) und auf eine beschwerde hin, eine 1 monatige sperre oder !!! 700 euro !!!, ist doch etwas heftig ...
mfg. cuvee / tx-forum.at

Re: Re: Schulprojekt oder seriöse Berichterstattung?

Ich denke dass der Kunde nur in 15 - 20% der Fälle ein Taxi mit dem Anbieter myTaxi bekommt. Das Konzept der Funksperren wurde über Jahre hinweg etabliert für einen ausgezeichneten Service, sodass das Taxi zur Bestellten- Zeit auch kommt.

Hier die Map für alle die guggen möchten wieviele der 4.500 Taxis in Wien aktiv sind. In allen anderen Städten ist die Situation ähnlich.

An alle Journalisten, Blogger, Taxifahrer und natürlich Fahrgäste: Versucht doch ehrnsthaft über myTaxi ein Taxi zu bestellen um bsw. zu einer Party zu fahren. Der der es schafft ein Taxi zu bekommen, müsste einen Preis ausgezahlt bekommen.

Hier für alle zum nachsehen: Sooooo erfolgreich ist myTaxi in Wien: Die Revolution geht weiter:

http://www.mytaxi.net/fahrgast/mytaxi-in-deiner-stadt/wien.html

Aber was, wenn man dann tatsächlich ein Taxi braucht und nicht sprechen möchte??? Da kann ich nur die Apps der jeweiligen Taxi-Zentralen empfehlen. Mit mehr als 1.000, 2.000, 3.000 in Berlin sogar 4.500 Taxis. Insgesamt (also in ganz Zentral- Europa sind zZ so etwa 300 oder weniger Taxis bei myTaxi angemeldet).

Spricht heute noch jemand von TaxiButton?

toller beitrag !!!!

wenn jemand bei 31300 mit mT fährt
wird der unternehmer des fahrzeuges von der zentrale verständigt
daß dieser dem lenker (seinen arbeiter) dies untersagt,
kommt der lenker der aufforderung nicht nach
hat lt. der zentrale der unternehmer den lenker zu entlassen.
kommt der unternehmer dieser forderung der zentrale nicht nach,
wird dieser von der zentrale gekündigt.

anmerkung meinerseits:

in der zeit als ich noch selber selbstständig war
hätt ich sicherlich niemals einen treuen mitarbeiter,
der mir brav arbeitet und geld bringt,
für einen vertragspartner der mir monatlich viel geld kostet und nur vorschreibungen macht gekündigt.

auch die arbeiterkammer und die gewerkschaft werden da sicherlich auch noch ein wörtchen mitzureden haben.
denn kein lenker verstößt mit der verwendung seines handys im taxi gegen irgendeinen arbeitsvertrag.

somit wird es nach dem heissen sommer ... auch ein heisser herbst.
mfg. cuvee / tx-forum.at

Gast: cuvee
31.08.2011 06:38
0

wenn ...

wenn jemand bei 31300 mit mT fährt
wird der unternehmer des fahrzeuges von der zentrale verständigt
daß dieser dem lenker (seinen arbeiter) dies untersagt,
kommt der lenker der aufforderung nicht nach
hat lt. der zentrale der unternehmer den lenker zu entlassen.
kommt der unternehmer dieser forderung der zentrale nicht nach,
wird dieser von der zentrale gekündigt.
cuvee / tx-forum.at

Re: wenn ...

Ist doch nur ein Schutz vor Telekom, Axel-Springer, und T-Online sich den Markt an sich zu reissen und dann kommt Schritt für Schritt der ein oder andere Euro auf die T-Mobile Flat rauf, auf die subventionierten Geräte, auf den Preis pro Auftrag und und und. Vorsicht! Passt auf wen ihr wirklich fürchten müsst.

Antworten Antworten Gast: Taxigast
30.10.2011 16:59
1

Re: Re: wenn ...

Du bist an Dummheit echt nicht zu übertreffen. Das ganze Funktioniert auch zb. mit Vodafone (Soviel zu deiner Telekomphobie) Ich nutze den Dienst MyTaxi wo es nur geht. Bin in ganz Deutschland und Österreich unterwegs. Das gilt auch für meine Kollegen und wir waren bisher immer zufrieden mit den MyTaxi Lenkern,im Gegensatz zu dem Schrott den die Zentralen einem oft schicken. Im übrigen sagen wir Kunden euch wie wir in Zukunft unsere Taxen bestellen und nicht ihr Zentralen. Gute und lukrative Fahrten werden schon lange nicht mehr über Zentralen bestellt, sondern landen direkt auf dem Handy des jeweiligen Fahrers. Zentralen sind eine aussterbende Spezies,auch wenn sie es nicht wahrhaben wollen.
Das kommt dabei raus, wenn man Masse statt Klasse anbietet.

Gruß von einem begeisterten MyTaxi Nutzer, der dann lieber 10 min. länger wartet

Gast: cashrollen_de
29.08.2011 12:18
1

Hamburger

in Hamburg zahlt man bei 6x6 nur 240-300 Euro für den Funk. inkl. EC Terminal (Plus 4 % für jede Kartenzahlung) also ist Hamburg viel biliiger...

Gast: gast1234
28.08.2011 22:27
0

super artikel!!!!


Re: super artikel!!!!

Super Fake!!!!

Gast: Vom Lohn- zum Leerfuhrwerk
28.08.2011 06:33
2

Etliche weniger wären mit Sicherheit auch genug...

Die Geschichte muss ich euch unbedingt erzählen. Mitte der Achtziger, Gratz war Bürgermeister und einer seiner besten Haberer der Wiener Polizeipräsident Bögl. Die zwei Wiener Vorzeigebürger besteigen relativ unangenehm illuminiert ein herbeizitiertes Taxi. Am Ring übermannt die beiden ein harnlassend-menschliches Bedürfnis. Mei Chance denkt sich der Lohnfuhrwerker. Den Mann stören schon lange die vielen neuen Taxikonzessionen die speziell unterm Gratz den Markt in Unruhe versetzen. Damals waren es noch rund 3000 Taxis die in Wien herumkurvten. Sagt der forsche Taxler: „Lieber Herr Bürgermeister, könnte man die Konzessionen nicht auf ein erträgliches Maß reduzieren?“ Mehr hat der gute Mann nicht gebraucht. Gratz wie Bögl fielen mit einem nicht wiederzugebenden Wortschwall über den erschrockenen Taxler her, dass dem Hören und Sehen verging. O-Ton der Vorzeigebürger:“Vüü zuwenig Taxis gibt´s in Wien. Wäu wenn ma ans braucht kummt kanns!“ Die beiden waren natürlich zwei aufgelegte („…“) die von der hochsensiblen Branche keine wirkliche Ahnung hatten. Zwei ganz simple Stadtbedienstete die sich in diesem sau-schweren „Tages- u. Nachtjob selbst mit Sicherheit nie versuchen mussten. Dass erschreckende Resultat: Heute kurven 4500 Taxis durch Wien.

Re: Etliche weniger wären mit Sicherheit auch genug...

Gut für den Fahrgast, scheiße nur wenn davon nur 12 bei MyTaxi angemeldet sind...

Gast: ezekiel
27.08.2011 14:31
0

...

Oesterreich halt!

Gast: Andere Lösung?
27.08.2011 13:10
1

Taxifunk in eine Magstratsabteilung integrieren?

Ein klassisches Beispiel dafür das privat sehr schnell für die Allgemeinheit sau teuer wird, den Taxifunk in eine Magsitratsabteilung der Gemeinde zu integrieren könnte eine Lösung sein, da ohnedies auch der Fahrpreis staatlich geregelt ist, ist ohnedies von keinem freien Gewerbe mehr zu reden, die Lösung gleich alles dort einzugleidern wäre wohl auch nicht fehl.

Bei den Gehältern der Taxifahrer selbst wäre in Grundeinkommen plus Prämie/km für Fahrten mit Fahrgästen denkbar. Der Aufschrei jener die für weniger Staat und mehr Privat ist, ist sicher groß, nur die Fahrer bekommen wahrscheinlich mehr durch die neue Variante als heute. Fahrer bei denen oft nicht mehr heraussieht als den Mindestlöhnen kann auch das Service rund um die Dienstleistung nicht besonders sein, also würden auch jene profitieren die weniger Staat um jeden Preis wollen!

Re: Taxifunk in eine Magstratsabteilung integrieren?

Sie waren noch nicht oft in Wien, oder?

Der Glaube, dass etwas günstiger wird, weil es in eine MA umgewandelt wird, ist herzig.

Re: Re: Taxifunk in eine Magstratsabteilung integrieren?

Ich glaub auf alle Fälle nicht, dass ein Wiener Taxi-Fahrgast sich die Zeit zu Rechere nimmt, ob er vielleicht mit einem anderen Unternehmen günstiger unterwegs gewesen wäre!

Das Problem mit der Monopolstellung der Taxifunkzentralen ist in Graz auch nicht viel anders

In Graz haben sich den Markt drei große Funkzentralen "unter sich aufgeteilt", wobei die Anzahl der "Funklosen" immer größer wird.

Das Problem bei den Funklosen ist, dass sie einerseits mit wirklich "alten Krax'n" herumfahren und dass sie andererseits halt gern die ohnehin genau geregelten Taxitarife umgehen, indem sie - nicht ganz unverständlich - ihren Fahrgästen "Pauschalfahrten" anbieten. Dass sie sich mit diesem Verhalten aber "ihr eigenes Wasser abgraben", scheinen sie nicht wirklich zu erkennen.

Das Kardinalproblem ist und bleibt die Anzahl der Taxis! In Graz sind derzeit (angeblich) rund 650 Taxis unterwegs. Und das bei einer Bevölkerung zwischen 250.000 bis 300.000 (angeblich hat Graz inzw. bereits knapp 300.000 Einwohner). Bedauerlicherweise ist niemand von den Beteiligten (Taxiunternehmer, Wirtschaftskammer, Politiker) in der Lage oder willens, die einzig wirklich effiziente Maßnahme, nämlich eine klare Begrenzung der Taxianzahl, vorzuschlagen und dann auch umzusetzen.

Dass man auch durch "zusätzliche Maßnahmen" wie Maximalalter der Fahrzeuge, bessere Sprach- und Ortskenntnisse der TaxilenkerInnen, Einhaltung der arbeits- und sozialrechtlichen Vorschriften (GKK-Beiträge, Steuern der Unternehmer etc.) das Taxigewerbe in eine sinnvolle Richtung lenken könnte, scheitn auch kaum jemanden zu interessieren...

Re: Das Problem mit der Monopolstellung der Taxifunkzentralen ist in Graz auch nicht viel anders

Nein, denn irgendwo müssen sich die Leute noch ein bisschen über Wasser halten dürfen! Find ich in Ordnung so, dass sich die Funklosen ihr eigenes Wasser abgraben mag sein, wenn die Stadt das regelt bleiben sie auch auf der Strecke. Wo ist das Problem, wenn einer die Hoffnung hat, dass er sich so noch etwas verdienen kann dann soll es doch so sein dürfen. Und wenn sie Pauschalfahrten anbieten, ja mei warum nicht, es wird ja nicht die sog. Armen treffen. Vielleicht kann einer der oder die das nützt einmal dafür darauf verzichten irgendwo eine Spende zugunsten eines Armen zu geben.
Denn so trägt er oder sie bei dazu dass ein anderer sich auch noch etwas verdient bevor dieser bei der Caritas anklopfen muss.

Manchmal hab ich den Eindruck wir leben in einer Gesellschaft, der es recht und billig ist alles gut geregelt zu haben, dafür ein paar Mittellose mehr, denen dann ins Einkaufstascherl geschaut wird, was die sich denn kaufen, obwohl unterstützt werden.
So etwas ist menschenverachtend. zuerst tun wir alles, dass du deinen Arbeitsplatz verlierst, und dann unterstützen wir dich, aber wehe du tanzt dann nicht nach unserer Pfeife!

Re: Re: Das Problem mit der Monopolstellung der Taxifunkzentralen ist in Graz auch nicht viel anders

Das Problem bei der Angelegenheit ist nicht, dass "alles gut geregelt" sein muss, sondern dass das Taxigewerbe eigentlich nur deswegen noch mehr oder weniger gut funktioniert, weil nach wie vor "getrickst" wird, was das Zeug hält!

Abgesehen davon, dass in erster Linie die Fahrer die Leidtragenden sind, sollte man nicht vergessen, dass durch die größeren und kleineren "Gaunereien" der Taxiunternehmer einerseits dem Staat eine beachtliche Menge an Steueraufkommen entgeht und dass andererseits auch die Sozialversicherung (GKKs und SVA) um nicht nicht unbeträchtliche Summen an SV-Abgaben betrogen werden.

Natürlich ist der Gedanke nicht ganz abwegig, dass die im Taxigeschäft ihren Lebensunterhalt Verdienenden wenigstens "irgendetwas Produktives" machen und somit nicht von den AMS-Leistungen oder der Mndestsicherung leben müssen. Nur wenn das Ganze derartig "ausartet", wie es offensichtlich im Taxigewerbe der Fall ist, dann ist das meines Erachtens mittel- und langfristig für die Allgemeinheit nicht akzeptabel.

Re: Re: Re: Das Problem mit der Monopolstellung der Taxifunkzentralen ist in Graz auch nicht viel anders

Danke für die Antwort!
In Zeiten wie diesen habe ich vor jeder Person Respekt, die "TRicksen, was das Zeug hält!", eben wegen der Beschäftigung. "Tricksen, was das Zeug" hält ist ja schließlich auch eine Begabung und mM nach eine gute Gegenbewegung zum derzeitigen alles gesetzlich kontrollierbar unter Dach und Fach bringen zu wollen. GsDank geht das in Ö noch irgendwo.
Lieber Herr tabelspace 65 ,
ihr posting imponiert mir zwar sehr weil es gegen Gaunerei ist, aber könnte man angesichts der jüngsten Polit-Skandale nicht so sagen, dass Skandale auf oberster Ebene die auf unterster Ebene bedingen, denn wenn uns die oben das Geld wegnehemen, dann darf man es ihnen eben nicht mehr geben, weil man dann selber arm wäre.
Meine Ethik verpflichtet mich auch dazu dem Staat, das zu geben, was er an Steuern benötigt aber nicht alle können es sich oder wollen es sich leisten mM nach.

Wenn die dann das Geld in die Wirtschaft stecken kriegt der Staat ja auch was, und das ist auch nicht verkehrt.

Beste Grüße nach Graz - Leonhard!

Re: Re: Re: Re: Das Problem mit der Monopolstellung der Taxifunkzentralen ist in Graz auch nicht viel anders

St. Leonhard! Auch wenn ich Atheist bin, so viel Zeit muss sein :-)

 
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